Massenmarkt von Morgen - Flatscreen und Konsorten

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eröffnet am: 07.05.01 15:48 von: Dr.UdoBroem. Anzahl Beiträge: 1
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07.05.01 15:48

39543 Postings, 6882 Tage Dr.UdoBroemmeMassenmarkt von Morgen - Flatscreen und Konsorten

Für alle Interessierten (u.a. Chat vom Freitag wg. PXLW) ein aktueller Artikel aus der SZ von heute.


WIRTSCHAFT
                                                                                 Montag, 7. Mai 2001

 
                                                           Bayern Seite 24 / Deutschland Seite 24 / München Seite 24


                             Für Displays nur Zulieferer

                    Neun Zehntel der Flachbildschirme kommen aus Fernost

lu München ? Bei einer immer wichtiger werdenden Technologie, den Flachbildschirmen, herrscht in der deutschen Industrie
Fehlanzeige. ?In der Bundesrepublik werden mehr und mehr Displays eingesetzt, aber es gibt keine großen deutschen
Hersteller?, erklärte Günter Heine auf einem Pressegespräch des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik,
Informationstechnik (VDE) in München. Die weltweite Produktion wird zu 95 Prozent von Fernost-Unternehmen dominiert.

Dabei wären dem Display-Experten (Marketing-Leiter der Codixx AG) zufolge die Voraussetzungen in Deutschland gar nicht
so schlecht. Zum einen habe die Forschung ein hohes Niveau. Zum anderen gebe es renommierte Anlagenbauer (wie Leybold)
für diesen Sektor. Und schließlich besitze die deutsche Wirtschaft bei den Materialien und Komponenten eine gute Position. So
decke die Darmstädter Merck KgaA 70 Prozent des weltweiten Bedarfs an flüssigkristallinen Substanzen für LCD-Displays.
Die Firma Covion sei führend bei organischen Emittern für OLED-Displays. Und Schott sei wichtiger Glas- Zulieferer.
Dennoch gebe es nur zwei deutsche Produzenten, die sich mit der Display-Technik insgesamtbeschäftigten: AEG-MIS in Ulm
(Großdisplays) und Optrex in Babenhausen (Displays für die Kfz-Industrie).

Kein Interesse

Dass es keine Display-Industrie in der Bundesrepublik gibt, liegt nach Meinung Heines einfach daran, dass sich kein großes
Unternehmen ernsthaft dafür interessiert (Bosch hat zwar einen Versuch gestartet, aber wieder aufgegeben). Zumindest das
Problembewusstsein hat aber zugenommen. So wurde im vorigen Jahr auf Initiative des Mainzer Instituts für Mikro-Technik
das Deutsche Flachdisplay Forum gegründet. Der Initiative, die als Plattform für Anwender, Hersteller, Zulieferer und
Entwickler dient, haben sich inzwischen gut 50 Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen angeschlossen.

Auch Europa insgesamt hinkt im Übrigen bei den Flachdisplays hinterher. Nur der niederländische Philips-Konzern hat sich ?
vor allem durch ein Joint Venture mit der südkoreanischen LG-Gruppe ? stark engagiert und spielt weltweit eine wesentliche
Rolle.

Was mit Entschlossenheit und Visionen machbar ist, hat Heine zufolge Korea in den letzten Jahren gezeigt. Nun gehe auch
Taiwan diesen Weg. Dort habe man sich zum Ziel gesetzt, bis 2005 die Hälfte des Flachdisplay-Marktes zu erobern.

