Zyklen, Zyklen und das Chaos

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eröffnet am: 01.02.05 18:19 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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815333 Postings, 5963 Tage moyaZyklen, Zyklen und das Chaos

Zyklen, Zyklen und das Chaos

von Jochen Steffens

Die Märkte zeigen sich "trotz" der anstehenden Zinsentscheidung erstaunlich stark. Wahrscheinlich auch deswegen, da kaum jemand davon ausgeht, dass es hier zu bösen Überraschungen kommt. Bis Mittwochabend wird es wahrscheinlich etwas langweilig, obwohl ich damit rechne, dass Mittwochnachmittag die Zocker aufs Parkett kommen. So bleibt mir ein wenig Zeit, über Zyklen zu schreiben:

An den Börsen wird aktuell spekuliert, ob nun 2005 ein gutes Jahr wird, weil Jahre mit einer 5 in der Zahl immer gute Jahre waren, oder ob das Jahr 2005 ein schlechtes wird, weil ein Jahr immer so verläuft, wie der erste Monat, der Januar.

Es ist seltsam, ich kenne einige Menschen, die wirklich davon ausgehen, dass ihr persönliches Jahr so verläuft, wie ihr/e Silvesterabend/-nacht verlaufen ist. Das hört sich auf den ersten Blick natürlich sehr unsinnig an - doch immerhin hat es der Gedanke an die Börse geschafft: Wenn der Januar schlecht wird, wird das ganze Jahr schlecht - so die Börsenweisheit.

Hier liegt die Theorie zugrunde: Wie der Mikrokosmos, so der Makrokosmos; wie im Kleinen, so im Großen.

Genauso abwegig ist die Idee, dass Jahre, in denen eine "5" vorkommt, immer gute Börsenjahre sind. Wenn es um den Präsidentschaftszyklus geht, kann ich eine gewisse Logik in dem Zyklus erkennen. Allein zum Beispiel, weil ein US-Präsident nach seiner ersten Amtszeit alles tun wird, um die Bevölkerung positiv zu stimmen, damit er wiedergewählt wird - etc.

Warum aber ausgerechnet die "5" ein wichtige Rolle spielen soll?
Selbst die Zahlenmystik ließe einen, sofern man ihr Glauben schenkt, alleine, da hier die Jahreszahl im Ganzen betrachtet werden sollte.

Es ist aber immer wieder erstaunlich, wie statistische Unregelmäßigkeiten verblüffen können: So ist die "Unglückszahl" 13 tatsächlich die mit deutlichem Abstand am wenigsten gezogene Zahl beim Lotto. Zufall? Ist also die 5 in der Jahreszahl auch ein Indiz?

Es gibt noch weitere interessante Zyklen - so scheint nach einem großen Crash an den Börsen die Wirtschaft meistens 16-20 Jahre zu brauchen, um sich wieder richtig zu erholen. Ein Grund, um in Japan zu investieren - langfristig natürlich -, denn hier sind seit dem Crash 1990 tatsächlich schon 15 Jahre vergangen und erstaunlicherweise zeigt die Wirtschaft in Japan erste Erholungsanzeichen.

Sehr verständlich sind Zyklen natürlich bei nachwachsenden Rohstoffen, durch die Jahreszeiten bedingt. Doch selbst der bekannte Goldzyklus lässt sich einfach erklären. Hier sind es jährlich auftretende Feiertage, die immer wieder zu einer erhöhten Nachfrage führen.

Bei Öl ist es die Winter- bzw. Sommersaison, die verschiedene Nachfragesituationen verursacht.

Ein altes asiatisches Sprichwort erklärt: "Steter Wechsel ist Kern aller Dinge." Auch aus diesem Grund wurde schon immer versucht, die Börse in Zyklen zu "pressen". Ein bekannter Trader, William D. Gann (1878-1959), versuchte die Börse durch Beobachtung von astrologischen Zyklen zu erklären. Er ging offensichtlich davon aus, dass die Umlaufbahnen, die Zyklen der Planeten sich auch in Börsenbewegungen wiederfinden würden. Frei nach dem Motto: Wie im Makrokosmos, so im Mikrokosmos.

Glauben Sie mir, es gibt sie. Es gibt Zyklen einzelner Aktien, die zum Teil sehr überraschend und andauernd sind. Damit meine ich nicht die normalen Zyklen der Unternehmensnachrichten und der schwachen und starken Quartale. Ich habe bei meiner Suche nach Zyklen überaus erstaunliche Zusammenhänge zwischen markanten Hoch- und Tiefpunkten finden können.

Ich vermute, es ist eine Ordnung, die im Chaos auftaucht, die sich aufbläht, um dann zu verschwinden, um wieder chaotisch zu werden. Wenn Sie früh genug einen solchen Zyklus entdecken, kann das sehr gewinnträchtig sein. Sie müssen dann allerdings auch erkennen, wann eine solche Ordnung im Chaos sich wieder auflöst. Leider ist der Aufwand sehr hoch, solche Zyklen zu entdecken, denn kein Zyklus gleicht dem anderen - sie sind zum Teil nur mit erheblichem mathematischen Aufwand zu entdecken - oder doch nur Zufall?
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US-Konjunkturdaten

Der ISM Index des verarbeitenden Gewerbes notiert bei 56,4 %. Erwartet wurde der Index bei 56,5 bis 57,0 % nach zuvor 57,3 %.

Besonders interessant ist hierbei, dass der Teilindex des ISM-Index von zuvor 53,3 % auf 58,1 % ansteigen konnte, das unterstütz die Vermutung, dass die Zahl der neu geschaffenen Stellen am Freitag positiv überraschen wird!

Allerdings notierte der Teilindex der Auftragseingänge mit 56,6 % deutlich unter dem Dezemberwert von 62,6 %. Das sollte sich allerdings nicht so stark auswirken.

Die US-Bauausgaben sind im Dezember um 1,1 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,4 bis 0,6 % nach zuvor +0,3 % (revidiert von -0,4 %).

Gruß Moya

 

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