Zweifel an Absolute-Return-Fonds

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eröffnet am: 12.02.05 09:53 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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Zweifel an Absolute-Return-Fonds

11. Februar 2005 Mit ihren kräftig beworbenen Absolute-Return-Fonds hat die Investmentgesellschaft Dit einen klassischen Fehlstart hingelegt. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die vor allem an risikoscheue Anleger verkauften Dit-Absolute Return Allocation und Dit-Absolute Return Allocation Plus einen Wertzuwachs von lediglich 1,6 beziehungsweise 1,5 Prozent.

Damit bewegen sie sich auf dem Niveau von geldmarktnahen Fonds, sind allerdings mit einem Ausgabeaufschlag von 3 beziehungsweise 5 Prozent und einer jährlichen Verwaltungsgebühr von einem beziehungsweise 1,5 Prozent wesentlich teurer. Als Ziel hatte die Publikumsfondsgesellschaft des Allianz-Konzerns für den Allocation-Fonds eine jährliche Rendite von 2,5 Prozentpunkten und für den Allocation-Plus-Fonds eine von 5 Prozentpunkten über dem sicheren Geldmarktsatz angestrebt.

Keine Wirkung der Netzer-Werbung

Die Anleger zeigen sich von dieser Entwicklung durchaus beeindruckt. Inzwischen wird deutlich, daß die aufwendige Fernsehwerbung mit einem sich vervielfältigenden Fußball-Experten Günter Netzer keine nachhaltige Wirkung hinterlassen hat. Sammelten die beiden Dit-Absolute-Return-Fonds in den sechs Monaten nach ihrer Auflegung im Juni 2003 über eine Milliarde Euro unter risikoscheuen Anlegern ein, so geriet der Absatz im vergangenen Jahr angesichts der enttäuschenden Wertentwicklung ins Stocken. Unter dem Strich standen am Jahresende sogar Mittelabflüsse in Höhe von rund 100 Millionen Euro.

Dabei paßt die Idee der Absolute-Return-Fonds ideal zum Stimmungsbild der Anleger. Dieses ist immer noch von Risikoscheu nach den Verlusten aus der dreijährigen Aktienbaisse geprägt. Das Fundament von Absolute-Return-Fonds bilden in den meisten Fällen nahezu risikolose geldmarktnahe Zinstitel. Von dieser Basis aus werden gezielt Wetten in anderen Anlageklassen eingegangen, die sich nicht an Vergleichsindizes orientieren. Dies birgt allerdings die Gefahr, daß die Portfoliokonstrukteure mit ihrer Einschätzung auch einmal falsch liegen. So erwartete der Dit Ende September fallende Aktien- und Rentenkurse. Kurz danach starteten die Aktienmärkte zu einer Jahresendrally. Die Kurse von Staatsanleihen bewegen sich inzwischen sogar auf einem historischen Hoch.

Fehlende Definition für Investmentansatz

Die Konkurrenz des Dit agierte unter dem Etikett Absolute Return teilweise wesentlich erfolgreicher. So legte beispielsweise ein entsprechender Fonds der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka 2004 um 5,6 Prozent zu. Union Investment aus dem Verbund der Genossenschaftsbanken kam mit dem Uni-Euro-Renta Absolute Return auf einen Wertzuwachs von 2,6 Prozent. Weit auseinander geht die Wertentwicklung bei den beiden Absolute-Return-Fonds des unabhängigen Fondsanbieters Lupus Alpha. Während der konservativ geführte Structure Invest 2004 um 6,3 Prozent zulegte, kam der vor allem auf den Aktienmärkten engagierte Dynamic Invest nur auf 0,9 Prozent.

Immerhin ist allen diesen Fonds gemeinsam, daß sie ihren Anlegern zumindest den Kapitalerhalt gewährleisten konnten. Ein Vergleich von Absolute-Return-Fonds leidet allerdings immer noch an einer fehlenden Definition für diesen Investmentansatz. Während etwa das Dit-Fondsmanagement auf der gesamten Klaviatur der Vermögensklassen von Aktien über Renten bis zu Derivaten spielen darf, sind die Konkurrenzprodukte von Deka und Union eher althergebrachte Rentenfonds mit neuen Namen.

?Getrost bezweifeln?

Erschwerend kommt die Gefahr der Verwechslung mit den sogenannten Total-Return-Fonds hinzu, die in den vergangenen drei Jahren als Modewelle über das Land schwappten und sich ebenfalls mit ihrem Schwerpunkt in Anleihen an ein eher risikoscheues Anlegerpublikum wenden.

Inzwischen wird in der Finanzbranche schon grundsätzliche Kritik an dem Konzept laut. So begrüßte die Direktbank ING-Diba kürzlich zwar, daß Anleger durch Absolute-Return-Fonds wieder dafür sensibilisiert wurden, daß die erzielten Anlageergebnisse im Mittelpunkt stehen und nicht ein Vergleichsindex. Gleichzeitig merkt die Bank in einem Informationsschreiben aber auch an: "Daß alle unter dem Deckmantel Absolute Return angebotenen Fondskonzepte Sinn machen, darf getrost bezweifelt werden."

© F.A.
Gruß Moya

 

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