jetzt wird der Klinsmann größenwahnsinnig...

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neuester Beitrag: 03.07.06 06:04
eröffnet am: 28.06.06 21:47 von: börsenfüxlein Anzahl Beiträge: 30
neuester Beitrag: 03.07.06 06:04 von: CDUCSU Leser gesamt: 2145
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28.06.06 21:47
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18298 Postings, 7131 Tage börsenfüxleinjetzt wird der Klinsmann größenwahnsinnig...

wird Zeit, dass er da wieder runterkommt....Messi gegen Metzelder/Mertesacker wird ein Fest...


"Die Sache ist zerbrechlich"
Klinsis Offensivtaktik

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat vor dem WM-Viertelfinalspiel gegen Argentinien am Freitag die Umsetzung seiner Philosophie auf allen Ebenen des deutschen Fußballs gefordert und zugleich seine Kritik an den Bundesliga-Klubs erneuert. "Wenn man daran glaubt, muss diese Philosophie in der Trainingslehre, Trainerausbildung, in den Junioren-Nationalmannschaften des DFB und auch an der Basis in den Landesverbänden umgesetzt werden", sagte der 41-Jährige in einem vorab veröffentlichten Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

Klinsmann sieht im Einzug des deutschen Teams ins WM-Finale die Voraussetzung für die Fortsetzung seiner Spielphilosophie: "Wenn wir rausfliegen würden gegen Argentinien, ginge die Diskussion wieder los: Wäre es nicht besser gewesen, abzuwarten? Erstmal hinten dichtzumachen? Auf Konter zu lauern? Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir weiterkommen, noch weiter, bis zum Endspiel. Vor allem, damit dieser Prozess das einzig entscheidende Gütesiegel bekommt: den Erfolg. Und wir werden ihm dieses Gütesiegel verpassen", sagte Klinsmann kämpferisch.

Noch habe sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nicht zu seiner offensiven Philosophie und den Trainingsinhalten bekannt. "Im Moment warten alle das Ergebnis der WM ab", erklärte Klinsmann. Die in jüngster Zeit zahlreichen Bekenntnisse zu seiner Person seien nicht entscheidend. Das derzeitige Schweigen vieler Fachleute von Franz Beckenbauer bis Günter Netzer zeige, "wie zerbrechlich die ganze Sache ist", sagte Klinsmann weiter.

Der Weltmeister von 1990 sieht in der Umsetzung seiner Philosophie die einzige Chance, um international nicht den Anschluss zu verlieren. "Es muss ein gewaltiger Ruck durch Fußball-Deutschland gehen ", sagte Klinsmann in Anlehnung an den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, der am 26. April 1997 seine legendäre "Ruck-Rede" gehalten hatte.

"Das, was wir machen, ist einfach internationaler Standard. Das ist der Fußball vom FC Barcelona, von Arsenal London, von Ajax Amsterdam. Zwischen den deutschen Topteams und diesen Mannschaften liegen Welten", erneuerte Klinsmann seine wiederholt geäußerte Kritik an der Arbeit in den Bundesliga-Klubs. Jeder wisse jetzt: "Das alles können deutsche Fußballer! Wenn sie richtig geführt werden und richtig trainieren."

Aus der Bundesliga hatte man sich zuletzt teils verärgert über die Schelte des Bundestrainers an der Trainingsarbeit in den Vereinen gezeigt. "Jeder kann seine Arbeit verkaufen, wie er will. Den Schuh, dass meine Spieler nicht fit sind, ziehe ich mir auf jeden Fall nicht an", hatte jüngst Trainer Felix Magath vom deutschen Rekordmeister Bayern München gesagt.

Bei der Frage nach seiner Zukunft wollte sich der Bundestrainer erneut nicht festlegen. Er könne sich "jederzeit" vorstellen, nach der WM wieder in seinen beruflichen Alltag bei der amerikanischen Firma SoccerSolutions, deren Teilhaber er ist, zurückzukehren: "Einfach, weil ich weiß, was ich in den Jahren davor gelernt und geschätzt habe, an der Arbeit mit meinen Partnern in unserer Firma."

Über seine Zukunft als Trainer sagte Klinsmann zudem: "Ich gehe auf in dieser Tätigkeit, ja. Auf der anderen Seite lasse ich mich aber nicht auffressen." Dieser Job sei es keine Droge, keine Sucht für ihn. Ein Engagement als Vereinstrainer komme für ihn "momentan nicht in Frage".
 
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29.06.06 08:04

61594 Postings, 6188 Tage lassmichreinArgentinien hat Pech, gegen uns spielen zu müssen

Miroslav Klose (im Achtelfinale) im Duell mit Teddy Lucic. (Foto: dpa)
28. Juni 2006

Miro Klose wagt kessen Spruch

Die Sprüche der deutschen Fußball-Nationalspieler vor dem WM-Viertelfinale gegen Argentinien werden immer kesser. "Die Argentinier haben leider das Pech, auf uns zu treffen", sagte der führende WM-Torschütze Miroslav Klose am Mittwoch in Berlin.

Torsten Frings hatte bereits am Tag zuvor darauf hingewiesen, dass "wir am Freitag endlich mal dran sind". Die letzten beiden Vergleiche mit Argentinien gingen je 2:2 aus. Oliver Kahn berichtete, dass man im deutschen Quartier schon "mit einem Auge" auf die möglichen Gegner im Halbfinale und Endspiel schaue. Co-Trainer Joachim Löw versicherte unterdessen, dass Michael Ballack und Klose trotz ihrer Blessuren am Freitag auflaufen können.

Die Argentinier rechnen offenbar mit einer Verlängerung. "Es wird ein sehr schwieriges Spiel werden, das kaum innerhalb von 90 Minuten entschieden sein dürfte", sagte Assistenz-Coach Néstor Lorenzo. Trainer José Pekerman will sich erst am Donnerstag zum Spiel und zur möglichen Aufstellung äußern. Möglich ist, dass im Mittelfeld Esteban Cambiasso dem wieder genesenen Luis Gonzalez Platz machen muss.

(N24.de, Netzeitung)



Mehr zum Thema:
Löw: Wollen Argentinien nerven
Argentinier rechnen mit Verlängerung
Bundesligisten kaufen abseits der WM ein
Frings: "Wir sind einfach mal dran"

 

...be happy and smile

 

29.06.06 08:20
4

10635 Postings, 7418 Tage Ramses IIdope und füxlein

habt ihr nicht gesehen wie die anderen großen sich gegen die kleinen gequält haben?

da waren bisher nur deutschland und argentinien richtig souverän (also doch eine starke leistung finde ich) und in ansätzen brasilien.

wollt ihr wirklich dieses gerumpel der vergangenheit, auch wenn es ins endspiel geht, sehen?

die entwicklung im fussball geht weiter und wir müssen hinterher. schaut euch die grottenkicks in der bundesliga doch an. selbst bayern spielt da wie eine wurst im vergleich zu den topteam in europa. und ich bin bayern-fan.

