WDI Forum für Verantwortungsbewusste

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neuester Beitrag: 18.09.19 18:51
eröffnet am: 16.06.15 09:36 von: hgschr Anzahl Beiträge: 1139
neuester Beitrag: 18.09.19 18:51 von: zwetschgenq. Leser gesamt: 274228
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05.11.18 05:20
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295 Postings, 5021 Tage orlandus@hgschr

Du scheinst grundsätzlich dem Zahlenwerk zu trauen. Ich rate da zu großer Vorsicht.

Wie beurteilst du denn z. B. die Tatsache, dass die Wirecard AG bei der Übernahme in Indien ein Vielfaches dessen bezahlt hat, was die abgebende Firma letzlich erhalten hat?

Die Wirtschaftswoche schreibt dazu:


"... Besonders dubios ist ausgerechnet der größte Deal des Zahlungsabwicklers. Im Oktober 2015 gab Wirecard ?die Akquisition des Payment-Geschäfts der Great Indian (GI) Retail Group? bekannt. Nach eigenen Angaben sollte Wirecard hierfür, inklusive erfolgsabhängiger Komponente, 340 Millionen Euro zahlen. Nur kam bei GI Retail offenbar nur eine deutlich geringere Summe an. Laut Jahresabschluss erzielte GI Retail mit dem Verkauf von Tochterunternehmen zwischen April 2015 und März 2016 weniger als 40 Millionen Euro.

Wirecard erklärte daraufhin, man habe das Payment-Geschäft auch nicht der GI Retail sondern einer Gesellschaft namens ?Emerging Markets Investment Fund 1a? auf Mauritius abgekauft.

Der Jahresabschluss von GI Retail legt nahe, dass diese Gesellschaft auf Mauritius erst einen Monat bevor der Verkauf an Wirecard verkündet wurde Eigentümer des Payment-Geschäfts geworden ist. Die Begünstigten der Mauritius-Firma könnten folglich in kurzer Zeit eine dreistellige Millionensumme verdient haben. GI Retail ließ Fragen zu dem Deal unbeantwortet. Auch Wirecard wollte keine öffentliche Stellungnahme abgeben.

Hätte sich derselbe Vorgang bei der Deutschen Bank zugetragen, wären die Investoren vermutlich auf die Barrikaden gegangen. Bei Wirecard jedoch regt sich kaum jemand auf. Ein Fondsmanager meint: Infolge der vielen Attacken auf Wirecard seien die Investoren abgestumpft. ?Wenn ein Kritiker sich meldet, hört doch keiner mehr hin.? ...!

https://www.wiwo.de/my/unternehmen/dienstleister/...22917618-all.html
 

05.11.18 05:36
2

1013 Postings, 1694 Tage Back2014Orlandus, PastaPasta...

Jetzt fängst du wieder an irgendwelche alten Beiträge zu wiederholen und olle Kamellen aufzuwärmen.....

Das Thema hast du hier und bei wo mehrfach angesprochen, deine Intension ist klar.

Du glaubst also, dass sich der Abschlussprüfer der Wirecard sich den größten Deal der Geschichte bei wirecard nicht angeschaut hat? Du glaubst dass sie sich den Deal nach dem Artikel nicht nochmal angeschaut haben?

Ich bin 100% ig sicher dass sie sich diesen angeschaut haben.



 

05.11.18 06:15
1

295 Postings, 5021 Tage orlandus@Back2014

Ich bin nicht PastaPasta und habe in diesem Thread meiner Erinnerung nach noch keine Beiträge verfasst.
Ob ich etwas "glaube", spielt keine Rolle. Für den Prüfer mag der Kauf des Payment-Geschäfts von der Mauritius-Gesellschaft in Ordnung gewesen sein, da er den Deal zwischen GI Retail und Mauritius gar nicht zu Gesicht bekommt.

Was ist denn deine Meinung zu der enormen Wertsteigerung des übernommenen Geschäfts innerhalb eines Monats?  

05.11.18 09:10
1

295 Postings, 5021 Tage orlandus@Back2014

Ich möchte außerdem noch betonen, dass es sich eben nicht um "olle Kamellen" handelt. Bekannt war damals (2015/2016) nämlich nur, dass Wirecard das Payment-Geschäft nicht direkt von GI Retail übernommen hat, sondern dass "Investoren" dazwischengeschaltet waren. Nicht bekannt war, wie viel (bzw. wie wenig) diese Investoren an GI-Retail bezahlt hatten.  Das haben die wiwo-Journalisten offenbar erst kürzlich recherchiert.  

