die Rochade bei der SPD ein abgekartetes Spiel?

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neuester Beitrag: 06.11.05 20:16
eröffnet am: 03.11.05 13:10 von: Kicky Anzahl Beiträge: 10
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03.11.05 13:10
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62514 Postings, 7554 Tage Kickydie Rochade bei der SPD ein abgekartetes Spiel?

das Netzwerk Berlin
auffällig ist doch ,dass unter den Leuten , die Nahles zur Genaralsekretärin wählten,bekanntlich auch die Bürgermeisterin von Bonn und Ute Vogt und noch einige  waren...mit der Folge,dass Müntefering abtrat,was wohl beabsichtigt war
auffällig ist auch,dass man Nahles dann auf den Posten des Stellvertreters des Parteivorsitzenden schieben wollte, nachdem Wieczoreck-Zeul verzichtete,weil man sie als den eigentlichen Sündenbock ausmachte...damit war Wieczoreck-Zeul vom Fenster....
und was hat man dann mit dem Stellvertreterposten gemacht:man hat ihn gleich fünffach besetzt,unter anderem mit Nahles
und jetzt ist Nahles vom Fenster!dafür ist Hubertus Heil drin
wozu so ein Netzwerk alles gut sein kann!

Netzwerk Berlin
Das Netzwerk Berlin ist eine Initiative meist junger und pragmatisch orientierter Bundestagsabgeordneter der SPD, dem auch einige sozialdemokratische Landespolitiker angehören. Zu den Netzwerkern zählen insgesamt einige Dutzend Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Geschäftsführer des Netzwerks mit Sitz im Jakob-Kaiser Haus in Berlin ist der Politologe Jürgen Neumeyer. Das Netzwerk ist neben der Parlamentarischen Linken (PL) und dem Seeheimer Kreis eine dritte Strömung innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion.
Das Netzwerk hat seinen Ursprung in der so genannten Youngster-Organisation, die einen Generationenwechsel innerhalb der Fraktion der Sozialdemokraten vorantreiben wollte. 1992 waren gerade mal acht SPD-Bundestagsabgeordnete unter 40 Jahre alt. Der spätere Staatsminister Hans Martin Bury wurde erster Youngster-Sprecher und hatte gemeinsam mit anderen jüngeren Parlamentariern 1998/1999 die Idee, ein Netzwerk zu gründen, das gemeinsame inhaltliche Interessen verfolgt und innerhalb der SPD-Fraktion ein politische Rolle spielt. Heute hat das Netzwerk Berlin einen Verteiler von mehr als 2500 Adressen aufgebaut, gibt das alle zwei Monate erscheinende Magazin ?Berliner Republik? heraus und veranstaltet offene politische Gesprächsrunden und verschiedene Konferenzen, Seminare und Tagungen.

Bekannte Netzwerker sind neben Sigmar Gabriel und dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck auch Sabine Bätzing, Hubertus Heil, Kerstin Griese, Ulrich Kelber, Hans-Peter Bartels, Kurt Bodewig und Ute Vogt. Die Mitglieder des Netzwerks werden durch einen sechsköpfigen Sprecherkreis vertreten, dem Hubertus Heil, Kerstin Griese, Nina Hauer, Siegmund Ehrmann, Christian Lange und Carola Reimann angehören. Aus der selbsternannten ?nächsten Führungsgeneration? der SPD fand der 1959 geborene Sigmar Gabriel Berücksichtigung bei den Nominierungen für die sozialdemokratischen Plätze am Kabinettstisch.

