Auszüge Schwarzbuch USA

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von:
Eric Frey
geb. 1963 in Wien
Promoviert in Politikwissenschaft.
Master in Internationalen Beziehungen,
Princeton University.
2001/2 Gastprofessor an der
University of New Orleans.
Langjährige USA-Aufenthalte.
Mitglied der Chefredaktion der Wiener Tageszeitung "Der Standard".
Österreich-Korrespondent der
Financial Times.

Die Macht der Lobbys:

Sonderinteressen in der amerikanischen Außenpolitik
Viele Bereiche der amerikanischen Außenpolitik werden nicht von nationalen Interessen, sondern von einflussreichen wirtschaftlichen und ethnischen Lobbys bestimmt: der Ölindustrie, dem Bananenkonzern Chiquita, der Kubaner in Florida oder der mächtigen Israel-Lobby.

Rund 17000 professionelle Lobbyisten sind Tag für Tag in Washington damit beschäftigt, die Gesetzgebung im Kongress und die Politik der Regierung im Sinne ihrer Auftraggeber zu beeinflussen. Nur wenige von ihnen beschäftigen sich mit außenpolitischen Fragen. Ihr Einfluss genügt aber, um die Politik der Supermacht in wichtigen Fragen zu verzerren. In keinem anderen Land der Welt ist Außenpolitik so sehr Spielball einzelner Interessengruppen.


Die 01-Lobby

Wirtschaftliche Lobbys schalten sich nur in Ausnahmefällen in die Außenpolitik ein. Selbst die Ölindustrie, die viele Amerika-Kritiker für die Anstifterin des Irak-Kriegs halten, ist mehr an einer industriefreundlichen Energiepolitik oder an der Absenkung von Umweltstandards interessiert als an militärischen Abenteuern im Nahen Osten. Ihre Vertreter wissen zwar die riesigen irakischen Ölreserven zu schätzen, sehen aber auch den miserablen Zustand der irakischen Ölindustrie: 40 Milliarden Dollar werden nach Schätzungen benötigt, um die Fördermengen von 2,8 Millionen Fass Öl am Tag, die der Irak vor dem Krieg produzierte, zu verdoppeln. Die Entscheidung der Bush-Regierung, französische, deutsche und russische Firmen von Wiederaufbau-Aufträgen im Irak auszuschließen, war das Werk der Falken im Pentagon und nicht der Lobbyisten der großen US-Konzerne. Selbst die Begeisterung von Vizepräsident Dick Cheney für den Irak-Krieg lässt sich weniger auf seine engen Beziehungen zum Ölausrüstungskonzern Halliburton, den er von 1995 bis 2000 als Vorstandschef führte, als auf sein politisches Weltbild zurückführen. Für die Milliardenaufträge, die Halliburton und seine Tochter Brown & Root im Nachkriegsirak ohne Ausschreibung erhielten, war Cheney allerdings sicherlich kein Hindernis.
Der begrenzte außenpolitische Einfluss der Ölindustrie zeigt sich beispielsweise an der konsequent pro-israelischen Politik der Regierung, welche die Geschäftsinteressen amerikanischer Konzerne in arabischen Ländern behindert: So benachteiligen die amerikanischen Sanktionen gegen Ölinvestitionen im Iran und in Libyen die heimischen Energiemultis gegenüber der europäischen Konkurrenz. Das ändert aber nichts daran, dass die langfristige Absicherung der Erdölversorgung ihrer Wirtschaft ein zentrales Anliegen der amerikanischen Außenpolitik ist und die Politik im Nahen und Mittleren Osten entscheidend beeinflusst - vom Bündnis mit der repressiven saudischen Theokratie bis hin zum zweimaligen Krieg gegen den Irak. »Öl spielte in den IrakPlänen Washingtons mehr als strategischer und weniger als ökonomischer Faktor eine Rolle«, schreibt die libanesische Politologin Yahya Sadowski in Le Monde Diplomatique: »Beim Krieg gegen Saddam geht es um die Garantie der amerikanischen Hegemonie und nicht um einen Gewinnanstieg bei Exxon.«
Politische und unternehmerische Interessen kommen in einer anderen Region zusammen: am Kaspischen Meer. Mehrere amerikanische Ölmultis unter der Führung der Unocal Corporation investierten in den Neunzigerjahren in den Ölfeldern Aserbaidschans und überzeugten die Clinton-Regierung vom Bau einer Pipeline, um das kaspische Erdöl an einen Meereshafen zu transportieren. Der kürzeste Weg führte über den Iran, aber das kam für Washington nicht infrage. Deshalb wird für rund 3 Milliarden Dollar eine 1700 Kilometer lange Route über Georgien in den türkischen Hafen Ceyhan gebaut, die durch einige der unsichersten Gebiete der Welt verläuft und ökonomisch unsinnig ist. Denn die Ölreserven in der Kaspischen Region dürften nach heutigem Wissensstand mit 15 bis 30 Milliarden Fass eher den Vorkommen in der Nordsee als denen am Persischen Golf entsprechen und würden daher nur einige Jahre zur Energieversorgung Nordamerikas beitragen. Der große geostrategische Wurf, den manche Publizisten hinter der amerikanischen Politik in Zentralasien vermuten, lässt sich hier genauso wenig erkennen wie in Afghanistan, wo in den Neunzigerjahren ebenfalls Pipeline-Projekte im Gespräch waren.
Die amerikanischen Ölmultis kämpfen an vorderster Front, wenn es um die Sabotage des ungeliebten Kioto-Protokolls zum Schutz des Weltklimas durch die Bush-Regierung geht. In einem vertraulichen Brief schlug etwa Exxon-Mobil Anfang 2002 dem Weißen Haus vor, die Ablösung des unbequemen Chefs des Intergovernmental Panel an Climate Change (IPCC) Robert Watson zu betreiben. Tatsächlich wurde der gebürtige Brite im April 2002 mit 76 zu 49 Stimmen abgewählt, nachdem die Bush-Regierung massiven Druck auf andere Staaten ausgeübt hatte. Sein Nachfolger, der indische Bahningenieur Rajendra K. Pachauri, galt zwar auch als überzeugter Umweltschützer, aber als umgänglicher als der Klimaforscher Watson.

Die Bananen-Lobby

Ein faszinierendes Beispiel für den direkten Einfluss von Unternehmerlobbys auf die amerikanische Außenpolitik bot in den Neunzigerjahren der Bananenproduzent Chiquita. Die ehemalige United Fruit Company, die 1954 die Eisenhower-Regierung zur Intervention in Guatemala gedrängt hatte, brachte die USA und die EU an den Rand eines sinnlosen Handelskriegs. Auslöser war die Entscheidung der EU, die Privilegien der Briten, Franzosen und Spanier für Bananeneinfuhren aus ihren ehemaligen Kolonien bei der Schaffung des Binnenmarkts auf die gesamte Union auszudehnen und damit die Einfuhr von Bananen aus Mittelamerika einzuschränken. Dagegen protestierten die amerikanischen Bananenkonzerne, welche die Produktion und den Vertrieb der Bananen aus Guatemala, Costa Rica und Honduras kontrollierten und damit vor allem den deutschen Bananenmarkt beherrschten.
Das neue Bananen-Einfuhrsystem der EU mag teuer und diskriminierend gewesen sein, war für die USA aber nur ein nebensächliches Problem. Carl Lindner, der einflussreiche Mehrheitseigentümer von Chiquita, der trotz seiner konservativen Ansichten Demokraten genauso mit Wahlkampfspenden verwöhnte wie Republikaner, sah das anders: 1993 und 1994 gab der Chiquita-Konzern 950.000 Dollar als »soft money« an beide Parteien und erkaufte sich damit die Sympathien von Robert Dole, dem republikanischen Mehrheitsführer im Senat und späteren Präsidentschaftskandidaten, von dem demokratischen Senator John Glenn und dem Chef der Demokraten im Abgeordnetenhaus Richard Gephardt. Mit diesen Freunden fand Lindner Zugang ins Weiße Haus, wo Clintons Handelsbeauftragte Mickey Kantor sich seiner Sache annahm. Sobald die Welthandelsorganisation WTO mit ihren neuen Tribunalen funktionsbereit war, starteten die USA zum Erstaunen der Europäer den Angriff auf ihre Bananenpolitik. Sechs Jahre lang tobte der Handelskrieg: 1999 war der Höhepunkt erreicht, als die WTO erstmals die Verhängung von Strafzöllen autorisierte und die USA daraufhin Einfuhren aus der EU mit 190 Millionen Dollar im Jahr belasteten.

Der Handelsstreit vergiftete das transatlantische Verhältnis. Reginald Dale, Kolumnist der International Herald Tribune, verglich im März 1999 den Bananenkonflikt mit der »unerbittlichen, engstirnigen Logik der europäischen Großmächte, die ihre Truppen für den Ersten Weltkrieg mobilisierten«. Erst 2001 fand der neue Handelsbeauftragte von George W. Bush, Robert Zoellick, mit EU-Handelskommissar Pascal Lamy eine für beide Seiten befriedigende Lösung. Doch Chiquita war inzwischen in den Konkurs geschlittert und musste um gerichtlichen Gläubigerschutz ansuchen. Lindner hatte durch seinen Starrsinn sein eigenes Unternehmen zerstört.


Ethnische Lobbys

Weitaus bedeutender als die Industrielobbys sind für die Außenpolitik die Lobbys anderer Staaten und ethnischer Volksgruppen. Trotz des starken Assimilationsdrucks bleiben viele Immigranten und deren Nachkommen ihrer früheren Heimat verbunden. Und da es in den USA Einwanderer aus praktisch allen Ländern der Erde gibt, findet man in Washington fast ebenso viele ethnische Lobby-Büros wie diplomatische Botschaften.
Zu den traditionell tonangebenden Lobbys zählen etwa die Polen, die in den Vierzigerjahren den Weg in den Kalten Krieg mitbetrieben und in den Neunzigerjahren dazu beitrugen, dass die USA den Beitritt Polens und anderer mitteleuropäischer Staaten in die Nato forcierten. Amerikas Schwarze haben in den Achtzigerjahren dabei nachgeholfen, dass sich die USA endlich vom jahrelang unterstützten Apartheid-Regime in Südafrika distanzierten. Die irische Lobby sorgte dafür, dass viele US-Regierungen trotz des Bündnisses mit Großbritannien Sympathien für die nordirischen Katholiken an den Tag legten. Aber auch die Armenier, eine weitaus kleinere ethnische Gruppe, besitzen in Washington viele Freunde und konnten seit der Unabhängigkeit Armeniens 1991 durchsetzen, dass sich die USA im Konflikt mit Aserbaidschan jahrelang auf ihre Seite stellten, obwohl sie selbst großes Interesse an den aserbaidschanischen Ölvorkommen hatten.

