den Klinsmann kann man auch nicht mehr...

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neuester Beitrag: 12.07.06 08:38
eröffnet am: 23.02.06 16:58 von: börsenfüxlein Anzahl Beiträge: 570
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23.02.06 16:58
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18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinden Klinsmann kann man auch nicht mehr...

ernst nehmen...da werden die Stammspieler von Dortmund (Wörns/Kehl) nicht einberufen und dafür Metzelder der in Dortmund noch hinter Brezenska kommt...

auch seine Ansage, dass nur Stammspieler einberufen werden, wird ad absurdum geführt, wenn nach wie vor Spieler wie Huth, Schweinsteiger, Deisler einberufen werden...

der Typ ist sich selbst nicht treu...



Länderspiel gegen Italien
Klinsmann ärgert Wörns

Ohne die beiden Dortmunder Sebastian Kehl und Christian Wörns bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel des WM-Jahres am 1. März in Florenz gegen den dreimaligen Fußball-Weltmeister Italien. Dafür berief Jürgen Klinsmann erstmals wieder seit Sommer vergangenen Jahres die beiden Torhüter Oliver Kahn und Jens Lehmann gemeinsam in den Kader, wobei es der Bundestrainer am Donnerstag bei der Bekanntgabe seines 20-köpfigen Aufgebotes in Frankfurt/Main offen hielt, wer gegen die Italiener zwischen den Pfosten steht. Überraschend fehlt im Aufgebot der Schalker Stürmer Kevin Kuranyi, dafür ist Mike Hanke vom VfL Wolfsburg wieder dabei.

Trotz zuletzt starker Leistungen bei Borussia Dortmund wurden Kehl und Wörns erneut nicht berücksichtigt. Das BVB-Duo war auch für das letzte Länderspiel des vergangenen Jahres am 12. November in Paris gegen Frankreich nicht eingeladen worden. Die erneute Nicht-Nominierung von Wörns könnte für den 33-Jährigen gleichbedeutend mit dem WM-Aus sein, was Klinsmann aber so noch nicht bestätigen wollte.

Per Mertesacker, der zuletzt verletzungsbedingt bei Hannover 96 nicht zum Einsatz gekommen ist, die beiden Münchner Edelreservisten Bastian Schweinsteiger und Sebastian Deisler als auch Robert Huth, der bei Englands Tabellenführer FC Chelsea ein Reservistendasein fristet, zählen dagegen ebenso zum Aufgebot für das Match gegen die "Azzurri" wie der Dortmunder Christoph Metzelder, der derzeit beim BVB ebenfalls nur zweite Wahl ist. Dafür fehlt Verteidiger Lukas Sinkiewicz von Tabellenschlusslicht 1. FC Köln, der in der "U21" Spielpraxis sammeln soll. -Das deutsche Aufgebot für das Länderspiel gegen Italien

 
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544 Postings ausgeblendet.

30.06.06 15:30

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinSelbstbewußtsein ohne Ende...

"Wir gewinnen - weil uns ja gar keine andere Wahl bleibt"

Das Selbstbewusstsein der deutschen Nationalspieler ist vor dem Hit gegen Argentinien nicht mehr zu toppen. Von Torwart Jens Lehmann bis zu Torjäger Miroslav Klose sind alle vom Sieg und vom Einzug ins WM-Halbfinale überzeugt. Warum gewinnt Deutschland am Freitag endlich mal wieder gegen einen Großen?


Eine Mannschaft eine Meinung: Die deutsche Elf ist auch gegen Argentinien vom Erfolg überzeugt.
© imago  Das fragte der kicker die Elf, die im Achtelfinale gegen Schweden aufgetrumpft hat und das Viertelfinale gegen den zweifachen Weltmeister beginnen wird. Dabei betreten Arne Friedrich, Philipp Lahm und Lukas Podolski Neuland, spielen zum ersten Male gegen Argentinien. Michael Ballack, Miroslav Klose und Christoph Metzelder fehlten bei den beiden 2:2-Remis im vergangenen Jahr, waren aber bei der 0:1-Niederlage am 17. April 2002 in Stuttgart dabei. Argentinien-Experte der deutschen Elf ist Torsten Frings, der in allen drei Spielen mitgemacht hat.

Jens Lehmann: "Weil uns keine andere Wahl bleibt, wir müssen ja. Argentinien wird die stärkste Herausforderung, die uns im gesamten Turnier begegnen kann."

Arne Friedrich: "Weil wir eine Turniermannschaft sind und uns immer weiter steigern werden. Wir wollen Argentinien weghauen."

Wir wollen Argentinien weghauen.
Arne Friedrich


Per Mertesacker: "Weil wir zuletzt zweimal gegen Argentinien nicht verloren haben, richtig gefestigt sind, großes Selbstvertrauen haben und das Publikum im Rücken."

Christoph Metzelder: "Weil wir uns von Spiel zu Spiel gesteigert haben, auch spielerisch; unheimlich gut die Begeisterung und Euphorie mitnehmen können. Wir sollten jetzt nicht an Statistiken denken, dieses Viertelfinale ist ein Endspiel und ein guter Zeitpunkt, die Vergangenheit zu korrigieren."

Philipp Lahm: "Weil wir seit sechs Wochen zusammen sind, eine gute, schlagkräftige Mannschaft haben. Die zurückliegende Serie spielt keine Rolle."

Bernd Schneider: "Weil wir die letzten beiden Male schon nah dran waren, und das jeweils ohne Lahm, Podolski, Klose und Ballack."


Zusammenhalt: vor dem Spiel gegen Schweden demonstriert die deutsche Elf Teamgeist.
© imago
Torsten Frings: "Weil wir schon die letzten beiden Male eigentlich die bessere Mannschaft waren und jetzt einfach dran sind."

Michael Ballack: "Wir kennen unsere Stärken, aber darüber rede ich nicht. Wir sind selbstbewusst und optimistisch."

Bastian Schweinsteiger: "Weil es mal Zeit wird. Ich spiele sowieso lieber gegen große Mannschaften. Mir gefällt Argentinien sehr gut, sogar einen Tick besser als die Brasilianer. Ich habe immer Argentinien favorisiert."

Miroslav Klose: "Weil wir gut drauf sind, jedem Gegner unser Spiel aufzwingen können. Auch Argentinien."

Lukas Podolski: "Weil wir Weltmeister werden wollen und deshalb jeden schlagen müssen."


 

30.06.06 15:31

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxlein5 Gründe für den Sieg...

Fünf Gründe für den Sieg

Deutschland gegen Argentinien. Das Spiel der Spiele. Das Kräftemessen mit dem Mitfavoriten, für die deutsche Elf der ganz große WM-Prüfstein. Und vielleicht der Schlüssel für das Endspiel.


Zwei, die wesentlichen Anteil an der neuen Euphorie um das Nationalteam haben: Klose und Podolski.
© imago  Aus Miroslav Klose spricht das eigene Selbstbewusstsein und das der ganzen deutschen Mannschaft: "Argentinien ist als Favorit zur WM gekommen. Jetzt haben sie leider das Pech, auf uns zu treffen." Die "schwarze Serie" von 18 sieglosen Spielen gegen die Großen der Fußball-Welt seit dem 1:0 in England am 7. Oktober 2000 spukt nach der makellosen Bilanz von vier Siegen bei dieser WM vor dem Viertelfinale gegen Argentinien nicht in den Köpfen der Mannschaft um Kapitän Michael Ballack. Wer dazu befragt wird, hält es mit Oliver Kahn: "Bei den beiden 2:2-Spielen gegen Argentinien im vergangenen Jahr standen wir sehr, sehr nahe vor einem Sieg. Bei der WM kämen da noch Verlängerung und vielleicht Elfmeterschießen."