05.11.18 12:04
18

2017 Postings, 1276 Tage zwetschgenquetsche.Branchenkenntnis und zu Kunden

Während man diverse Finanzkennzahlen vglw. leicht errechnen und bewerten kann, da Börsenunternehmen ja ihre Umsatz-, Gewinn- und Kostenpositionen angeben müssen, ist dies bei den anderen Faktoren nicht der Fall. Zum Markt- und Wettbewerb erhält man wenig Infos, detaillierte Produktinfos ebenso wenig. Daher muss man sich da über so etwas wie gruenderszene, TechChrunch, Crunchbase, WSJ, NYT, FAZ, Youtube (aber keine Börsenclips/-channels) und sog. Konferenzpapers informieren.
Und mit einem profunden Wissen über die Digitalszene kann man aus den News und Berichten von Wirecard vielmehr herauslesen!

1) "Bei einem verteiltem Markt" kommt es in der Digitalszene zu ganz wenigen Kundenwechseln. Wirecards Kunden sind Firmen, und die wechseln nicht wie Privatleute mal ebenso ihre Anbieter. WMF deinstalliert und abmontiert doch nicht sein Kassensystem, denn das würde ein Wechsel bedeuten. Wertberechtigungsbedarf auf den Kundenstamm resultieren viel eher durch Insolvenzen der Kunden, da kleine Shops es im Web sehr schwer haben. Und auf diese ganz kleinen kann man sowieso verzichten, so viel an Transaktionsvolumen steckt da eh nicht. Es ist wie bei Google AdWords. Googles freut sich zwar, wenn der lokale Handwerksbetrieb mal für 100 ? Anzeigen schaltet, aber wenn er nach 6 Monaten damit aufhört, weil es sich für ihn nicht lohnt, stört das Google ebenso wenig. Denn was für Google zählt, zählt auch für Wirecard. Die größeren Player bauen dafür ihr Engagement aus. Zalando gibt pro Woche mehr Geld für Google AdWords aus, als dieses Forum wertmäßig an Wirecardaktien besitzt (außer Hr. Braun ließt hier mit ;-) ).

1b) Wirecard ist technologischer Führer in der Branche. Jeder will mit Wirecard kooperieren. Apple, Google, Alibaba, SES-imagotag, Credit Agricrole, VISA, Mastercard, etc. pp. Und Braun sagte neulich bei Bloomberg, jeder Händler spart grundsätzlich 3-5% an Kosten wenn er die Wirecard-Suite nutzt. Einfach, weil die so ein gutes Risk Management bietet. Auch erweitert Wirecard sein Ecosystem. Auch finanziell steht Wirecard besser da als Adyen oder Worldpay. Auch haben die Konkurrenten, ebenfalls ein Klassiker, ihre Märkte geografisch abgesteckt. Und das ist sinnvoll.
Adyen zb. hat ein enormes Klumpenrisiko, weil sie als Billiganbieter ganz wenige, aber dafür bekannte und große Namen haben, z.B. eBay und Netflix als Kunden haben. Wenn da aber einer von weggeht, haben die ein Riesenproblem. Und es ist für Wirecard leichter, zum Billiganbieter zu werden, als Adyen die Preisführerschaft. Denn wie wollen sie diese begründen, bei schlechterer Leistung?

2) Klar, ständig kommen News rein, dass es hier ein neues Fintech-Startup, da eine neue Kryptowährung gibt und sich dort, dort und dort Märkte konsolidieren und Player zusammenschließen. Und wo stört das bitteschön Wirecard? Nirgends. Sie haben eine Kundenbasis, für die zu 90% der Lock-In-Effekt zutrifft. Sie haben es nicht nötig, zusammenzugehen, weil sie selbst ganz offensichtlich stärker sind, als solche ein Zusammenschluss. Sie haben extrem viel First-Mover-Advantages, sie sind kein One-trick-Pony (wie viele der Fintechs), sie bedürfen keinen Finanzierungsrunden um zu wachsen, nee, überhaupt zu leben, sie entern schrittweise den Finanzmarkt von der einfachen Seite her; nämlich der Datenseite. Es ist einfacher, als Datenunternehmen andere Märkte zu disrupten, als umgekehrt. Die Tech-Giganten fürchten sich doch nicht wegen Überschriften, wie "Barclays gibt auch ein Wallet raus", "Morgan Stanley bietet Robo-Advisor an" oder "UBS investiert 20 Mrd. CHF in ihre IT". Andersherum fürchten sich diese Firmen aber, wenn es heißt "Google, Apple, Paypal und Co." analysieren den Payment-Markt".