Immer wieder beklagen Experten und Politiker die Rolle solcher Lobbys, die ihre eigenen Interessen vor das allgemeine nationale Wohl stellen und durch gezielte Wählermobilisierung, Wahlkampfspenden und Informationsarbeit die Außenpolitik beeinflussen. Die zwei ethnischen Gruppen, denen am meisten Einfluss in Washington zugesprochen wird, sind die Kubaner und die Juden. Deren Lobbys gelten als besonders umstritten, weil sie die USA in zwei zentralen außenpolitischen Themen auf einen Kurs drängen, dem kaum ein anderes Land der Welt folgt.


Die kubanische Lobby

Die kubanischen Amerikaner nehmen eine Sonderstellung ein, weil hier eine ethnische Gruppe in einem wahlpolitisch wichtigen Landesteil, Florida, konzentriert ist und nur ein einziges Ziel verfolgt: den Sturz Fidel Castros. Trotzdem sind sie ein gutes Beispiel für eine ethnische Lobby, die sich in außenpolitische Fragen einmischt. Seit fast fünf Jahrzehnten verfolgen die USA gegenüber Kuba eine widersinnige Politik. Das Wirtschaftsembargo hat - neben der katastrophalen Planwirtschaft des Castro-Regimes - zur Verelendung von Millionen Kubanern beigetragen, ohne dass damit Castros Herrschaft erschüttert wurde. Im Gegenteil: Dank der amerikanischen Sanktionen kann Castro alle Schuld für seine hausgemachten Probleme auf die USA abwälzen, sich als Verteidiger des Vaterlands präsentieren und seine eigene Unterdrückungspolitik rechtfertigen. Es scheint, als hätten es die USA darauf abgesehen, Castro an der Macht zu halten. Schuld daran ist nicht nur der antikommunistische Reflex in Washington, sondern auch die Macht der kubanischen Lobby.
Mehr als eine Million Kubaner sind seit Castros Machtergreifung 1959 in die USA geflüchtet und haben sich vor allem im südlichen Florida und in Teilen New Jerseys niedergelassen. Anfangs betrachteten sie die USA nicht als neue Heimat, sondern als Exil. Sie träumten vom Sturz Castros und von der Rückkehr nach Kuba, versuchten aber nicht, sich in die Politik einzumischen. Bis Mitte der Siebzigerjahre gab es dafür auch keinen Grund: Alle Präsidenten hielten eisern am Wirtschaftsembargo gegen Kuba und an der Isolierung seines kommunistischen Regimes fest. Erst Jimmy Carter begann 1977 mit einer vorsichtigen Annäherung, was sich etwa in der Eröffnung von gegenseitigen Interessensbüros in Havanna und Kuba niederschlug. Zu Carters Leidwesen verstärkte Castro aber damals seine Interventionspolitik in Afrika und entsandte nach einem Eingriff in den angolanischen Bürgerkrieg auch Truppen nach Äthiopien.
Carters Öffnungspolitik erboste und mobilisierte die Kubaner in Florida, die inzwischen ein Drittel der Bevölkerung im Großraum Miami ausmachten und dort Politik und Wirtschaft beherrschten. Viele von ihnen waren in den vergangenen Jahren zu Geld gekommen und wollten dieses nun nutzen, um eine Annäherung zwischen Washington und Castros Kuba zu blockieren. Kubanische Stimmen trugen zum Wahlsieg Ronald Reagans in Florida 1980 und 1984 bei und verhalfen den Republikanern auch im ongress zu einigen Erfolgen. 1979 gründete der charismatische Geschäftsmann Jorge Mas Canosa die Cuban American National Foundation (CANF), die sich als eine der erfolgreichsten Lobbys überhaupt erwies. Finanzielle Unterstützung fand sie bei einigen reichen kubanischen Industriellenfamilien, zum Beispiel den Eigentümern von Bacardi Martini oder den Zuckerbaronen Alfonso und Jose Fanjul, die darauf hoffen, nach einem Sturz Castros ihre enteigneten Güter zurückzubekommen.
Reagan verfolgte in Mittelamerika genau jene radikale antikommunistische Politik, die sich die CANF wünschte - mit Interventionen in Nicaragua, Grenada und anderen Ländern, wo kubanischer Einfluss vorhanden war oder vermutet wurde, sowie mit der Gründung und Finanzierung von Radio Marti und TV Marti, die bis heute Anti-Castro-Propaganda nach Kuba ausstrahlen. Mas Canosa war ein gern gesehener Gast im Weißen Haus und im Kongress, auch weil er ihm freundlich gesinnte Abgeordnete und Senatoren mit Wahlkampfspenden belohnte.
Mit dem Ende des Kalten Kriegs wurde die Arbeit der CANF schwieriger. 1991 stoppte die Sowjetunion ihre Hilfe für Kuba - das Ende des CastroRegimes schien nur noch eine Frage der Zeit. Mit dem Verschwinden der geopolitischen Bedrohung plädierten viele außenpolitische Experten für eine Entspannung mit Kuba, denn dreißig Jahre Sanktionen hatten Castro nicht geschwächt. Doch die CANF forderte stattdessen eine Verschärfung des Wirtschaftsembargos, um so Castro ähnlich wie die osteuropäischen kommunistischen Staatsführer zu Fall zu bringen.
Mas Canosa fand 1992 einen wichtigen Verbündeten in Robert Torricelli, einem demokratischen Abgeordneten aus New Jersey, in dessen Wahlkreis viele kubanische Immigranten lebten. Das nach ihm genannte Gesetzt sah Strafen für amerikanische Konzerne vor, deren ausländische Töchter Geschäfte mit Kuba machten, was einer extraterritorialen Anwendung amerikanischer Gesetze gleichkam, und verbot Schiffen, die kubanische Häfen angelaufen hatten, das Be- und Entladen in amerikanischen Häfen für sechs Monate.Das neue Gesetz betraf zwar amerikanische Konzerne, nicht aber ihre Konkurrenten in Europa, Kanada und Mexiko. Castro begann 1993 mit einer Liberalisierung der kubanischen Wirtschaft, indem er beispielsweise die Verwendung des Dollar legalisierte, und bemühte sich zunehmend um Auslandsinvestitionen und Touristen aus dem Westen. In Europa und Kanada konnte man mit der amerikanischen Politik gegenüber Kuba wenig anfangen und befürwortete stattdessen einen »Wandel durch Annäherung«. Doch das war nicht im Sinne der kubanischen Lobby in Florida. Sie befürchtete, dass ausländisches Kapital - zum Teil auch Investitionen in Firmen, die früher amerikanischen Investoren gehört hatten - den Kommunisten das Überleben sichern würde, und verlangte deshalb Maßnahmen gegen alle Verbündeten, die die erhoffte Isolation Kubas unterliefen.
Nach den Kongresswahlen 1994 fand die kubanische Lobby Gehör bei der neuen republikanischen Mehrheit im Kongress, vor allem beim konservativen Vorsitzenden des außenpolitischen Senatsausschusses Jesse Helms. Helms hatte für Europäer und Kanadier nur Verachtung übrig, und der von ihm vorgelegte Entwurf für den Libertad Act (oder Helms-Burton Act) richtete sich dezidiert gegen sie. Das Gesetz sah die Möglichkeit vor, gegen ausländische Konzerne, die in Kuba mit enteignetem US-Eigentum Geschäfte machten, vor amerikanischen Gerichten Klage einzureichen, und untersagte den Managern dieser Konzerne die Einreise in die USA.
Angesichts der scharfen internationalen Kritik am Helms-Burton Act drohte Clinton mit einem Veto. Als jedoch Kuba im Februar 1996 zwei von Exilkubanern gesteuerte Flugzeuge, die Anti-Castro-Flugblätter über der Insel abwarfen, abschoss und dabei vier Menschen tötete, wurde der Druck der kubanischen Lobby und ihrer republikanischen Verbündeten zu stark: Clinton unterschrieb das Gesetz, machte aber gleichzeitig von der Möglichkeit Gebrauch, die umstrittensten Maßnahmen für sechs Monate auszusetzen. Helms-Burton wurde zwei Jahre lang zu einem der heftigsten Streitpunkte zwischen den USA und der EU, der die beiden Partner an den Rand eines Handelskriegs brachte. Die politischen Kosten dieser Auseinandersetzung waren enorm.
Die meisten kubanischen Dissidenten lehnen das US-Embargo als kontraproduktiv ab, weil es dem kubanischen Volk wirtschaftlich schade und dem Regime politisch nütze. Das Embargo befriedigt allerdings die Führer der Exilkubaner, denen das Schicksal ihrer Landsleute weniger wichtig ist als ihr persönlicher Hass auf Castro. Selbst in der kubanischen Gemeinde wächst inzwischen die Skepsis gegenüber der Embargopolitik - sowohl unter späteren Einwanderern als auch unter der Jugend. Gemäßigte Gruppen wie Cambio Cubano und das Cuban Committee for Democracy setzen sich dafür ein, durch Wirtschaftskontakte und Tourismus die demokratischen Kräfte auf Kuba zu stärken. US-Kubaner schicken jedes Jahr Millionen von Dollar zu ihren Verwandten auf der Insel; diese privaten Gelder bringen Kuba mehr Devisen als der gesamte Tourismus. Die US-Bauernlobby und große Konzerne fordern immer stärker eine Aufweichung der Sanktionen, weil sie das wachsende Geschäft mit Kuba nicht allein Drittländern überlassen wollen. Die Mehrheit der Amerikaner hegt zwar keinerlei Sympathie für Castro, sieht aber die Sinnlosigkeit der Embargopolitik ein.
Dabei zeigt sich ein Grundsatz amerikanischer Innenpolitik besonders deutlich: Eine kleine Gruppe hat weit mehr Einfluss auf politische Entscheidungen als die große Mehrheit, solange sie ihren Standpunkt mit Entschlossenheit verfolgt. Kuba besitzt für die meisten Amerikaner nur geringe Bedeutung; allein die kubanische Lobby versteht es aber, Kuba immer wieder zum beherrschenden Thema zu machen. David Rieff, der Autor von Going to Miami, mag von den dortigen Kubanern zwar als »Bananenrepublik, die außer Kontrolle geraten ist« sprechen, aber ihre Macht blieb lange Zeit beeindruckend.