Der riesige Optimismus von Bundestrainer Jürgen Klinsmann und seines Assistenten Joachim Löw, der Spieler und im Grunde fast der ganzen deutschen Fußball-Nation beruht auch auf folgenden fünf Punkten:

Die Blitzstarter: Überrollt das deutsche "Überfallkommando" auch Argentinien? 1:0 gegen Costa Rica in der 6. Minute durch Philipp Lahm, 1:0 gegen Ecuador in der 4. Minute durch Miroslav Klose, 1:0 gegen Schweden in der 4. Minute durch Lukas Podolski - keine Mannschaft erzielte mehr Blitztore bei dieser WM; nur gegen Polen dauerte es beim 1:0-Sieg bis zur Schlussminute, bevor Oliver Neuville das goldene Tor gelang. An der offensiven Spielweise wird nichts geändert. Assistenztrainer Joachim Löw verspricht: "Wir wollen Argentinien schon im Mittelfeld auf die Nerven gehen!"

Die Formation: Leader Michael Ballack, Flügelflitzer Philipp Lahm sowie das treffsichere Sturmduo Miroslav Klose und Lukas Podolski waren bei den beiden 2:2-Unentschieden gegen Argentinien im Freundschaftsspiel am 9.Februar 2005 und beim Confed-Cup am 21. Juni 2005 nicht dabei, ebenso wenig Arne Friedrich und Christoph Metzelder. Deutschland stellt also eine ganz andere Mannschaft gegen die Südamerikaner, von deren Anfangsformation mit Abbondanzieri, Scalani, Heinze, Sorin, Cambiasso, Maxi Rodriguez, Riquelme, Saviola und Crespo acht Mann in den beiden Spielen vor einem Jahr dabei waren.

Der Berlin-Nimbus: In sieben Heimspielen gegen Argentinien gab es nur in den zwei Spielen in Berlin Siege der deutschen Nationalmannschaft: 2:1 durch Tore von Klaus Allofs und Karl-Heinz Rummenigge am 12. September 1979, 1:0 durch das Tor von Lothar Matthäus am 2. April 1988. Jetzt soll also der dritte Berlin-Streich folgen.

Die Südamerika-Bilanz: In 16 Spielen gegen Mannschaften aus Südamerika kassierten deutsche Nationalmannschaften nur zwei Niederlagen. Beide in WM-Endspielen: 1986 mit 2:3 gegen Argentinien in Mexiko City, vier Jahre später glückte mit dem 1:0-Sieg im Finale von Rom die Revanche, und 2002 mit 0:2 gegen Brasilien in Yokohama.

Die Euphorie: "Die ganze Nation steht hinter uns", sagt Jürgen Klinsmann. Sein Assistent Joachim Löw weiß: "Diese Begeisterung beflügelt die Mannschaft unmittelbar vor Anpfiff ganz besonders."

Fünf Punkte, die dafür sprechen, dass es nicht zur "Katastrophe" kommt, wie Jürgen Klinsmann ein Ausscheiden des Vize-Weltmeisters im Viertelfinale (wie 1994 und 1998) sehen würde.


 

30.06.06 15:44

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinjo...

heute entscheidet es sich auch, ob ich recht behalte oder die Sache falsch eingeschätzt haben....mal sehen....hab vorsorglich paar Taler auf einen Deutschland-Sieg gesetzt, um danach besser den Spot zu ertragen...*g*

grüsse und spannendes Spiel

füx  

30.06.06 15:46

51340 Postings, 7394 Tage eckiWas, jetzt schwächelst du?

Die gauchos putzen doch diese lächerlich-größenwahnsinnige Gurkentruppe weg wie nichts?

;-)  

30.06.06 15:50

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxlein@ecki

der Bessere soll gewinnen.

füx  

30.06.06 19:44

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinjo....

Deutschland im Halbfinale und ich hab mich geirrt...meine Meinung zum Spiel gabs/gibts hier..


http://www.ariva.de/board/261109


hab noch immer null Verständnis dafür, aber egal....


grüsse und feiert schön

füx  

30.06.06 20:18

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinFocus

Deutschland besiegt Argentinien in einem Elfmeterkrimi mit 5:3 und steht im Halbfinale der Weltmeisterschaft.

Argentinien hat seinen Meister gefunden ? vielleicht den künftigen Weltmeister. Dank einer großartigen kämpferischen Leistung schaffte das DFB-Team nach Rückstand noch den Ausgleich zum 1:1 und absolvierte das Elfmeterschießen souverän: Jens Lehmann parierte die Strafstöße von Ayala und Cambiasso, während kein deutscher Spieler verschoss ? 5:3 für Deutschland.

Vor den alles entscheidenden Minuten der Viertelfinalpartie sahen 72 000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion die anrührendste Szene der Partie: Oliver Kahn kniete neben Jens Lehmann nieder. Die Miene der neuen Nummer 1 verriet, dass Kahn aufmunternde, bewegende Worte gefunden hatte. Lehmann sah seinen Dauerkontrahenten gerührt an, schlug in die ausgetreckte Hand von Kahn ein: Wir packen das.

DFB-Auswahl wie erwartet aufsgestellt

Die DFB-Auswahl trat wie erwartet an ? Jürgen Klismann hat längst seine Stammformation gefunden. Gegenüber José Pekermann ließ an der Seite von Hernan Crespo (bislang drei Treffer) nicht wie erwartet Javier Saviola stürmen, sondern Carlos Teves.

Nicht ganz wie erwartet spielte die Klinsmann-Truppe. Den Wikinger-Überfall vom vergangenen Samstag, gegen den Schweden schon nach 15 Minuten sehr alt aussah, konnten Ballack und Co. nicht wiederholen. Von wegen jugendlich-schnelles Offensivspiel: Die erste Halbzeit war vielmehr geprägt vom bleiernen Respekt der Teams voreinander. Und der fromme Wunsch vieler Spieler bei den Berliner Pressekonferenzen, vorne eben ein Tor mehr zu scheißen als hinten zu kassieren, fand gegen die Südamerikaner eine unschöne Umkehr.

Dem DFB-Team ging es lange Zeit eher darum, nicht in Rückstand zu geraten. Zeitweise standen elf Spieler tief in der eigenen Hälfte. Bezeichnend: Michael Ballack. Der Kapitän, in den bisherigen Partien der WM immer defensiver eingestellt, stahl Argentiniens Spielmacher Juan Riquelme nach 24. Minuten den Ball vom Fuß ? im eigenen Strafraum. Dann drosch er den Ball in der Art eines Ausputzers nach vorne.

DFB-Team ließ sich reindrängen

Die FIFA-Statistiker meldeten kurz vor der Halbzeit 63 Prozent Ballbesitz für die Südamerikaner ? Deutschland ließ sich immer stärker in die eigenen Hälfte drängen. Mertesacker und Metzelder agierten in den 45 Minuten fehlerfrei auf hohem Niveau.

Führung nach dem Seitenwechsel

Vier Minuten nach dem Seitenwechsel ging Argentinien mit seiner ersten Chance in Führung ? Riquelmes Ecke lenkte Ayala zum 1:0 an Lehmann vorbei. Ausgerechnet Goalgetter Miroslav Klose, zurückgeeilt in den eigenen Strafraum, verlor das Kopfballduell. Vorausgegangen war der Szene ein Ballverlust von Manuel Friedrich.

Klinsmann reagierte

Für den unkonzentriert spielenden und offensiv wenig effektiven Bernd Schneider brachte Klinsmann nach 62 Minuten David Odonkor, um das vorher schwache Spiel über die rechte Seite zu beleben. Klose machte seinen Fehler mit dem 1:1 nach 80 Minuten wett. Ballck hatte von links geflankt, der für Schweinsteiger eingwechselte Tim Borowski verlängerte den Ball, Klose traf per Kopf.

Intensive Schlussphase

In der von beiden Seiten intensiv geführten Schlussphase der regulären Spielzeit hatte Argentinien die besseren Chancen ? kurz vor Schluss scheiterte Luis Gonzales am glänzend parierenden Jens Lehmann ? und Maxi Rodriguez mit einem Schuss von rechts. Das DFB-Team hatte noch mehrfach Glück: Erst, als Rodruguez? Niedergang im Zeikampf mit Lahm als Schwalbe gewertet und mit Gelb bestraft wurde ? für harmlosere Szenen hat es bei dieser WM bereits Strafstöße gegeben. Dann in der zweiten Halbzeit der Verlängerung, als Fabricio Coloccinis Flanke länger und länger wurde und sich auf die Querlatte senkte.

