Zurückhaltung und warten

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neuester Beitrag: 23.04.03 14:48
eröffnet am: 23.04.03 14:42 von: tom68 Anzahl Beiträge: 3
neuester Beitrag: 23.04.03 14:48 von: StarrTrader Leser gesamt: 186
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23.04.03 14:42

4579 Postings, 7052 Tage tom68Zurückhaltung und warten


Es ist auffallend:

Die US-Unternehmenszahlen sind überwiegend besser
als erwartet. Doch der Ausblick ist zumeist sehr zurückhaltend. Die
Management-Etagen haben in der Baisse gelernt lieber tief zu stapeln.
Es ist für die Kurspflege sinnvoller, die Erwartungen später
anzuheben, als sie wieder senken zu müssen. Aber diese Zurückhaltung
dürfte nicht nur bei den Prognosen zu finden sein. Die Unternehmen
zeigen sich insgesamt zurückhaltend. Das wirkt sich natürlich auf die
Investitionen aus. Überall werden Kosten gesenkt und Investitionen auf
Eis gelegt. Ein genereller Umsatzanstieg, der auch neue Investitionen
verursachen könnte, ist nicht zu erkennen. Doch wenn alle abwarten,
woher soll der Wirtschaftsschub dann kommen?

Abwarten, genau das werden die Indizes dann auch tun. Abwarten
bedeutet Seitwärtsbewegung. Ich weiß, die ersten größeren Adressen
geben die ersten deutlich bullishen Analysen für den Markt ab. Aber
ich sehe keine Umsätze, die mir zeigen, dass sie es nicht nur bei
solchen Prognosen belassen, sondern selbst kaufen. Die Umsätze waren
letzte Woche sehr dünn. Erst wenn es zu erneuten Kursteigerungen unter
hohen Umsätzen kommt, lasse ich mich überzeugen, dass es weiter geht.

Und bedenken Sie:

Das US-Handelsdefizit ufert immer weiter aus. Im
Februar erreichte es 40,3 Mrd. $. Das ist das drittgrößte Minus
überhaupt. Und das wirkt sich natürlich auch auf den Dollar aus: Das
Vertrauen der Anleger in den Dollar schwindet. Sehen Sie sich den Euro
an. Er steigt und steigt. Mein Euro Call hält sich gut, dank der
Dollar-Schwäche. Auch hier werde ich erst überzeugt sein, dass die
US-Wirtschaft sich erholt, wenn der Dollar bei fallenden US-Börsen
anfängt stabil zu bleiben. Nein, es sieht immer noch nicht gut aus.

Aber warten wir noch die nun kommenden Wirtschaftsdaten und die
Unternehmenszahlen dieser Woche ab. Dann werden wir klarer erkennen
können was uns erwartet. Ich hatte Sie darauf hingewiesen: Schauen Sie
sich den Ausblick der Firmen an. Und da haben die meisten Firmen
enttäuscht. Das ist der Grund warum die aktuelle Rallye gerade ins
Stocken kommt. Auch charttechnisch verschlechtert sich das Bild
deutlich: Im Moment bezweifele ich, dass der Dow die 8525 Punkte
überhaupt noch mal erreichen wird. Sie erinnern sich: Ein Bruch dieser
Marke würde ein deutlich bullishes Signal generieren.

Aber auch der Nasdaq100 zeigt sich in der Nähe seiner wichtigen 1100
Punkte Marke schwach. Insgesamt sollten Sie noch etwas abwarten.
Folgende Marken stellen die Eintrittskarten für weiter fallende Kurse
dar:

Dax: Nachhaltiger Bruch der 2700 Punkte nach unten.

Dow: Erstes Bear-Signal: Bruch der 8235 Punkte und deutliches Bear-Signal: Bruch
der 8146 Punkte-Marke.

Nasdaq100 Bruch der 1041 Punkte.

Noch kurz zu SARS. Im asiatischen Raum scheint die Erkrankung langsam
zu einer gefährlichen Epidemie zu werden. Sicherlich ist dafür auch
die schlechte Gesundheitsversorgung verantwortlich. In China wurde
einfach zu langsam reagiert. Aber auch in Kanada weitet sich die
Krankheit weiter aus. Die WHO befürchtet nun, dass es zumindest im
asiatischen Raum zu einem massiven Ausbruch kommen kann. Dann müsste
ich einige Prognosen leider revidieren.

Einerseits fallen darunter Prognosen für die Firmen, die besonders im
asiatischen Raum investiert haben. Zum Beispiel VW, die ich aufgrund
der Vormachtstellung in China als interessant eingestuft hatte. VW
konnte in China im ersten Quartal dieses Jahres seinen Fahrzeugverkauf
im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 87 % steigern. Hier gilt nun
leider: Abwarten wie sich SARS auf die Umsätze in China auswirkt.
Andererseits könnte auch die Prognose, dass der Nikkei ersten Ansätze
einer Stabilisierung zeigt, angesichts SARS relativiert werden müssen.

Immer noch bleibe ich davon überzeugt, dass diese Krankheit in Europa
kaum eine Chance haben wird. Aber ich bin ein wenig skeptischer
geworden was den Rest der Welt anbetrifft.

Und zum Schluss noch kurz: Das schnelle Ende des Irak-Krieges lässt
natürlich vermuten, dass die EZB die Zinsen nun nicht weiter senken
wird ... zunächst.

Jochen Steffens, Dienstag den 22. April 2003



 

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