Erst Ende der Neunzigerjahre wurde die Lobby mehrmals auf die Probe gestellt; 1997 starb Mas Canosa, sein Sohn und Nachfolger war politisch weniger begabt. Als schwerer Rückschlag erwies sich die Affäre um den fünfjährigen Eliän Gonzalez, der im November 1999 vor Kuba aufgegriffen wurde. Er war gemeinsam mit seiner Mutter und elf weiteren Menschen aus Kuba geflüchtet und hatte als Einziger die Überfahrt überlebt. In den folgenden Monaten versuchten Eliäns Verwandte in Florida, seine Rückkehr nach Kuba zu seinem Vater mit allen Mitteln zu verhindern. Sie wurden dabei von der Kuba-Lobby massiv unterstützt. Weil Eliäns Verwandte alle Gerichtsentscheidungen ignorierten, drangen bewaffnete Bundesbeamte am 22. April 2000 in das schlichte Einfamilienhaus in Miami ein und holten den jungen mit Gewalt heraus, um ihn zu seinem Vater zu bringen.
Obwohl Vizepräsident Al Gore aus wahltaktischem Opportunismus die Partei der Verwandten ergriff, konnte George W. Bush bei den Präsidentenwahlen im November 2000 auf die Wählerstimmen der Kubaner zählen. Hatte Clinton 1996 noch 40 Prozent der kubanischen Stimmen erhalten, gingen diesmal nur 20 Prozent an Gore. Der umstrittene Sieg in Florida machte Bush zum Präsidenten; die kubanische Lobby hatte erneut ihre Macht bewiesen.
Unter George W. Bush haben die Kubaner traditionelle Lobby-Arbeit kaum noch notwendig. Mit dem Exilkubaner Otto Reich, als Assistant Secretary of State for Western Hemisphere Affairs für die Lateinamerika-Politik der Regierung verantwortlich, sitzt ein wichtiger Lobbyist im Zentrum der Entscheidungsprozesse. Die CANF garantiert einen homogenen Wählerblock, der sogar Präsidentschaftswahlen entscheiden kann. Besser kann eine Lobby gar nicht positioniert sein.

Die israelische Lobby

Die Lobby für den Staat Israel hat eine ganz andere Ausgangslage. Rund sechs Millionen Amerikaner - oder 2,3 Prozent der Gesamtbevölkerung - sind jüdischer Abstammung, aber als ethnische Gruppe sind sie geografisch und politisch weniger homogen als die Kubaner. Der Großteil der Juden lebt in und rund um New York, in Kalifornien und Florida, aber nirgendwo sind sie für den Ausgang von Wahlen entscheidend. Amerikas Juden gehören im Durchschnitt zu den am besten ausgebildeten, politisch interessiertesten und wohlhabendsten Amerikanern. Sie sind für politische Kandidaten weniger als Wähler denn als Spender und Meinungsmacher interessant.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs besaßen Juden kaum politischen Einfluss; sie konnten nicht einmal erreichen, dass die amerikanische Regierung Europas Juden rechtzeitig vor der nationalsozialistischen Verfolgung rettete (-* Kapitel 7). Das Grauen des Holocausts änderte die antisemitische Einstellung vieler nichtjüdischer Amerikaner und machte die Entschlossenheit, die Juden nie wieder im Stich zu lassen, zu einem moralischen Grundprinzip amerikanischer Außenpolitik. Es motivierte Präsident Harry S. Truman, gegen den Rat seines Außenministers George Marshall Israel nach der Gründung im Mai 1948 sofort anzuerkennen. Aber schon acht Jahre später erlitten die Fürsprecher Israels eine schwere Niederlage, als die Regierung von Präsident Dwight D. Eisenhower Israel, Großbritannien und Frankreich im Oktober 1956 zum Rückzug vom Suezkanal und von der Sinai-Halbinsel zwang. Erst der israelische Sieg im Sechs-Tage-Krieg von 1967 und die amerikanische Militärhilfe während des Jom-Kippur-Kriegs von 1973, in dem Ägypten und Syrien anfangs militärisch überlegen waren, zementierte die Allianz zwischen den USA und Israel. Das wachsende Engagement der Sowjetunion in der arabischen Welt machte den Nahen Osten zum Schauplatz einer gefährlichen Konfrontation der Supermächte (-* Kapitel 11). Es war mehr die Angst vor einem sowjetischen Propagandasieg und weniger die Sympathie für den jüdischen Staat, die den Antisemiten Richard Nixon im Jom-Kippur-Krieg veranlasste, Israel durch Waffenlieferungen vor der Niederlage zu bewahren.
Die militärischen Erfolge Israels stärkten das Selbstbewusstsein von Amerikas Juden. 1974 griffen jüdische Organisationen direkt in die Außenpolitik ein, als sie für das Jackson-Vanik Amendment zum neuen Handelsgesetz eintraten, das die Einräumung der Meistbegünstigungsklausel und die Gewährung von amerikanischen Krediten für die Sowjetunion von deren Bereitschaft abhängig machte, russische Juden nach Israel auswandern zu lassen. Jackson-Vanik war ein typisches Beispiel für eine Politik, deren moralische Selbstgerechtigkeit der eigenen Sache schadete. Die sowjetische Regierung hatte Anfang der Siebzigerjahre Hunderttausende Juden diskret auswandern lassen, doch als diese Frage in Washington zum Politikum wurde, machte Moskau die Tore dicht und verstärkte die Verfolgung auswanderungswilliger Dissidenten. Die Sowjetunion wollte nicht den Eindruck erwecken, amerikanischem Druck nachzugeben. Jackson-Vanik trug zum Niedergang der Entspannungspolitik bei und blieb jahrzehntelang ein Stolperstein für die amerikanisch-russischen Beziehungen. Militärische Falken hatten die humanitären Anliegen jüdischer Organisationen hier für ihre eigenen Zwecke missbraucht.


Seit Mitte der Siebzigerjahre spricht man in Europa und noch mehr in der arabischen Welt von einer mächtigen jüdischen Lobby in Washington. Diese Bezeichnung ist in vieler Hinsicht irreführend: Es gibt weder eine geschlossene Front jüdischer Organisationen noch eine einheitliche jüdische Meinung. Zahlreiche amerikanische Juden sind entsetzt über die heutige Politik Israels, und jüdische Studenten stehen oft in vorderster Front, wenn an Universitäten gegen Israel protestiert wird. Aber es gibt eine organisierte Lobby für die Anliegen des Staats Israel, die von dem 1954 gegründeten American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) angeführt wird. Es gilt als eine der am besten organisierten, finanzierten und einflussreichsten Interessenvertretungen im Kongress. Das AIPAC verteilt zwar selbst keine Gelder an Politiker, seine Unterstützung kann Politikern aber den Zugang zu jüdischen Spendern erleichtern. AIPAC verfolgt dabei drei zentrale Ziele: eine fortwährende amerikanische Garantie für die Existenz des jüdischen Staats, die Beibehaltung der hohen finanziellen Hilfen für Israel - seit Ende der Siebzigerjahre 3 Milliarden Dollar jährlich, zwei Drittel davon als Militärhilfe - und Unterstützung für die Politik der jeweiligen israelischen Regierung, selbst wenn diese nicht den Vorstellungen der USA entspricht.

Über das erste Ziel, die Existenz Israels, besteht in der amerikanischen Öffentlichkeit kein Dissens; auch das zweite Ziel, die Finanzhilfe, wird trotz der hohen Kosten von einer breiten Mehrheit mitgetragen. Es ist das dritte Ziel, nämlich die unbedingte Parteinahme für Israel im Konflikt mit den Palästinensern und seinen arabischen Nachbarn, mit der die Israel-Lobby immer wieder auf Widerstand stößt und bei der sie auch gelegentlich Niederlagen erlitten hat.
So zog die Reagan-Regierung 1981 den von ihr heftig bekämpften Verkauf von Awacs-Aufklärungsflugzeugen an Saudi-Arabien gegen den Widerstand der Israel-Lobby durch. 1991 hielt die Regierung von George Bush sr. 10 Milliarden Dollar an Krediten für Israel zur Integration sowjetischer Einwanderer zurück, um so ihr Missfallen über die israelische Siedlungspolitik zum Ausdruck zu bringen.

Präsident Clinton engagierte sich ab 1993 sehr für den Oslo-Friedensprozess, der von wichtigen Vertretern der amerikanischen Israel-Lobby als Ausverkauf an die Palästinenser abgelehnt wurde, und übte später starken Druck auf Premier Benjamin Netanjahu aus, die Verhandlungen fortzuführen. Bis heute lehnt jede US-Regierung die Siedlungspolitik im Westjordanland als illegal und gefährlich ab und setzte durch, dass Israel seit 1993 keine neuen Siedlungen auf palästinensischem Gebiet errichtet hat.
Allerdings haben die USA das rasche Wachstum bestehender Siedlungen hingenommen und Israel nie dazu gedrängt, auch nur eine Siedlung im Interesse des Friedens abzubauen.
Die Macht der Israel-Lobby trägt entscheidend dazu bei, dass die USA niemals ihre Milliardenhilfe für Israel zur Disposition gestellt haben und somit auf ihre stärkste Waffe zur Beeinflussung der israelischen Politik

verzichten. Amerika handelt sich damit in der arabischen und muslimischen Welt den Ruf ein, im Nahost-Konflikt kein unabhängiger Vermittler, sondern Partei zu sein.
Dieser Eindruck hat sich unter der Bush-Regierung weiter verstärkt, obwohl jüdische Wähler traditionell vor allem die Demokraten unterstützen und auch 2000 mit großer Mehrheit für Al Gore stimmten. »Scheiß auf die Juden, sie wählen uns ohnehin nicht!«, fluchte deshalb James Baker, Außenminister von Bush sr. Gegen den Rat vieler Nahost-Experten unterstützte die jetzige Bush-Regierung den israelischen Premier Ariel Sharon bei der Wiederbesetzung der autonomen Palästinensergebiete, der Zerschlagung der palästinensischen Infrastruktur und dem Versuch, den demokratisch gewählten Palästinenserpräsidenten Yassir Arafat als politische Führungsfigur kaltzustellen. So legten die USA etwa im September 2003 gegen eine moderate UN-Resolution, die Israel aufforderte, Arafat nicht mehr mit Deportation zu drohen, ihr Veto ein. Äußerst fragwürdig ist auch die Haltung der USA, Israels Nuklearwaffenprogramm zu ignorieren, während sie gleichzeitig mit allen Mitteln andere Staaten in der Region davon abzuhalten versucht, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen.
Groß ist die private finanzielle und personelle Unterstützung amerikanischer Juden für Israel: Zahlreiche Schulen, Krankenhäuser und andere soziale und karitative Einrichtungen könnten ohne Hilfe aus den USA nicht überleben. Viele der radikalsten jüdischen Siedler, die sich zum Beispiel in Hebron oder anderswo inmitten palästinensischer Wohngebiete niedergelassen haben und so entscheidend zur Eskalation des Konflikts beitragen, sind direkt aus den USA in die besetzten Gebiete gezogen.
Was die Israel-Lobby so stark macht, ist weniger ihr Geld oder ihre Organisation als die breite Unterstützung, die ihre Anliegen bei amerikanischen Nichtjuden und vor allem bei Entscheidungsträgern in Washington genießen. In der moralistischen Weltsicht vieler Amerikaner vertritt Israel westliche Werte, Israels Feinde stehen für Barbarei. In den vergangenen Jahren fand die Israel-Lobby ihre besten Verbündeten weniger im jüdischen New York als im so genannten Bibelgürtel von Mississippi und Alabama bei den bis zu 70 Millionen christlichen Fundamentalisten, die auch Bush ins Weiße Haus verholfen hatten. Rechtsextreme religiöse Führer wie Pat Robertson und Jerry Falwell, voller Ehrfurcht vor dem Alten Testament, sehen Israel als den von Gott gewollten Staat, der die Welt dem Tag des Jüngsten Gerichts näher bringt. Sie unterstützen dabei den Anspruch der israelischen Rechten auf das gesamte Westjordanland und auf Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt. Dass diese Leute sonst oft antisemitische und rassistische Tendenzen zeigen, tut vielen liberalen amerikanischen Juden weh, wird aber von den Führern der Israel-Lobby als notwendiges Übel hingenommen.
Die Israel-Lobby hat das Glück, dass Kritik an ihrer Macht häufig aus wenig respektierten Zirkeln kommt, beispielsweise von Linksintellektuellen wie Noam Chomsky, die praktisch die gesamte amerikanische Außenpolitik ablehnen, oder von Rechten wie Pat Buchanan, die als offen antisemitisch gelten. Im amerikanischen Mainstream gilt es als ungehörig, über die Macht der Israel-Lobby zu schimpfen.