Das DFB-Team verstand es nicht, bei eigenem Ballbesitz das Tempo einfach mal zu verschleppen. Klinsmanns Philosophie, rasant zu spielen und schnell den Abschluss zu suchen, setzten seine Spieler bis zum Ende um.
 

30.06.06 20:19

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinPlan kann jetzt wohl in der Schublade verschwinden

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nach Angaben seines Präsidenten Theo Zwanziger einen ?Plan B? in der Schublade, falls Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach der Weltmeisterschaft aufhören sollte.

?Wir sind natürlich auch vorbereitet auf die Situation, falls es nicht gelingt, Jürgen Klinsmann zu halten?, sagte DFB-Präsident Zwanziger vor dem WM-Viertelfinale gegen Argentinien in einem Interview mit der ?Süddeutschen Zeitung? vom Freitag.

Der geschäftsführende DFB-Chef versicherte, dass es auf keinen Fall wie nach dem Rücktritt von Rudi Völler nach dem EM-Ausscheiden 2004 erneut zu einer langwierigen Trainersuche kommen werde. ?Wir werden jedenfalls keine vier Wochen rumrangeln?, erklärte Zwanziger. ?Plan B? würde allerdings nur zum Tragen kommen können, ?wenn Plan A scheitert. Aber der wird nicht scheitern?, sagte der Präsident.

Zwanziger will in die Verlängerung

Zu den Plan-B-Lösungen zähle auch die Überlegung, den bisherigen Klinsmann-Assistenten Joachim Löw zum Cheftrainer zu befördern, sagte Zwanziger. Zudem habe der Verband seinen eigenen Trainerstab in den letzten Jahren unter anderem mit U 21-Coach Dieter Eilts und dem Sportdirektor Matthias Sammer so verstärkt, ?um die Situation zu beherrschen, wenn Klinsmann absagt?.

Zwanzigers Wunschlösung bleibt aber eine Verlängerung mit Klinsmann, dessen Zweijahresvertrag am 31. Juli ausläuft. ?Ich rede nicht über die vierte Stufe, wenn die erste nicht besprochen ist?, sagte der DFB-Chef. Die ?wichtigste Rolle? spiele der Bundestrainer.

Eine Frist zur Entscheidung will er Klinsmann nicht stellen. ?Die wird er sich selbst setzen?, meinte Zwanziger. Am 16. August findet in Gelsenkirchen gegen Schweden das erste Länderspiel nach der WM statt. Am 2. September startet die Nationalmannschaft in Stuttgart gegen Irland in die Qualifikation für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz. ?Ich werde nicht auf einen Tag drängen?, sagte Zwanziger.

?Die Kuh, die man melken will, füttern?

Unabhängig von Klinsmanns Entscheidung gibt es innerhalb der DFB- Führung weiterhin Vorbehalte gegen die Arbeit des Bundestrainers. Insbesondere die hohen Kosten für die Nationalmannschaft sind einigen Präsidiumsmitgliedern ein Dorn im Auge. ?Man muss die Kuh, die man melken will, auch füttern?, sagte dazu Zwanziger, der von einem ?herbeigeredeten Konflikt? sprach. Die Nationalelf ist mit Abstand die größte Einnahmequelle des Verbandes. Unabhängig von Klinsmann soll laut Zwanziger der Weg des offensiven Fußballs auf jeden Fall fortgeführt werden, weil dieser ?außer jeder Diskussion? stehe.

 

30.06.06 20:24

695 Postings, 5428 Tage von Wutzleben@füx

Langsam kommt die Zeit, wo auch du die seiten wechseln solltest.

am Ende werden die noch Weltmeister und du hast nur gegrantelt.

Wie sieht das denn aus?

:)  

30.06.06 20:26

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxlein@wutzi

damit kann ich schon leben...*g*; obwohl ich mir natürlich dem (voraussichtlichem) Spot bewußt bin...


N-TV:


Der Krimi von Berlin
Wir sind im Halbfinale

Tim Borowski und Jens Lehmann haben in einem Elfmeter-Krimi das Fußball-Märchen verlängert, der Traum der deutschen Nationalmannschaft vom vierten WM-Titel ist wieder ein klein wenig realistischer geworden. Borowski erzielte nach 120 Minuten ohne Sieger (1:1, 0:1) gegen Turnierfavorit Argentinien den entscheidenden Treffer zum 4:2 im "Shootout" und schoss die Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann damit zunächst ins Halbfinale. Lehmann hielt gegen Torschütze Ayala und Esteban Cambiasso. Nach dem "Krimi von Berlin" trifft die DFB-Auswahl nun am Dienstag in ihrem "Wohnzimmer" Dortmund auf Italien oder die Ukraine.

Mit unbändigem Siegeswillen hatte sich die deutsche Auswahl zuvor dank des fünften Turniertreffers von Miroslav Klose (80.) die Verlängerung erkämpft, in der allerdings die Argentinier dem Sieg bei einem Lattentreffer von Fabricio Coloccini näher waren (115.). Nach einer ersten Halbzeit, in der beide Mannschaften übervorsichtig agierten, war das DFB-Team zunächst kalt erwischt worden. Bei einem Eckball von Spielmacher Juan Roman Riquelme übersprang Abwehrspieler Roberto Ayala ausgerechnet den nicht gerade kopfballschwachen Klose und wuchtete den Ball mit der Stirn zur Führung ins Netz (49.).

Mit dem Sieg beendete die deutsche Mannschaft zugleich eine schier unendliche schwarze Serie. Seit dem 7. Oktober und einem Sieg in Wembley gegen England (1:0) hatte sie in den 16 darauf folgenden Partien gegen einen so genannten Großen nicht mehr gewinnen können. Bei der 16. Teilnahme an einer WM-Endrunde steht eine Mannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) somit zum 11. Mal unter die besten Vier.

Erstaunlicherweise wirkte ausgerechnet der frühe Gegentreffer gleich nach der Pause wie eine Dosis "Hallo Wach" auf die deutsche Mannschaft. Der Druck auf die Argentinier wurde nach einem allzu zaghaften Auftreten in der ersten Halbzeit immer größer, auch wenn die großen Chancen dabei nicht heraussprangen. Schließlich war der bis dahin abgetauchte Klose nach einer Flanke von Michael Ballack, der sich auf Grund einer Verletzung am Ende nur noch über die Runden schleppte, und einer Kopfballverlängerung von Miroslav Klose dann doch noch rechtzeitig mit dem Kopf zur Stelle.

Viel hätte nicht gefehlt, und das Spiel wäre kurz vorher schon entschieden gewesen. Nach einem kapitalen Schnitzer von Philipp Lahm verfehlte Maxi Rodriguez, der Argentinien beim 2:1 n.V. gegen Mexiko mit seinem herrlichen Volleytor ins Viertelfinale geschossen hatte, mit einem wuchtigen Schuss das Außennetz. Kurz darauf nahm Trainer Jose Pekerman erstaunlicherweise Riquelme vom Feld, um die knappe Führung zu verteidigen. Eine voreilige Entscheidung, denn die große Linie im Spiel des zweimaligen Weltmeisters war danach dahin.

Die Albiceleste war vor allem in der ersten Halbzeit klar überlegen, hatte mehr vom Spiel und drückte die DFB-Auswahl in die eigene Hälfte. Die deutsche Elf tat sich wesentlich schwerer als in den ersten vier Spielen, auch gedanklich waren die DFB-Akteure langsamer als die cleveren und ballsicheren Argentinier. Der Weltmeister von 1978 und 1986 konnte bis in die deutsche Hälfte hinein sein Spiel in Ruhe aufziehen. In Strafraumnähe fiel der Albiceleste dann allerdings nicht mehr viel ein, die deutsche Hintermannschaft stand zunächst gut.

Im Spiel nach vorne ging bei der DFB-Auswahl lange nichts. Beinahe mutlos wirkte sie, vom Sturm und Drang war erst mal nichts zu sehen, auch, weil es den deutschen Spielern bei aller Disziplin in der Abwehr nicht gelang, den Ball über mehrere Stationen in den eigenen Reihen zu halten. Ballack mühte sich redlich, produzierte aber ähnliche viele Fehlpässe wie seine Mitspieler. Die Torjäger Klose und Podolski bekamen kaum verwertbare Anspiele.

