regelmäßige kompakte DAX-Bewertung

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neuester Beitrag: 21.08.03 15:35
eröffnet am: 05.03.03 21:00 von: 54reab Anzahl Beiträge: 10
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05.03.03 21:00
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7336 Postings, 6464 Tage 54reabregelmäßige kompakte DAX-Bewertung

in erwartung eines jahrestiefs (wg. irakkrieg) werde ich regelmäßig kompakte dax-bewertungen reinstellen. sie sollen eine kleine hilfe beim picken von einzelaktien und bei der risikobewertung beim kauf des indexes dienen.

die erte bewertung basiert auf den schlusskursen vom 4.3.2003
das aktuelle kgv beruht auf schätzungen von ibes - Quelle Thomson Financial/Datastream

DER DAX

































CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht
1ADSADIDAS-SALOMON AG O.N.   DE000500340474,530,9213,001,33 %
2ALVALLIANZ AG O.N.          DE000840400565,101,505,004,90 %
3ALT ALTANA AG O.N.           DE000760080138,830,6015,001,07 %
4BASBASF AG O.N.             DE000515100533,681,3013,006,85 %
5HVMBAY.HYPO-VEREINSBK.O.N.  DE00080220059,010,854,001,16 %
6BMWBAY.MOTOREN WERKE AG ST  DE000519000324,160,527,002,77 %
7BAYBAYER AG O.N.            DE000575200012,330,908,003,33 %
8CBKCOMMERZBANK AG O.N.      DE00080320045,750,405,000,91 %
9DCXDAIMLERCHRYSLER AG NA O.NDE000710000027,121,007,008,64 %
10DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N. DE000514000837,451,307,008,68 %
11DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.DE000581005536,150,3614,001,50 %
12DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N. DE00055520049,190,379,001,24 %
13DTEDT.TELEKOM AG NA         DE00055575089,950,37-,--9,38 %
14EOAE.ON AG O.N.             DE000761440640,301,6011,009,48 %
15FMEFRESEN.MED.CARE AG O.N.  DE000578580240,300,8511,000,55 %
16HEN3HENKEL KGAA VZO O.N.     DE000604843257,951,1216,001,35 %
17IFXINFINEON TECH.AG NA O.N. DE00062310045,910,0020,001,01 %
18LINLINDE AG O.N.            DE000648300126,141,139,000,84 %
19LHALUFTHANSA AG VNA O.N.    DE00082321257,690,007,001,04 %
20MANMAN AG ST O.N.           DE000593700712,810,607,000,51 %
21MEOMETRO AG ST O.N.         DE000725750317,351,0212,000,96 %
22MLP3MLP AKDE00065699087,140,509,000,16 %
23MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.DE000843002684,011,255,003,65 %
24RWERWE AG ST A O.N.         DE000703712920,401,009,003,17 %
25SAPSAP AG ST O.N.           DE000716460072,400,5825,005,84 %
26SCHSCHERING AG O.N.         DE000717200934,940,8313,002,42 %
27SIESIEMENS AG NA            DE000723610137,111,0012,0012,44 %
28TKATHYSSENKRUPP AG O.N.     DE00075000018,500,408,001,32 %
29TUITUI AG O.N.         DE00069520058,510,775,000,41 %
30VOWVOLKSWAGEN AG ST O.N.    DE000766400535,771,305,003,09 %


DIE 10 SCHWERGEWICHTE













RangCodeNameGewicht
1SIESIEMENS AG NA            12,44 %
2EOAE.ON AG O.N.             9,48 %
3DTEDT.TELEKOM AG NA         9,38 %
4DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N. 8,68 %
5DCXDAIMLERCHRYSLER AG NA O.N8,64 %
6BASBASF AG O.N.             6,85 %
7SAPSAP AG ST O.N.           5,84 %
8ALVALLIANZ AG O.N.          4,90 %
9MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.3,65 %
10BAYBAYER AG O.N.            3,33 %


DIE BESTEN DIVIDENDENRENDITEN













RangCodeNameDividendenrendite
1HVMBAY.HYPO-VEREINSBK.O.N.  9,43 %
2TUITUI AG O.N.         9,05 %
3BAYBAYER AG O.N.            7,30 %
4MLP3MLP AK7,00 %
5CBKCOMMERZBANK AG O.N.      6,96 %
6MEOMETRO AG ST O.N.         5,88 %
7RWERWE AG ST A O.N.         4,90 %
8TKATHYSSENKRUPP AG O.N.     4,71 %
9MANMAN AG ST O.N.           4,68 %
10LINLINDE AG O.N.            4,32 %


die großen abständen zwischen den tabellen kann ich mir nicht erklären. muss wohl ein forumsoftwarefehler sein

salute baer45


 


 

05.03.03 22:33

Clubmitglied, 6448 Postings, 7628 Tage PeetE.on erhöht Dividende

Mittwoch, 5. März 2003
"Erfreuliche Entwicklung"
E.on erhöht Dividende  

Der Energieriese E.on hat im vergangenen Geschäftsjahr Betriebsergebnis und Konzernüberschuss gesteigert. Die Analystenerwartungen wurden dabei teilweise übertroffen. Auf Grund der "erfreulichen Entwicklung" soll die Dividende um 0,15 Euro auf 1,75 Euro angehoben werden.