Entgegen manchen Spekulationen haben die Terroranschläge vom 11. September 2001 keinen Keil zwischen Amerikas Juden und Christen geschlagen. Im Gegenteil: Viele konservative Christen setzen Sharons Kampf gegen die Palästinenser mit Bushs »Krieg gegen den Terror« gleich und wehren sich gegen jede Einschränkung der israelischen Handlungsfreiheit. Unter ihrem Druck - und nicht etwa wegen des jüdischen Einflusses in seiner Regierung - schreckte Bush stets davor zurück, die Regierung Sharon allzu laut zu kritisieren. Noch nie besaß Israel so viele Fürsprecher in Washington wie unter der Bush-Regierung.
Aber selbst viele Israelis beobachten diesen Einfluss mit gemischten Gefühlen. Sie würden sich wünschen, dass die USA ihren Druck auf Israel erhöhten und nicht den nationalistischen Fraktionen nachgäben, deren Politik nicht nur für die Palästinenser eine Katastrophe ist, sondern durch eine Radikalisierung auf beiden Seiten langfristig die Existenz des Staats Israel gefährdet. Solange die Israel-Lobby die Unterstützung der USA für den jüdischen Staat sichert, hat sie ihren legitimen Platz in der amerikanischen Politik, doch wenn sie verhindert, dass die USA zugunsten einer Friedenslösung im Nahost-Konflikt eingreifen, schadet sie am meisten jenen Menschen, denen sie eigentlich helfen sollte.


Visionen der Weltherrschaft:
Bushs Präventivkriegsdoktrin

Ein Jahr nach dem 11. September 2001 präsentierte die Bush-Regierung eine neue Nationale Sicherheitsstrategie, die es den USA ermöglichte, jede angebliche Bedrohung der eigenen Sicherheit durch präventive Angriffe auszuschalten. Die Doktrin ignoriert das Völkerrecht und gefährdet den Weltfrieden. Im Irak-Krieg zeigte sich dann, wie leicht Bedrohungen fingiert werden können.

Es war eines der faszinierendsten, provokantesten und erschreckendsten Dokumente der vergangenen Jahrzehnte, das am 20. September 2002 in Washington veröffentlicht wurde: Die neue »National Security Strategy« bot nicht nur eine Rechtfertigung für einen Angriff auf den Irak, sie markierte auch eine Zäsur in der amerikanischen Außenpolitik. Die USA verabschiedeten sich darin von der Strategie der Abschreckung und der Eindämmung durch multilaterale Allianzen und kollektive Sicherheit, die sie seit 1945 verfolgt hatten. Stattdessen entwickelte die Bush-Regierung eine Doktrin des Präventivkriegs, laut der Amerika jeden potenziellen Gegner militärisch angreifen kann, bevor er eine Gefahr für die USA wird. »Die USA können sich nicht mehr wie in der Vergangenheit ausschließlich auf eine reaktive Haltung verlassen«, hieß es in dem Strategiepapier. »Die Unfähigkeit potenzielle Angreifer abzuschrecken, die Aktualität der heutigen Bedrohungen und das Ausmaß des potenziellen Schadens, der durch die Wahl der Waffen unserer Feinde verursacht werden kann, verbieten diese Option. Wir dürfen es nicht zulassen, dass unsere Feinde zuerst zuschlagen.«
Zu diesem Zeitpunkt hatten die Vordenker der Bush-Regierung den Kampf gegen Al-Kaida längst hinter sich gelassen. Osama bin Laden war immer noch flüchtig, und die Zahl von islamistischen Terroranschlägen hatte trotz oder gerade wegen des Kriegs gegen Terror zugenommen: Bombenanschläge in Saudi-Arabien, Tunesien, Marokko und Bali forderten Hunderte von Toten. Doch Präsident George W. Bush, Vizepräsident Dick Cheney, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und dessen Stellvertreter Paul Wolfowitz hatten keine Geduld für die mühsame Polizeiarbeit, die die effiziente Bekämpfung und die Prävention von Terrorismus erforderten. Sie wollten die gewaltige militärische Übermacht für ihre Zwecke einsetzen und daher echte Kriege gegen echte Staaten führen. Sie dachten bereits an eine Umgestaltung der Welt nach amerikanischen Vorstellungen - vor allem im Nahen Osten, wo die jüngsten Bedrohungen der USA ihren Ursprung hatten. Dass diese Pläne dem Terrorismus Vorschub leisten und wichtige Ressourcen von der Jagd auf Al-Kaida abziehen würden, spielte dabei keine Rolle.
Das argumentative Bindeglied zwischen den Ereignissen vom 11. September 2001 und der neuen Militärstrategie war die Angst vor einer weltweiten Verbreitung von Massenvernichtungswaffen. Seit dem Kollaps der Sowjetunion fürchteten die USA, dass ehemalige sowjetische Atomwaffen in die Hände von verantwortungslosen Regimen oder radikalen Terrorgruppen fallen könnten. Die Clinton-Regierung gab Milliarden für die Sicherung des sowjetischen Atomarsenals aus und unterstützte internationale Maßnahmen gegen die Verbreitung von Atomwaffen. Das Wettrüsten von Indien und Pakistan in den späten Neunzigerjahren und die offensichtlichen nuklearen Ambitionen von Nordkorea und dem Iran bereiteten den USA ebenso wie den Europäern große Sorge. Dazu kam die Gefahr durch biologische Waffen sowie durch chemische Kampfstoffe, wie sie der irakische Diktator Saddam Hussein in den Achtzigerjahren im Krieg gegen den Iran und die eigene kurdische Bevölkerung eingesetzt hatte.
Die Gefahr einer Ausbreitung von Atomwaffen erhöht sich dadurch, dass keine der bestehenden Atommächte zur vollständigen Abrüstung bereit ist. Zudem stellt im Nahen Osten Israels kaum zu verhehlendes Atomarsenal eine Provokation anderer Staaten dar. Die Clinton-Regierung hatte die Lösung vor allem in multilateralen Abkommen wie dem Atomsperrvertrag oder dem Atomteststoppvertrag sowie in der Ausweitung von Rüstungskontrollen gesehen. In Lateinamerika, wo Brasilien und Argentinien auf Atomwaffen verzichteten, und in Südafrika erwies sich diese Politik als erfolgreich. Gegenüber Nordkorea, dem gefährlichsten der neuen Atomstaaten, setzten die USA auf wirtschaftliche Anreize: Die Lieferung von Heizöl und der Bau eines neuen Atomkraftwerks sollten das stalinistische Regime in Pjöngjang dazu bewegen, auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten.
Für die Republikaner im Kongress war dieser vorsichtige multilaterale Zugang der Clinton-Regierung ein Gräuel. Sie lehnten alle Verträge ab, die den militärischen Spielraum amerikanischer Streitkräfte einschränkten, und sabotierten so etwa die Ratifizierung des Atomteststoppvertrags (-* Kapitel 36). Ihr Plan war, potenzielle Atommächte mit militärischen Drohungen von ihren Plänen abzubringen oder sie gar anzugreifen, bevor deren Atomwaffen einsatzfähig werden. Sie befanden sich im Einklang mit den Veteranen der ersten Bush-Regierung wie Cheney und Wolfowitz, die bereits 1992 vorgeschlagen hatten, die militärische Vorherr-schaft der USA durch ein massives Aufrüstungspro-gramm abzusichern. Doch George Bush sr. war dieses Thema damals viel zu heikel.

Strategie gegen »Schurkenstaaten«

Während der Clinton-Jahre formierten sich die so genannten Neokonservativen zu einer einflussreichen Bewegung. Viele von ihnen waren Schüler des konservativen deutsch-amerikanischen Philosophen Leo Strauss, der an der University of Chicago gelehrt hatte. Strauss misstraute der Fähigkeit des Volks, selbstständig die richtigen Entscheidungen zu treffen, und strebte daher in der Tradition Platons eine Herrschaft der Eliten an. Denker und Publizisten wie Alan Bloom, Irving und Bill Kristol, William Buckley sowie Norman Podhoretz hatten jahrzehntelang neokonservative Gedanken in Büchern, Zeitschriften wie Commentary, National Review und Weekly Standard sowie der Kommentarseite des Wall Street Journal verbreitet und damit immer mehr an Einfluss gewonnen. In der Innenpolitik forderten sie eine Eindämmung staatlichen Einflusses, in der Außenpolitik die Durchsetzung amerikanischer Werte und freier Marktwirtschaft - notfalls mit militärischen Mitteln. Ganz in der von Richard Hofstadter beschriebenen Tradition wollten die Neokonservativen nicht daran glauben, dass mit Diplomatie und internationaler Kooperation die Probleme der Welt zu lösen wären. Sie sahen sich von Feinden umzingelt und suchten den Kampf.
1997 schlossen sich führende Neokonservative im Project for the New American Century (PNAC) und in anderen Initiativen zusammen, die ein massives Aufrüstungsprogramm, den Aufbau eines Raketenabwehrsystems und unilaterale Militärschläge gegen alle Staaten forderten, die den USA gefährlich werden könnten - in erster Linie war damit der Irak gemeint. Im September 2000 gab PNAC die Studie »Rebuilding America's Defenses« heraus - ein Gegenprogramm zur angeblich nachgiebigen Politik der ClintonRegierung. Kurz darauf saßen die führenden Neokonservativen - Paul Wolfowitz, Richard Perle, Douglas Feith und John Bolton - an den Schalthebeln der Macht.
Sie ergänzten sich gut mit den »nachdrücklichen Nationalisten« wie Cheney und Rumsfeld, die weniger an der Ausbreitung der Demokratie als an der unbeschränkten Ausübung amerikanischer Macht interessiert waren. Beide Strömungen fanden in ihrer Verachtung internationaler Organisationen wie den Vereinten Nationen zueinander; beide einte auch der dringende Wunsch, Saddam Hussein zu stürzen - zur Vernichtung seines militärischen Potenzials, zur Demonstration amerikanischer Stärke und als Startschuss zur Umgestaltung des Nahen und Mittleren Ostens in eine amerikafreundliche Region, in der auch Israel ohne größere Zugeständnisse an die Palästinenser in Frieden leben würde. Die Warnung vor angeblichen Massenvernichtungswaffen war vor allem ein Mittel, um für ihre Ideen breite Unterstützung zu gewinnen.