Erst nach dem Gegentreffer schien die deutsche Mannschaft jeglichen Respekt vor dem Gegner und jegliche Verzagtheit über Bord zu werfen. Klinsmann setzte auf Risiko, brachte in der 62. Minute Flügelflitzer David Odonkor für den eher blassen Schneider, um das deutsche Angriffsspiel weiter zu beleben. Der Wille war da, doch auch bei Standards blieb die deutsche Elf harmlos -bis Ballacks Freistoß über Borowski den Weg zu Klose fand.

Die deutsche Mannschaft hatte diesmal im unermüdlichen Torsten Frings und Per Mertesacker ihre besten Akteure. Ayala und Javier Mascherano überzeugten bei den Argentiniern.
 

30.06.06 21:28

51340 Postings, 7394 Tage eckiWenn Deutschland Weltmeister werden sollte,

dann tritt der Klinsmann eh ab.
Oder soll er etwa auf Doppeltitel gehen, was ja auch noch keiner geschafft hat?

Natürlich wars nur Dusel?

Akribische Vorbereitung, unbändiger Willen und sture Überzeugungskraft, dazu Autosuggestion des Kämpfers Klinsmann.

Wir hier in Geislingen mögen unseren Klinsmann. ;-)  

30.06.06 21:30

1045 Postings, 5303 Tage Werder1Es ist doch nicht gesagt das Klinsi aufhört

Hat rehagel aufgehört  

30.06.06 21:32

8140 Postings, 5609 Tage checkerlarsenmeinste ecki?

glaub ich nicht!
die em in der schweiz hängt der egal wie es weiter geht noch dran,da würde ich nen schein drauf wetten.  

30.06.06 21:41

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinEinzelkritik...

DFB-Team
30.06.2006Lehmann der Held im Elfmeterschießen
Berlin - Das deutsche Fußball-Märchen geht weiter! Nach einem dramatischen Viertelfinale hat die Nationalmannschaft Argentinien dank Jens Lehmann mit 5:3 geschlagen und steht in der Runde der letzten Vier.

 Biss in der Verlängerung auf die Zähne: Kapitän Michael Ballack (Mitte)    
Nach 90 Minuten stand es nach Treffern von Roberto Ayala (49.) und Miroslav Klose (80.) 1:1 (0:0), die folgende Verlängerung blieb torlos.
Im Elfmeterschießen war dann Torwart Jens Lehmann mit zwei parierten Strafstößen der umjubelte Held.
Bei der DFB-Auswahl verwandelten dagegen Oliver Neuville, Michael Ballack, Lukas Podolski und Tim Borowski sicher, so dass Torsten Frings als letzter Schütze gar nicht mehr antreten musste.
Im Halbfinale gegen Italien oder die Ukraine
Das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, das von den 72.000 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion euphorisch gefeiert wurde, trifft nun im Halbfinale am Dienstag in Dortmund auf Italien oder die Ukraine.
Die deutsche Mannschaft in der Sport1.de-Einzelkritik.
Jens Lehmann: Schweres Spiel für den Keeper, da er sich nur selten in Szene setzen konnte. Sicher bei Riquelmes Freistoß (9.). Beim 0:1 von Ayala aus kurzer Distanz dagegen chancenlos (49.). Auch danach kaum geprüft, ohne Probleme bei Tevez'? Distanzschuss (106.). Matchwinner im Elfmeterschießen mit gehaltenen Strafstößen gegen Ayala und Cambiasso.
Arne Friedrich: Der Hertha-Kapitän musste vor heimischem Publikum meist gegen den flinken Tevez spielen. Sehr aufmerksam, bis auf einen "Tunnel" selten ausgespielt. Bot sich nach vorne immer wieder an, verlor dann aber meist die Bälle wieder. Sah nach einem Foul in der Verlängerung seine erste Gelbe Karte im Turnier.
Per Mertesacker: Gewohnt kopfballstark und mit sicherem Stellungsspiel, meist ohne direkten Gegenspieler. Ging bei Standards mit nach vorne, dort nach Ecke mit einem 16-Meter-Drehschuss übers Tor (18.). Über weite Strecken als Abwehrchef überzeugend.
Christoph Metzelder: Der Dortmunder hielt Crespo und später Cruz gut in Schach. Sehr aufmerksam und fast ohne Fehler. Rettete nach einem Konter der Gäste gegen Gonzalez (54.).
Philipp Lahm: War in der Defensive stark gebunden, erfüllte seine Aufgabe dort voll und ganz. Kam daher aber kaum zu seinen Vorstößen, wo er zudem meist sehr eng genommen wurde. Leitete mit einem Fehlpass fast das 0:2 ein, doch Rodriguez traf nur das Außennetz (73.). Hohes Laufpensum.
Torsten Frings: Unermüdlicher Organisator vor der Abwehr. Meist erfolgreich in seinem Bemühen, die Räume zuzustellen und vor allem dem später ausgewechselten Riquelme keinen Platz zur Entfaltung zu geben. Bester Deutscher.
Bernd Schneider: Der Leverkusener konnte nicht an seine starken Vorstellungen zuletzt anknüpfen. Musste sehr viel nach hinten arbeiten, so dass er offensiv kaum Impulse setzen konnte. Allerdings mit herrlicher Flanke zu Ballacks Großchance (16.). In der 62. Minute gegen Odonkor ausgewechselt.
Michael Ballack: Der Kapitän sorgte wie in den vorherigen Begegnungen durch seine defensive Position für zusätzliche Stabilität. Aber auch bei ihm ging das auf Kosten seiner offensiven Stärken. Besaß aber die beste Möglichkeit vor der Pause, als er nach Schneiders Flanke vorbei köpfte (16.). Traf den Ball nach einer Ecke nicht richtig, als das Tor leer war (64.). Insgesamt nach dem Rückstand aber wesentlich aktiver und mit der Vorarbeit zum 1:1 (80.). Quälte sich angeschlagen durch die Verlängerung. Vom Elfmeterpunkt sicher.

Bastian Schweinsteiger: Viel in Bewegung, musste aber ebenfalls immer wieder hinten aushelfen. Daher wenig Akzente nach vorne, zudem mit schwachen Flanken und Standards. Ging in der 75. für Borowski vom Feld.
Miroslav Klose: Konnte sich 80 Minuten gegen Argentiniens Top-Abwehr nicht entscheidend durchsetzen. In seinem 60. Länderspiel zwar immer anspielbar, aber lange ohne Durchschlagskraft. Verlor zudem das entscheidende Kopfball-Duell gegen Ayala vor dem 0:1 (49.). Traf dann aber per Kopf zum umjubelten Ausgleich (80.). Sein fünfter Treffer bei dieser WM. Musste aber der 86. Minute wegen einer Verletzung für Neuville Platz machen.
Lukas Podolski: Sah in seinem 30. Länderspiel nach Foul an Mascherano früh die Gelbe Karte (3.). Beste Aktion vor der Pause war ein allerdings nicht besonders stark geschossener Freistoß, bei dem Abbondanzieri leichte Probleme hatte (7.). Sonst wenig zu sehen. Schoss Freistoß aus guter Position in die Mauer (76.). Verwandelte seinen Strafstoß souverän.
David Odonkor: Der Youngster kam in der 62. Minute für Schneider zu seinem vierten Länderspiel, um über rechts für Schwung zu sorgen. Holte mit seiner ersten Aktion direkt eine Ecke heraus, die fast zum Tor geführt hätte (64.). Auch danach mit viel Druck über außen. Sah nach einem Foul in der Nachspielzeit die Gelbe Karte.
Tim Borowski: Der Bremer ersetzte nach 75 Minuten Schweinsteiger. Fügte sich direkt mit einem 30-Meter-Schuss gut ein, den der eingewechselte Ersatzkeeper Franco parieren konnte (76.). Kurz darauf dann mit der Kopfball-Vorlage zu Kloses Ausgleichstreffer (80.). Agierte in der Verlängerung aufgrund Ballacks Verletzung als Spielmacher. Behielt im Elfmeterschießen die Nerven.
Oliver Neuville: Der Joker des Polen-Spiels wurde in der 86. Minute für Klose in die Partie geschickt. In seinem 60. Länderspiel trotz großem Engagement ohne gefährlichen Szenen. Erzielte dann den ersten Treffer beim Elfmeterschießen.
 