 

29.06.06 08:45
2

51340 Postings, 7405 Tage eckiAlles richtig vorhergesehen, Börsenfüxlein?

spätestens im Viertelfinale?
Jetzt heißt es frühestens im Viertelfinale.
Und dein Spott über Deutschlands Mannschaft, im Chor mit der internationalen Presse schon vergessen?

Hattest du wirklich vorhergesehen, das diese Mannschaft zumindest bis morgen von den internationalen Medien hoch gelobt wird und mittlerweile selbst in anderen Ländern hoch gewettet wird auf den Titel? Das hattest du alles so vorher gesehen?

Die Bundesliga spielt Rumpelfußball. Les nochmal nach, wie Rosicki nachgetreten hat zum Tempo der Liga, nach seinem Abgang, aber leider hat er da Recht.

Und wenn andere Länder mit brillianten Technikern glänzen, dann reicht es nicht das körperliche Leistungsvermögen zu halten, sondern dann muß man hier eben einen draufpacken und mit hohem Tempo ein extrem diszipliniertes und Druckvolles System spielen, bzw. versuchen es umzusetzen.

Und natürlich stehe ich zu meiner Aussage, das man gegen Argentinien verlieren kann. Soll ich denn der Meinung sein, das man gar nicht zu spielen braucht, die putzen eh alles weg? Auch Argentinien ist eine Top-Mannschaft und das Viertelfinale wäre auch des Finales würdig.

Jedenfalls wenn ich mir ein paar andere Mannschaften anschaue, dann denke ich das es schon hochverdient ist dabei zu sein:
England
Italien
Ukraine
Frankreich

Diese Länder haben sich auch nicht gerade durchgehend mit Ruhm bekleckert....

Ich denke das Spiel morgen ist offen. Und du hättest das wirklich gedacht im Februar, das die deutsche Mannschaft auf Augenhöhe mit den Gauchos steht?  

29.06.06 09:13

18298 Postings, 7131 Tage börsenfüxlein@ecki

nö und ich glaubs auch heute nicht, dass Deutschland auf Augenhöhe mit Argentinien ist...soll aber nicht heißen, dass Deutschland morgen nicht gewinnen kann....



und nochmal zu Klinsmann´s Aussage zwecks Arsenal/Ajax/Barca: bei Arsenal spielt in der Startelf kein Engländer, bei Ajax vielleicht 1 oder 2 Holländer und Barca ist gespickte mit Argentinieren, Brasilianern, Holländern...diese Mannschaften haben sich in den letzten Jahren damit ausgezeichnet, blutjunge Talente für viel Geld zu kaufen (Fabregas/Reyes als Beispiel für Arsenal; ) aber NICHT, junge Engländer/Holländer/Spanier zu fördern!   und mit solchen Ausnahmetalenten kann man dann schon mal schön offensiv spielen, weil eben die nötige Qualität vorhanden ist...



und die erfolgreisten Mannschaften der letzten Jahre waren für mich AC Milan und Juventus (wenn man nicht rein von den Titeln, sondern von Final/Halbfinalteilnahmen ausgeht...) und die haben nicht gerade offensiv gespielt...


aber die Meinungen werden bei diesem Thema wohl immer weit auseinandergehen...

füx

 

29.06.06 09:23

51340 Postings, 7405 Tage eckiEs lebe Griechenland und Italien

Habe ich dich jetzt richtig verstanden?
Den itlienischen Maurerfußball können die besser und das sollten wir nicht kopieren.

Und wenn du jetzt der Meinung bist, das Deutschland keinerlei potential hat, langfristig mit eigenen Leuten aus der Jugend wieder an die Spitze zu kommen und in der internationalen Oberliga zu spielen, dann sind wir echt weit auseinander.

Deutschland hat schon immer über Fitness, Einsatz, Moral und Disziplin zu seinem Spiel gefunden. Nur muß das ganze jetzt noch schneller und präziser gehen als vor 10 oder 20 Jahren.  

29.06.06 09:26

7996 Postings, 7225 Tage maxperformance@böesenfüx.

"die erfolgreisten Mannschaften der letzten Jahre waren für mich AC Milan und Juventus (wenn man nicht rein von den Titeln, sondern von Final/Halbfinalteilnahmen ausgeht...)"

klar wenn man die Schiedsrichter vorher gekauft hat

gruß Maxp.  

29.06.06 09:27

11123 Postings, 5578 Tage SWayIch warte noch ab aber wenn er Weltmeister wird

sage ich mal, : Da hat er absolut Recht !

Immer weiter so gilt in der Politik beim Fussball könnten wir mal was anderes probieren...

Hau ruck und vorne immer einen mehr machen als Du hinten rein kriegst. Das BESTE Rezept wo gibt ! ;))

 

29.06.06 09:53

18298 Postings, 7131 Tage börsenfüxlein@ecki

es ist nun (leider?) so, dass am Ende derjenige gefeiert wird der den erfolgreisten und nicht den schönsten Fußball spielt (frag mal bei den Spanieren und Holländern nach, die immer versuchen ansehnlich zu spielen, aber meist schnell abreisen bei großen Turnieren...)

Deutschland hat sicherlich Potenzial, aber das liegt eben nicht unbedingt in der Kreativität oder Genialität (was für einen Offensivfußball aber wohl notwendig ist), sondern in den Bereichen welche du aufgezählt hast....und wenn man eben diese Stärken hat, dann sollte man das Spielsystem darauf abstimmen und nicht versuchen etwas zu spielen, was man eigentlich nicht drauf hat (sollte Deutschland so die nächsten 3 Spiele gewinnen, hab ich mich eben geirrt...)....das ist eigentlich einer der Hauptkritikpunkte von vielen "Experten" an Klinsmann....

sollte es so funktionieren, dann hat Klinsi recht gehabt; wenn nicht, dann muss er sich aber genau den oben genannten Vorwurf gefallen lassen....nämlich etwas spielen zu wollen, wozu man eigentlich nicht die Spieler für hat....

und der Maßstab ob "sein" System funktioniert oder nicht, werden Spiele gegen Spitzenmannschaften werden (soviel ich weiß, gabs in der Ära Klinsmann noch keinen Sieg gegen eine Spitzenmannschaft....) und nicht Spiele gegen Costa Rica, Polen, Ecuador oder Schweden....