Der 11. September 2001 schien die Weltsicht der Neokonservativen zu bestätigen, hätte sie aber eigentlich von ihrer Besessenheit hinsichtlich angeblicher Massenvernichtungswaffen abbringen sollen. Die Al-Kaida-Terroristen verfügten weder über Atombomben noch über biologische Kampfstoffe - die Anschläge mit Milzbranderregern während der folgenden Wochen wurden zwar nie aufgeklärt, gingen aber wahrscheinlich auf das Konto radikaler amerikanischer Staatsbürger -, sondern bloß über Teppichmesser, die man für 1 Dollar pro Stück kaufen konnte. Stattdessen entwickelten sie ein Szenario, nach dem »Schurkenstaaten« Atomwaffen entwickeln und diese an Terroristen weitergeben würden. Daraus leiteten sie die Notwendigkeit ab, gegen jene Staaten vorzugehen, die an Atomwaffen Interesse zeigten und den USA feindlich gesinnt waren. Iran, Irak und Nordkorea wurden so in Bushs Rede zur Lage der Nation im Januar 2002 zur »Achse des Bösen« vereint, gegen die man entschlossen vorgehen müsse.
Einen Präventivschlag gegen Nordkorea zog die Bush-Regierung allerdings nie ernsthaft in Erwägung, obwohl es als einziges dieser drei Länder tatsächlich über Atomwaffen verfügt. Zwar reagierten die USA mit dem Stopp von Heizöllieferungen, als sich herausstellte, dass Diktator Kim Jong II. sich nicht an seine Abmachungen hielt.

Quelle: http://www.kultur-fibel-magazin.eu/...y,Eric,%20Schwarzbuch%20USA.htm

Mfg  

23.08.06 00:41

2616 Postings, 5201 Tage 14Landserkurze Inhaltsangabe

USA; EU; Japan; Nikaragua; Vietnam; Irak; Iran; Guatemala; Chile; Kuba; UNO; WTO; Aussenpolitik; Sozialgeschichte; Rassismus; Armut; Krieg; Rüstung; Innenpolitik; Wirtschaftspolitik; Wahl; Rechtsprechung; Strafvollzug; Nichterneuerbare Ressourcen; Justiz; Ost-West-Beziehungen; Neoliberalismus; Antikommunismus; Afroamerikaner; Einkommensverteilung; Indianer; Interessengruppe; Nord-Süd-Beziehungen; Menschenrechtsverletzung; Korruption; Intervention; Rüstungskontrolle; Todesstrafe; Antiamerikanismus; Feindbild; Sklaverei; Gewerkschaft; Imperialismus; Migrationspolitik; Massenvernichtungswaffe; Militärpolitik; Steuerpolitik; Umweltzerstörung; Drogenbekämpfung; Tabakindustrie; Religion; Militarismus; Aussenhandelspolitik; Entwicklungszusammenarbeit; Terrorismus; Grundrechte; Kriminalität; Konsum; Politisches System

Der Journalist Eric Frey hat zusammengestellt, was an der Außenpolitik und dem in den USA vorherrschenden Lebensstil, wirtschaftlichen und politischen System als negativ empfunden wird. Beginnend mit der Geschichte der Ausrottung der Indianer und Sklaverei dokumentiert er die Auswüchse des ungezügelten Kapitalismus, Willkür in der Rechtsprechung, Interventionen in Südamerika und Asien, Barrieren für Einwanderer, Rassismus und Atomrüstung. An den Pranger gestellt werden Repressionen gegen Linke in den USA während des "Kalten Krieges", Todesstrafe, neoliberale Wirtschaftspolitik, Korruption, Umweltzerstörung, Militarismus, Irrwege der Drogenbekämpfung und doppelbödige Menschenrechtspolitik.

Quelle: http://www.oefse.at/bibliothek/neuzugaenge/okt_04.htm

Mfg  

23.08.06 08:22

13393 Postings, 5973 Tage danjelshakesehr interessanter artikel o. T.

23.08.06 08:25

2616 Postings, 5201 Tage 14Landsergell, hab das Buch mal gelesen

ist noch viel interessanter als der Artikel ;-)

Mfg  

23.08.06 11:33

2616 Postings, 5201 Tage 14Landser1950-1999

Militäreinsätze und Kriege

Ab dem Jahre 1950 beginnen die Vereinigten Staaten von Amerika zahlreiche Kriege, animiert von der Truman-Doktrin und dem daraus resultierenden ?Kalten Krieg?. Weder die USA noch die Sowjetunion sind in der Lage, die ständige Anspannung zwischen ihren Ländern zu zügeln. Auch nach dem die Sowjetunion inzwischen zusammengebrochen und aufgelöst ist, führen die Amerikaner weiterhin Kriege gegen die verschiedensten Kulturen und Nationen der Welt. Die folgende Liste amerikanischer Militäreinsätze und Kriege ist bei Weitem nicht vollständig:

   * 1950-1953
     Korea-Krieg: 27.06.1950 bis 27.07.1953

   * 1956
     Suez-Krise: Ägypten, 26.07.1956 bis 15.11.1956

   * 1958
     Operation ?Blue Bat?: Libanon, 15.07.1958 bis 20.10.1958

   * 1958 ? 1963
     Taiwan-Straße: 23.08.1958 bis 1.06.1963

   * 1960 ? 1962
     Kongo: 14.07.1960 bis 1.09.1962

   * 1970
     Operation ?Tailwind?: Laos, 1970
     Operation ?Ivory Coast/Kingoin?: Nordvietnam, 21.11.1970

   * 1972
     Operation ?Linebacker II?: Nordvietnam, 18.12.1972 bis 29.12.1972
     Operation ?Pocket Money?: Nordvietnam, 9.05.1972 bis 23.10.1972
     Operation ?Freedom Train?: Nordvietnam, 6.04.1972 bis 10.05.1972

   * 1972 ? 1973
     Operation ?Endweep?: Nordvietnam, 27.01.1972 bis 27.07.1973

   * 1962 ? 1971
     Operation ?Linebacker I?: Nordvietnam, 10.05.1972 bis 23. Oktober
     Operation ?Ranch Hand?: Südvietnam, Januar 1962 bis Januar 1971

   * 1962 ? 1963
     Kuba-Krise: weltweit, 24.10.1962 bis 1.06.1963

   * 1965 ? 1966
     Operation ?Powerpack?: Dominikanische Republik, 28.04.1965 bis 21.09.1966

   * 1965 ? 1970
     Operation ?Arc Light?: Südostasien, 18.06.1965 bis April 1970
     Operation ?Rolling Thunder?: Südvietnam, 24.02.1965 bis Oktober 1968

   * 1967
     Sechs-Tage-Krieg: Mittlerer Osten, 13.05.1967 bis 10.06.1967

   * 1973
     Operation ?Nickel Grass?: Mittlerer Osten, 6.10.1973 bis 17.11.1973

   * 1975
     Operation ?Eagle Pull?: Kambodscha, 11.04.1975 bis 13.04.1975
     Operation ?Freequent Wind?: Evakuierung in Südvietnam, 26.04.1975 bis 30.04.1975
     Operation ?Mayaguez?: Kambodscha, 15.05.1975

   * 1977 ? 1999
     Operation ?Coronet Oak?: Zentral- und Südamerika, Oktober 1977 bis 17.02.1999

   * 1980
     Operationen ?Eagle Claw/Desert One?: Iran, 25.04.1980

   * 1981
     Operation ?Golf von Sidra?: Libyen, 18.08.1981

   * 1981 ? 1992
     El Salvador, Nikaragua: 1.01.1981 bis 1.02.1992

   * 1983
     Operation ?Urgent Fury?: Grenada, 23.10.1983 bis 21.11.1983

   * 1982 ? 1987
     US-Multinational Force: Libanon, 25.08.1982 bis 11.12.1987

   * 1986
     Operation ?Attain Document?: Libyen, 26.01.1986 bis 29.03.1986
     Operation ?El Dorado Canyon?: Libyen, 12.04.1986 bis 17.04.1986
     Operation ?Blast Furnace?: Bolivien, Juli 1986 bis November 1986

   * 1987 ? 1990
     Operation ?Ernest Will?: Persischer Golf, 24.07.1987 bis 2.08.1990

   * 1988
     Operation ?Praying Mantis?: Persischer Golf, 17.04.1988 bis 19.04.1988
     Operation ?Golden Pheasant?: Honduras, ab März 1988

   * 1989
     Operation ?Nimrod Dancer?: Panama, Mai 1989 bis 20.12.1989

   * 1989 ? 1990
     Operation ?Just Cause?: Panama, 20.12.1989 bis 31.01.1990

   * 1990
     Operation ?Promote Liberty?: Panama, 31.01.1990
     Operation ?Wipeout?: Hawaii, ab 1990

   * 1990 ? 1991
     Operation ?Sharp Edge?: Liberia, Mai 1990 bis 8.01.1991
     Operation ?Desert Shield?: 2.08.1990 bis 17.01.1991

   * 1990 ? 1993
     Operation ?Ghost Zone?: Bolivien, März 1990 bis 1993

   * 1991
     Operation ?Desert Storm?: Irak, 17.01.1991 bis 28.02.1991
     Operation ?Eastern Exit?: Somalia, 2.01.1991 bis 11.01.1991
     Operation ?Productiv Effort/Sea Angel?: Bangladesh, Mai 1991 bis Juni 1991
     Operation ?Fiery Vigil?: Philippinen, 1. bis 30.06.1991
     Operation ?Victor Squared?: Haiti, 1. bis 30.09.1991
     Operation ?Quick Lift?: Zaire, 24.09.1991 bis 7.10.1991
     Operation ?Coronet Nighthawk?: Zentral- und Südamerika, ab 1991
     Operation ?Desert Falcon?: Saudi Arabien, ab 31.03.1991