30.06.06 21:45
1

51340 Postings, 7394 Tage eckiWerder1, der Klinsmann sucht

Herausforderungen, der hat es auch nie lange bei einem Verein ausgehalten. Und was kann es schöneres geben als als Weltmeister auszusteigen.

Was aber natürlich auch stimmt:
Ausser Kahn/Lehmann, Schneider und Neuville sind eigentlich alle Spieler noch mindestens für 2 bis 4 Jahre gut. Letztlich können die zusammen noch ordentlich wachsen, vor allem wenn sie sehen, was sie bis jetzt schon bewegen konnten.

Letztlich würde ich nicht drauf wetten das er aufhört, aber so ein Vollbluttrainer wie der Rehagel wird er nie.

Da ist er zu sehr Genußmensch und Weltenbummler.  

30.06.06 21:52

1045 Postings, 5303 Tage Werder1Nein glaube ich nicht

Klinsi macht immer das was man am wenigsten erwartet.
Alle sagen kahn nummer 1 der nicht
Wer hat mit odonkor neuville hanke gerechnet
Wörns raus
Also alle sagen klinsi hört als weltmeister auf was kann ihm besseres passieren.
=Klinsi macht weiter  

30.06.06 22:01

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinSport-Bild Kommentar...

Meine Meinung

Liebe Leser,
dass die deutsche Nationalmannschaft das Halbfinale der WM erreicht hat, ist die Sensation des Turniers. Und die Art und Weise, auf die sich das Team nach dem 0:1-Rückstand gegen Argentinien und trotz der spielerischen Unterlegenheit vor allem in der ersten Hälfte zurückgekämpft und dann im Elfmeterschießen gewonnen hat, verdient höchstes Lob.

Endlich hat Deutschland mal wieder eine große Mannschaft besiegt! Jetzt ist der Weg zum WM-Titel frei.

Doch eines darf man bei aller Euphorie nicht vergessen: Nie hing der Erfolg einer deutschen Mannschaft so sehr mit der Arbeit ihres Trainers zusammen. Jürgen Klinsmann hat den DFB seit seiner Amtsübernahme vor zwei Jahren nicht nur in seine Bestandteile zerlegt, er hat nicht nur wie angekündigt »den ganzen Laden« auseinander genommen. Nein, er hat auch mit neuen Mitteln und frischem Denken ein Team geformt, das die Spielphilosophie der Zukunft verfolgt.

Der deutsche Fußball muss den Weg, den er eingeschlagen hat, weitergehen. Der DFB muss deshalb jetzt den Vertrag mit Klinsmann verlängern.


 

30.06.06 22:06

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinStimmen zum Spiel

Klinsmann: "Das war reine Nervensache"
Erste Reaktionen zum Erreichen des Halbfinales der deutschen Mannschaft...

Jürgen Klinsmann: "Es war verdammt hart, die beiden bisher besten Teams der WM standen sich gegenüber. Wir haben immer an uns geglaubt und gewusst, dass wir zurückkommen werden. Wir sind sehr, sehr stolz auf unsere Mannschaft, vor allem wenn man bedenkt, dass fünf Spieler noch in der U21 hätten spielen können. Sie wurden prima geführt von den Älteren. Die Leitwölfe Ballack, Lehmann, Kahn, Frings und Schneider wollen diesen Moment mitnehmen. Die Fans haben uns wieder fantastisch unterstützt, es ist unglaublich, was in Deutschland abgeht. Das ehrt uns sehr. Es war wie ein Hitchcock-Thriller. Wir zollen Argentinien Respekt, sie haben toll mitgespielt. Es tut weh, dass das Elfmeterschießen entscheiden musste. Aber wir haben es trotzdem verdient. Das war reine Nervensache."

José Pekerman (Nationaltrainer Argentinien): "Es war eine sehr harte, sehr emotional geführt Partie ? eines Viertelfinales absolut würdig. Argentinien hat wie ein Favorit gespielt, richtig gut, obwohl wir am Ende leider verloren haben. Im Elfmeterschießen hat immer der Glücklichere das bessere Ende für sich. Deutschland hat das Glück erzwungen, aber wir haben ein großes Turnier gespielt."

Michael Ballack: "Das war sensationell. Das Spiel war vielleicht nicht so interessant für die Zuschauer von den Torchancen her. Aber wir haben super gestanden und super gefightet. Die Mannschaft hat es sich verdient. Das ist ein großer Lauf, den wir im Moment haben. Wir spielen seit WM-Beginn sehr, sehr gut und sind auf hohem Niveau konstant. Da sieht man, was in der Mannschaft steckt."

Oliver Neuville: "Das war ein schweres Spiel. Beide Mannschaften haben wenige Chancen gehabt, aber Gott sei Dank haben wir gewonnen. Wir haben gekämpft bis zur letzten Sekunde, das Elfmeterschießen ist auch Glückssache. Da haben wir mehr Nerven gehabt und deswegen gewonnen. Ich wusste schon, wohin ich schießen wollte, zum Glück hates gut geklappt."

SpielberichtDeutschland - Argentinien i.E. 4:2
Miroslav Klose: "Es war ein faszinierendes Spiel. Ich bin total aus der Puste und kann kaum noch reden, weil wir so gefeiert haben. Der Sieg im Elfmeterschießen war ein bisschen glücklich, aber letztlich verdient. Wir wollten unbedingt selbst agieren, selbst das Spiel machen. Das ist uns später auch gelungen. Wir Stürmer haben heute ein bisschen in der Luft gehangen."

Jens Lehmann: "Ich denke, das wird von mir erwartet. Als deutscher Torwart sollte man ein Elfmeterschießen gewinnen. Die vier Schützen haben super geschossen. Jetzt kommt wieder eine große Herausforderung. Die Leute sollen feiern, ich bereite mich jetzt wieder vor."

David Odonkor: "Es war ein anstrengendes und spannendes Spiel, jetzt müssen wir die Freude einfach rauslassen. Das hat uns auch Jürgen Klinsmann in der Kabine gesagt ? aber auch, dass wir weiter konzentriert sein sollen."

 

30.06.06 22:12

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinKahn machte Lehmann stark...

Kahn machte Lehmann stark

Von Jens Todt

Es war ein dramatisches Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften. Am Ende setzte sich Deutschland im Elfmeterschießen gegen Argentinien durch. Die überragende Moral des Teams zeigte sich auch in der Versöhnung zweier erbitterter Rivalen: der Torhüter Lehmann und Kahn.

Berlin - Große Entwicklungen zeigen sich manchmal in kleinen Gesten. Keine Szene könnte den Zustand der deutschen Nationalmannschaft besser beschreiben als der Augenblick vor dem Elfmeterschießen, als Oliver Kahn zu seinem ewigen Kontrahenten Jens Lehmann ging, um ihm Glück zu wünschen.


Lehmann zeigte sich nervenstark und brachte das deutsche Team ins Halbfinale, indem er die die Schüsse von Ayala und Cambiasso parierte. Zuvor hatten Oliver Neuville, Michael Ballack, Lukas Podolski und Tim Borowski für die deutsche Mannschaft getroffen. "Ich denke, das wird von mir erwartet", sagte Lehmann nach der Partie, "als deutscher Torwart sollte man ein Elfmeterschießen gewinnen."

Kapitän Michael Ballack zeigte sich nach dem Spiel begeistert von seiner Mannschaft: "Das war sensationell, die Mannschaft hat es sich verdient. Das ist ein großer Lauf, den wir im Moment haben", so Ballack, "wir spielen seit WM-Beginn sehr, sehr gut und sind auf hohem Niveau konstant. Da sieht man, was in der Mannschaft steckt."

Das dramatische Elfmeterschießen setzte den Schlusspunkt unter eine hochspannende Partie, in der sich beide Mannschaften kaum Fehler leisteten. Der Respekt, den beide Teams voreinander hatten, war förmlich greifbar. Vor allem, wenn Roman Riquelme am Ball war, stürzten sich zwei deutsche Spieler blitzschnell auf den Mittelfeldstrategen, um dessen gefürchtete Pässe in die Spitze zu verhindern.