 

29.06.06 10:05

51340 Postings, 7405 Tage ecki@FÜXlein

Und wenn Deutschland morgen nach einem packendem Spiel in der Verlängerung ausscheiden sollte, dann war alles falsch und die Nationalmannschaft darf wieder zurück zum Rumpelfußball mit Blutgrätsche und die Bundesliga soll ihren Dornröschenschlaf weiterträumen?

Ich finds richtig schön anzusehen, was sie spielen, besser als das meiste, was wir so gewöhnt waren in den letzten Jahren, und vor allem auch besser, als das was eine ganze Reihe anderer großer Fußballnationen bisher geboten hat.

Aber mich wundert echt nix mehr, wenn du schreibst, das Holland ansehnlichen Fußball geboten hat. Frag mal die Holländer, da war/ist der van Basten schwer in der Kritik, so "schön" wie der hat spielen lassen...  

29.06.06 10:08

18298 Postings, 7131 Tage börsenfüxlein@ecki

was ich damit sagen wollte: Holland versucht schon seit Jahren über schönen Offensivfußball zum Erfolg zu kommen und hat damit sehr wenige Erfolge bei großen Turnieren erzielt....Spanien detto...


füx  

29.06.06 10:11

18298 Postings, 7131 Tage börsenfüxleinund es ist ja auch nicht so, dass

Deutschland mit ihrem bewährten System nicht auch oft klasse Spiele gezeigt hat...

füx  

29.06.06 10:30
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7996 Postings, 7225 Tage maxperformanceInterview mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann

Interview mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann

Wer wird Weltmeister, Herr Klinsmann? "Wir!"
Jürgen Klinsmann spricht im Exklusiv-Interview mit den kicker-Redakteuren Oliver Hartmann und Karlheinz Wild über den Mega-Hit gegen Argentinien und wehrt sich heftig gegen die Vorwürfe, sein Stab koste zu viel.

kicker: Herr Klinsmann, wie verhindert die deutsche Mannschaft das Viertelfinal-Aus und damit die, um mit Ihren Worten zu sprechen, Katastrophe?

Jürgen Klinsmann (41): Katastrophe war vielleicht der falsche Ausdruck. Es geht darum, dass für eine Fußball-Nation wie für uns das Viertelfinale nicht der Maßstab sein kann. Deshalb gibt es für uns nur eines: Argentinien schlagen und in die Top-Vier einziehen.

kicker: Im vergangenen Jahr gab es zwei 2:2-Unentschieden gegen Argentinien. Was sagt dies aus?

Klinsmann: Wir ziehen unsere Lehren daraus. Urs Siegenthaler, unser Chefscout, hat schon eine Übersicht vorbereitet.

kicker: Wie lautet die Botschaft?

Klinsmann: Die Schwerpunkte der Argentinier sind bekannt: Das Gros war schon im U-20-Bereich zusammen. Die Jungs sind entsprechend geschult, sie haben ein großartiges Passspiel, ihre Laufwege sind automatisiert. Deshalb kommen Spiele wie das 6:0 gegen Serbien & Montenegro zustande. Das verdient Bewunderung. Das Allerwichtigste aber ist, dass wir gewachsen sind.

kicker: Was hat sich bei den Argentiniern im Vergleich zu 2005 verändert?

Klinsmann: Sie zählten damals zur Weltspitze wie heute.

kicker: Und bei Ihrer Mannschaft?

Klinsmann: Wir haben uns zweimal mit ihnen auf Augenhöhe bewegt. Sogar Trainer Pekermann sagte, dass er sehr beeindruckt war von unserem Auftreten. Wir waren damals nur 70 Minuten auf Top-Niveau, danach war die Luft zu dünn für uns. Jetzt haben wir ein Team, das 120 Minuten Gas geben kann.

kicker: In den letzten beiden Spielen fehlte Michael Ballack, jetzt ist er dabei. Ein psychologischer Vorteil?

Klinsmann: Ich denke schon, dass es ein Trumpf ist zu wissen: Wir sind jetzt in absoluter Bestbesetzung, stecken voller Energie. Der Moment ist jetzt einfach da, dass wir die ganz Großen der Welt packen. Wir begreifen den Moment.

kicker: Jüngst sagten Sie erstmals klar, dass Ihnen die Ergebnisse der Fitnesstests nicht gefielen.

Klinsmann: Man hat uns ja auch heftig kritisiert, als wir im vergangenen Jahr gesagt haben, jeder Spieler hätte noch 20, 30 Prozent Luft nach oben. Aber wir hatten Recht. Voriges Jahr waren die Werte noch schlechter als die unserer Weltmeister-Mannschaft von 1990, trotz neuer Methoden, besserer Bedingungen, größeren Knowhows.

kicker: Bringt es Ihnen Genugtuung, dass die Kritiker verstummt sind?

Klinsmann: Damit hielt ich mich nie auf. Ich war immer der Überzeugung, dass die Dinge greifen, wenn die Fitness stimmt. Deshalb haben wir den Spielern immer gesagt, sie müssen mehr tun, wir können in Sardinien nicht regenerieren.

kicker: Wirkt sich das Auftreten der Nationalelf auf die Liga aus?

Klinsmann: Das ist nicht mein Thema. Ich bin kein Impulsgeber und kein Vorbereiter. Ich habe einen Job zu machen, und der beinhaltet, die Hürde Argentinien zu nehmen. Nach der WM kann man analysieren. Da wird es einen internen Bericht von uns geben und vom Beobachterteam um Berti Vogts. Dann können wir diskutieren.

"Der Moment ist jetzt einfach da, dass wir die ganz Großen der Welt packen. Wir begreifen den Moment."
Jürgen Klinsmann


kicker: Oliver Bierhoff sagt, die Vereine müssten aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. War dies eine kluge Aussage?

Klinsmann: Das bleibt Oliver überlassen, ich mache mir da keinen Kopf. Die Bundesligatrainer wissen, dass ich vor ihrer Arbeit Respekt habe. Aber ich habe auch immer betont, dass wir mehr tun müssen.

kicker: Zum Beispiel?

Klinsmann: Wichtig ist, dass wir uns am internationalen Standard orientieren, an den Halbfinalisten der Champions League. Da wird der international richtungweisende Fußball gespielt: kompaktes Verhalten, Fitness und vor allem Spiel ohne Ball. Da haben wir viel, sehr viel an Boden verloren. Bei uns hat sich eingebürgert, dass sich nur der bewegt, der den Ball am Fuß hat.

kicker: Warum macht das Nationalteam so schnell Fortschritte, nicht aber Bundesliga-Mannschaften?

