frage an katjuscha

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 13.07.04 19:31
eröffnet am: 13.07.04 10:41 von: tafkar Anzahl Beiträge: 15
neuester Beitrag: 13.07.04 19:31 von: jgfreeman Leser gesamt: 381
davon Heute: 0
bewertet mit 0 Sternen

13.07.04 10:41

5883 Postings, 6292 Tage tafkarfrage an katjuscha

wie aussagekräftig ist die in einer bilanz ausgewiesene "kapitalrücklage" im eigenkapital. sind das immer cash-equivalente? danke für deine hilfe.

   Yours sincerly, TheArtistFormerlyKnownAsRalph

 

13.07.04 10:56

200 Postings, 6495 Tage Turbo2003@tafkar

Hallo tafkar,

ich bin und heiße zwar nicht katjuscha aber:
Die Kapitalrücklage ist genauso "gutes" Eigenkapital wie das Grundkapital. Beide stehen auf der Passivseite der Bilanz = Kapitalherkunft. Die liquiden Mittel stehen auf der Aktivseite der Bilanz = Mittelverwendung. Die Cashhöhe hat also grundsätzlich nichts mit der Eigenkapitalhöhe zu tun. Es ist ja möglich, daß das ganze Kapital in Anlagen und Vorräte investiert ist. Natürlich ist es für Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote leichter eine Cashposition zu halten, da Kredite leichter zu bekommen sind. Statt eines hohen Cashbestandes reichen auch eingeräumte kreditlinien aus.

Gruß

Turbo2003  

13.07.04 11:05

5883 Postings, 6292 Tage tafkarich danke dir, turbo


   Yours sincerly, TheArtistFormerlyKnownAsRalph

 

13.07.04 11:31

5883 Postings, 6292 Tage tafkarwie aussagekräftig ist dann eigentlich eine

hohe eigenkapitalquote?

   Yours sincerly, TheArtistFormerlyKnownAsRalph

 

13.07.04 17:48

2008 Postings, 7617 Tage jgfreemanWelche Aussage verlangst Du denn?

Die EK-Quote wird Dir nicht direkt anzeigen, ob die Aktie jetzt billig oder teuer ist. Es gilt auch nicht automatisch "je höher, desto besser"... bzw gibt es gute Gründe (z.B. Steuerersparnis), weshalb die EK-Quote nicht 'zu hoch' sein sollte.

Zentrale Ansätze in der Unternehmensbewertung wollen den Effekt einer hohen/niedrigen EK-Quote gerade herausrechnen, damit man eben nicht Äpfel mit Birnen vergleicht.

Grüße,
JG
www.chart-me.de  

13.07.04 17:59

5883 Postings, 6292 Tage tafkarich versuche gerade,

unter berücksichtigung verschiedener kennzahlen eine art bewertungsformel aufzustellen.

   Yours sincerly, TheArtistFormerlyKnownAsRalph

 

13.07.04 18:00

101089 Postings, 7618 Tage KatjuschaWieso stellst Du eigentlich gerade mir diese Frage

Ich hätte es genauso ausgedrückt wie Turbo2003! Aber wie jgfreeman schon sagt, kann man die EK-Quote nicht irgendwie abstrakt gesondert betrachten!

Es gibt sowohl Aktien mit EK-Quote von 95% als auch mit 15% die überbewertet sind! Du müsstest mir mal ein konkretes Beispiel (besser noch 3 Beispiele mit unterschiedlichen Bilanzen) nennen, um wirklich eine klare Aussage zu Chancen, Risiken und der Aussagefähigkeit der EK-Quote machen zu können!

Ist ja beispielsweise logisch, das einige Branchen höheres Umlaufvermögen haben als Andere, und dann meist auch die EK-Quoten unterschiedlich sind! Branchenzugehörigkeit spielt also eine große Rolle, genau wie der Zeitpunkt bei dem wir die Bilanz betrachten! Ob z.B. gerade restrukturiert wurde, oder ob eine größere Übernahme getätigt wurde etc. etc. spielt alles eine Rolle bei der Bewertung der EK-Quote!


Jedenfalls viel zu kompliziert, um das pauschal beantworten zu können! Zumal jgfreeman und andere User vermutlich noch mehr Ahnung haben als ich! ich betrachte das meist nur aus der Sicht eines Aktionärs oder des Kreditgebers!



Grüße  

13.07.04 18:02

101089 Postings, 7618 Tage KatjuschaBewertungsformel ?

Nee, so etwas wirst Du nicht zustande kriegen. Glaub mir! Da spielen so viele Dinge rein, das es unmöglich ist, eine Formel aufzustellen.  

13.07.04 18:13

5883 Postings, 6292 Tage tafkarnatürlich keine exakte formel,

die im ergebnis "kaufen" oder "nicht kaufen" sagt. ein kgv schätzt man doch z.B. als "relativ hoch" oder "relativ niedrig" ein - je nach branche, aussichten etc.
warum sollte man also per gewichtung verschiedener kennzahlen keine tendenz herausfiltern können?

   Yours sincerly, TheArtistFormerlyKnownAsRalph

 

13.07.04 18:15

4873 Postings, 7689 Tage n1608Fieso?

während meines vwl-studiums habe ich gelernt, dass man sogar die ganze welt in ein modell pressen kann und sich daraus formeln ableiten lassen. also lass dich nicht abschrecken lieber tafkar.  