Für das laufende Jahr hat E.On allerdings ein niedrigeres Betriebsergebnis prognostiziert. Dennoch werde es operative Verbesserungen in allen Geschäftsbereichen geben, erklärte der Düsseldorfer Energiekonzern weiter. Der Überschuss werde wegen Veräußerungsgewinnen weiter steigen. Zudem rechnet E.on für 2003 nicht mit Sonderbelastungen.

2002 stieg der Betriebsgewinn um 23 Prozent auf 3,89 Mrd. Euro nach 3,16 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Der Konzernüberschuss kletterte entgegen den Erwartungen um acht Prozent auf 2,78 (2,57) Mrd. Euro. Der Umsatz blieb den Angaben zufolge mit 37 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert.

Die Schätzungen für das Betriebsergebnis lagen zwischen 3,48 Mrd. und 4,35 Mrd. Euro. Beim Konzernüberschuss war wegen milliardenschwerer Abschreibungen dagegen ein niedrigerer Wer als im Vorjahr erwartet worden.




bye peet

"Der Wald wäre sehr leise, wenn nur die begabtesten Vögel singen würden."

 

06.03.03 10:07

7336 Postings, 6464 Tage 54reabnachtrag zum 4.3.03

KGV des DAX

das gewichtete kgv, ohne DTE, beträgt 10,38 bei einer repräsentation von ca. 91% des gesamtgewichtes. nimmt man für die DTE ein kgv von 100 an, beträgt das gewichtete kgv vom dax 18,79. letzteres kann man als "fair" aber nicht als "billig" bezeichnen.

als exorbitant teuer kann man im dax nur noch DTE und SAP bezeichnen.
beide repräsentieren ein gewicht von über 15%. käufer, mit miitel- bis langfristigem horizont, von indexzertifikaten oder indexfonds sollten sich diesem risiko bewusst sein. bei einer spekulation um den irakkrieg, mit einem horizont unter einem jahr, sollte dieser aspekt nicht die große rolle spielen. mittelfristig wird das attribut "wachtumsaktien" verschwinden. SAP wird dann bei den zyklischen ausrüstern und DTE bei den versorgern eingereiht werden.

salute baer45

 

07.03.03 17:59

3006 Postings, 7239 Tage patznjeschnikiMoin bear!

Schau mal hier :-)

Kleiner Tipp: Nimm die Zeilenumbrüche komplett raus, dass also immer die Beginn und Abschlusszeichen direkt aneinander stehen. Dann werden auch nicht so viele zusätzliche Leerzeichen eingefügt. Ist aber unübersichtlicher.

patzi  

14.04.03 10:49

7336 Postings, 6464 Tage 54reabDAX-Bewertung zum 10.04.03

Der DAX hat sich zwischenzeitlich erheblich verteuert. das gewichtete KGV liegt inzwischen bei 24. Das faire KGV würde bei 15 liegen.
Grund: die Ergebnisse bei den DAX-Teilnehmer sinken weiter respektive die Anzahl der Teilnehmer, die kein positives Ergebnis mehr erwirtschaftet, steigt.

Die Umlaufrendite (AAA-Anleihen) liegt aktuell bei 3,94% und scheint einen Boden gefunden zu haben. Wird hier schon die steigende Staatsverschuldung vorausgenommen?

Die gesamte Bewertung finden Sie unter: Bewertung zum 10.04.2003


Salute baer45
www.baer45.de.vu  

14.04.03 11:07

4691 Postings, 6939 Tage calexaInteressant, Danke

Und dann muß mir nur noch jemand beantworten, wie der Dax groß steigen soll, wenn keine Aussicht auf steigende Unternehmensgewinne zu sehen sind.