Dabei geht es um ein zukunftsträchtiges Geschäft. Zwar sind Flachdisplays noch wesentlich teurer als die traditionellen
Kathodenstrahlröhren der TV- Geräte und Computermonitore, dennoch hat ihr Siegeszug bereits begonnen. Nach Angaben
der Marktforscher von Stanford Resources wurden im vorigen Jahr weltweit Displays für 18 Milliarden Dollar verkauft. Der
Umsatz mit konventionellen Bildröhren, von denen jährlich 280 bis 300 Millionen Stück hergestellt werden, machte 28
Milliarden Dollar aus. Doch schon für 2005 wird ein Display-Markt von 35 Milliarden Dollar vorhergesagt. Heine meint, dass
sich bei TV-Geräten (wo es besonders auf den Preis ankommt) frühestens in zehn Jahren die Waage stückzahlmäßig zugunsten
der Flachdisplays neigen wird. Bei Computermonitoren werde dieser Punkt wohl schon in fünf Jahren erreicht.

Die Flachdisplays haben zuerst auf einem Gebiet Fuß gefasst, für das die herkömmliche Bildröhre nicht infrage kommt ? bei
tragbaren PC. In einer zweiten Phase erobern sie nun den Monitor-Markt für Tischcomputer. Massenhaft werden Displays zum
Beispiel aber auch bei Handys oder in Autos eingesetzt.

Dominiert wird der Display-Markt von der Flüssigkristall-Technologie. Diese Liquid Cristal Displays (LCD) gibt es inzwischen
bis zu einer Größe von 24 Zoll. Da die Fertigungskapazitäten laufend ausgebaut werden und sich auch die Technik verbessert,
sinken die Preise derzeit deutlich. Bei Fernsehgeräten sind Flachbildschirme wegen ihres hohen Preises noch eine
Randerscheinung. Vor allem japanische Hersteller bemühen sich verstärkt um diesen Markt. Hier dürften sich nach Auffassung
Heines eher Plasma-Displays durchsetzen, deren Größe (Bildschirmdiagonalen von 42 Zoll und mehr) dem Trend zum
?TV-Heimkino? entspricht. Auch hier werden die Produktionskapazitäten erweitert. Wurden 1999 weltweit nur etwa 200000
solcher Displays verkauft, sollen es 2005 bereits drei bis fünf Millionen sein.

Zu diesen in der kommerziellen Umsetzung weit fortgeschrittenen Technologien gibt es, wie weiter mitgeteilt wurde, interessante
? in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befindliche ? Alternativen. Dazu zählen Projektionsdisplays, mit denen sich
Bildschirmdiagonalen bis zu 20 Meter realisieren lassen. Diese Technik könnte Heine zufolge für die künftige digitale
Bilddarstellung in Kinos Bedeutung gewinnen. Auf diesem Sektor ist auch die Untertürkheimer Firma Laser-TV (die aus den
Schneider Rundfunkwerken hervorging) aktiv. Sie stellt heute schon Projektionsgeräte her, die zum Beispiel in Simulatoren
eingesetzt werden.

Weitere Technologien

Zwei weitere viel versprechende Display-Technologien sind nach Angaben des VDE Flachbildschirme auf der Basis
organischer Materialien (OLED-Displays) sowie Feldemissionsdisplays (FED). Vor allem OLED-Displays könnten künftig
einmal nach Meinung Heines fast alle Anforderungen erfüllen, die an ein Display gestellt würden. Die Grundlagen dafür wurden
von Kodak gelegt. Inzwischen arbeiten weltweit etwa 100 namhafte Firmen an der Weiterentwicklung (in Europa zum Beispiel
Philips und Siemens). Als erstes Unternehmen hat Pioneer die Fertigung von OLED-Displays für Autoradios aufgenommen.
Auch für FED-Displays, allerdings nur monochrom, gibt es einen ersten Produzenten (PixTech).

Welche dieser Entwicklungen sich auf Dauer durchsetzen werden, lässt sich nach Meinung Heines noch nicht sagen. Der
künftige Markt sei so groß, dass zwei oder drei Technologien nebeneinander existieren könnten.

Pixtech hatte ich übrigens auch schon mal, dachte allerdings, die wären langsam pleite, trotz der damaligen Zusammenarbeit mit Audi.

Meinungen über attraktive Firmen, die in dem Gebiet tätig sind erwünscht!

Euer Hans-Udo
 

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