Ein Spiel, in dem sich beide Mannschaften auf Augenhöhe begegnen und kaum Fehler begehen, muss nicht immer besonders ansehnlich sein. Der Reiz der Partie lag demnach eher in der Spannung und dem hervorragenden taktischen Verhalten beider Teams, Strafraumszenen waren jedoch Mangelware. Dem deutschen Spiel fehlte die Unbefangenheit der letzten Partien, als das Klinsmann-Team frei nach vorne spielte.

Der stärkste Mann auf dem Platz trug demnach kein weißes oder blaues Trikot, sondern ein gelbes Hemd. Der slowakische Schiedsrichter Lubos Michel bewies eindrucksvoll, wie man eine emotionsgeladene Partie mit Fingerspitzengefühl leiten und souverän im Griff behalten kann.



"Wir müssen immer daran denken, flach zu spielen", hatte Argentiniens Youngster Lionel Messi vor der Partie gesagt, "dann kommen wir auch weiter." Doch ausgerechnet dort, wo sich das deutsche Team klar im Vorteil wähnte, bei hohen Bällen, unterlief der Mannschaft ein kleiner Fehler. In der 49. Minute setzte sich Innenverteidiger Ayala nach einer scharf geschlagenen Ecke von Riquelme gegen Miroslav Klose durch und köpfte den Ball unhaltbar für Lehmann ins rechte Toreck.

Nach dem Rückstand rannte die deutsche Mannschaft zwar an, kam jedoch kaum zu nennenswerten Chancen. Erst die Hereinnahme von David Odonkor für Bernd Schneider belebte das Spiel spürbar. In der 80. Minute konnte sich Klose, dem zuvor nur wenig gelungen war, erstmals im gesamten Spiel von dem ansonsten starken Sorin lösen und per Kopf den verdienten Ausgleich erzielen. "Wir wollten unbedingt selbst agieren, selbst das Spiel machen", sagte Klose nach der Partie, "das ist uns später auch gelungen."

Für Argentiniens Trainer José Pekerman rächte sich nun, dass er kurz nach der Führung seines Teams seinen wichtigsten Spieler Riquelme durch den defensiv stärkeren Cambiasso ersetzt hatte. In der ersten Hälfte der Verlängerung erspielte sich die deutsche Mannschaft ein Übergewicht, ohne jedoch zu klaren Torchancen zu kommen.

Vor allem der angeschlagene Kapitän Michael Ballack zeigte eine großartige kämpferische Leistung. Kaum noch fähig, einem Ball hinterherzulaufen, gewann er dennoch fast jedes Kopfballduell. Nach dem Wechsel fanden die Argentinier zwar zu ihrer Linie zurück, zu einem Tor reichte es jedoch nicht mehr.

Beim anschließenden Elfmeterschießen zeigte die Klinsmann-Truppe bessere Nerven. Zwei Argentinier patzten, alle vier deutschen Schützen brachten den Ball unter ohrenbetäubendem Jubel des Fans in der Berliner WM-Arena souverän im Tor von Leo Franco unter, der in der 71. Minute für den verletzten Schlussmann Roberto Abondanzieri eingewechselt wurde.

Trainer Pekerman erklärte unmittelbar nach dem Ausscheiden seiner Mannschaft seinen Rücktritt: "Es ist aus. Das Kapitel ist geschlossen. Ich werde bestimmt nicht weitermachen", sagte der Coach des zweimaligen Weltmeisters. Pekerman war jahrelang Nachwuchstrainer im argentinischen Verband. Die Gauchos waren mit dem Anspruch nach Deutschland gereist, ins Finale zu kommen.

"Es ist ein großer Schmerz für Argentinien", so Pekerman, "es war ein Viertelfinale auf hohem Niveau. Ich gratuliere den Deutschen zu einem großen Spiel und hoffe, dass die Mannschaft sehr weit kommt." Deutschland trifft nun am kommenden Dienstag (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Halbfinale auf den Sieger der Partie Italien gegen die Ukraine.

Nachdem Jens Lehmann den Einzug in die nächste Runde mit seiner Parade gegen Cambiassos Schuss gesichert hatte, gab es bei der deutschen Mannschaft kein Halten mehr. Geschlossen stürmten Spieler, Trainer und Betreuerstab den Platz. Lehmann aber ließ sich zunächst nicht von seinen Kollegen feiern. Entschlossen lief er in Richtung Trainerbank, hin zu dem Mann, mit dem ihm privat so wenig verbindet. Wer jetzt noch Zweifel daran hatte, dass sich im deutschen Lager eine verschworene Gemeinschaft gebildet hat, wurde nun eines Besseren belehrt. Lehmann lief zu Kahn und umarmte ihn.

 

30.06.06 22:17

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinEklat nach dem Krimi...

Eklat nach Elfmeterkrimi

Das Viertelfinale zwischen Argentinien und Deutschland hat einen unwürdigen Schlusspunkt gefunden. Mehrere südamerikanische Spieler griffen DFB-Teammanager Oliver Bierhoff an. Die Szene wuchs sich zu einem Massentumult aus - der Schiedsrichter zog sogar die Rote Karte.

Berlin - Während die deutschen Spieler auf dem Rasen tanzten und Jens Lehmann in die Kabine verschwand, erwiesen sich einige Argentinier als schlechte Verlierer und zettelten am Spielfeldrand eine Rangelei an. Sie stürmten auf Bierhoff los und konnten nur von Betreuern und Mitspielern an einer Schlägerei gehindert werden.

Auslöser der Tumulte soll eine Geste von DFB-Mittelfeldspieler Tim Borowski gewesen sein. Dieser hatte nach seinem verwandelten Elfmeter zum 4:2 die argentinischen Spieler aufgefordert, endlich ruhig zu sein. Die argentinischen Profis hatten die deutschen Spieler nach jedem verwandelten Elfmeter mit Schmährufen belegt.

Nach der Entscheidung zugunsten der DFB-Elf lief der argentinische Ersatzspieler Leandro Cufre auf Per Mertesacker zu und trat diesen. Offenbar verwechselte Cufre den deutschen Abwehrspieler mit Borowski. Daraufhin zeigte der slowakischen Schiedsrichter Lubos Michel dem Südamerikaner die Rote Karte. "Es war unfair, was er getan hat. Aber er ist dafür bestraft worden. Und damit ist die Sache für mich auch erledigt. Wohin er mich getreten hat, spielt dabei keine Rolle mehr", sagte Mertesacker.

Auch Bierhoff bekam nach eigenen Angaben Schrammen am Bein ab. "Ich wollte schlichten und danach hatten sie es auf mich abgesehen", schilderte der Teammanager: "Es ist sehr traurig, dass so ein Bild in die Welt gesendet wird. Hier feiern die Fans friedlich miteinander. Da sollten auch die Sportler fair sein. Ich wollte meine Spieler verteidigen."

 

30.06.06 22:24

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxlein"der Held von Berlin"...

"Elfmeter-Killer" Lehmann
Der "Held von Berlin"

Jens Lehmann musste um seine körperliche Unversehrtheit fürchten. Nachdem Deutschlands neue Nummer eins den Elfmeter von Esteban Cambiasso pariert und die deutsche Fußball-Nationalelf damit ins WM-Halbfinale und Argentinien aus dem Turnier gefaustet hatte, wurde der England-Legionär von seinen Mitspielern fast erdrückt.

Als sich der "Held von Berlin" wieder aus der Spielertraube befreit hatte, ballte er noch einmal die Hand zur Faust und suchte anschließend den Blick-Kontakt zu seiner Ehefrau Conny auf der Tribüne. Nach einer herzlichen Umarmung seines langjährigen Rivalen Oliver Kahn, der Lehmann bereits vor dem Elfmeterschießen Mut gemacht hatte, flüchtete er dann schnell in die Kabine. Von der ausgiebigen und teilweise ekstatischen Ehrenrunde seiner Mitspieler bekam der Mann des Abends nichts mit, alleine in den Katakomben des Olympiastadions ließ der frühere Bundesligastar noch einmal sein 37. und möglicherweise wichtigstes Länderspiel Revue passieren.