   * 1991 ? 1992
     Operation ?Desert Calm?: ?Südwest-Asien, 1.03.1991 bis 1.01.1992

   * 1991-1994
     Operation ?Support Justice?: Südamerika, 1991 bis 1994
     Operation ?Provide Comfort?: Kurdistan, 5.04.1991 bis Dezember 1994

   * 1991 ? 1996
     Operation ?Provide Comfort II?: Kurdistan, 24.07.1991 bis 31.12.1996

   * 1992
     Operation ?Desert Farewell?: Südwest-Asien, 1.01.1992 bis 1992
     Operation ?Silver Anvil?: Sierra Leone, 2.05.1992 bis 5.05.1992
     Operation ?Maritime Monitor?: Adria, 16.07.1992 bis 22.11.1992
     Operation ?Sky Monitor?: Bosnien-Herzegowina, ab 16.10.1992

   * 1992 ? 1993
     Operation ?Maritime Guard?: Adria, 22.11.1992 bis 15.06.1993

   * 1992 ? 1996
     Operation ?Provide Promise?: Bosnien, 3.07.1992 bis 31.03.1996

   * 1993 ? 1995
     Operation ?Sharp Guard?: Adria, 15.06.1993 bis Dezember 1995

   * 1994
     Operation ?Distant Runner?: Ruanda, 9.04.1994 bis 15.04.1994
     Operationen ?Quiet Resolve?/?Support Hope?: Ruanda, 22.07.1994 bis 30.09.1994
     Operation ?Vigilant Warrior?: Kuwait, Oktober 1994 bis November 1994
     Operation ?Able Sentry?: Serbien-Mazedonien, ab 5.07.1994

   * 1994 ? 1995
     Operation ?Uphold/Restore Democracy?: Haiti, 19.09.1994 bis 31.03.1995
     Operation ?Steady State?: Südamerika, 1994 bis April 1996

   * 1995
     Operation ?United Shield?: Somalia, 22.01.1995 bis 25.03.1995
     Operation ?Vigilant Sentine I?: Kuwait, ab August 1995
     Operation ?Nomad Vigil?: Albanien, 1.07.1995 bis 5.11.1996
     Operation ?Safe Border?: Peru/Ecuador, ab 1995
     Operation ?Deliberate Force?: Republika Srpska, 29.08.1995 bis 21.09.1995
     Operation ?Determined Effort?: Bosnien, Juli 1995 bis Dezember 1995
     Operation ?Quick Lift?: Kroatien, Juli 1995

   * 1995 ? 1996
     Operation ?Decisive Enhancement?: Adria, 1.12.1995 bis 19.06.1996
     Operation ?Joint Edeavor?: Bosnien-Herzegowina, Dezember 1995 bis Dezember 1996

   * 1996
     Operation ?Assured Response?: Liberia, April 1996 bis August 1996
     Operation ?Quick Response?: Zentralafrikanische Republik, Mai 1996 bis August 1996
     Operation ?Guardian Assistance?: Zaire/Ruanda/Uganda, 15.11.1996 bis 27.12.1996
     Operation ?Pacific Haven/Quick Transit?: Irak ? Guam, 15.09.1996 bis 16.12.1996
     Operation ?Laser Strike?: Südafrika, ab 1.04.1996
     Operation ?Nomad Edeavor?: Taszar, Ungarn, ab März 1996
     Operation ?Northern Watch?: Kurdistan, ab 31.12.1996
     Operation ?Desert Focus?: Saudi Arabien, ab Juli 1996
     Operation ?Desert Strike?: Irak, 3.09.1996; Cruise Missile-Angriffe: Irak, 26.06.1993, 17.01.1993, Bombardements: Irak, 13.01.1993
     Operation ?Decisive Edeavor/Decisive Edge?: Bosnien-Herzegowina, Januar 1996 bis Dezember 1996

   * 1997
     Operation ?Guardian Retrieval?: Kongo, März 1997 bis Juni 1997
     Operation ?Noble Obelisk?: Sierra Leone, Mai 1997 bis Juni 1997
     Operation ?Bevel Edge?: Kambodscha, Juli 1997
     Operation ?Phoenix Scorpion I?: Irak, ab November 1997

   * 1998
     Operation ?Noble Response?: Kenia, 21.01.1998 bis 25.03.1998
     Operation ?Shepherd Venture?: Guinea-Bissau, 10.06.1998 bis 17.06.1998
     Operation ?Infinite Reach?: Sudan/Afghanistan, 20. bis 30.08.1998
     Operation ?Phoenix Scorpion II?: Irak, ab Februar 1998
     Operation ?Phoenix Scorpion III?: Irak, ab November 1998
     Operation ?Phoenix Scorpion IV?: Irak, ab Dezember 1998
     Operation ?Desert Fox?: Irak, 16.12.1998 bis 20.12.1998
     Operation ?Joint Guard?: Bosnien-Herzegowina, 20.06.1998
     Operation ?Determined Falcon?: Kosovo/Albanien, 15.06.1998 bis 16.06.1998
     Operation ?Joint Forge?: ab 20.06.1998
     Operation ?Deliberate Forke?: Bosnien-Herzegowina, ab 20.06.1998
     Operation ?Deny Flight?: Bosnien, 12.04.1993 bis 20.12.1995

   * 1998-1999
     Operation ?Eagle Eye?: Kosovo, 16.10.1998 bis 24.03.1999
     Operation ?Determined Force?: Kosovo, 8.10.1998 bis 23.03.1999

   * 1999
     Operation ?Sustain Hope/Allied Harbour?: Kosovo, ab 5.04.1999
     Operation ?Shining Hope?: Kosovo, ab 5.04.1999
     Operation ?Cobalt Flash?: Kosovo, ab 23.03.1999

Quelle: http://www.aktivepolitik.de/USA_Kriege.htm

Mfg  

23.08.06 11:45

2590 Postings, 5549 Tage brokeboyoh no!

selten solch einen pauschaliernenden kram gelesen - der autor mag einfachen gemütern glauben machen, dass es in anderen kulturen weniger lobbismus gebe (hahaha) und dass just diese interessenpolitik der gesamten menschheit ausschliesslich zum nachtteil gereicht - die unterschwellige behauptung, dass es für die speerspitze und das mächtigste land der westlichen kultur auch nur ansatzweise denkbar oder sogar wünschenswert (gewesen) wäre, dass die sich aus den spannungen der welt heraushielten wird allein schon dadurch entwertet, dass die liste der aufgeführten "angriffs"kriege gegen vermeitlich friedfertige und unschuldige 3.weltstaaten auch solch ach so "grausamen einsätze", wie die rein humanitäre und von der un erbetene initiative in somalia, zigfach reine zivilschutzmassnahmen in afrikanischen ländern und die von den europäern flehentlich ersehnte unterstützung gegen das menschenverachtende genozidregieme von milosovic enthält.  

23.08.06 11:50

2616 Postings, 5201 Tage 14LandserMutmaßliche US-Verbrecher gegen

die Menschlichkeit

Betrachtet man die amerikanische Geschichte, fallen immer wieder Führungs-Persönlichkeiten auf, die in den USA ein hohes Ansehen genießen, auch lange nach dem Tod. Präsidenten wie Truman oder Ronald Reagan sind als Volkshelden in die Geschichte eingegangen. Es sind aber auch gerade diese Präsidenten, die radikale Entscheidungen in ihrer Amtszeit gefasst haben, die vielen unschuldigen Menschen das Leben kostete. Tausende Kinder, Frauen und Männer starben aufgrund des Befehls für den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima. Truman sah es als zwingend, die Atombombe abzuwerfen ? den Tod von Tausenden Menschen hat er als Nebenerscheinung hingenommen. Reagan überfiel die kleine Karibikinsel Grenada im Jahre 1983 mit der Begründung, US-Bürger schützen zu wollen. Heute leidet die Welt erneut unter einem radikalen US-Präsidenten. Wie der Vater, führt der jetzige Präsident Bush gegen den Irak einen blutigen Krieg.

Viele der US-amerikanischen Präsidenten haben Blut an den Händen kleben, Blut von unschuldigen Zivilisten. Sei es Truman, Nixon, Reagan oder Bush: Sie alle sind kaum besser als Adolf Hitler, der die Welt mit seinen Kriegen in Angst und Schrecken versetzte.

In Amerika als Volkshelden und Patrioten gefeiert, sind Truman, Nixon, Reagan und Bush nichts als Kriegsverbrecher und Verbrecher gegen die Menschlichkeit.

Die verstorbenen US-Präsidenten können heute nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden, aber der Bush-Clan gehört vor dem Internationalen Strafgerichtshof, wo ihnen der Prozess wegen Kriegsverbrechen gemacht werden sollte.

Verbrecher gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrecher Truman
33. US-Präsident.
Amtszeit: 1945 bis 1953
Harry S. Truman ist verantwortlich für den Atomkrieg gegen Japan. Auf seine Anordnung hin, werfen die Amerikaner 1945 auf die Städte Hiroshima und Nagasaki die Atombombe ab.

Verbrecher gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrecher Johnson
36. US-Präsident
Amtszeit: 1963 bis 1969
Lyndon B. Johnson ist mitverantwortlich für den Vietnamkrieg. Unter seiner Führung werden 500.000 US-Soldaten permanent in Vietnam stationiert. Er ist maßgeblich an dem Tod von zwei Millionen Vietnamesen und 56.000 US-Soldaten mitschuldig.

Kriegsverbrecher George Herbert Walker Bush
41. US-Präsident
Amtszeit: 1989 bis 1993
George Bush ist verantwortlich für den Landkrieg im 2. Golfkrieg. Seiner Unnachgiebigkeit und unrealistischen Forderungen ist es zuzuschreiben, dass bei der Bodenoffensive zahlreiche irakische Zivilisten und alliierte Streitkräfte ums Leben kamen.

Vietnam Kriegsverbrecher Lieutenant William Calley
William Calley, Verantwortlicher des Massakers von My Lai. Die Foto-Aufnahme wurde im Jahre 1990 gemacht und zeigt William Calley, der nach seiner Begnadigung von Präsident Nixon ein bürgerliches Leben führte. Er wurde Juwelier und führt heute weiterhin ein unbehelligtes Leben.
Da Calley sich von Sensationsreportern belästigt fühlt, tritt er zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter stets mit einem schwarzen Regenschirm in Erscheinung.