- Wirecard ist aus Startup-Sicht auch ein klarer Exitkanal, statt eines Konkurrenten. Fragt doch mal in der Münchner Fintech-Szene nach. Da will es kein Gründer und Investor mit Wirecard aufnehmen, sondern die wollen alle bei Wirecard landen!!!

- Und wer meint, dass es eine übermäßige Konkurrenzsituation gäbe, möchte ich folgendes vor Augen führen: Die Digitalisierung bringt Branchenkonvergenz mit sich. Firmen, die früher keine Konkurrenten waren, werden es nun. Da mag man den Überblick verlieren, ja, macht man sich dann die Mühe genauer hinzuschauen, erkennt man, dass die Großen immer gewinnen, dass sich die einzelnen Leistungen/Produkte unterscheiden (FinTech ist nicht gleich FinTech) und auch viel Unkenntnis, Naivität und Hysterie mitpubliziert wird. Wirecard ist weder eine Universalbank (Sparkasse), noch ein reines E-Wallet (Paypal), noch ein Call-Center (wie früher), noch ne reine Kreditvergabeplattform (Smava, Kreditech), noch eine IT-Banksoftware/IT-Systemhaus (GFT), noch ein Kassensystem (Square/SumUp), noch ein Kartenterminal (Ingenico), sondern, wie z.B. auch Google, von allem etwas. Sie sind eine Plattform!

Und weil ich mich nun nur auf die Kunden- und Konkurrenzsituation beschränke, hier ein früherer Post zur Erinnerung:
1) Zum Kundenwachstum/-stamm:
https://www.ariva.de/forum/...-2014-2025-497990?page=799#jump24812982
Zitat: "Der Artikel enthält weitere Zahlen von Ende 2016 und es ist einfach faszinierend zu sehen, wie die Skalierung greift:
Kundenbestand damals: 28k mittel&große Händler und 150k Kleine.
Kundenbestand heute: 38k mittel&große Händler und 212k Kleine.
-> Ein Kundenbestand, der Jahre brauchte zu generieren, hat sich in 18 Monaten um (konservativ gerechnet) ein Drittel erhöht.

EBITDA damals 307 Mio. ?, für 2018 geplant ca. 550 Mio. ?.
Wachstum ist also nicht nur um ein Drittel, sondern sogar um 80% gesteigert worden.
Heißt: Das Wachstum kam nicht nur von den neuen Kunden, sondern auch der Umsatz mit den Altkunden wuchs. Und weil die Kundenakquise zunehmend ein Selbstläufer wurde und weil die Integrationskosten sinken, bleibt auch mehr hängen.
-> Aus 33% mehr Kunden, wurden 80% mehr EBITDA"

Und so wie Google mehr Geld damit verdient, indem sie all den Webseiten, News Portale und Shops eine Werbeplattform (Google Adwords) und Analysesoftware (Google Analytics) zur Verfügung stellt, statt selbst eine Webseite/Newsportal/Shop zu betreiben, lohnt es für Wirecard mehr, die Zahlungsabwicklung  und Datenauswertung bereitzustellen für Bezahlapps, Shops, Buchungsportale, etc., als solche Digitalservices selbst zu betreiben.

Und bevor jetzt wieder jemand fragt: Nein, und ich wiederhole mich da gerne, ich habe weder ein Kursziel, noch eine bestimmte Haltedauer, noch ein KGV für Wirecard. So etwas Schwammigem und meiner Meinung nach Wenig-Hilfreichem bediene ich mich nicht, sondern anderen Kennzahlen, z.B., wenn die Q3-Zahlen final herauskommen, ob das organische EBITDA größer als organischer Umsatz war, wie zuletzt:
Organisches Wachstum:
Q2/18 Umsatz 25,3%, EBITDA 33,5%
Q1/18 Umsatz 25,1%, EBITDA 26,7%
Q2/18 Umsatz 24,2%, EBITDA 28,4%
Q1/17 Umsatz 25,3%, EBITDA 27,0%
Quelle: https://www.ariva.de/forum/...-2014-2025-497990?page=797#jump24784076

Mich interessieren Angaben, aus denen man die Skalierung sieht und kein 0815. ;-)


 

05.11.18 17:41

667 Postings, 1498 Tage matze91Branchenkenntnis

@ zwetschgenquetsche

Hallo und danke für deine hervorragende Darstellung zum Geschäftsmodell von WC und den entscheidenden Unterschieden zu anderen FinTec`s.
Die Skalierung ist ein enorm wichtiger Punkt der m.E. oft außer Acht gelassen wird.