Klinsmann: Ich kann die Bundesliga nicht mit der Nationalmannschaft vergleichen. Ein Bundesligatrainer muss ein Jahresprogramm entwickeln, steht in drei Wettbwerben, muss die Spieler permanent motivieren. Das ist gar nicht vergleichbar mit uns: Eine WM hat einen ganz anderen Motivationsgrad als ein Punktspiel-Wochenende.

kicker: Theo Zwanziger sagte, der Schlüssel für Ihre Zukunft sei das Achtelfinale gewesen. Kennt der Präsident seinen Bundestrainer?

Klinsmann: Er kennt mich. Mit ihm habe ich ein sehr angenehmes Verhältnis. Er will etwas bewegen, hat Energie, Weitsicht und vor allem Entschlossenheit. Aber wenn wir uns fragen, was wir tun müssen, um international wieder auf Augenhöhe zu kommen, geht es nicht um mich als Person. Entscheidend ist: Sagen wir ja zu dieser Philosophie, zu dieser Arbeitsweise mit Experten, die Verantwortung tragen? Ob ich das dann mache oder Trainer XY, ist nicht entscheidend.

kicker: Im DFB gibt es Stimmen, die sagen, Ihr Stab sei zu teuer.

Klinsmann: Wer das behauptet, betreibt Meinungsmache. Das ist absoluter Nonsens. Wir sind durch unsere Arbeit die finanzielle Lokomotive im deutschen Fußball. Wir spielen die Sponsoren ein, wir spielen volle Stadien ein, wir spielen die höchsten Einschaltquoten seit Jahren ein. Wir haben einen Imageaufbau einer Mannschaft geleistet, die offen ist für Medien, Sponsoren und Zuschauer. Und das Allerwichtigste: Wir haben eine Identität aufgebaut mit einer Spielphilosophie. Finanziell ist das gar nicht messbar und steht in keinem Verhältnis zu dem, was dieser Stab kostet.

kicker: Liga-Vertreter sagen, der beim DFB betriebene Aufwand sei nicht auf die Klubs übertragbar.

Klinsmann: Das ist ebenfalls völliger Nonsens. Wenn ich einen Verein führen würde, würde ich lieber vier Fitnesstrainer für je 50 000 Euro beschäftigen und dann eben für einen Spieler 200 000 Euro weniger ausgeben oder einen Transfer weglassen. Ich brauche keinen Kader von 30 Spielern, sondern von 20 bis 22. Das sind ganz einfach nachvollziehbare Rechenbeispiele.

kicker: Also ist für Sie der Abbau des Stabes, etwa der Fitnesstrainer, des Psychologen oder des Chefscouts, nicht verhandelbar?

Klinsmann: Nein. Das wäre der total falsche Ansatz. Der Verband hat die freie Auswahl, wie er sein Geld ausgibt: Macht er zwei Kongresse im Jahr für sechsstellige Summen oder investiert er das Geld lieber in andere Dinge? Wir können nur für uns sagen: Was wir in Anspruch genommen haben, haben wir zigmal, wirklich zigmal reingespielt.

kicker: Bierhoff hat für die Zukunft ein Modell angeregt, in dem Joachim Löw noch mehr das Tagesgeschäft übertragen würde, während Sie eine Art Supervisor bilden könnten. Eine denkbare Variante?

Klinsann: Ich habe mir noch keine Gedanken gemacht, wie man das eventuell danach weiterführen kann. Ich habe Joachim und Oliver gesagt, dass wir erst dieses Ding durchziehen wollen. Wir brauchen hundertprozentige Energie für die Mannschaft, bis zum 9. Juli. Dann können wir verschiedene Varianten besprechen.

"Wir können für uns sagen: Was wir in Anspruch genommen haben, haben wir zigmal, aber wirklich zigmal reingespielt."
Jürgen Klinsmann


kicker: Was ist Ihnen dabei wichtig?

Klinsmann: Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass mir die Arbeit viel Spaß macht. Wenn ich in die Augen der Spieler schaue, habe ich das Gefühl, sie schätzen unser Engagement. Aber die allerwichtigste Komponente für mich wird sein, dass ich mit meiner Frau ein paar Tage Zeit bekomme, um zu besprechen, was für uns als Familie das Wichtigste ist.

kicker: Es wird allgemein vermutet, dass Sie im Falle des Titelgewinns sicher weitermachen. Richtig?

Klinsmann (denkt lange nach): Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Mein Ziel ist es, Weltmeister zu werden, aber es wäre falsch, über das Danach nachzudenken. Ich glaube, die Spieler spüren, dass ich mir keinen Kopf über die Zukunft mache, sondern nur, wie ich ihnen helfen kann. Ich habe noch nicht einmal Urlaub gebucht.

kicker: Ist der Trainerjob für Sie ein Traumberuf?

Klinsmann: Wenn ich es so ausüben darf wie in dieser Konstellation, mit Jogi und den anderen Leuten, dann ja. Es ist ein Job, in dem man aufgehen kann.

kicker: Schmunzeln Sie, dass die Diskussion um Ihren Wohnsitz in Kalifornien keine Rolle mehr spielt?

Klinsmann: Ja, aber mir war immer klar, dass es so kommen würde.

kicker: Wird es wieder Thema?

Klinsmann: Für mich sicherlich nicht. Wenn es für andere eines ist, ist es deren Problem. So habe ich es die letzten beiden Jahre schon gehalten. Für mich war es nie ein Problem.

kicker: Wie finden Sie das Niveau bei dieser WM?

Klinsmann: Irgendwie hat das Turnier noch nicht seine Logik gefunden. Es bleibt für Überraschungen offen, die wir noch gar nicht abschätzen können. Frankreich etwa hat noch nicht überzeugt, steht aber im Viertelfinale und ist fähig, Brasilien zu schlagen. Aber eine ganz neue Komponente hat dieses Turnier noch nicht hervorgebracht, außer, dass wir richtig guten Fußball spielen können in Deutschland.

kicker: Wer wird Weltmeister?

Klinsmann: Wir.

Interview: Oliver Hartmann/Karlheinz Wild

gruß Maxp.  

29.06.06 10:55
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695 Postings, 5439 Tage von Wutzlebenklinsmann hat doch jetzt schon gewonnen

er hat mit seiner offensiven hochklassigen spielweise nicht nur ganz deutschland (ein paar nörgler gibst immer) hinter sich gebracht, nein auch die weltpresse honoriert den neuen stil.