Vietnam Kriegsverbrecher Captain Ernest Medina
Ernest Medina, verantwortlicher Captain für die Charly Company, war sich während seiner Anhörung zu den Vorfällen in Vietnam (My Lai) zu keiner Schuld bewusst.
Viele Soldaten, die später ihre Teilname an dem My-Lai-Massaker zugaben, gaben auch zu, dass sie sich durch die Ansprache des Captains kurz vor ihrem Einsatz, zur Rücksichtslosigkeit ermutigt fühlten.

Vietnam Kriegsverbrecher Colonel Oren Henderson
Brigadekommandeur Colonel Oren Henderson vernichtete vermutlich Beweismaterial zu den Vorfällen in My Lai. Jedenfalls wurde das Massaker in der Öffentlichkeit nicht durch Colonel Henderson bekannt, sondern durch den Armee-Fotografen Ronald Haeberle und Ronald Ridenhour. Dies wurde nur mit Hilfe von Hugh Thompson möglich, weil er als Zeuge des Massakers unverzüglich seinem Vorgesetzten Bericht erstatte.
Colonel Henderson versuchte bis zum letzten Moment die Veröffentlichung des Thompson-Reports zu verhindern.

Quelle: http://www.aktivepolitik.de/Kriegsverbrecher.htm

Mfg  

23.08.06 11:59

2616 Postings, 5201 Tage 14LandserChronologie von P.5 weniger militärisch

1945/49, CHINA: Im chinesischen Bürgerkrieg greifen die USA auf der Seite Chiang Kaisheks gegen die Kommunisten ein.

1945/53, PHILIPPINEN: Niederschlagung der philippinischen Widerstandskämpfer, die gegen die japanischen Invasoren kämpften. Die USA machen den Diktator Ferdinand Marcos zum starken Mann.

1946/49, GRIECHENLAND: Zusammen mit britischen Truppen sorgen US-Einheiten im ?griechischen Bürgerkrieg? für die Niederlage der antifaschistischen Widerstandsbewegung, die im Kampf gegen die deutsche Besatzung die Hauptlast getragen hatte.

1950, PUERTO RICO: US-Kommandotruppen schlagen eine Rebellion für die nationale Unabhängigkeit nieder.

1950/53, KOREA: Intervention im Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südkorea auf der Seite des Südens. Der Sprengstoffeinsatz der USA entspricht fast der Hälfte aller von den USA im Zweiten Weltkrieg verwendeten Bomben und Munition. 500.000 Südkoreaner und zwei Millionen Nordkoreaner kommen ums Leben.

1953, IRAN: Die gewählte Regierung Mossadegh beschließt die Verstaatlichung der Anglo-Iranian Oil Company. Daraufhin putscht das von der CIA ausgebildete und kontrollierte Offizierscorps. Die zuvor englischen Ölfirmen werden von einem US-Konsortium übernommen. Die USA holen den Schah ins Land zurück und liquidieren die iranische Demokratie.

1954, GUATEMALA: Die CIA organisiert den Putsch gegen die rechtmäßige Regierung Arbenz in Guatemala, die im Rahmen der Bodenreform die US-Firma United Fruit Company verstaatlichen will. 140.000 Indios werden umgebracht oder verschwinden spurlos.

1956, ÄGYPTEN: Der Präsident von Ägypten Nasser entwickelt sich zu einem der Führer der blockfreien Länder. Die US-Regierung ziehen ihre Anleihe für den Assuan-Staudamm zurück. Nasser kündigt die Verstaatlichung des Suezkanals an. England, Frankreich und Israel greifen Ägypten in einer konzertierten Militäraktion an. Im Gefolge der ?Suez-Krise? übernehmen die USA die Rolle der Nummer eins im Nahen Osten.

1958, LIBANON: 14.000 US-Marines besetzen das Land. Die vom pro-amerikanischen Staatspräsidenten Chamoun eingeleiteten Wahlmanöver und Gesetze sollen die Opposition gleichsam ausschalten. Daraus resultierende Aufstände werden mit einer Invasion von 14.000 US-Soldaten beantwortet.

1961, KUBA: In Guatemala trainiert die CIA eine exil-kubanische Söldnerarmee, die im April 1961 die Invasion in der Schweinebucht im Osten Kubas unternimmt, um die sozialrevolutionäre Regierung Castros zu stürzen. Als die Invasion scheitert, gehen die USA zu einer scharfen Blockadepolitik über.

1961, KONGO/ZAIRE: CIA-Söldner ermorden den ersten nachkolonialen Präsidenten Lumumba, der eine Position im Interesse seines Landes bezogen hatte. Die Söldnertruppen übernehmen nach und nach die Macht; 1965 wird Mobutu Präsident von Gnaden der USA, der während der nächsten Jahrzehnte ein Schreckensregiment errichtet.

1962, LAOS: Die CIA baut in Laos eine geheime Armee auf, die auch in Vietnam eingreift. Das ist gegen das Genfer Abkommen, das die Anwesenheit ausländischer Truppen in Laos verbietet.

1963, IRAK: Nachdem der Irak den Bagdadpakt verlassen hatte und der Vorsitzende des Revolutionsrates General Kassem den Einfluss ausländischer Ölkonzerne durch eine nationale Ölgesellschaft brechen wollte, wurde er durch einen CIA-inspirierten Putsch gestürzt.

1963-75, VIETNAM: US-Intervention mit 1.600.000 US-Soldaten. Die Sprengkraft der amerikanischen Bomben und Raketen übertrifft die des Zweiten Weltkrieges um das dreifache. Drei Millionen Menschen kommen ums Leben, eine halbe Million werden verkrüppelt und 900.000 Kinder bleiben als Waisen zurück.

1963-1990, SÜDAFRIKA: Mit ihren Aufklärungssystemen unterstützt die CIA die Jagd auf Gegner des Apartheidsystems. Die Festnahme von Nelson Mandela wird von der CIA organisiert.

1964, BRASILIEN: Der 1961 gewählte Präsident Joao Goulart setzt soziale Reformen in Gang, erlässt Höchstgrenzen für den Abfluss von Profiten ins Ausland und verstaatlicht eine Tochter des US-Konzernes ITT. Die CIA organisiert einen Putsch und verhilft einer Militärjunta zur Macht.

1965, DOMINIKANISCHE REPUBLIK: Der demokratisch gewählte Präsident Juan Bosch wird wegen seiner Sozialreformen vom Militär weggeputscht. Als eine wachsende Volksbewegung seine Rückkehr fordert, schicken die USA Militärs auf die Insel und schlagen den Aufstand nieder.

1965, INDOCHINA: Suharto, ein bedingungsloser Gefolgsmann Washingtons, putscht mit Unterstützung der CIA gegen die Regierung Sukarno, die eine blockunabhängige Außenpolitik verfolgt. Bei seiner Machtergreifung werden 250.000 Kommunisten umgebracht.

1966, PANAMA: Amerikanische Soldaten schießen auf friedliche Demonstranten, die die Rückgabe des Panamakanals fordern.

1967, GRIECHENLAND: Wenige Wochen vor den Wahlen inszeniert die CIA den ?Obristenputsch? gegen die demokratische Regierung Griechenlands. Beginn einer siebenjährigen Diktatur. Mehrere tausend demokratische Bürger, Studenten und Offiziere wurden verhaftet und gefoltert.

1967, BOLIVIEN: Die CIA unterstützt den Kampf der bolivianischen Armee gegen die aufständische Guerilla und dirigiert die Festnahme und Ermordung von Che Guevara.

1972, HONDURAS: Nach direkten Interventionen der USA und Militärputschen 1972, 1975 und 1978 oktroyieren die USA im Jahr 1980 eine verfassungsgebende Versammlung, zu deren Wahl Christdemokraten, Sozialisten und Kommunisten nicht zugelassen sind.

1973, CHILE: 1973 putscht General Pinochet auf Betreiben der USA und mit Unterstützung der CIA gegen die chilenische Linksregierung unter Salvador Allende. Präsident Allende wird ermordet, tausende Aktivisten werden von den Todeskommandos gejagt und umgebracht. Der damalige US-Außenminister Kissinger: ?Ich sehe nicht ein, dass wir zulassen sollten, dass ein Land marxistisch wird, nur weil die Bevölkerung unzurechnungsfähig ist?.

1974, ZYPERN: Die griechische Junta organisiert mit Hilfe der USA einen Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Erzbischof Makarios. Der Präsident kann dem Attentat entkommen, aber die Türkei überfällt Zypern. Als die Demokraten in Athen die Obristenjunta verjagen, unterstützt US-Außenminister Kissinger die Türkei, es kommt zur Teilung Zyperns. Tausende werden getötet, 200.000 Menschen verlieren ihre Heimat.

1975, OSTTIMOR: Die USA weigern sich, die von der Befreiungsbewegung Fretilin ausgerufene Republik (früher eine Kolonie Portugals) anzuerkennen und unterstützen die Invasion des Landes durch das indonesische Suharto-Regime. In den anschließenden Massakern werden 200.000 Timoresen getötet.

1976, ARGENTINIEN: Unter Anleitung der CIA findet ein Militärputsch gegen die zivile Regierung statt. Todesschwadronen im Auftrag des Videla-Regimes terrorisieren das Land. Tausende werden ermordet oder verschwinden für immer.

1976/1982, ANGOLA: Die USA unterstützen mit Waffen und Spezialkommandos die vom rassistischen Südafrika ausgerüsteten Rebellen gegen die Regierung der nationalen Befreiung. Das Land versinkt in einem selbstzerstörerischen Bürgerkrieg.

1980-1988, IRAN/IRAK: Nach dem Sturz des US-Verbündeten Shah Reza Pahlewi im Iran, rüsten die USA den Irak mit modernsten Waffen zum Angriff auf den Iran. Im 8-jährigen Krieg unterstützen die USA den Irak mit Aufklärungsmaterial von Satelliten und Flugzeugen. Gleichzeitig beliefern die USA auch den Iran mit Waffen mit dem Ziel, dass sich die beiden Länder gegenseitig ausbluten. Eine Million Menschen kommen in diesem Krieg ums Leben.

1980-1990, AFGHANISTAN: 1979 marschieren Sowjettruppen in Afghanistan ein und stürzen die afghanische Regierung. Die CIA heuert aus allen arabischen Ländern Aktivisten des islamischen Fundamentalismus an, um sie als ?Heilige Krieger? gegen die Sowjets einzusetzen. Zu den von den USA ausgebildeten Terroristen gehört auch Bin Laden, dessen ?Al-Qaida? unter der Ägide der CIA entsteht.

1981/1985, NICARAGUA: Aus dem Waffengeschäft mit dem Iran finanziert die US-Regierung den Aufbau und Unterhalt einer Söldnertruppe in Nicaragua, die sich vor allem aus Soldaten und Offizieren der Armee des früheren Diktators Somoza zusammensetzt. Die CIA beteiligt sich an der Verminung nicaraguanischer Häfen.

