Zum Tode des österreichischen Bundespräsidenten

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neuester Beitrag: 07.07.04 10:19
eröffnet am: 07.07.04 07:04 von: bilanz Anzahl Beiträge: 19
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07.07.04 07:04

5698 Postings, 6770 Tage bilanzZum Tode des österreichischen Bundespräsidenten


Österreich trauert um sein Oberhaupt

Trauern um eine "große Persönlichkeit, einen überzeugten Österreicher und Europäer": Heinz Fischer, Wolfgang Schüssel.
Österreich habe eine "große Persönlichkeit, einen überzeugten Österreicher und Europäer verloren", erklärte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (VP) Mittwoch Nacht in einer ersten Reaktion zum Ableben von Bundespräsident Thomas Klestil. "Wir trauern mit der Familie", so Schüssel. Zum Zeichen der Staatstrauer werden die öffentlichen Gebäude ihre Flaggen auf Halbmast setzen.

Starke Stimme für Österreich

Klestil "war eine starke Stimme für ein selbstbewusstes Österreich in einem weltoffenen Europa", seine Beziehungen vor allem zu den Nachbarländern seien eine wichtige Voraussetzung für die Wiedervereinigung Europas gewesen, betonte Schüssel. Als Vertreter Österreichs in den USA und bei den Vereinten Nationen habe er für Österreich große Erfolge erreicht und seine vielen internationalen Kontakte stets im Dienst unseres Landes gepflegt. Schüssel betonte seine Anteilnahme für die Familie Klestils.

Rasch reagiert hat die ÖVP auf ihrer Internet-Homepage: Schon kurze Zeit nach der Nachricht vom Ableben des Bundespräsidenten fand man unter http://www.oevp.at als Einstieg eine schwarze Seite, mit einem Bild Klestils und den Worten "Die Österreichische Volkspartei trauert mit ganz Österreich um Bundespräsident Dr. Thomas Klestil".

Persönlichkeit von großem Format

Die österreichische Sozialdemokratie empfinde tiefe Trauer über das Ableben von Bundespräsident Klestil, erklärte SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer Mittwoch Nacht. "Österreich verliert mit Klestil eine staatspolitische Persönlichkeit von großem Format." Klestil habe durch seine Amtsführung jenseits parteipolitischer Kategorien demokratischen Patriotismus vorgelebt, würdigte Gusenbauer den Verstorbenen - und drückte Mitgefühl für Gattin und Familie aus, "denen er so knapp vor dem verdienten Ruhestand so tragisch und grausam genommen worden ist".

Auch Klestils außenpolitisches Wirken würdigte Gusenbauer: Durch seine intensiven Kontakte zu den mittel- und osteuropäischen Nachbarn habe der verstorbene Bundespräsident klimatisch die Erweiterung der EU aktiv unterstützt.

Eindrucksvolle Pflichterfüllung

"Ganz Österreich trauert", sagte Heinz Fischer (SP), der am Donnerstag als Klestils Nachfolger angelobt wird, in einer ersten Reaktion. 36 Stunden vor Ende der Amtszeit habe der "wirklich eindrucksvolle und durch Pflichterfüllung bis zum letzten Atemzug geprägte" Lebensweg von Bundespräsident Thomas Klestil ein Ende gefunden, so Fischer in der "ZiB 3".

Fischer drückte der Familie Klestils seine "ganz tief empfundene Anteilnahme und Bewunderung für ihre Tapferkeit" aus. Er wird mit Klestils Gattin Margot Löffler-Klestil morgen, Mittwoch, früh Kontakt aufnehmen.

Menschlicher Brückenbauer

Wiens Bürgermeister Michael Häupl reagiert auf Klestils Tod tief betroffen: "Diese tragischen Tage und der Tod von Thomas Klestil erfüllen mich mit großer Trauer. Meine Hoffnung, unser aller Hoffnung auf Genesung hat sich leider nicht erfüllt. Mein ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie." Häupl betonte in einer Aussendung das hohe Ansehen, das sich Klestil als Bundespräsident im In- und Ausland erworben habe: "Er hat es stets verstanden, das Ansehen Österreichs zu fördern."

Die Freundschaften, "die ihn mit Staatsoberhäuptern anderer Länder verbanden, hat er zum Wohle unseres Landes eingesetzt. Und er hat menschliche und wirtschaftliche Brücken gebaut, die uns noch lange mit anderen Ländern und deren Menschen verbinden werden." Der Stadt Wien sei Klestil stets in besonderer Art verbunden gewesen. Sie war ihm in jeder Weise Heimat. "Auch mich persönlich haben großer Respekt und Freundschaft mit Thomas Klestil verbunden", so Häupl. "Wien verliert einen Freund und großen Bürger. Er wird uns allen wirklich sehr fehlen."

Kritischer Geist

Jörg Haider (FP) würdigte den Bundespräsidenten als "guten Freund Kärntens, der sich immer um das Bundesland gekümmert und für Nachbarschaftspolitik engagiert hat. Mit ihm verlieren wir einen Menschen, der Kärnten gerne besucht und sich immer wohl gefühlt hat", sagte Haider weiters. "Er hat auf uns geschaut, er hat sich immer positiv über das Land geäußert." Haider strich heraus, dass der Bundespräsident bei "allen großen Ereignissen" in Kärnten gewesen sei und nannte in diesem Zusammenhang die Abstimmungs-Gedenkfeiern der Jahre 1995 und 2000 sowie die Eröffnung des Carinthischen Sommers. Außerdem habe Klestil immer darauf geschaut, dass bei seinen Auslandsbesuchen Kärntner Unternehmen in der Wirtschaftsdelegation vertreten waren.