"Als deutscher Torwart wird von einem erwartet, dass man im Elfmeterschießen Elfmeter hält. Die anderen vier haben aber auch toll geschossen. Das Ganze ist fantastisch für uns. Das war das Viertelfinale, aber jetzt kommt die nächste große Herausforderung. Die Leute sollen jetzt feiern. Ich bereite mich auf Dienstag vor", kommentierte er seine Galavorstellung und seinen stillen Abgang.

Vor dem letztlich entscheidenden Schuss hatte Lehmann bereits den Elfmeter von Ayala, bei dessen Kopfball zum 0:1 (49.) er machtlos gewesen war, abgewehrt, ehe der 36-Jährige kurz darauf das Vertrauen von Jürgen Klinsmann doppelt und dreifach zurückzahlte. Der Bundestrainer hatte Lehmann Anfang April zur neuen Nummer eins gemacht und damit zugleich den früheren Welttorhüter Kahn zum Reservisten degradiert.

Klinsmann lobte die Fähigkeiten seines Schlussmanns nach dem Nervenspiel in den höchsten Tönen: "Wir haben einen großen Glauben in Jens Lehmann. Ich als ehemaliger Stürmer würde gegen ihn nicht schießen wollen. Er hat ein Gespür dafür, wo der Torschütze hinschießt", sagte der Bundestrainer und fügte an: "Das hat er heute wieder bewiesen und zwei gehalten, deshalb sind wir jetzt im Halbfinale."

Lehmann selbst hatte einen Tag vor dem Duell gegen den zweimaligen Weltmeister ein Elfmeterschießen in Betracht gezogen und dabei eigentlich auf ein neues Duell mit dem argentinischen Superstar Riquelme gehofft. Ende April hatte der Keeper im Halbfinale der Champions League mit seinem Klub Arsenal London gegen den spanischen Vertreter FC Villarreal Sekunden vor Schluss einen Elfmeter von Riquelme abgewehrt, der nach seiner Auswechslung diesmal das Drama nur von der Seitenlinie aus verfolgen musste.

Mit dem Einzug in die Runde der letzten Vier ist der Erfolgshunger von Lehmann aber noch lange nicht gestillt. "Wir wollen den Titel." In seinem "Wohnzimmer" Dortmund, wo er lange für den BVB gespielt hat und 2002 deutscher Meister geworden war, steht am Dienstag das Halbfinale auf dem Programm. "Und dann wollen wir wieder nach Berlin", ergänzte der Elfmeter-Killer und stellt klar, wo er am 9. Juli sein will: Im Finale.
 

30.06.06 22:35

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinReaktionen von den nicht so wichtigen Personen...

Reaktionen zum Sieg der DFB-Elf


Bundespräsident Horst Köhler: "Mein Pulsschlag ist noch sie so hoch gewesen. Aber ein tolles Ende, dank Jens Lehmann. Es ist klingt jetzt komisch, aber nach dem 1:1 hatte ich das Gefühl, die Deutschen machen das. Im Endspiel werden sie sein, und ich glaube, die werden Weltmeister. Ich weiß nicht, ob man das Nationalgefühl noch steigern kann. Aber selbst wenn die deutsche Mannschaft ausgeschieden wäre, dieses gute Gefühl, die Freude, die gute Gastgeberschaft wären nicht zerstört worden."

Angela Merkel: "Ich konnte nicht auf meinem Stuhl sitzen bleiben. Als wir das Elfmeterschießen erreicht hatten, hatte ich wieder mehr Vertrauen. Die Verlängerung war für mich viel härter. Es war ein sensationelles Spiel, Argentinien ist ja nicht irgendwer. Heute Abend freuen wir uns, dann müssen wir unheimlich achtsam sein. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel."

Edmund Stoiber: "Das war der dramatische bisherige Höhepunkt der Weltmeisterschaft mit einer kämpferischen Leistung der deutschen Mannschaft, die einen leidenschaftlichen Einsatz und unbändigen Siegeswillen gezeigt hat. Die Nervenstärke der deutschen Mannschaft ist beispielhaft."

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble: "Das war ein hartes Stück Arbeit, die Argentinier waren in der regulären Spielzeit sogar die bessere Mannschaft, aber der unbedingte Willen zum Erfolg und ein überragender Jens Lehmann im Elfmeterschießen halten unseren Traum vom WM-Titel weiter am Leben."

Roland Koch (CDU-Ministerpräsident von Hessen): "Danke, Jens Lehmann! Ein Riesenspiel, prickelnd, packend, dramatisch. Unsere Mannschaft hat Riesenmoral bewiesen, immer an sich geglaubt und ist dem großen Traum so verdient einen großen Schritt näher gekommen."

Gerhard Mayer-Vorfelder: "Klose hatte Krämpfe im unteren Teil der Wade, deshalb musste er ausgewechselt werden. Es war keine taktische Auswechslung. Auch Ballack hatte Krämpfe. Ich bin sehr stolz auf die Truppe. Sie ist in der zweiten Halbzeit wieder zurück ins Spiel gekommen. Jetzt eröffnen sich alle Chancen. Vor dem Elfmeterschießen war ich mir sicher, dass Lehmann einen Elfmeter hällt. Dass er zwei hält, hat mich selbst überrascht. Die Geste von Kahn war ausgezeichnet. Er verhält sich hier wirklich wie ein Vorbild."

Thomas Gottschalk: "Das ist schon Herzattacke, das war ein Thriller. Ich hätte gerne die deutsche Mannschaft vorher in Führung gesehen. Das war zum Fingernägel beißen. Der Lehmann hat sich wirklich gut gemacht. Ich hätte da gerne ein bisschen im Hirn von Kahn mitgehört. Aus spielerischen Bewertungen halte ich mich gerne raus. Aber die Außenwirkung dieser WM geht längst über das Sportliche hinaus."

Roberto Blanco (Schlagersänger): "Es war ein Superspiel. Die deutsche Mannschaft hat sich gesteigert. Der große Gewinner ist Jens Lehmann. Meine Gratulation."

 

30.06.06 22:38

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinReuters

Berlin/München (Reuters) - Millionen Fußball-Fans haben in ganz Deutschland auf den Plätzen und Straßen um den Einzug der deutschen Elf ins Halbfinale der Fußball-WM gezittert.

Nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen Argentinien entluden sich am Freitagabend die Emotionen in Freudenfeiern. Im Berliner Olympiastadion fielen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Fußball-Legende Franz Beckenbauer nach dem hoch-dramatischen Spiel in die Arme.

"Das war sensationell", sagte Merkel in der ARD. Besonders habe sie beeindruckt, wie die deutsche Elf den langen 0:1-Rückstand weggesteckt und wettgemacht habe. Zugleich warnte die Kanzlerin vor Übermut im Halbfinalspiel am Dienstag in Dortmund. "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", zitierte sie mit leicht heiserer Stimme den Weltmeister-Trainer von 1954, Sepp Herberger. "In jedem Fall unglaublich, aber ein tolles Ende", sagte Bundespräsident Horst Köhler nach dem Sieg strahlend der ARD. "Ich glaube, die werden Weltmeister". Er sei sich allerdings sicher, dass selbst im Falle eines Ausscheidens der deutschen Elf gegen Argentinien die gute Stimmung in Deutschland erhalten geblieben wäre.

Allein auf dem größten Fanfest in Berlin zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule durchlebten nach Schätzung der Veranstalter rund 750.000 Menschen ein Wechselbad der Gefühle, Zehntausende feierten im Umfeld des riesigen Areals im Tiergarten. Nach dem Führungstreffer der Argentinier wurde es ruhig auf Deutschlands größter Partymeile. Nach dem Ausgleich durch Miroslav Klose war es mit der Ruhe vorbei, und nach dem Sieg-Elfmeter gab es kein Halten mehr.