2 jahre unter klinsmann haben aus fussballvernichtern eine mannschaft hervorgebracht, die den attraktivsten fussball der WM spielt. das man damit nicht immer ins endspiel kommen muss, ist allen klar. ansonsten wären wir vor 4 jahren nicht ins endspiel gekommen und die viertelfinals würden anders aussehen.

die mannschaft hat jetzt 4 spiele am stück lang begeistert (gabs das eigentlich überhaupt schoon mal???).
jetzt gehts gegen den topfavoriten argentinien (1. der quali in südamerika und dabei brasilien vorgeführt).
das wir überhaupt von ner chance gegen die reden können, ist auch klinsmanns verdienst. und wenn mans ich die quoten bei betandwin und co anschaut, dann sehen die uns sogar vorne - gegen die wohl derzeit (zweit-)beste mannschaft der welt.


 

29.06.06 11:22

286 Postings, 5210 Tage schmalzbrotKlinsmann liegt richtig

"Der Weltmeister von 1990 sieht in der Umsetzung seiner Philosophie die einzige Chance, um international nicht den Anschluss zu verlieren. "Es muss ein gewaltiger Ruck durch Fußball-Deutschland gehen ", sagte Klinsmann in Anlehnung an den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, der am 26. April 1997 seine legendäre "Ruck-Rede" gehalten hatte.

"Das, was wir machen, ist einfach internationaler Standard. Das ist der Fußball vom FC Barcelona, von Arsenal London, von Ajax Amsterdam. Zwischen den deutschen Topteams und diesen Mannschaften liegen Welten", erneuerte Klinsmann seine wiederholt geäußerte Kritik an der Arbeit in den Bundesliga-Klubs. Jeder wisse jetzt: "Das alles können deutsche Fußballer! Wenn sie richtig geführt werden und richtig trainieren."

Es gibt sicherlich viele Gründe warum der Deutsche Fußball international den Anschluß verloren hat, aber die "haben wir immer so gemacht und Kopf in den Sand Methode" sollte ein für allemal in den Archiven der Vereine und des DFB verschwinden. Ich bin sehr überrascht über die deutsche Mannschaft und deshalb hoffe ich, daß Deutschland wenigstens das Halbfinale erreicht um den ewig gestrigen ("Wir sind schließlich Weltmeister 54, 74, 90") Experten das Maul zu stopfen, Klinsmann den eingeschlagenen Weg (hier besonders die Trainingsmethoden) fortsetzen zu lassen und damit dem Deutschen Fußball wieder zu internationalen Erfolgen zu verhelfen. Felix Magath vom Deutschen Meister und Hans Meier vom 1.FC Nürnberg nehme ich davon aus.

 

29.06.06 11:33

33505 Postings, 5647 Tage PantaniDFB Team entspannt

Per Mertesacker macht beim Bogenschießen keine schlechte Figur.
Dieser Mann soll eigentlich sehr schüchtern sein. Miroslav Klose ist kein bisschen nervös.
Löw: "Es gibt Möglichkeiten, um Argentinien empfindlich zu verletzen."

Mittwoch, 28. Juni 2006

Bogenschießen statt Training
DFB-Team ganz entspannt


Um die Mannschaft herum tobt weiterhin der ganz normale WM-Wahnsinn, nur Jürgen Klinsmann und Co. scheint die Hysterie vor dem Viertelfinale gegen Argentinien kaum zu interessieren. Trainer und Spieler präsentierten sich am Mittwoch, zwei Tage vor dem Klassiker derart entspannt, als würde am Freitag im Berliner Olympiastadion allenfalls ein Freundschaftsspiel stattfinden.
 
Sogar die Vorbereitung am Mittwoch deutete nicht unbedingt auf das große Duell gegen die Südamerikaner hin. Statt einer normalen Trainingseinheit auf dem Fußballplatz, die erst wieder am Nachmittag stattfand, bot der Bundestrainer seinen Spielern die Möglichkeit zum Fußball-Tennis - und zum Bogenschießen. "Das war als Angebot zur Freizeitbeschäftigung gedacht und ist ja auch eine Form der Konzentration", meinte Klinsmann-Assistent Joachim Löw.
 
Überhaupt würde sich die Mannschaft "in aller Ruhe, mit aller Konzentration, ohne Nervosität und mit viel Selbstvertrauen" für die Partie präparieren, berichtete Löw am Mittwoch in Berlin. Es gebe auch keinen Grund, unruhig zu sein: "Wir haben bislang ein gutes Turnier gespielt, haben zwei Jahre darauf hingearbeitet. Wir haben bisher alles getan, was machbar ist."
 
Dabei gebe es für die deutsche Nationalmannschaft schon einige Gründe, um nervös zu sein. Dies musste selbst Löw bei seiner Charakterisierung über Gegner Argentinien eingestehen. "Das ist eine Mannschaft mit sehr vielen Stärken, aber wenig Schwächen. Das ist eine der homogensten Mannschaften bei dieser WM", lobte der DFB-Coach. Argentinien sei ein Team, "das technische Qualität, Spielintelligenz und gutes Zweikampfverhalten vereint".
 
Kann nur heißen: Wir haben eigentlich keine Chance, doch die wollen wir nutzen. Über das Wie wollte Löw nicht reden, nur darüber, dass der Trainerstab in Zusammenarbeit mit Chefscout Urs Siegenthaler offensichtlich Möglichkeiten entdeckt hat, "wie wir Argentinien empfindlich verletzen können".
 
Die Lösungen, "wie man Argentinien schlagen kann", sollen den Spielern bis spätestens Donnerstagabend aufgezeigt werden. Bis dahin soll laut Löw die taktische Einstellung auf die Gauchos abgeschlossen sein. Am Spieltag selbst wollen Klinsmann und Löw dann "die Emotionen schüren".
 
Noch gibt es etwa bei Torjäger Miroslav Klose, der ebenso wie Kapitän Michael Ballack trotz einer kleineren Fußverletzung einsatzfähig sein wird, keinerlei Emotionen. Dafür ist sein Selbstvertrauen nach vier WM-Siegen umso größer. "Ich denke nicht, dass wir nervös sind. Dazu besteht auch kein Grund. Argentinien war vor der WM Favorit, jetzt haben sie aber das Pech, dass sie auf uns treffen", sagte der bisher erfolgreichste WM-Torschütze mit einer Selbstverständlichkeit, als ob ein Sieg gegen einen Großen zuletzt zur deutschen Fußball-Normalität gehört hätte.
 
