"als Schoßhund von Bush wahrgenommen"

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neuester Beitrag: 15.12.06 12:01
eröffnet am: 14.12.06 11:42 von: Rheumax Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 15.12.06 12:01 von: Kicky Leser gesamt: 421
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8584 Postings, 7168 Tage Rheumax"als Schoßhund von Bush wahrgenommen"

Raffinierte Struktur schützt Mullah Omar

Eines der wenigen Fotos von Mullah Omar

 

Die Taliban sind in Südafghanistan wieder bedrohlich stark. Ihre Struktur verhindert, dass Nato-Soldaten ihren Führer, so es ihn gibt, fassen können.
 
Die paschtunischen Islamisten, die zwischen 1996 und 2001 eine Terror-Herrschaft ausübten, agierten in voneinander unabhängigen Kleingruppen, sagte Conrad Schetter, Afghanistan-Experte des Bonner Zentrums für Entwicklungsforschung und Buchautor, zu FOCUS Online. ?Deswegen weiß kaum ein Taliban-Kämpfer, wo Mullah Omar ist.? Die fehlende Kommandokette schütze ihn. Im übrigen könne es durchaus sein, dass es den Islamisten-Führer überhaupt nicht gebe.



Karsai gilt als Bushs Schoßhund

Die Tatsache, dass die Taliban immer stärker werden, hat laut Schetter unterschiedliche Gründe: Die Regierung von Hamid Karsai habe viele Fehler gemacht. ?Sie hat die Bevölkerung unter anderem durch Vetternwirtschaft gegen sich aufgebracht. Karsai ist derzeit schwach wie nie zuvor?, so Schetter. ?Außerdem wird der Präsident noch immer als Schoßhund des amerikanischen Präsidenten George W. Bush wahrgenommen.?

Ein weiterer Grund für die neue Fähigkeit der Taliban, westliche Kräfte in lokalen Scharmützeln sogar zurückzuschlagen, ist laut dem Experten die Tatsache, dass die Islamisten aus Pakistan relativ problemlos neue Mitglieder rekrutieren könnten. Von Ost-Iran bis hin nach Kaschmir gibt es einen riesigen unzugänglichen Landstreifen, der weder von Kabul, noch von Islamabad und noch von der Nato kontrolliert wird ? eine weltweit einmalige Situation. In diesem Gebiet könnten sich die Taliban laut Schetter unbehelligt aufhalten.

Zwei entscheidende Faktoren tragen dem Experten zufolge dazu bei, die Bevölkerung verstärkt gegen die Nato-Kräfte zu mobilisieren und dadurch den Taliban mehr Anhänger zuzuführen: Erstens werde von Kabul aus der Kampf gegen den Opiumanbau und ?handel forciert. Das Drogengeschäft sei aber in weiten Landstrichen die einzige Möglichkeit für die Landbevölkerung, an Geld zu kommen, um zu überleben. Zweitens sei die Nato wiederholt militärisch unklug vorgegangen: ?Bei Bombardierungen werden immer wieder Kinder getötet und Moscheen zerstört, was den Groll in der Bevölkerung erheblich verstärkt hat.?

Marsch auf Kabul unwahrscheinlich

Schetter rechnet trotz verstärkter Selbstmordattentate durch Taliban-Kämpfer und gehäuft vorkommender Gefechte nicht mit einer baldigen Machtübernahme durch die Islamisten in der Hauptstadt Kabul. Dies liege wie auch die geschützte Situation von Mullah Omar an der amorphen Struktur der Islamisten. Die Tatsache, nur in kleinen Gruppen zu kämpfen, eigne sich nicht für einen erneuten militärischen Griff nach der totalen Herrschaft. ?Eine offene Schlacht wird es wohl kaum geben?, so Schetter.

