hat Berlin einen neuen Architekturskandal?

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neuester Beitrag: 17.12.06 19:15
eröffnet am: 16.12.06 20:50 von: Kicky Anzahl Beiträge: 7
neuester Beitrag: 17.12.06 19:15 von: Kicky Leser gesamt: 1167
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16.12.06 20:50
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64714 Postings, 7698 Tage Kickyhat Berlin einen neuen Architekturskandal?

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/...eton/612831.html
Gerade wurde die Galerie Bastian gegenüber dem Neuen Museum vollendet.Entworfen wurde sie  von dem englischen Architekten David Chipperfield. "Ein verschwenderisch schöner Bau, den man als städtebauliches Mäzenatentum bezeichnen könnte: Vier Geschosse, wo man acht unterbringen könnte, lichterfüllte Galeriesäle, eine von großen Fenstern durchbrochene Fassade aus gebrauchten hellen Ziegelsteinen, die verfugt und geschlämmt werden. Kurz, eine minimalistische Architektur, die vermittelt zwischen den kleinen Häusern der Innenstadt und den Monumentalbauten der Museumsinsel.
Nun gab der Bundestag kürzlich überraschend jene 73 Millionen Euro frei, welche die Museen für den Eingangsbau veranschlagen.Immerhin haben uns das jüngst eröffnete, seiner fast klassizistischen Würde wegen gefeierte Literaturmuseum in Marbach ebenso wie schon der Rohbau der Galerie Bastian gezeigt: Chipperfield ist einer derjenigen Architekten, die gerade durch das beständige Überprüfen der Details neue Qualitäten erreichen. Die Eleganz seiner Entwürfe kann man auch auf seiner Homepage bewundern
http://www.davidchipperfield.co.uk/  Aber sein Entwurf für den Eingangsbau des Neuen Museums stiess schon auf vehemente Kritik . "Materielle und intellektuelle Blässe" wirft Heinrich Wefing in der FAZ dem von David Chipperfield entworfenen Eingangsbau der Berliner Museumsinsel vor.Just für die letzte freie Fläche auf der Insel, für den kostbarsten Baugrund der Hauptstadt zwischen Kupfergraben, Pergamonmuseum und Neuem Museum, unter den Augen von Schinkel, Stüler, Messel, Ihne, hat Chipperfield einen Baukörper vorgeschlagen, der jede Präsenz, jede Aura und alle Entschiedenheit vermissen läßt. Ein Kompromiß, in Glas gewickelt. So kann das einzigartige Ensemble der Museumsinsel nicht vollendet werden.
"Nichts an dem Projekt lässt ahnen, dass dies das Foyer zu Berlins Weltkulturerbestätte sein soll, der erste Bau, den alle Touristen betreten werden, wenn sie die Nofretete, den Pergamonaltar oder das Markttor von Milet besuchen. Chipperfield selbst spricht von der 'ambivalenten Erscheinung' des Hauses, die dessen 'multifunktionalem Charakter' entspreche. Ebendas aber, Ambivalenz, Kleinmut gar, ist auf der Insel verboten. Der letzte Baustein muss vielleicht nicht mit derselben rücksichtslosen Egomanie auf die Museumsinsel gewuchtet werden wie Messels Pergamonmuseum, das alle Bezüge zu den früheren Bauten ignorierte. Aber mehr als ein schmuckes Toilettenhäuschen muss es doch sein.
http://www.faz.net/s/...CE9356B0C10C00891B~ATpl~Ecommon~Scontent.html  
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16.12.06 22:00

8541 Postings, 5689 Tage kleinlieschensieht ja richtig

schmuck aus - würg!

Sag ich doch - hier in Berlin darf sich jeder austoben.

Gruß - kl.  

16.12.06 22:04

51340 Postings, 7461 Tage eckiSchmuckes Toilettenhäuschen?

Wenn sich Architekten nicht gegenseitig madig machen dürfen, sind sie nicht glücklich.....  