Dabei liegt der letzte Sieg gegen eine Top-Nation knapp sechs Jahre zurück. 16 vergebliche Anläufe folgten, unter anderem auch drei gegen Argentinien. Doch die zwei 2:2-Unentschieden im vergangenen Jahr machen Löw Mut. "Wir sind einen Schritt weiter und nun in der Lage, unser Spiel durchzusetzen. Wir haben schon damals gesehen, dass sie ihre Kombinationen nicht so aufziehen können, wenn sie unter Druck stehen", erklärte der Klinsmann-Assistent, warum Deutschland "mit großem Optimismus ins Spiel gehen kann".
 
Selbst bei Kapitän Michael Ballack ist die vor der Weltmeisterschaft geäußerte Skepsis über das Leistungsvermögen der DFB-Auswahl inzwischen verflogen. "Wir glauben echt an den Titelgewinn. So ein Selbstbewusstsein war bei uns lange nicht da. Im Moment haben wir einfach einen Lauf. Es passt derzeit einfach bei uns", meinte Ballack.
 
Auch die gestiegene Erwartungshaltung und die Euphorie im Lande würden die Mannschaft nicht belasten: "Im Gegenteil. Die Spieler blühen auf." Auch Ersatzkeeper Oliver Kahn ist überzeugt, dass der Mannschaft der große Coup gelingen kann: "Es herrscht ein ganz spezieller Geist in dieser Mannschaft."
 

29.06.06 11:46

695 Postings, 5439 Tage von Wutzlebenund jetzt vergeleichen wir mal mit magath

und seiner internationaler spielweise der bayern. da wird gegen milan 180 minuten lang rasenmikado geboten und am ende kam die strafe.
hätte man gegen mailand offensiv gespielt, wäre das ergebnis nicht schlechter ausgefallen und man hätte ein schönes spiel gesehen. aber so sagen alle, der deutsche fussball ist schlecht.

der magath hats nämlich auch noch nicht begriffen - neben vielen weiteren bundesligatrainern.  

29.06.06 11:50

286 Postings, 5210 Tage schmalzbrotNein, von Wutzleben

Die Spieler des FC Bayern München haben sich für ihre indiskutable Leistung beim 1:4 in Milano bei ihren Fans entschuldigt und wenn sie im Hinspiel nicht so unglücklich 1:1 gespielt hätten, - lassen wir das.
Magath ist nicht umsonst Doppelmeister und Doppelpokalsieger.  

29.06.06 12:16
1

7996 Postings, 7225 Tage maxperformancehätt mich interessiert wie es

ausgegangen wäre wenn es in jedem Spiel einen unberechtigten Elfmeter
statt für Milan für Bayern gegeben hätte

gruß Maxp.  

29.06.06 13:59

695 Postings, 5439 Tage von Wutzlebengeht aber auch darum wie die bayern ins rückspiel

gegangen sind. da hiess es im vorfeld, dass sie bis zur 70. minute mit nem 0:0 rechnen und danach irgendwie das 1:0 zaubern wollten.

tolle taktik....

und gegen solche fussballverhinderer musste klinsmann ankämpfen und hat sich durchgesetzt- zum glück.

@schmalzbrot  magath hat aber nicht das optimum aus seinem kader herausgeholt. wenn man sieht zu welchen leistungens eine spieler ind er lage sind, muss man sagen, dass das aus in der CL viel zu früh gekommen ist.

lucio, ballack, lahm, schweinsteiger, lizarazu, kahn, (frings hatte magath auch schon gehabt), sagnol, ze roberto, hargreaves sind alle im WM-viertelfinale und bringen klasse leistungen. diese leistungen kommen halt erst richtig zum vorschein wenn man offensiv spielt. und das hat magath international leider noch nie gemacht.

hm... 9,5 spieler, die im vietelfinale der wm stehen. gibts vereine mit ebenso vielen?  

29.06.06 14:19
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3927 Postings, 5320 Tage fourstarwm

will auch mal etwas loswerden.

klinsmann hin oder her.die mannschaft hat bis jetzt in allen 4 spielen überzeugenden offensivfußball gespielt und ist verdient ins viertelfinale eingezogen.
wenn ich mir den schwachen fußball der engländer,italiener,ukrainer und franzosen anschaue und dann auch noch die brasiliespiele steht für mich eines fest.kein team außer argentinien und portugal haben neben deutschland bei dieser wm überzeugen können.
gegen schweden hat man auch gesehen wie gut unsere mannschaft gewachsen ist.andere angeblich weltklasse nationen hätten schweden nicht so vorgeführt.sicherlich nicht.
2:0 gegen schweden ist mehr als überzeugend und deutlich und wer schweden nicht zu einer spitzenmannschaft zählt hat für mich keine ahnung vom fußball.

weltmeister wird der sieger des spiels deutschland-argentinien...es wird schwer,aber es ist ,machbar.gegen mexiko hat mich argentinien keinesfalls überzeugt.in der vergangenheit haben wir schon bewiesen,dass wir mit den argentiniern mithalten können und mit den fans im rücken gibts morgen ein verdientes 3:2 für deutschland nach verlängerung.cucu  

29.06.06 14:50

20331 Postings, 6465 Tage admin@4sternchen

wer knippst denn die bude?

Tick, Trick und Track

google.de

 

29.06.06 15:18
5

8215 Postings, 7088 Tage SahneSorry, Jürgen Klinsmann

SPIEGEL ONLINE - 29. Juni 2006, 13:45
URL: 
http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,424259,00.html

Achilles' Spezial
 
Sorry, Jürgen Klinsmann

Von Achim Achilles

Es ist Zeit, sich zu entschuldigen. Zeit, sich für drei unvergleichlich leichte Wochen zu bedanken, die er uns, dem Land der Motzkis, geschenkt hat. Weil er seinen Weg gegangen ist - den richtigen. Verzeih, Bundestrainer!

In einem der wenigen ruhigen Momente, die uns diese spannenden Tage lassen, da sollte der hiesige Fußballfan ganz leise aber sehr inständig um Verzeihung bitten. Ja, Fußball-Deutschland lag komplett daneben. 80 Millionen Bundestrainer haben geirrt. Fast alle haben wir einem Menschen Unrecht getan. Und wie.

AFPErfolgstrainer Klinsmann: Einsamster Mensch im Land
Erinnern wir uns: Was wurde gespottet, als die Spieler mit den dicken Gummibändern um die Waden über den Platz schlurften. Was soll denn der Heckmeck? Ein Fitness-Trainer aus Amerika? So ein Unsinn. Kostet doch nur Geld. Und einen Psycho-Heini noch dazu? Psycho ist für Frauen. Die Jungs sollen sich die Seele aus dem Leib rennen und fertig.