 

06.11.18 05:03
1

1013 Postings, 1694 Tage Back2014@orlandus

?olle Kamelle? weil du den Artikel bereits am 17.8 gepostet hast....
Dadurch wird der Inhalt auch nicht besser.  

06.11.18 08:09
1

5549 Postings, 2858 Tage DA_BUANews

https://www.ariva.de/news/...ucher-solution-for-fitfox-sports-7240250  

06.11.18 09:31
1

1423 Postings, 4620 Tage g.s.Wieder

nach anfänglichen Ausbruchversuch zurück auf 150 .  

21.11.18 16:30
4

682 Postings, 1590 Tage hgschrPrognose

Sieht doch gut aus, aber die wenigsten verstehen es. in den letzten Jahren war das EBIT ca. 60% des EBITDA. in 2018 sind es insbesondere wegen sehr geringer Abschreibungen ca. 80%. Einen Grund für eine Erhöhung der AfA in 2019 sehe ich nicht.
Folgt daraus:
WorstCase 740 Mio Ebitda 2019 = 592 Mio EBIT, dividiert durch 123 Mio Aktien = 4,8 Euro per Aktie.
Multipliziert mit KGV 30 (Annahme Wachstum = 30%) => Kurs ca. 150 Euro, oder bei KGV 40 = 200 EUR.

Also unterstes Kursziel Ende 2019 = 150, realistisch nahe 200, optimistisch > 200.

 

21.11.18 16:34
1

682 Postings, 1590 Tage hgschrPrognose

30% Ebitda - Wachstum heisst, dass der Umsatz bzw. das Transaktionsvolumen nicht ebenfalls 30% oder mehr wachsen muss, denn es gibt ja economy of scales.  Die Personalkosten dürften kaum noch zulegen, da jede Menge Personal mit den Akquisitionen übernommen wurde. Gleiches gilt für alle anderen Gemeinkosten. Max 15% Anstieg geschätzt.  

21.11.18 18:18

670 Postings, 320 Tage el.mo.hgschr

Frage, warum rechnest du den eps mit dem Ebit und nicht dem Jahresüberschuss?  

21.11.18 18:51

2540 Postings, 3731 Tage ExcessCash"die wenigsten verstehen es" :-)

22.11.18 07:13
1

682 Postings, 1590 Tage hgschr@elmo

Richtige Beobachtung! Bei meinen Berechnungen anhand der Bilanzzahlen habe ich den Jahresüberschuss nicht sauber ableiten bzw. nachvollziehen können. Das alles hier zu schreiben würde Verwirrung stiften. Daher habe ich mir eine Vereinfachung erlaubt. Wir reden über max 10% Abweichung bezogen auf das Ergebnis. Da die Positionen, die diese Differenz Triggern, absolut gesehen konstant bleiben dürften, wird der Effekt bei steigenden Ergebnissen immer geringer. Da sind andere Beobachtungen wichtiger. So z.B. der aus Transaktionsvolumen generierte Umsatz. Ich wollte wissen, wie viel Volumen generiert werden muss, um wie viel Umsatz zu erzielen, um einschätzen zu können, ob die Wachstumsziele realistisch sind.  Auffällig ist, dass über die Jahre Schwankungen bestehen, die sukzessive zu einem Rückgang des Umsatzes ggü des T-Volumens führen. Ich will hier nicht von Margendruck (Marge je Transaktion) sprechen. Begonnen hat der Rückgang der Marge mit einem stärker werdenden Visa - Portfolio. Hier scheinen 0,2% je Transaktion nicht realistisch zu sein.
Weiter schaue ich mir noch den Rohertrag an, also Umsatz abzgl. Materialverbrauch. Hier gibt es auch eine negative Tendenz in niedriger einstelliger Prozentgrösse. Angesichts der Höhe des Rohertrages allerdings absolut stark relevant. Analyse dauert noch an.  

22.11.18 09:35

670 Postings, 320 Tage el.mo.@hgschr

Danke für die Erläuterung.  