So long,
Calexa
www.investorweb.de  

15.06.03 14:53

7336 Postings, 6464 Tage 54reabbärenmarktrally oder bullenparty? die neue

dax-bewertung auf basis der schlusskurse vom 12.06.03 kann auch keine endgültige antwort abgeben. allerdings, dass wir aktuell ein KGV von 28,4 haben (fair wären 15,4) und dass ein us-bürger im dax die letzten 1 1/2 jahren nur 15% verloren hat - ein deutscher jedoch 37% - alles das und noch vieles mehr in der aktuellen Bewertung: Bewertung zum 12.06.03


 www.baer45.de.vu">
 

16.06.03 10:04

7336 Postings, 6464 Tage 54reabup für wochenendheimkehrer

16.06.03 15:03

7336 Postings, 6464 Tage 54reabbaer45 ist unsicher aber oberbär Leuschel

weiss bescheid:

Eine deftige Kurskorrektur droht !

Noch ist der dritte Aufschwung seit dem Platzen der Blase im Frühjahr 2000 im Gang, und die Aktieneuphorie wächst täglich, wobei das Bemerkenswerteste seit drei Monaten der gleichzeitige Anstieg der Aktien und Anleihenkurse ist. Die Aktienkurse steigen, weil die Anleger glauben, die Unternehmensgewinne sind im Begriff zu steigen, und die Anleihenkurse steigen, das heisst die Renditen fallen, weil die Anleger befürchten, eine Rezession steht vor der Tür, ja sogar eine Deflation wird befürchtet. Beide Lager können nicht recht haben. Entweder kommt der von vielen Optimisten vorhergesagten Wirtschaftsaufschwung, dann steigen die langfristigen Zinsen, auch wenn Alan Greenspan angekündigt hat, er kaufe Staatsanleihen, um die langfristigen Zinsen niedrig zu halten, und es gibt Turbulenzen auf den Anleihemärkten. « Wenn Sie berechnen, dass der faire Wert (fair value) für Anleihen zwischen 5 und 5,5% liegt, dann ist der Bondmarkt reif für Gewinnmitnahmen. », erklärt Mike Lenhoff, Chefstratege bei Brewin Dolphin Securities in der Financial Times. Wenn aber die Wirtschaftserholung nicht kommt, dann ist die Gefahr einer Deflation real, und ein Anstieg der Unternehmensgewinne reines Wunschdenken. Dann kommt es zu einem Mini-Crash am Aktienmarkt. « Die amerikanische Notenbank versucht die Blase wieder aufzupumpen », erklärt James Montier, Chefstratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Meine Schlussfolgerung ist klar und eindeutig : In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern (Schweiz, Portugal etc.) sind wir bereits in einer Wirtschaftsrezession, da beisst die Maus keinen Faden ab. Gleichzeitig geht die Rezession in Japan weiter, und die USA riskieren grössere Probleme mit der Finanzierung ihres Leistungsbilanzdefizits (inzwischen 6% des BSP).Das heisst, wegen der Furcht vor einem fallenden Dollar gehen auch die Kapitalströme nach Amerika zurück. Da gleichzeitig der US-Staatshaushalt auf ein Rekorddefizit von 400 Milliarden Dollar (rund 4% des BSP) in diesem Jahr zusteuert (nach Schätzungen des Congressional Budget Office), wird es für die USA langsam gefährlich, da Staat, Unternehmen und Haushalte zusammen eine Rekordverschuldung von über 30 Billionen Dollar aufgetürmt haben. Vergessen wir nicht, noch vor drei Jahren wies der amerikanische Staatsetat einen Überschuss von 236 Milliarden Dollar auf. Die Geschwindigkeit, mit der sich heute solch fundamentale Grössen verändern, ist wirklich atemberaubend, und lässt nichts Gutes ahnen.

Wenn es auch schwer fällt, nehmen Sie Ihre Gewinne mit, die Sie in amerikanischen und europäischen Aktien seit dem März dieses Jahres erzielt haben, und die stattlich sein können. (Die « jungen Aktien » aus der Kapitalerhöhung der Allianz haben sich in weniger als 2 Monaten verdoppelt !). Wir sind noch für einige Jahre in einer Seitwärtsbewegung, und da herrschen andere Spielregeln. Also geben Sie Ihrem Herz einen Stoss und verkaufen zumindest Teilpositionen Ihrer Allianz, Münchener Rück, Siemens etc., die hier an dieser Stelle zu erheblich tieferen Kursen empfohlen wurden. Die amerikanische Aktienbewertung ist nach wie vor schwindelerregend hoch (Standard & Poors 500 P/E = 35), und in Europa kann ich mir keine steigenden Börsen vorstellen, wenn wir in Amerika eine starke Kurskorrektur haben. Der Dax hat seit seinem Tiefstpunkt im März dieses Jahres nun fast 45% zugelegt. Er liegt inzwischen über dem Durchschnitt der 200 Tage (3.000), der noch leicht im Fallen begriffen ist. Optimisten bemerken zu Recht, wenn der Dax noch bis Mitte Juli steigt, dann wird aus der fallenden 200-Tageslinie eine steigende, und dies würde ein Kaufsignal auslösen, da die Trendwende « statistisch gesichert » ist .