Insgesamt ist die Position der Netzwerker schwer einzuordnen, weil sie vielfach auf eine flügelübergreifende Wirkung abzielen. Sie selbst betonen, sie seien weder Nachwuchs bestehender Kreise, noch Konkurrenz zum rechten Flügel der SPD, dem Seeheimer Kreis, oder zur Parlamentarischen Linken. Insgesamt ist ein Viertel der Netzwerk-Abgeordneten Mitglied in einer der beiden anderen Gruppen. Dennoch knüpft ein Teil des Netzwerks an gewachsene Traditionen der undogmatisch-reformsozialistischen Strömung der Jusos an. Das Selbstverständnis ist nach Angaben der Netzwerker aber in der ?Mitte? des politischen Spektrums der SPD anzusiedeln.
Im November 2003 präsentierten die Netzwerker ihr Programm ?Die neue SPD: Menschen stärken. Wege öffnen?, das sich scharf gegen ?ältere Parteiintellektuelle? richtete. Im Programm der Netzwerker spielt der Begriff ?Teilhabe? in Bezug auf die Frage der Verteilungsgerechtigkeit eine wichtige Rolle. Anders als bei den Parteilinken, bei denen ?soziale Gerechtigkeit? als ?öffentliches Gut? verstanden wird, sprechen die jungen Pragmatiker von der ?Chancengesellschaft?, also von Möglichkeiten und nicht Rechten in der Gesellschaft. Wichtige Themen der Netzwerker sind vor allem die Politikfelder Familie, Bildung und Wirtschaft. Wiederholt sorgten sie dabei für Aufsehen, weil sie verschiedentlich Positionen entgegen der offiziellen Parteilinie vertraten ? etwa die Einführung nachgelagerter Studiengebühren.
weiterführender Link:
http://www.netzwerkberlin.de/
Zur Zeit keine Veranstaltungen. LOL die finden jetzt woanders statt!
 

03.11.05 13:48

62514 Postings, 7554 Tage KickyDie Netzwerker

Den Erfolg von Nahles erst möglich gemacht haben die ?Netzwerker?, ein vor sieben Jahren gegründeter Zusammenschluss von jüngeren Abgeordneten, die sich nicht in das klassische Flügelschema pressen lassen wollten. Die ?Netzwerker? verlangten gegen Müntefering eine lebendige, diskutierende Partei und eine vollständige Überarbeitung des Grundsatzprogramms. Deshalb misstrauten sie dem Führungsstil Münteferings und wandten sich gegen die Wahl von dessen Vertrauten Wasserhövel. Sie unterstützten gleichzeitig im Grundsatz Schröders Reformpolitik. Machtpolitisch haben die ?Netzwerker? durch den Ausgang des Streits gewonnen. Auch im möglichen künftigen Parteichef Matthias Platzeck sieht die Gruppe einen Verbündeten, da er im Wahlkampf ohne schlechtes Gewissen für Sozialreformen warb.
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/02.11.2005/2149294.asp  

03.11.05 14:12

1320 Postings, 5736 Tage HausmeisterKrauseLeute dass iss doch nix Neues

bei der SPD, denkt doch nur mal an Schröders Regierungsanfänge! Erst mit einer Trojka zur Wahl antreten um möglichst viele Wähler zu einen und dann nach und nach die Leute wieder abservieren, bis man ganz alleine da steht wo man eigentlich hin wollte, ganz vorne.
Gruß Hausi  

03.11.05 16:07

62514 Postings, 7554 Tage KickySigmar Gabriel als Strippenzieher

Folgt man der FAZ, die die Abläufe aufgrund von Insiderinformationen nachzeichnete, so spielte Sigmar Gabriel in dem Schurkenstück eine Hauptrolle. Zunächst soll er mit Frau Nahles »ein gemeinschaftliches Vorgehen bei der Nominierung des künftigen Generalsekretärs verabredet« haben. Jedenfalls organisierte der ebenfalls aus Niedersachsen stammende Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil am vorletzten Sonnabend eine Telefonkonferenz, in der »mehrere Landesvorsitzende und weitere SPD-Politiker« Frau Nahles zum Antreten drängten. »Es hieß, Gabriel habe sich nicht beteiligt, doch habe er die Sache unterstützt.« Schließlich gab Müntefering vor der Vorstandsabstimmung am Montag eindeutige Signale, daß er auch mit Nahles als Generalsekretärin leben könne. »Ich werde mit jedem gut arbeiten können«, sagte er selbst dann noch, als Hans Eichel vor einem Vertrauensverlust warnte, falls Münteferings Wunschkandidat nicht durchkomme.

Im Vertrauen auf diese Zusagen ging Nahles in die Abstimmung. Der Pyrrhus-Sieg, den sie errang, nutzen die Neoliberalen seither zu einem großangelegten Rollback. Letzte Meldung: Gabriels Büchsenspanner Heil soll Generalsekretär werden.
(die Junge Welt heute)  