13.07.04 18:20

101089 Postings, 7618 Tage KatjuschaDeshalb liebe ich ja die VWLer und BWLer so ! ;)

Alles in Formeln pressen, ...

Na ja, bald bin ich ja auch Wirtschaftswissenschaftler! Hätte ich mir vor ein paar Jahren nicht träumen lassen! Hoffentlich lass ich mich nicht in Kategorien und Denkmuster reinpressen!  

13.07.04 18:28

2008 Postings, 7617 Tage jgfreeman@tafkar

Im Endeffekt hängt der Wert einer Aktie an

1. Was bekomme ich? - Dividende und Sonderausschüttungen. Kurszuwächse drücken höhere Dividendenerwartungen (genauer, den Barwert der zukünftigen Dividenden) aus.

2. Wann bekomme ich es? Von heute bis zur Auflösung des Unternehmens. Zukünftige Zahlen werden auf den heutigen Tag "heruntergezinst".

3. In welcher Höhe? Schätzen.

4. Zu welchem Risiko? Schätze ein, wie stark "heruntergezinst" werden muss.




5. Vergleiche "Was bekomme ich?" mit "Was bezahle ich?" (also den aktuellen Aktienkurs) ;-)

Simsalabim - fertig!

Du wirst es nicht glauben, aber diese wundersamen "Formeln" gibt es bereits. Tragen dann so schöne Namen wie "Adjusted Present Value", "Economic Value Added", "Discounted Cashflow",... Die Nachteile der Verkürzung auf eine Zahl misst man mit Sensitivitätsanalysen.

Grüße,
JG
www.chart-me.de


PS: Falls Dich das Thema interessiert, kauf Dir bei Amazon mal ein Buch, "Principles of Corporate Finance" oder sowas in der Art.  

13.07.04 18:47

101089 Postings, 7618 Tage KatjuschaNa ja, ob er diese Formeln gemeint hat

Auch das beste DCF-Modell schützt nicht vor Fehleinschätzungen, da es immer Annahmen (hier sogar eher langfristig) beinhaltet! Und beim DCF hab ich sogar die Erfahrung gemacht, das relativ geringe Fehlannahmen sich überproportional auf die Aktienperformence auswirken!

Letztlich kommt es bei jeder Anlage darauf an, einer der Ersten zu sein, dem zukünftige Veränderungen in der Bewertung auffallen, und diesen Informations-und Erkenntnisvorsprung zu nutzen!

Da helfen sicherlich diese Formeln ein Stück weiter, aber sie sind genauso unsicher wie eine Bewertung auf KGV-Basis, zumal das ja alles zusammenhängt! Du wirst nicht die richtigen KGV-Schätzungen machen, ohne Bilanzkennzahlen einfließen zu lassen, und Du wirst keine ordentliche DCF-Bewertung machen, wenn Du die Gewinnentwicklung falsch einschätzt!


Börse ist nicht wie Roulette, aber vieles beruht nunmal auf Annahmen, auf Glück, auf volkswirtschaftlichen Veränderungen, darauf was gerade "in" ist, darauf ob Deine Aktie jemand wahrnimmt oder nicht! All das kann man nicht in Formeln pressen, und deswegen mache ich mir auch gar nicht die Arbeit, eine DCF-Analyse zu machen, auch wenn ich die Möglichkeiten dazu hätte!



kat  

13.07.04 18:57

4873 Postings, 7689 Tage n1608@jgfreeman

die von dir vorgestellte vorgehensweise heißt korrekt: Net present value. Also lieber tafkar, jeder NPV über 0 ist ein lohnendes Geschäft.

Brealey and Myers "Principles of Corporate Finance" ist ein klassiker für jeden bwl / vwl'er mit finanzwissenschaftlichen schwerpunkt. Wer aber noch nicht allzu tief in der materie steckt, sollte die finger davon lassen. Sonst wird`s frustrierend!  

13.07.04 19:31

2008 Postings, 7617 Tage jgfreeman@Katjuscha

Bei einer formalen Analysen geht man sozusagen "mit System" an die Sache heran. Vorteil: Man weiß genau, welche "Fehler" in welchem Ausmaß auftreten werden, d.h. man kann die Genauigkeit seines Ergebnisses abschätzen und hat eine saubere Trennung verschiedener Einflüsse. So kann man z.B. verschiedene Szenarien durchspielen. Was passiert wenn die Zinsen steigen mit dem Aktienkurs, oder was ändert sich, wenn die Korrelation zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abnimmt? Wie stark beeinflußt die Aktie das Risiko meines Gesamtportfolios usw usw usw...

Somit sind "diese Formeln" sicher brauchbar und erweitern eine Vorgehensweise 'nach Daumenregeln'...

Im Grunde geht es vielleicht zu sehr ins Detail und verlangt einen Aufwand, den man als Kleinanleger nicht aufbringen kann oder will.


@n1608

Brealey/Myers dürfte wirklich mühsam sein (auch weil in Englisch), aber ich kenne sonst kein wirklich gutes "Einsteigerbuch". Aber Du hast Recht, "NetPresentValue" sollte man als Anleger ruhig mal gehört haben.  

   Antwort einfügen - nach oben