Vergessen Sie nicht, dass auch in den letzten 30 bzw. 20 Jahren Rentensparpläne eine höhere Rendite abwarfen als Aktiensparpläne. Wie oft haben wir in Werbespots etc. anhören müssen, dass Aktien langfristig besser seien als Anleihen. Das stimmt aber nur, wenn die Betonung auf langfristig liegt, und das bedeutet, wie ich hier öfters dargelegt habe, rund 100 Jahre. Jetzt haben Sie es amtlich : Nach der vor kurzem veröffentlichten Statistik des Bundesverbandes Asset Management (BVI) wird auch der kühnste Aktienoptimist kleinlaut. Der BVI errechnete, dass ein Sparplan in europäischen Aktien auf 30 Jahre eine jährliche Rendite von 6,3% abwarf, während eine in EU-weiten Rentenfonds gesparte Anlage 6,8% jährlich brachte. Noch dramatischer wird es bei einer Periode von 20 Jahren : Da hätte ein Sparplan in europäischen Aktien 4,2% erbracht, der Anleihe-Sparer hätte aber 6,1% p.a. verdient. « Wer zum Ende seines Berufslebens eine reale Minusrendite erwirtschaftet, den tröstet es wenig, dass die Theorie auf lange Frist Recht behält. », meint die FAZ zu dieser Tatsache. Auf jeden Fall sind wir langfristig alle tot, wie der grösste Ökonom des vergangenen Jahrhunderts, Keynes, dazu trocken bemerkte. (Wohlgemerkt sind alle Angaben nominal und nicht real, das heisst nach Abzug der Inflationsraten.)

Vergessen Sie nicht, einen Teil Ihres Wertpapier-Portefeuilles (je nach Temperament 5 bis 10%) in Gold anzulegen. Wie Sie wissen, hat die chinesische Regierung angekündigt, ihre Goldreserven kräftig aufzustocken, ausserdem darf seit Beginn dieses Jahres der chinesische Staatsbürger zum ersten Male seit der kommunistischen Revolution wieder physisches Gold besitzen. China wird in rund 10 Jahren eine Wirtschaftsgrossmacht und wird mit einer eigenen Währung Machtpolitik treiben wollen?

In ein bis zwei Jahren werden wir uns wieder mit der Inflation beschäftigen, sie allein kann das Problem der insolventen Rentensysteme und der hohen Verschuldung « politisch lösen ».

Roland Leuschel (12.06.03 boerse.de)


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21.08.03 15:35

7336 Postings, 6464 Tage 54reabweiteres bärenfutter

der öberbär warnt weiter ...

Roland Leuschel

Aktienmärkte vor bösem Erwachen: 1987 lässt grüßen

Vieles erinnert mich an das Crashjahr 1987: Im Sommer davor stiegen Aktienkurse, die Renditen und auch Goldaktien und Gold legten zu, und plötzlich hörte diese Spassparty so gegen Mitte August auf. Die Stimmung war damals prächtig, und sie ist es auch heute. Am letzten Sonntag war auf der ersten Seite der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung der Aufmacher: « Schröder : Jetzt kommt der Aufschwung ». Im Text lernt der Leser, dass das überraschende Ansteigen um 2,4% im zweiten Quartal des amerikanischen Bruttosozialproduktes die Hauptursache für diese Euphorie ist. Drei Tage später kam bereits eine leichte Ernüchterung in diese Euphorie: 305.000 mehr Arbeitslose in Deutschland im Juli dieses Jahres als vor einem Jahr, ein trauriger Juli-Rekord seit 1997. Ich hoffe, Sie erinnern sich noch, als dieser Bundeskanzler ein paar Wochen nach seiner Wahl im Jahr 1998 vor einem Millionenpublikum im Fernsehen genüsslich an seiner Havanna zog, und während er blaue Rauchringe in die Luft stiess, vollmundig sagte: « Dies ist mein Aufschwung ». Dabei weiss jeder, der etwas von Wirtschaft versteht, dass man in ein paar Wochen keinen Aufschwung inszenieren kann. Mit seiner damaligen Aussage und mit der vom letzten Sonntag beweist Schröder, dass er von Wirtschaft keinen blauen Dunst hat, und vielleicht deswegen den Havanna-Rauch braucht; denn seine Aussage beruht auf der Hoffnung, dass im nächsten Jahr in Amerika plötzlich der Aufschwung eintritt.