In Frankfurt platzte das Fanfest vor den Leinwänden im Main, wo eigentlich nur 35.000 Menschen Platz haben, nach Angaben der Veranstalter aus allen Nähten: rund 80.000 Menschen drängten sich nicht nur auf den Mainwiesen auf beiden Uferseiten, sondern auch auf den umliegenden Straßen und Brücken mit Blick auf die Leinwände. Das Gebiet sei für den Verkehr gesperrt worden, sagte ein Sprecher. In Hamburg verfolgten nach Angaben der Polizei knapp 80.000 Fans auf dem Heiligengeistfeld und der Reeperbahn die Partie, in Köln waren es mehr als 60.000, die feierten wie im Karneval. Nach dem Spiel fuhren die Fans in Köln wie auch in anderen Städten hupend in Korso durch die Straßen. Ein änhliches Bild bit sich in Stuttgart, wo 70.000 Fans in der Innenstadt auf Großbildleinwänden das Spiel verfolgt hatten. Überall hieß es, die Stimmung sei friedlich.

BIERDUSCHEN NACH DEM SIEG-ELFMETER

In München kamen nach Polizeischätzungen rund 65.000 Menschen beim Fanfest im Olympiapark zusammen. Auf der Feiermeile an der Leopoldstraße rannten nach dem entscheidenden Elfmeter Zehntausende feiernde Fans aus den Cafes auf die Straße, fielen sich Fahnen schwenkend um den Hals oder duschten sich gegenseitig mit Bier. Die Polizei, die vorher den Verkehr auf der Hauptverkehrsstraße noch notdürftig aufrechterhalten hatte, sperrte die vierspurige Fahrbahn für die Siegesfeier. Bei allem Jubel spendeten einige auch dem unterlegenen Gegner Trost: Einige Jugendliche nahmen an einer Straßenecke kurz ihre Fahnen herunter und gingen zu einem Argentinien-Fan, der sich nach dem dramatischen Spiel weinend auf eine Treppenstufe gesetzt hatte. Sie schüttelten ihm die Hand und klopften ihm auf die Schulter, um die noch die argentinische Flagge hing.

In der Düsseldorfer Altstadt zogen Tausende Fans mit wehenden Fahnen und Rufen wie "Ohne Gauchos fahren wir nach Berlin" und "Tschüs, Maradona" jubelnd durch die Altstadt. Bis zum Ausgleichstreffer durch die Klinsmann-Elf hatten zuvor kleine Gruppen von Argentiniern praktisch allein inmitten frustrierter deutscher Fans gefeiert.


 

12.07.06 08:37

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxleinund weg ist er...

DFB bestätigt Klinsmann-Abgang

Als Nachfolger ist Joachim Löw im Gespräch.Das Kapitel Jürgen Klinsmann bei der deutschen Nationalmannschaft ist abgeschlossen. Das bestätigte Gerhard Mayer-Vorfelder, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Trotz einer berauschenden Heim-WM mit Platz drei und Hoffnungen von ganz Fußball-Deutschland werde der 41-Jährige seinen Vertrag als Bundestrainer nicht verlängern.


Davon habe Klinsmann ihn am Dienstagnachmittag in Kenntnis gesetzt, sagte Mayer-Vorfelder in der Nacht auf Mittwoch. Nach dpa-Informationen wurde auch Teamkapitän Michael Ballack von Klinsmann unterrichtet.


Löw möglicher Nachfolger
Zu einem möglichen Nachfolger wollte sich Mayer-Vorfelder nicht äußern. "Wer auch immer Jürgen Klinsmann im Amt nachfolgen wird, muss die begonnene Arbeit fortsetzen", sagte er. Offenbar will der DFB am Mittwoch auf einer Pressekonferenz weitere Einzelheiten mitteilen.


Nach übereinstimmenden Berichten der "Bild"-Zeitung und der "Süddeutschen Zeitung", die zuvor bereits vom Entschluss Klinsmanns berichtet hatten, wird aller Voraussicht nach der bisherige Kotrainer Joachim Löw die Nachfolge antreten.


Ein Wille kann Berge versetzen
Klinsmann sei seinen Weg als Bundestrainer bis zuletzt konsequent gegangen, sagte Mayer-Vorfelder. Er habe mit seiner Arbeit viel bewegt für den deutschen Fußball und gezeigt, dass ein "Wille Berge versetzen kann".


Klinsmann hatte sich nach dem dritten Platz bei der Heim-WM "einige Tage" Bedenkzeit erbeten und sich mit seiner Familie in ein geheimes Urlaubsquartier zurückgezogen.


Zwanziger wollte Klinsmann halten
Laut "Bild" hatte sich Klinsmann am Dienstagabend mit DFB-Präsident Theo Zwanziger im Schwarzwald zu einem persönlichen Gespräch getroffen.


Der DFB-Chef wollte demnach Deutschlands beliebtesten Trainer unbedingt bis zur EM 2008 in Österreich und der Schweiz oder sogar bis zur WM 2010 in Südafrika halten. "Er kämpfte, doch er konnte das Ja-Wort des Bundestrainers nicht gewinnen", berichtet das Blatt.


Offensichtlich war es auch eine Entscheidung für die in Kalifornien lebende Familie, denn ein Umzug in seine deutsche Heimat kam für Klinsmann nie in Frage. Und die Belastung des ständigen Hin-und-Her-Fliegens über zwei oder gar vier Jahre wollte er nicht auf sich nehmen.


Hoeneß hatte mit Befürchtungen Recht
In Expertenkreisen hatten sich im Laufe des Dienstags die skeptischen Stimmen zur Zukunftsentscheidung des Bundestrainers bereits gemehrt. "Man kann nur hoffen, dass Jürgen Klinsmann weitermacht. Ich fürchte nur, dass er nicht weitermacht", hatte Uli Hoeneß, der Sprecher des Arbeitskreises Nationalmannschaft der Bundesliga, erklärt.


Der Bayern-Manager ist gewöhnlich bestens informiert über Interna im deutschen Fußball, der Kontakt zu DFB-Teammanager Oliver Bierhoff ist eng. Auch der deutsche Rekordmeister hatte in den späten Abendstunden von Klinsmanns Abschiedsgedanken gehört.


Bierhoff hatte sich nach einem Dankesbrief an alle Fans und WM-Beteiligten am Dienstag offensichtlich bereits intensiv mit dem "Fall Klinsmann" beschäftigt. Derweil hatten Klinsmann und Kotrainer Löw über ihren Berater Eitel erklären lassen: "Jetzt ist schlicht Erholung angesagt."


Spontanes Ende der Bedenkzeit
Klinsmann und Löw waren am Sonntag aus Berlin zusammen nach Stuttgart geflogen, dort trennten sich ihre Wege. Die "paar Tage Zeit", die sich der Bundestrainer beim DFB für seine Entscheidung ausbedungen hatte, könnten durchaus spontan enden, hatte Eitel bereits vorausgesagt.


"Vor zwei Jahren ist Jürgen auch innerhalb weniger Stunden von Los Angeles nach New York geflogen", erinnerte Eitel an die damalige Blitz-Verpflichtung Klinsmanns als Nachfolger von Rudi Völler nach der EM 2004.


Nach 34 Länderspielen und einer starken WM soll nun Schluss sein. "Das ist nicht mehr zu toppen", hatte Klinsmann auf der großen Jubel-Party am Sonntag auf der Berliner Fanmeile bereits angedeutet, dass er sich nur noch schwer eine Steigerung der sportlichen Erfolgsgeschichte vorstellen kann.


Andere DFB-Aufgabe für Klinsmann?
Offen blieb in der Nacht zum Mittwoch, ob der Wahl-Amerikaner Klinsmann in weitere Zukunfts-Lösungen eingebunden werden könnte. "Man hat einen Einfluss auf die Weiterentwicklung", hatte er nach dem Spiel um Platz drei gesagt, unabhängig davon, ob er als Trainer weitermache.


Bei einem neuen Projekt, das die EM 2008 als Nahziel und die WM 2010 als Fernziel umfassen würde, könnten nun Löw und U21-Trainer Dieter Eilts das operative Geschäft führen.


Zwei Tage vor dem ersten Länderspiel nach der WM wird Bundespräsident Horst Köhler die DFB-Nationalmannschaft am 14. August im Schloss Bellevue empfangen und den 23 Spielern sowie dem Trainerstab nach dem dritten WM-Platz das "Silberne Lorbeerblatt" verleihen.


 

12.07.06 08:38

18298 Postings, 7120 Tage börsenfüxlein....

Ziel verfehlt (Finale) und trotzdem geht er als Sieger....ist ja auch nicht so schlecht...


Threadende

füx  

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