22.11.18 19:16
9

2017 Postings, 1276 Tage zwetschgenquetsche.Weil hgschr hier moderiert

und entsprechend hier die Flut an Schwachsinn der anderen Threads eingedämmt bleibt, schreibe ich hier mal einige Klarstellungen und nützliche Unternehmenspräsentationen:

- Wirecard veröffentlicht nicht jede Kooperation/jeden neuen Kunden.
Geht auch nicht, bei 15.000 neue Kunden allein von Q2->Q3 hinzu. Bzw. der Kundenbestand wuchs um 15.000 Kunden. Lest doch das, was auf der Wirecard-Webseite steht, und nicht nur das, was in Börsenblättchen steht.

- Ergo, Wirecard veröffentlicht a) nur wichtige Neukunden, bzw. b), die einer Veröffentlichung auch zustimmen. Manchen ist es verständlicherweise nicht recht, wenn ihr Finanzpartner bekannt wird. Man schützt sich durchaus, je weniger öffentlich ist. Gleichzeitig wiederum kann auch das Gegenteil der Fall sein: Bei Fluggesellschaften finde ich das durchaus sinnvoll zu wissen. Für Asiaten in der EU mehr, als für Deutsche mit Inlandsflügen...

- Die meisten Neueinstellungen kamen, ich plausibilisiere mal, nicht durch die M&As. Das gekaufte Südafrika-Unternehmen war ein "Start-up", und zwar nicht im Zalando-Maße, sondern eher einer 30-Mann-Butze. Im Münchner Raum gilt WRI als eine Top-Adresse, da gehen sehr viele hin! Und weil Wirecard auch organisch stärker wächst, als mit den M&As, kommt der MA-Zuwachs nicht von den M&As.

- Ein Konkurrenzproblem sehe ich nach wie vor nicht. Die ganz großen Player würden eher Wirecard übernehmen, als es selbst aufzubauen. Du kannst Wirecard nicht mal eben nachbauen.
Auch ist Wirecard ein Exitkandidat für Start-ups. Hätte Wirecard so eine rege M&A-Politik, wie die im Silicon Valley, würde man erst gar nicht Konkurrenz als Wort in den Mund nehmen. Es gibt nur ein Müncher Unternehmen, dass systematisch und verängstigt seine Konkurrenten in Deutschland schwächt, und das ist der FC Bayern. ;-)
Und wenn ich mir dann noch die internen Situationen und Probleme bei Concardis und Ingenico vergegenwärtige, bin ich bei Wirecard sehr gut aufgehoben.
Für mich gibt es nur zwei ernstzunehmende Konkurrenten: Paypal und Worldpay. Worldpay, weil die zu ca. 50% dasselbe anbieten wie Wirecard (aber in anderen Regionen) und Paypal, weil die bekannt sind, technisch auf Augenhöhe mit Wirecard und die Silicon-Valley-Disruption-Denke mitbringen.

- Und in Zukunftthemen wie Voice Commerce und Facial-based Payment ist Wirecard ebenfalls aktiv, und bei der finanziellen Ausstattung sicher besser, als Start-ups :-)

- Im Grunde ist es so, wie bei Google. Die könnten auch jede Buchungsplattform platt machen, aber (noch) verdienen sie mehr, wenn diese Buchungsplattformen Werbung schalten. So ist es bei Wirecard: Auch sie müssen nicht jeden Kleinkram selbst auf den Markt bringen, auch wenn sie es könnten, solange dieser Kleinkram Wirecard im Hintergrund nutzt. Ne eigene Bezahlapp für Asiaten hätte man auch herausbringen können, aber wieso, wenn es doch schon Alipay gibt und die wiederum Wirecard nutzen?

- Hier zwei aktuelle Präsentation, in denen die Vision, die Produkte, die Anwendungsfälle, die Innovationen, die Alleinstellungsmerkmale und Wettbewerbsvorteile stehen:

https://ir.wirecard.com/download/companies/...ok_final_websecured.pdf

https://ir.wirecard.com/download/companies/...ce_final_websecured.pdf

Und hier eine Präsentation, wo sowohl die Innovationskraft und vor allem der Vergleich zu Apple, Amazon, Google und Co. gezogen wird:

https://ir.wirecard.com/download/companies/...on_final_websecured.pdf
 

22.11.18 19:46
10

2017 Postings, 1276 Tage zwetschgenquetsche.Zur Prognose 2019 - Top Verbesserung

https://ir.wirecard.com/websites/wc/German/3150/...tml?newsID=1735785

Zieht euch doch mal bitte rein, was das genau steht und seht das mal vom heutigen Standpunkt aus:

a) Heute
Man hat 2018 ein EBITDA von 530 Mio. ? geplant, Ende des Jahres werden es ca. 570 Mio. ? sein.
Es gab also eine Anpassung nach oben um 7,5%.