Schröder & Co. sollten wissen, dass die amerikanische Notenbank und die Regierung die amerikanische Wirtschaft an die Wand fahren werden. Die kurze Erholung in Amerika ist durch niedrige Zinsen und mit dem grössten Schuldenberg in der Geschichte des Landes erkauft. Das Wachstum von 2,4% im zweiten Quartal wäre ohne die explosionsartig angestiegenen Rüstungsausgaben (+44%) magere 0,7%. Technisch betrachtet befindet sich die US-Ökonomie bereits seit sieben Quartalen in einer Aufschwungsphase. Es ist aber die schwächste Erholung in der neueren Geschichte Amerikas. Und insgesamt fällt die Bilanz der Bush-Regierung katastrophal aus. In seiner Amtzeit entstand die schwerste Arbeitsmarktkrise der letzten 20 Jahre und die längste seit dem Zweiten Weltkrieg. Vielleicht wird Bush sogar der erste US-Präsident seit mehr als 80 Jahren, in dessen Amtszeit mehr Arbeitsplätze vernichtet als geschaffen wurden. Der letzte US-Präsident, der das geschafft hat, war Herbert Hoover (1929 ? 1933). Ein führender Kongress-Abgeordneter fasste Bushs Wirtschaftspolitik trocken so zusammen: « 3 Billionen (=3.000 Milliarden US-Dollar) Staatsschulden und 3 Millionen Jobs weniger in der Wirtschaft ». Dass es letzten Endes nur 2,4 Millionen Arbeitslose mehr gab, ist einzig und allein einem umfangreichen Einstellungsprogramm des öffentlichen Sektors zu verdanken. (Mich wundern immer noch die grossen Steigerungsraten der amerikanischen Produktivitätszahlen, mit denen auch jetzt Alan Greenspan die neue Aktienblase rechtfertigt.)

Die öffentliche Verschuldungseuphorie nimmt langsam gigantische Ausmasse an. Noch im März dieses Jahres schätzte das CBO (Congressional Budget Office), dass in dem kommenden Jahrzehnt der Überschuss des amerikanischen Haushalts eine Billion (1.000 Milliarden Dollar) erreichen würde. Heute sagt der Nobelpreisträger Akerlof ein Defizit von 6.000 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2013 voraus. In einem Spiegel Online Interview sagt er wörtlich : « Was wir jetzt haben ist eine Form der Plünderung. Kommende Generationen und schon die Bürger in 10 Jahren werden mit massiven öffentlichen Defiziten und riesiger Staatsverschuldung konfrontiert sein ». Jeder Anleger sollte ernsthaft über das nachdenken, was Akerlof als Quintessenz sagt: « Ich denke, dass diese Regierung die schlimmste in der mehr als 200-jährigen Geschichte der USA ist ? Für die Bevölkerung ist die Zeit gekommen, zivielen Ungehorsam zu leisten. »

Was dies für den Dollar bedeutet, kann sich jeder Anleger ausmalen. Der Internationale Währungsfonds IWF warnt die amerikanische Regierung. Nach deren Berechnungen könnte das Defizit der öffentlichen Hand im Jahre 2003 auf 6 (sechs) % des Bruttoinlandproduktes steigen. Die USA würden dann doppelt so viele neue Schulden aufnehmen, wie den Staaten der Eurozone laut EU-Vertrag erlaubt ist.

Fazit : Wenn Sie an dieser dritten Rallye nach dem Crash vom März 2000 teilgenommen haben, nehmen Sie Ihre Gewinne mit. Bleiben Sie nach wie vor liquide, und profitieren Sie von dem Anstieg der Anleihezinsen, um Ihr Triple A Anleiheportefeuille-Bestand zu erhöhen. Ansonsten erhöhen Sie systematisch Ihren Goldanteil Ihres Portefeuilles, und warten Sie auf die kommende Aktienkorrektur, sie könnte deftig ausfallen. Nach dem Börsencrash vom Oktober 1929 kam es zwischen April 1930 und Juli 1932 zu einer Periode, in der die Luft aus der Blase auf Raten entweichen musste. Aber in diesem Zeitraum gab es sieben satte Erholungen. Diese sogenannten Rallyes hatten eine Durchschnitssdauer von 40 Tagen und einen durchschnittlichen Anstieg von 24%. Dies hinderte jedoch den Dow Jones nicht daran, in diesem Zeitraum 86% an Wert zu verlieren.

Roland Leuschel (08.08.2003 boerse.de)


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