1981/1992, EL SALVADOR: Der CIA-Agent Roberto d´Aubuisson gründet die ARENA, deren Todesschwadronen tausende Regimegegner umbringen, darunter den Erzbischof Oscar Romero. Auch nach dem Friedensschluss 1992 setzt die ARENA ihre Mordaktionen fort.

1982, FALKLANDS/MALVINAS: Die USA unterstützen Großbritannien im Feldzug zur Wiedererlangung der Inseln vor Argentinien mit Satellitenaufklärung und anderen technologischen Einrichtungen. 750 argentinische und 250 britische Soldaten kommen bei der Aktion ums Leben.

1982/1984, LIBANON: Unter Einsatz von Kriegsschiffen und -flugzeugen sowie ihrer Marines an Land vertreiben die US-Truppen die PLO und installieren die Phalangisten als dominierende Macht.

1983, GRENADA: Die USA überfallen das kleine mittelamerikanische Land, liquidieren die marxistische Regierung und setzen ein ihnen genehmes Regime ein. Über 400 Grenadier und 84 Kubaner, vor allem Bauarbeiter, werden umgebracht.

1984/1986, LIBYEN: Angriffe der US-Luftwaffe fordern mindestens 40 zivile Opfer.

1986, HAITI: Nachdem der US-Vasall ?Baby Doc? Duvalier wegen seiner Eskapaden nicht mehr zu halten ist, installieren die USA eine Militärjunta.

1989/90, PANAMA: Bombardement von Panama City. 27.000 US-Soldaten übernehmen die Kontrolle und verhaften die Regierung Noriega. Über 2.000 Menschen sterben. Angeblich geht es um die Verhaftung Noriegas, dem Drogenhandel vorgeworfen wird. Ein Verbrechen, das Noriega jahrelang mit Wissen und zum großen Teil im Auftrag der CIA begangen hat.

1991, HAITI: Die CIA veranlasst einen Militärputsch gegen den ersten demokratisch gewählten Präsidenten, Jean-Bertrand Aristide. Die neue Militärjunta stürzt das Land in eine dreijährige Periode schlimmster Menschenrechtsverletzungen.

1991, IRAK: Nach dem Überfall des Irak auf Kuwait bombardieren die USA mit einigen Verbündeten den Irak und besetzen weite Teile des Landes. Bei den Angriffen kommen schätzungsweise 320.000 Menschen ums Leben. Die Zerstörung der Infrastruktur, weitere Bombardierungen und das bis heute andauernde UN-Embargo haben zum Tod von möglicherweise bis zu einer Million Menschen geführt.

1992/1994, SOMALIA: US-See- und Luftstreikkräfte stellen sich im Rahmen einer UN-Mission auf die Seite der ihnen genehmen Fraktion im Bürgerkrieg. Der Einsatz endet in einem Fiasko.

1993/1995, BOSNIEN: Im Rahmen von NATO-Aktionen bombardieren Kampfflugzeuge serbische Stellungen.

1995, KROATIEN: US-Kampfflugzeuge bombardieren, zwecks Vorbereitung einer kroatischen Offensive, serbische Flugplätze.

1998, AFGHANISTAN: Angriff mit Cruise Missiles auf frühere CIA-Ausbildungslager, wo Einheiten von Bin Laden vermutet werden. Die USA machen Bin Laden für Anschläge auf US-Botschaften verantwortlich.

1998, SUDAN: Raketenangriff auf eine pharmazeutische Fabrik, die angeblich Nervengas für Terroristen herstellt. Die Hälfte der pharmazeutischen Vorräte wird durch den Angriff vernichtet. Die USA erklären später, dass es sich um einen Irrtum gehandelt habe.

1999, JUGOSLAWIEN: Völkerrechtswidriger Angriff der NATO auf die BR Jugoslawien. Einsatz von Uranmunition und Splitterbomben. Bis zu 4.000 Menschen werden getötet, bis zu 8.000 verletzt, durch die Bombardierung von Chemiefabriken Erdgasanlagen und Erdölraffinerien werden weite Gebiete verseucht.

Quelle: http://www.labournetaustria.at/archiv30.htm

Mfg  

23.08.06 12:03
1

10041 Postings, 6503 Tage BeMiKleiner Einwand,

der mir beim Überfliegen auffiel:

1950-1953
    Korea-Krieg: 27.06.1950 bis 27.07.1953


Stellungnahme:
Der Koreaeinsatz der USA
war ein UN-Beschluss nach dem
Überfall des nordkor. kommunistischen Regimes
auf Südkorea.
http://de.wikipedia.org/wiki/Koreakrieg#Kriegsausbruch

Gibt bestimmt noch vieles mehr zu bemängeln.
Hab aber keinen Bock darauf.
USA-Kritik hat in D Hochkonktur.



 

23.08.06 12:11
3

3429 Postings, 5375 Tage gifmemoreGanz einfach

Wenn ich mir die Liste der US Kriege einmal ansehe, dann fällt mir spontan eins auf.

NIEMALS wurde ein wirklicher Krieg (und einen Bürgerkrieg fällt meiner Ansicht nicht unter diese Kategorie) in der Neuzeit in Amerika geführt.

NIEMALS hat ein Agressor Bomben auf amerikanische Städte geworfen, wurden zig tausenden Zivilisten mit einer einzigen Bombe hingemetzelt.

NIEMALS mußten die Amis es ertragen unter einer arroganten Fremdherrschaft zu stehen und die eigene Lebensweise denen der Besetzer anpassen zu müssen.

Schade eigentlich: Ich würde mir wünschen dass die US_Bevölkerung mal am eigenen Leib solch einen Konflikt im eigenen Land erlebt. Bei uns Europäern ist es zwar auch schon ein paar Jahre her, aber nahezu in jeder Familie gibt es Menschen, die in einem Krieg umgekommen sind, sei es als Soldaten oder Zivilisten!

Diese arrogante Gehabe der Amerikaner (und nicht nur ihres Präsidenten) finde ich einfach nur noch zum Kotzen. Dummerweise werden wir alle in die sogenannte "Außenpolitik" der Amis einbezogen indem auch Euopäische Staaten Soldaten etc. in die von den Amis zerstörten Länder schicken, damit dort überhaupt sowas wie Ruhe einkeht (siehe Afghanistan).

Vereinfacht gesagt: Die Amis führen ihre Kriege - andere müssen dann gucken wie sie damit klarkommen.

Als Rechtfertigung wird dann immer schön mit der Freiheits-Demokratie Fahne gewedelt... nichts zu essen aber hauptsache Wählen > DAS HILFT WEITER!

Tatsächlich haben die Amis schon lange keinen großen Krieg mehr gewonnen.... aber hauptsache man glaubt es selbst.




 

23.08.06 12:16
1

3429 Postings, 5375 Tage gifmemorenoch was!

Richtig pervers wird es, wenn man sich das Verhältnis getöteter Zivilisten am mittlerweile "Amerikanischen-Welt-Gedenk-Totensonntag" 11. September und der Zahl derer anguckt, die durch die amerikanische "Rache" nach dem besagten 11. September getötet wurden...

Wenn man sich um getötete Feuerwehrmänner die Augen ausheult, dann vielleicht auch um zig hunderte Frauen und Kinder die während des Krieges im Irak durch atombombenartige Multibomben zerfetzt wurden.

Das da jmd. auf die Idee kommt nochmal eine Bombe nach Amerika zu transportieren finde ich dann wirklich zumindest nachvollziehbar!

Leider beginnen auch wir Europäer unter der "Außenpolitik" der USA zu leiden... anders sind für mich die terroristischen Anschläge nicht zu erklären, die vorallem die Länder trafen, die mit den USA gemeinsame Sache machen.




 

23.08.06 12:17

8010 Postings, 6235 Tage RigomaxWieder so ein undifferenzierter Rundumschlag.

Nur mal so als Beispiel: Die an der Suezkrise von 1956 beteiligten Seiten waren Ägypten, Frankreich und Großbritannien.  

23.08.06 12:36

2616 Postings, 5201 Tage 14Landserund wenn der Koreaeinsatz ein

Beschluß der UN war, ist es dann kein Krieg mehr?
Das mit der Suezkrise stimmt, aber alles ist nur kopiert, deshalb stehen dort überall Quellenangaben, wendet euch dahin.

Mfg  

23.08.06 12:59

10041 Postings, 6503 Tage BeMiWenn sich die USA

nicht nach 1945 in die Weltpolitik einge-
mischt hätte,
könnten wir hier nicht so offen argumentieren.
Dann hiesse es:

"Landser0815, ab nach Sibier!"

 

23.08.06 13:28

2616 Postings, 5201 Tage 14LandserAh Mfg o. T.

23.08.06 13:34
1

50062 Postings, 5980 Tage SAKUScheuer Pazifist, engelsgleich...

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VIVA ARIVA!  
Angehängte Grafik:
Oha.jpg
Oha.jpg

23.08.06 13:46
1

751 Postings, 7226 Tage Tatanka-YotankaWenn sich die USA nach 1945

nicht in die Weltpolitik eingemischt hätten ( sie taten das auch vorher schon), würden viele Millionen Menschen noch leben.  

23.08.06 13:52
1

50062 Postings, 5980 Tage SAKUDann wären

viele Millionen anderer Menschen gestorben...

Dass es bei euch immer nur schwarz oder weiß gibt *kopfschüttel*
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23.08.06 13:53

13393 Postings, 5973 Tage danjelshakewzbw saku ;) o. T.

23.08.06 13:56

50062 Postings, 5980 Tage SAKUJep ;o)

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VIVA ARIVA!  

23.08.06 14:04
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751 Postings, 7226 Tage Tatanka-YotankaSaku

so falsch ist #18 nicht es geht immer um die Macht den persönlichen Vorteil und da geht man über Leichen, aber immer werden edle Motive dafür benannt "Menschenrechte, Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit usw." Und immer wieder gibt es Menschen, die darauf reinfallen...  

23.08.06 14:07

50062 Postings, 5980 Tage SAKU@t-y:

Alles richtig, was du sagst. Ich ergänze lediglich das "hüben wie drüben"
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23.08.06 14:16

25551 Postings, 6901 Tage Depothalbiererrichtig, saku

es ist nur so, daß bei allen möglichen anderen staaten verbrechen auch als solche bezeichnet werden.

nur bei den usa tun sich da etliche immer noch sehr schwer.

darum geht es.

 

23.08.06 14:39

2590 Postings, 5549 Tage brokeboykleiner tipp für den schwarzen

http://www.ariva.de/board/266087?pnr=2735059#jump2735059  

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