Hoffnung für den Westen besteht noch

Der Experte sieht durchaus Möglichkeiten, die Lage in Südafghanistan wieder zu Gunsten des Westens zu verändern. Inzwischen seien auch schon Maßnahmen eingeleitet worden: So strengten sich holländische Soldaten in der Unruheprovinz Urusgan momentan besonders an, die Bevölkerung wieder zurückzugewinnen und so den Taliban die Unterstützung zu entziehen. ?Sie ziehen sich aus der Fläche zurück, gehen damit direkten Kämpfen mit den Taliban aus dem Weg?, so Schetter zu FOCUS Online. ?Zugleich verstärken sie den Kontakt zu den Menschen, indem sie sichtbar Entwicklungsprojekte forcieren.? Außerdem verzichteten sie auf Strafaktionen. ?Die Bevölkerung wird mit Brot geholt.? Auch die Briten denken dem Experten zufolge mittlerweile um.

Schetter sieht auch für den geschwächten Karsai noch eine Möglichkeit, seinem Aus als Präsident zu entgehen und die Lage halbwegs zu befrieden: Er wäre gut beraten, Taliban in seine Regierung einzubinden. Denn die Taliban seien eine heterogene Bewegung. Sie bestünden nicht mehr nur aus Fanatikern, sondern auch aus moderateren Kräften. Das Ergebnis einer solchen Maßnahme sähe wie folgt aus: ?Afghanistan würde deutlich islamischer, und religiöse Symbole würden eine größere Rolle spielen.? Um eine beständige ruhigere Lage zu garantieren, muss dieser Preis laut Schetter notfalls gezahlt werden.

(nachrichten.de)

 

15.12.06 12:01

64714 Postings, 7700 Tage Kicky Selbstmordanschläge machen Nato nervös

Afghanistan. Die Nato will das Taliban-Problem am Hindukusch neutralisieren, indem sie Herzen und Hirne der Afghanen gewinnt.
Brüssel. Je angespannter die militärische Lage im Süden Afghanistan, umso mehr häufen sich auch Fehler der dort stationierten Nato-Truppen. Am Mittwoch erschossen Nato-Soldaten in Kandahar einen Motorradfahrer, der auf einen Kontrollpunkt zugefahren war und trotz Warnsignalen nicht angehalten hatte. Tags zuvor war im Osten Afghanistans bei einem Kampfeinsatz gegen mutmaßliche Taliban ein 13-jähriges Mädchen getötet worden. "Die Menschen sind sehr wütend über die getöteten Zivilisten", schimpfte Afghanistans Präsident Hamid Karzai.
In den vergangenen Monaten haben zivile Opfer bei ISAF-Operationen deutlich zugenommen. Weil die Soldaten vermehrt zum Ziel von Anschlägen werden, eröffnen sie aus Angst immer wieder das Feuer auf Zivilisten, die sie für potenzielle Attentäter halten. Am vergangenen Sonntag starben nach Angaben der Regierung der ostafghanischen Provinz Laghman vier afghanische Zivilisten bei einem NATO-Luftangriff. Die ISAF bestritt, dass es einen solchen Angriff gegeben habe. Am Sonntag zuvor hatten britische ISAF-Soldaten in Kandahar-Stadt nach einem Anschlag das Feuer eröffnet und zwei Zivilisten getötet.Gehäuft haben sich zuletzt die Selbstmordanschläge. Das macht die Nato-Soldaten zunehmend nervös und führt zu Fehlern.
Mindestens 3800 Menschen wurden in diesem Jahr in Afghanistan bereits bei Kämpfen und Anschlägen getötet - die meisten von ihnen Taliban-Kämpfer; aber eben auch Zivilisten, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, afghanische Soldaten und mehr als 180 ausländische Militärs. Gerade die zivilen Opfer tun der Nato weh, "denn wir wollten bei den Afghanen ja immer den Eindruck vermeiden, dass wir eine ausländische Besatzungsmacht sind, die rücksichtslos aufräumt", wie es in der Nato-Zentrale in Brüssel heißt.www.diepresse.com
 

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