b) 2019
Man plant 740-800 Mio. ?.
Es soll also um 39% bzw. 30% wachsen (530->740 bzw. 570-740). Bislang hat man aber die Prognosen am oberen Ende erfüllt bzw. die Prognosen angehoben. Wenn, wie in den Jahren zuvor, auch 2019 zwei Prognoseanhebungen kommen (z.B. wieder um 7,5%), dann könnte EBIDTA auch 795,5-860 Mio. ? liegen. Wow.
Da, anders als zuvor, die 2019er-Prognose deutlich breiter gefasst ist, gehe ich persönlich nicht von Prognoseanhebungen aus, aber dass die Prognose sehr weit oben erfüllt wird, z.B. mit 785 Mio. ?.
Das wiederum wäre eine Steigerung um 48% bzw. 37% zum EBITDA von 2018.

Und das wiederum sind höhere Zuwachsraten als bislang.
Schaut in den aktuellen Geschäftsbericht (also über Jahr 2017):
Damals stieg das EBITDA von 2016 auf 2017 um 34% an. 307->412 Mio. ?
https://ir.wirecard.com/download/companies/...060-JA-2017-EQ-D-00.pdf

Kurzum: Von einer Wachstumsschwäche kann ich nichts erkennen.
Und 2020 macht Wirecard dann fast so viel EBITDA wie 2017 als Umsatz. Also 1,x Mrd. ?. :-)

Und es ist bestimmt ganz leicht, mal eben so einen Konkurrenten aus dem Boden zu stampfen, der direkt auf Augenhöhe kommt und auch 1,x Mrd. ? EBITDA macht. Ja, klar... wer es glaubt, wird selig...  

23.11.18 17:54

682 Postings, 1590 Tage hgschrund das gute ist.....

.... dass ein Ebitda - Wachstum auf 800 Mio durch nur ca. 30% Wachstum des Transaktionsvolumens erzielt werden muss. Hier wirken die Skaleneffekte. Andererseits sind 30% Zuwachs ohne Zukäufe auch herausfordernd.
More to come.  

23.11.18 18:07

694 Postings, 701 Tage Ernesto06Aktuelle Chartsignale zu Wirecard

Kursziel Level 1 : 144  ?
Kursziel Level 2 : 157 ?  
UBS-Trendradar
https://www.onvista.de/aktien/Wirecard-Aktie-DE0007472060

 

24.11.18 17:55
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2017 Postings, 1276 Tage zwetschgenquetsche.Wieso sind 30% herausfordernd?

Zitat Hgschr: "Andererseits sind 30% Zuwachs ohne Zukäufe auch herausfordernd. "

-> Das TX-Wachstum besorgen die Kunden, das muss Wirecard nicht "zukaufen".

Man wächst a) durch die generellen Markttreiber, wodurch sich per se viele Neukunden ergeben ganz ohne Zutun von Wirecard.
Hinzu kommt b) das innere Wachstum, also durch das Häufigere, Regelmäßigere digitalem Bezahlen von immer höheren Beträgen im bestehenden Kundenbestand einerseits, sowie durch das immere größere Datenaufkommen, wodurch automatisch das Leistungsportfolio von Wirecard besser wird (also entweder neue Wettbewerbsvorteile schafft, bzw. bestehende manifestiert und ausbaut) und neue Services angeboten werden können.

Das ist das, was ich als Perpetuum Mobile bezeichne: Daten erzeugen neue Daten, wodurch neue Möglicheiten entstehen, was wiederum neue Daten erzeugt und so weiter und so fort. Die Masse an Daten müssen andere Player erstmal aufbauen und es kostet schon einen Milliardenbetrag, auf das gegenwärtige Level von Wirecard zu kommen. Und bis auf Facebook gab es kein einziges Start-up, dass je mehr als 1 Mrd. $ an Funding bekam und das auch nur über viele Jahre...