17.12.06 09:44

64714 Postings, 7698 Tage KickyLiteraturarchiv Marbach

und hier das neueröffnete vielgelobte Literaturarchiv von Chipperfield
 
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marbach_literaturmuseum_.jpg

17.12.06 09:57

64714 Postings, 7698 Tage KickyUmplanung gefordert von Unesco

Eigentlich ist Michael Petzet von den Baufortschritten auf der Museumsinsel begeistert. Ausführlich lobt der Präsident der Unesco-Gutachterorganisation Icomos die Wiederherstellung der historischen Museumsbauten. Wenn er von dem modernen Glasbau spricht, den der Stararchitekt David Chipperfield entworfen hat, dann weicht die Begeisterung des Denkmalschützers aber einer tiefen Unzufriedenheit. Das als Teil des Masterplans vorgesehene zentrale Eingangsgebäude südlich des Pergamonmuseums kritisiert er als?fremdes Element?, das den ?Dialog mit dem Vorhandenen? vermissen lasse. Stattdessen sei der Bau ?nur so hingeschachtelt?.Seine Bedenken will Icomos-Präsident Petzet jetzt auch dem Welterbe-Komitee der Unesco mitteilen. Direkte Sanktionsmöglichkeiten gegen das Bauprojekt habe man zwar nicht. Aber die Unesco setze ohnehin eher auf den Dialog mit allen Beteiligten. So habe man bereits mit dem Büro Chipperfield gesprochen und von dort die Rückmeldung erhalten, dass die Architekten den Entwurf noch einmal überarbeiten werden: ?Wir erwarten, dass nun Alternativentwürfe kommen.?

Das bestätigt Chipperfield-Sprecherin Nina Helten. ?Das Haus soll in zeitgemäßer Architektursprache entstehen, aber auch der herausragenden Qualität der umgebenden historischen Museumsbauten Reverenz erweisen?, sagt sie. Grundsätzlich könne man auf einen Neubau von den geplanten Ausmaßen aber nicht verzichten. ?Klar ist, dass ein Eingangsgebäude von zentraler Bedeutung ist, um den großen Mengen der Besucher einen angemessenen Empfang mit allen zentralen Serviceeinrichtungen zu bieten.?Der Icomos-Präsident sieht das ähnlich. Er sei er nicht generell gegen einen Neubau, der als Eingang zu den alten Gebäuden fungiere, stellt Petzet klar. ?Ein modernes Museum braucht auch neue Räume?, sagt der Denkmalschützer und lobt als Beispiel die Louvre-Pyramide, die er für eine gelungene Ergänzung des historischen Museumsbaus in Paris hält. Dem Berliner Chipperfield-Entwurf hingegen, der eine Hülle aus Glas und Stahl vorsieht, sehe man nicht einmal an, ?dass er ein Haupteingang sein soll?
Das aus seiner Sicht misslungene geplante zentrale Erschließungsgebäude schmerzt Petzet umso mehr, weil er die bisherige Sanierung ansonsten für sehr gelungen hält. ?Hier ist in vorbildlicher Weise das Weltkulturerbe erhalten worden?, lobt er die Wiederherstellungsarbeiten vor allem im Bodemuseum und im Neuen Museum.www.tagesspiegel.de  

17.12.06 12:06

8541 Postings, 5689 Tage kleinlieschenAbriß!

17.12.06 19:15

64714 Postings, 7698 Tage KickyHeiner Bastian´Galerie und Chipperfield

Am 02-04-03 hat der Besitzer Heiner Bastian den Gewinner auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben und gleichzeitig Einblicke in den Prozess der Entscheidungsfindung gestattet.
Neben dem historischen Museumsanbau von I.M. Pei und in unmittelbarer Nähe zur Museumsinsel, werden hinter der Sandsteinfassade mit großformatigen Fensteröffnungen drei Galeriegeschossen und zwei Wohnungen im Dach entstehen.
Entwurflich orientiert sich der Gewinner nicht an den historischen Bauten auf der Museumsinsel sondern eher an seiner Lage im Stadtgefüge.
Zurzeit restauriert Chipperfield das Neue Museum auf der Museumsinsel und hat auch die Pläne für ein dazugehöriges Eingangsgebäude erstellt.
Entgegen vielen Erwartungen wurde der Entwurf von Hans Kollhoff in Form eines klassizistischen Tempels nicht nur verworfen, sondern auch noch scharf kritisiert.
Bastian erwartet nach einer Überarbeitungphase die Fertigstellung für das Jahr 2005.

altere Meldung zur Galerie Bastian die gestern eröffnet wurde  
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Galerie_Bastian.jpg
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