Nach den Vorbereitungsspielen sahen wir uns bestätigt. Und dann auch noch diese Nominierungen. Mit einem Kader aus Unbekannten und Halbverletzten haben wir doch keine Chance gegen die Großen der Fußballwelt. Was war vor vier Wochen die geläufigste Prognose hierzulande? Na, mal ehrlich? Es gab drei Fraktionen: die einen raunten, dass die deutsche Elf nicht mal die Vorrunde überstehe, die anderen gaben der Mannschaft bis zum Achtelfinale, nur die Mega-Optimisten wagten die Prognose: Vielleicht Viertelfinale. Das war die Minderheit.

Die größte Leistung von Klinsmann, Löw und Bierhoff war es, dass sie die vergangenen beiden Jahre Kurs gehalten haben in einem Sturm von Skepsis, Zynismus und Ablehnung. Die tapferen Drei haben sich nicht beirren lassen von den Mumien im DFB, nicht von der Boulevardpresse, nicht von der ganzen mäkeligen Stimmung im Lande. Sie haben gegen viele herrschende Regeln verstoßen, auch auf die Gefahr hin, zwischendurch mal auf die Nase zu fallen.

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ACHILLES' VERSE
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Das 1:4 gegen Italien war so ein Moment, an dem wir am liebsten den Bundestrainer ausgetauscht hätten, wenn es einen Kandidaten gegeben hätte. Gleich danach wurde Klinsmann gegeißelt, weil er zum Todestag seines Vaters mit seiner Mutter zu den Enkeln nach Kalifornien geflogen war. Dafür hat er doch tatsächlich eine Sitzung mit DFB-Funktionären sausen lassen. Wir alle waren bereit, das skandalös zu finden. Und Jürgen Klinsmann war der einsamste Mensch im Land.

Heute müssen selbst die schärfsten Kritiker eingestehen, dass diese Mannschaft auf den Punkt fit ist und motiviert. Niederlande raus, Spanien raus. Aber wir noch drin. Und die Welt ist so verzückt wie lange nicht über das deutsche Spiel. Wer das im Mai prophezeit hätte, wäre ausgelacht worden.

Der Sturkopf Klinsmann ist volles Risiko gegangen. Er hatte einen Plan, seinen Plan, und den hat er durchgezogen. Niemand weiß, wie oft er an dem Punkt war, hinzuschmeißen. Aber er hat weitergemacht. Egal, wie weit unsere Jungs noch kommen, sie haben dem Land der Motzkis schon mal drei unvergleichlich leichte Wochen geschenkt. Dieser Verdienst gebührt einem allein: dem Bundestrainer Jürgen Klinsmann.


 

29.06.06 16:17

10306 Postings, 7139 Tage chartgranatedieser Spiegel-Artikel

triff den Nagel absolut auf den Kopf !!  

02.07.06 14:15
2

51340 Postings, 7405 Tage eckiNoch mehr vom Größenwahnsinnigen Dickschädel.....

http://www.wams.de/data/2006/07/02/941423.html?s=1

 

 

Klinsmann beweist: Erfolg ist planbar

Aber der Bundestrainer mag die Hochachtung in Deutschland noch nicht genießen. Ihm fehlen zwei Siege. Erst dann hat er sein Ziel erreicht

von Peter Stützer

Harte Arbeit, großer Jubel: Jürgen Klinsmann
Foto: AP

Gestern dann die ZDF-Schalte nach Newport Beach, Kalifornien. Die Leute, 9000 Kilometer entfernt, haben Deutschland-Trikots an, schwenken Deutschland-Fahnen, singen Deutschland-Lieder und feiern den Deutschland-Trainer. "Jürgen, wir lieben dich!" schreit eine junge Frau in das Mikrophon des Reporters.

Zugegeben, die kalifornische Fan-Meile ist etwas kurz geraten, immerhin reicht sie bis zum "Cafe Alta", sie haben es nach eifriger Recherche tatsächlich ausfindig gemacht, das Cafe, in dem Jürgen Klinsmann immer seinen Cafe Latte trinkt. Toll. "Er wird jetzt sehr glücklich sein", so was weiß ein guter Wirt einfach über einen guten Kunden. Irgendwie sind sie jetzt alle auch ein bißchen Deutschland, die Leute in Kalifornien, zumindest diejenigen, die wissen, daß hier der Bundestrainer wohnt. Schön hat es der Klinsmann da drüben, das kommt jedenfalls rüber.

Als hätte jetzt auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen seinen Frieden mit Kalifornien gemacht. Sind die Bilder von Sonne, Sand und Meer im Verbund mit Jürgen Klinsmann nicht zwei Jahre lang Feindbilder im Neidrahmen gewesen? Haben die Kritiker den Bundestrainer nicht immer wieder gescholten, weil er sich am liebsten da aufhielt, wo er zu Hause war? Kritiker? Welche Kritiker? Perdu! Irgendwie sind sie im Taumel dieser WM verlustig gegangen. Jedes Tor, jeder Elfmeter mehr hat sie mundtot gemacht. Mausemundtod.

Klinsmann hat mit seiner Mannschaft das Halbfinale erreicht (Dienstag, 21 Uhr, in Dortmund), und das 5:3 nach Elfmeterschießen gegen Argentinien bringt unter vielen vor allem eine Erkenntnis: Klinsmann hat immer recht. Nicht, daß er das behaupten würde, aber was will man ihm noch vorhalten? "Jetzt wollen wir auch Weltmeister werden", sprach der Bundestrainer am Freitag noch einmal. Was ihm vor Monaten noch als Größenwahn ausgelegt worden war, ist heute eine Selbstverständlichkeit.

Zwischen Wollen und Können liegen manchmal Welten, der WM-Titel wäre deshalb eine ziemlich gute Pointe auf sein Tun, die letzte Pointe, die vorletzte hat er am Freitag in Berlin gesetzt. Als Jens Lehmann zwei Elfmeter der Südamerikaner gehalten hatte, war auch die letzte Personalentscheidung des Bundestrainers aufgegangen: die Berufung des Torhüters. Das hatte sogar Oliver Kahn eingesehen, erst gab er dem Rivalen die Hand, dann herzte er ihn anerkennend. Merke: Klinsmann hat immer recht.

Hallo Christian Wörns ("Falschspieler")! Hallo Peter Neururer ("Lehrling"). Hallo Sepp Maier ("Schleimer")! Erinnern wir noch mal kurz, wirklich ganz kurz, an all die Nörgler, die in den Monaten vor der WM nichts Besseres zu tun hatten, als den Bagger oder sonstwas aufzureißen, um Klinsmann ohne besseren Wissens an den Karren zu fahren. "Eine reine Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahme für ehemalige Nationalspieler", hatte Rudi Assauer im Juli 2004 gemosert, als Klinsmann berufen wurde. Das Zitat nur noch mal für den Fall, das der Zigarrenkopf von sich geben sollte, das habe er schon immer gewußt, daß Klinsmann ein Guter sei. Assauer ist mittlerweile übrigens als Manager des FC Schalke geschaßt worden. Er wäre für eine Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahme ganz dankbar.