Wirecard dringt in immer mehr Bereiche vor, als es umgekehrt angegriffen wird.
Sieht man in den letzten Geschäftsberichten gut:
Acquiring und Issuing macht einen immer geringeren Anteil aus, aber dafür wächst z.B. Risk Management. Ganz neu ist das Kreditgeschäft. Und mit den Bezahllösungen, z.B. Boon, und diversen PoS-Lösungen hat man ebenfalls heiße Eisen im Feuer.
Bei Google und Amazon das Gleiche: Es fing an mit einer Suchmacshine, dann sah man, man kann mit den Daten auch ein Navigationstool anbieten, usw. Und bei Amazon sah man, dass man seine Logistik auch Dritten verfügbar machen könnte, ebenso die eigene cloudkompetenz usw.
Ständig geht es weiter, und zwar aus sich selbst heraus. Und deswegen verkündet Braun auch, dass es absehbar keine Zukäufe geben wird.

Wieso auch? Was können andere, was Wirecard nicht kann?
Ich selbst dachte auch lange Zeit, dass Wirecard "Startups" wie Kreditech, SumUp bräuchte. Nach Blick auf die einzelnen Präsentationen, was Wirecard bereits technisch abdecken kann, sehe ich es ein, dass es die nicht braucht.
Bringt ja auch alles nur Integrationskosten mit sich.

Oder habt Ihr Google  in den letzten 5 Jahren irgendwelche Firmen aufkaufen sehen, die sie für ihre Werbeplattform benötigen?
Ich nicht.
Davor allerdings schon, z.B. Doubleclick oder Youtube. Und so ist es bei Wirecard ebenfalls: Einige M&As waren nötig, jetzt aber nicht mehr.

Einzig Startups, die wirklich etwas Spezialisiertes anbieten und was mittelfristig spannend wird, fände ich aus Wirecard's Perspektive interessant. Beispiel Gesichtserkennung. Da könnte ich mir vorstellen, dass es sinnvoll wäre, sich weiteres Knowhow einzuverleiben. Was originäre Fintech-Themen angeht, sehe ich keine Notwendigkeit für Zukäufe, um ein TX-Zuwachs von 30% zu schaffen.

Und hierbei möchte ich auch danke sagen, dass du solche Fragen aufwirst und WDI kritisch angehst. Halte ich für richtige Herangehensweise!

 

25.11.18 13:46
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682 Postings, 1590 Tage hgschrChallenge Transaction Volume + 30%

Für mich war in der Vergangenheit das Dritte Quartal fast immer die Ausgangsbasis für die Berechnung der Ergebnisse der Folgejahre. EBITDA 3. Quartal * 4 + ca. 10 Mio Mehrgewinn des Q4, zzgl. Ebitda aus Zukäufen. Das kam erstaunlich gut hin. Der Ansatz gilt für mich für 2019 um so mehr, als dass Q! und Q2 in besonderem Masse von den Akquisitionen 2018 im Asia Pacifik Raum positiv betroffen waren.
150 Mio EBITDA im Q3. Um den oberen Rand der Prognose für 2019 in Höhe von 800 Mio Ebitda zu treffen benötigen wir also 200 Mio im Durchschnitt aller 4 kommenden Quartale.
Wir wissen: Rohertrag - Sachgemeinkosten minus Personalgemeinkosten = Ebitda.
Daher rechne ich umgekehrt: Soll 200 Mio Ebitda + SGK + PGK + Kostensteigerung der beiden Kostenpositionen = Soll Rohertrag = 316 Mio. In meinem nächsten Posting leite ich die Kostenentwicklung her.
Rohertrag im Q 3 war 254,5 Mio. Das Soll von 316 Mio wird daher bei einer Steigerung von 24% (bezogen auf Q32018, nicht auf Durchschnitt 2018!) erzielt.

Nun einfach zu rechnen, +24% Rohertrag erziele ich mit + 24% Transaction wäre falsch, da sich der Materialaufwand in Q3 gegenüber der Vergangenheit leicht verschlechterte, also erhöhte (Keine Ahnung, woran das liegt) und sich auch der Umsatz- / Transaction - Verhältnis leicht verschlechterte (eine Beobachtung seit Übernahme Visa-Aktivitäten und USA - Geschäft. Wahrscheinlich sind in diesen beiden Bereichen etwas geringere Margen zu erzielen).
1. Rohertrag + Materialaufwand (steigend) = Umsatz
2. Transaction Volume * Marge je Transaction (sinkend) = Umsatz

Die Herleitung zu + 30% Transaction - Volume: ergibt sich aus den o.a. Sollanstieg von 24% zuzüglich einem "Risikozuschlag" aufgrund der beschriebenen Entwicklung der Verhältnisse T zu U und U zu Rohertrag. Pauschal habe ich mal worst case von 6% angesetzt. Ergibt 30% Transaction Plus
 

25.11.18 13:57
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682 Postings, 1590 Tage hgschrChallenge Transaction Volume + 30% Teil 2

Warum sind + 30 % Transaction Volume herausfordernd? Recht einfach zu beantworten, denn die Transaktionen entwickelten sich in Q3 ggü Q2 nur um + 12,6%.
Trotzdem ist das nicht Grund zur Panik.
Im Q3 war das Volumen 34 Mio, d.h., + 30 % wären dann 44,2 je Quartal 2019 durchschnittlich. In Q$ 2019 sollte dieser Durchschnitt übertroffen werden können und schwächere Vorquartale mit kompeniseren. ob das dann alles zu +30% Transaction reicht? Herausfordernd!  