03.11.05 16:18

2421 Postings, 7001 Tage modesteachja..die edlen SPD-Gutmenschen:-))) o. T.

03.11.05 20:51

62514 Postings, 7554 Tage KickyHubertus Heil- ein blutjunger Generalsekretär

Im Bundestag, wo Heil seit 1998 sitzt, erwarb er sich einen guten Ruf, weil er sich nicht drückt, wenn es um die trockene Fachpolitik geht. Heil wurde Telekommunikationsexperte; er arbeitete auch an der geplanten Reform des Pressefusionsrechts. Und nebenher knüpfte der Politikwissenschaftler ein dichtes Netz von Kontakten. Unter den Abgeordneten galt er als diskret, gut informiert und erstaunlich einflussreich.
Heils bisher wichtigste Funktion war der Sprecherposten im Netzwerk Berlin, ein Zusammenschluss von rund 40 jüngeren SPD-Abgeordneten. Ute Vogt, die stellvertretende Parteichefin, gehört dazu, Sigmar Gabriel, der künftige Umweltminister ebenfalls. In den vergangenen Jahren erarbeiteten sich die Netzwerker zwar einen Ruf als Sozialreformer. Den älteren Genossen blieben sie dennoch suspekt; ihnen gilt das Netzwerk als Verein von Karrieristen. Auch Heil bleibt nicht verschont. Einen "grundsatzlosen Ehrgeizling" schimpfte jetzt der sächsische SPD-Abgeordnete Gunter Weißgerber den künftigen Generalsekretär.  

04.11.05 02:14

129861 Postings, 6072 Tage kiiwiiPlatzeck hat einen "Draht" zu Merkel

Platzeck hat einen "Draht" zu Merkel


Der designierte SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck ist im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit CDU-Chefin Angela Merkel optimistisch.


HB BERLIN. Er kenne Merkel aus seiner Zeit als Umweltminister in Brandenburg sehr gut, sagte der Ministerpräsident am Donnerstag am Rande der SPD-Fraktionssitzung. ?Sie können sich vorstellen, dass da ein Draht da ist.?


Nur zwei Tage nach dem Rückzug von Parteichef Franz Müntefering hatte die SPD am Mittwochabend ihre Führungskrise mit der Einigung auf Platzeck als Nachfolger in Rekordzeit beigelegt. Platzeck war von 1990 bis 1998 Umweltminister in Brandenburg, Merkel von 1994 bis 1998 Bundesumweltministerin. Platzeck bezeichnete die Tatsache, dass demnächst zwei Ostdeutsche an der Spitze von CDU und SPD stehen, als Zeichen in Richtung Normalität. ?Wenn wir darüber gar nicht mehr reden, sind wir in der Normalität dann auch angekommen.?


Platzecks Personaltableau für die Parteispitze war einstimmig vom Vorstand angenommen worden. Danach soll Hubertus Heil (33) aus Niedersachsen Generalsekretär werden. Die Parteilinke Andrea Nahles, über deren klare Nominierung als Generalsekretärin Müntefering am Montag gestürzt war, verzichtete nach heftiger Kritik im Vorstand auf den Posten als stellvertretende SPD-Vorsitzende. Platzeck hatte sie vorgeschlagen. Laut einer Emnid-Umfrage für den Sender N24 ist Platzeck nach Ansicht von 50 Prozent der Deutschen gut für die SPD und kann die Partei befrieden.


Müntefering sagte, seine Partei werde dazu beitragen, dass bis Ende nächster Woche eine Koalition stehe. Die SPD dürfe sich nicht mit internem Streit aufhalten. Der scheidende Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sagte am Abend vor dem Verein der Auslandspresse in Berlin, er sei sicher, dass Merkel am 22. November zur Kanzlerin gewählt werde. Die Koalitionsverhandlungen seien so weit fortgeschritten, dass die Sachprobleme trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelöst werden könnten.


An Nahles Stelle wurde die Vorsitzende der SPD-Frauen, Elke Ferner, als Parteivize nominiert. Als stellvertretende Vorsitzende neu aufrücken sollen zudem die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann und der designierte Finanzminister Peer Steinbrück (ebenfalls aus NRW).


Parteivize bleiben sollen der rheinland- pfälzische Regierungschef Kurt Beck, der eine herausgehobene Stellung als erster Stellvertreter einnehmen soll, sowie die baden- württembergische Landesvorsitzende Ute Vogt. Gewählt wird die neue Spitze auf dem Karlsruher Bundesparteitag am 15. November.


Beck sagte der ?Leipziger Volkszeitung?, seine Unterstützung für Platzeck sei ?sehr offen und sehr ehrlich gemeint?. Für die herausgehobene Stellvertreterfunktion müsse die SPD-Satzung nicht geändert werden. ?Es genügt, wenn meine Rolle mit meiner Kandidatur beschrieben wird.?