Klinsmanns Karriere als Bundestrainer ist bislang eine ziemliche Achterbahn gewesen, es ging rauf wie runter, zumindest in der öffentlichen Betrachtungsweise. Er selbst hat seinen Plan einigermaßen gradlinig durchgezogen, das Unternehmen Weltmeisterschaft akribisch vorbereitet, sich mit WM-reifen Beratern umgeben, auf moderne Management- und Marketingmethoden zurückgegriffen, und er hat bereits jetzt be- wiesen, daß Erfolg planbar ist. Dazu braucht es Experten, Mut zum Risiko, einen Dickschädel, die nötigen finanziellen Mittel und nicht zuletzt das passende Personal auf dem Rasen. Passend heißt: Es müssen nicht die Besten sein, die die Richtigen sind.

Gerhard Mayer-Vorfelder, sein ehemaliger Chef beim VfB Stuttgart, hatte ihn noch davor gewarnt, sich "einen blutigen Kopf" zu holen, beim teils stur ausgetragenen Kampf gegen die Instanzen. Doch das hat Klinsmann in Kauf genommen, den Fokus immer bloß auf den 9. Juli gerichtet, zur Verwunderung selbst der Spieler. Seinen Glauben an ihre Möglichkeiten hat er erst übertragen müssen, heute weiß er: "Jeder einzelne will an seine Grenzen gehen. Und ich bin sicher, daß bei allen die Grenzen erst am 9. Juli zu sehen sein werden." Das ist der Tag des Finales.

Arm in Arm steht er vor dem Spiel mit seinem Team am Spielfeldrand. Es ist ein Weltklasseteam. Jenseits des Rasens. Auch für dessen Berufung hat er reichlich Haue einstecken müssen. Die Kritik an amerikanischen Fitnesstrainern, am Schweizer Chefscout kam vor allem aus der Bundesliga, sie grenzte an Borniertheit und Fremdenfeindlichkeit. Heute bewundert die Fußballwelt das deutsche Konditionswunder und die akribischste Spielvorbereitung der Welt. Kein Spieler ist krank, verletzt oder müde, auch das Spiel gegen Argentinien wurde erst in der 80. Minute umgedreht. Die mentale Fitness ist so überragend wie die taktische Einstellung, Scout Urs Siegenthaler versorgt jeden deutschen Spieler mit DVD-Zusammenschnitten ihres nächsten Gegners.

Bei Jens Lehmann, dies ist das entscheidende Beispiel, steckte ein Zettel im Socken, auf dem die Elfmeterschützen der Argentinier und ihre bevorzugte Schußrichtung aufgeschrieben war. Ergebnis: Lehmann hielt zwei Elfmeter, sprang bei den übrigen zumindest jeweils in die richtige Ecke.

Von Klinsmanns Planungen hat man vor dem Turnier gewußt, auch von seinen personellen Vorstellungen. Was verwundert ist, daß beinahe alles so gekommen ist, wie von ihm ausgedacht. Er spielt immer mit der gleichen Elf. Er bringt jeweils die gleichen Ersatzspieler, die so ganz nebenbei auch immer die richtigen sind. Jeder fügt sich in seine Rolle. Es gibt flache Hierarchien. Er vermittelt selbst dem aussichtslosesten Reservisten ein Gefühl der Wichtigkeit. Zum Beispiel, indem er einen Ersatzspieler vor den WM-Partie jeweils eine kurze Ansprache halten läßt.

Nichts wird dem Zufall überlassen, Klinsmann will auf alles vorbereitet sein. Sogar die Musik bestimmt er selbst: Bevor es am Freitag rausging aufs Spielfeld, wurde in der Kabine "Der Weg" gespielt, die beziehungsreiche Hymne von Xavier Naidoo wurde von Klinsmann persönlich aufgelegt. Klinsmann beschwört den Teamgeist, er schweißt die Mannschaft zusammen. Er hat ihr seine Idee vermittelt. "Wie es Saint-Exupery formulierte", sagt der Sportpsychologe Hans-Dieter Hermann im "Stern": "Wenn du jemanden dazu bringen willst, ein Boot zu bauen, mußt du ihn die Sehnsucht nach dem Meer lehren."

Es ist ein Projekt vom Reißbrett, das trotzdem Emotionen weckt. Es ist ein modernes Unternehmen, das nur auf ein Ziel ausgerichtet ist, auf den 9. Juli. Und es ist nicht gesagt, daß diese Firma über diesen Tag hinaus bestehen wird. Die Amerikaner, der Schweizer, sie sind nur Deutsche auf Zeit. Dienstleister, wie Klinsmann im Grunde auch als Projektleiter einen Service anbietet. Keiner gehört zur großen DFB-Familie, die mehr an Fritz Walters Ideen klebt und Klinsmanns Plan nicht begreift. Doch der Plan ist aufgegangen.

Jetzt kommt Italien, und alle erinnern sich. Nach dem 1:4 im Testspiel gegen die Italiener vor vier Monaten war Klinsmann mit seiner Spielgemeinschaft am Boden. Die Kritiker formierten sich, erstmals mußte er um seinen Job bangen. Es war sein Schlüsselspiel, denn in Florenz erkannte Klinsmann, daß mit Hurra-Fußball kein WM-Titel zu gewinnen ist und auch kein Blumentopf. Er verstärkte die Defensive. Er erhöhte den Druck. Er drohte, motivierte, inspirierte.

Zufrieden verließ er nach dem Viertelfinale das Berliner Olympiastadion. Aber er sah nicht glücklich aus. Jürgen Klinsmann ist noch nicht am Ziel. Zwei Siege noch. Dann ist er oben. Dann wird ihm Fußball-Deutschland die Füße küssen. Die Kritiker von damals werden ihn lobhudeln und bitten zu bleiben. Jürgen Klinsmann kann die Hochachtung noch nicht ge- nießen. Er ist noch verstrickt. Er verdrängt die Gedanken an die Zukunft. Wie sollte er diese WM denn noch toppen? Er wird gehen. Erst mal nach Amerika. Die Kameras werden ihm sicher folgen. Die Kritiker werden wehklagen. Klinsmann wird lächeln.

Artikel erschienen am 2. Juli 2006

 

03.07.06 06:04

1407 Postings, 5609 Tage CDUCSUBist DU anders? o. T.

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