25.11.18 14:24
3

682 Postings, 1590 Tage hgschrChallenge Transaction Volume + 30% Teil 3

Also: 30% Steigerung ggü Q3 2018, nicht ggü Gesamt 2018!
Nun komme ich zu meiner Erklärung zum Rohertrag Soll von 316 Mio je Quartal.
200 Mio Ebitda - Soll um auf 800 Mio in 2019 zu kommen.
zzgl. Personalkosten Ist Q3 2018 = 60 Mio
zzgl. Sachgemeinkosten Ist Q3 2018 45,6 Mio
+ 10,4 Mio Kostensteigerung SGK und PGK
ergibt 316 Mio Soll Rohertrag
Bei einem Ansatz von nur 10,4 Mio Kostensteigerung  besteht sicherlich Anlass zu Kritik. Sind ja weniger als 10%!.
Aber schauen wir uns die einzelnen Kostenpositionen an. Bei Personalkosten gehe ich von einer Entwicklung von 6 Mio, also 10% aus, weil die Integration der Asia Pacifik Akquisitionen in Q 3 abgeschlossen war und damit die Personalkosten nur noch moderat steigen, da das nun vorhandene Personal ausreicht, um den erforderlichen Mehrumsatz zu generieren.
Bei den Sachgemeinkosten stiegen die Sonstigen (leider nicht klar, was das ist) per Q3 2018 ggü 2017 um 58%. Aufgrund dieses hohen Sprunges unterstelle ich Zusammenhänge mit den Integrationstätigkeiten. Hier sehe ich eher Einsprungspotenziale.  Die Kosten für Ausstattung sprangen um 38%. Auch hier sehe ich viele Einmalkosten wegen Integration. Gleiches gilt für Rechtsberatung, Beratung, Reisekosten, die sich zudem ggü 2017 prozentual deutlich geringer erhöhten.

Aus meiner Sicht birgt mein Ansatz von + 10,6 Mio Kosten eher noch Potenzial, denn die Integration ist vorüber.  

25.11.18 14:34
2

682 Postings, 1590 Tage hgschrEPS

Und wenn die 800 Mio EBITDA nicht ganz erzielt werden sollten, dass sollten wir unser Auge auf die Entwicklung des Netprofits richten, der ja die Grundlage für die Berechnung des Gewinns je Aktie ist.
Ebitda - Zinsaufwand - Steuern - Wertberichtigungen - Abschreibungen = Netprofit

Zinsaufwand: Zinssteigerungen sind noch nicht in Sicht. In 2018 erhöhten sich die langfristigen Verbindlichkeiten in Zusammenhang mit der Integration in Aisa-Pacifik.... Hier erwarte ich auch aufgrund des zu erwartenden Nettocash-Flos einen Abbau und damit einen Rückgang des Zinsaufwandes.
Die Steuerquote sollte wegen des immer grösser werdenden Gewinns ausserhalb Europas prozentual weiter sinken.
Wertberichtigungen und Afa werden sich aus meiner Sicht ebenfalls unterproportional entwickeln.
War in der Vergangenheit das Verhältnis Netprofit unter 60% des EBITDA, so entwickelte sich dieses Verhältnis auf 63% per Q3 2018. Wirecard generiert also sukzessive mehr Ergebnis je Aktie auch durch den relativen Rückgang von AfA, Steuern, Zinsen...  

25.11.18 14:37

682 Postings, 1590 Tage hgschrEinladung

Meine o.a. Postings beinhalten einige Schwachpunkte. Daher lade ich jeden ein, insbesondere seine Meinung zur Entwicklung des Verhältnisses Umsatz zu Transaktionsvolumen, Materialaufwand zu Umsatz, Entwicklung der einzelnen Kostenpositionen kundzutun. Damit können meine Herleitungen qualitativ besser werden und uns allen helfen.  

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