Thüringens CDU-Ministerpräsident Dieter Althaus nannte Platzeck im Bayerischen Rundfunk eine ?gute Lösung? für die SPD. Er sei erfahren, dynamisch und flexibel. ?Er hat auch die notwendige Gabe für Kompromisse.? Bundesfamilienministerin und SPD-Vorstandsmitglied Renate Schmidt sagte im RBB-Inforadio, es sei gut, ?dass es jetzt den Generationswechsel auch gibt an der Spitze?. Nahles werde ?sich sehr wohl erholen?. Sie habe noch eine Karriere vor sich, ?die hat jetzt eine gewisse Delle bekommen?, aber das sei keine Aussage für alle Zeiten, sagte Schmidt.


HANDELSBLATT, Donnerstag, 03. November 2005, 20:05 Uhr


MfG
kiiwii
 

05.11.05 16:44

62514 Postings, 7554 Tage Kickyist Hubertus Heil ein Königsmörder?

In der Sondersitzung der Bundestagsfraktion machte der scheidende Parteichef Franz Müntefering deutlich, der Netzwerk-Sprecher Heil sei nicht seine Wahl. Nach Berichten mehrerer Teilnehmer sagte Müntefering, daß er "bei der Besetzung des Generalsekretärs sehr anderer Meinung gewesen ist." Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Gerd Andres aus Niedersachsen, attackierte in der Sitzung die Unterstützer der Parteilinken Andrea Nahles, die durch eine Kampfabstimmung um das Amt des Generalsekretärs Müntefering gestürzt hatten. Teilnehmern zufolge kritisierte Andres, es sei schon "auffällig", daß jetzt auch noch diejenigen mit Ämtern belohnt würden, die gezündelt hätten. Andres zählt zu den einflußreichen Mitgliedern des konservativen Seeheimer Kreises.
"Heil wurde dafür scharf kritisiert, daß er der Strippenzieher für die Kampfkandidatur von Nahles war", sagte ein Teilnehmer. Heil habe im Vorfeld eine Telefonschaltkonferenz mit Landesvorsitzenden organisiert und damit "den Bogen weit überspannt". Heil verteidigte sich damit, daß die Kandidatur von Nahles eine unbeabsichtigte Eigendynamik bekommen habe.Trotz der Angriffe gilt Heil aber als sakrosankt. Denn die Genossen können ihn auf dem Bundesparteitag in Karlsruhe nicht durchfallen lassen. Andernfalls würde der designierte Parteichef Matthias Platzeck beschädigt.http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/11/05/politik/790175.html  

05.11.05 17:23

10107 Postings, 6393 Tage big lebowskyHeil.. Platzeck

oder nahles Gabriel. Scheiss Spiel, der alten Genossen...oder besser: Bonsaibebel,Möchtegernlinken eigentlich geborene Hartz IVler, aber mit Parteibuch...

Ciao b.l.  

06.11.05 20:16

62514 Postings, 7554 Tage KickyWas ist noch übrig von Andrea Nahles?

http://www.wams.de/data/2005/11/06/799734.html
Was ist noch übrig von Andrea Nahles? SPD-Generalsekretärin ist sie nicht geworden, stellvertretende Parteivorsitzende auch nicht. Der Generationswechsel ist vollzogen, aber von anderen und ohne sie. Binnen einer Woche wurde Andrea Nahles, 35, pulverisiert, politisch gesehen.
Wie war das möglich? Weil sie, menschlich betrachtet, schon immer laut war, ihre Streitlust groß und weil ihr Akzent klingt, als wäre alle Tage Altweiberfastnacht. So hat sie Karriere gemacht und Scharping, Schröder und Müntefering das Fürchten gelehrt.
Männern zollt man für so was Respekt. Andrea Nahles gilt als Nervensäge. Vor allem bei denen, die sie jetzt - wider besseres Wissen - für das Debakel der SPD verantwortlich machen wollen. Es sind die Männer ihrer Partei. Der konservative Seebacher Kreis nennt sie eine "Königsmörderin". Hennig Voscherau und Gerhard Schröder werfen ihr persönlichen Ehrgeiz vor.

Das klingt besorgt ums Gemein- und Parteiwohl, und meint doch nur, was "Bild"-Kolumnist Franz-Josef Wagner schrieb: "Frau Nahles braucht einen Mann." Sie hat einen. Aber sie hat auch wie ein Mann Politik gemacht. In einer Partei, in der Frauen unter "Gedöns" fallen, ist das unverzeihlich. Gabriele Thiels  

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