Für die Grünen brachte die stellvertretende Bundessprecherin Eva Glawischnig die "tiefe Betroffenheit" ihrer Partei zum Ausdruck. "Wir haben Bundespräsident Thomas Klestil sehr geschätzt, vor allem seine Weltoffenheit." So habe Klestil stets in einem "europäischen Geist" gehandelt. "Klestil war ein echter Europäer." Persönlich habe sie den Bundespräsidenten auch als "kritischen Geist" erlebt.

kurier.at  

07.07.04 07:16

192 Postings, 6045 Tage Blackboyuff---jetzt geht er wieder ins bett der jimmy

07.07.04 07:18

5698 Postings, 6770 Tage bilanzEr hat der Republik alles gegeben


Bis zum Schluss war Thomas Klestil ein Bundespräsident wie keiner vor ihm. Sein Tod, wenige Tage vor dem Ende seiner Amtszeit, mit viel öffentlicher Begleitung und unter solch dramatischen Umständen, ist ein stimmiger Abschluss seiner Präsidentschaft. Unvollendet bis zuletzt.

Nicht nur die Pietät gebietet es, zuallererst dem Menschen Thomas Klestil Dank zu sagen und Respekt zu zollen. Die Fotos von seiner Angelobung vor zwölf Jahren erinnern an einen kraftstrotzenden und selbstbewussten Mann auf dem Höhepunkt seiner Lebenskurve. Die Bilder des schwer Kranken aus den letzten Tagen zeigen: Er hat der Republik alles gegeben. Buchstäblich, bis zur ultimativen Überforderung seines geschwächten Körpers.

Er hat es sich nie leicht gemacht, aber uns anderen bisweilen auch nicht. Hat sich und dem Land mehr versprochen als er einhalten konnte.

Tragische Symbolik

Die politische Bilanz seiner Amtsführung hat Klestil nicht mehr selbst ziehen können. Was für eine tragische Symbolik, dass er ganz knapp vor seiner Abschieds-Pressekonferenz zusammengebrochen ist. Die Begegnung, wohl auch die Konfrontation mit einer kritischen Öffentlichkeit hat er seit Jahren vermieden zu Gunsten einer merkwürdigen Allianz mit dem illustrierten Boulevard. Nun sind ihm alle Fragen auf so tragische Weise erspart geblieben.

Wie zufrieden er mit sich und seiner Amtstätigkeit wirklich war, konnte man selbst in vertraulichen Gesprächen nicht ausloten. Unüberhörbar war ein Grundton der Enttäuschung. Thomas Klestil wusste, dass ihm vieles nicht gelungen war. Wie sehr er das auch selbstkritisch analysierte und sich nicht auf den Hader mit seiner Umwelt konzentrierte, das weiß bestenfalls seine Witwe.

Diskrete First Lady

Margot Klestil-Löffler wird solche Vertraulichkeiten wohl für sich behalten. Diskret und elegant, wie sie über die letzten Jahre dem Präsidenten und dem Mann ein starker Halt war. Ihr ist sehr viel Unrecht angetan worden bis hinein in die letzten Wochen.

Sie hat neben dem Mitgefühl für die Witwe auch dankbare Anerkennung verdient für ihre tadellos erfüllte Rolle als First Lady. Wie sie in der Zukunft behandelt wird, kann als Gradmesser für die politische Kultur dieses Landes verwendet werden.

Daran ändert nichts, dass gerade sein zeitweise turbulentes Privatleben die Amtstätigkeit und das Ansehen von Thomas Klestil deutlich beeinträchtigt hat. Das Ende seiner langjährigen ersten Ehe wurde zum ersten Bruch seiner Wahlversprechen. Von den Schäden dieses privaten Konfliktes hat sich der Mensch und hat sich der Politiker nie mehr erholt. Seine privaten Probleme werden wohl mit der Erinnerung an Thomas Klestil verbunden bleiben.

Daneben dürfen seine politischen Spuren nicht verwehen. Vieles ist unvollendet geblieben, in manchem ist er gescheitert, auch an zu hoch angelegten Erwartungen an sich selbst. Bleiben wird am ehesten sein außenpolitisches Engagement.
Er hat sein Bestes gegeben. Wir haben zu danken.

kurier.at 7.Juli2004  

07.07.04 07:20

5698 Postings, 6770 Tage bilanzJimmyboy

Schlaf gut, lass aber solche Bilder hier, sie passen nicht in diesen Tread danke!
Du weisst ich mag Dich gut und Du bist auch mein Freund hier.
Also schlaf gut bis später
bilanz  

07.07.04 07:23

5698 Postings, 6770 Tage bilanzNoch ein Kommentar o. T.

07.07.04 07:23

192 Postings, 6045 Tage Blackboybist du besoffen bilanz

kein hallo, nix mehr--haste mich schon abgeschrieben---warum
aber das rothaus war gut gelle
gruss Blacky--Jimmyboy  

07.07.04 07:26

192 Postings, 6045 Tage Blackboyja-ja ich geh ja schon

gruss jimmyboy  

07.07.04 07:32

5698 Postings, 6770 Tage bilanzNoch ein Kommentar aus dem Kurier


Kommentar: Der Preis ist das Leben

Andreas Schwarz über Thomas Klestils tragischen Abschied
Die offizielle Verabschiedung Thomas Klestils aus dem Amt des Bundespräsidenten hätte heute, Mittwoch, mit einem Besuch des apostolischen Nuntius und dem großen Zapfenstreich beginnen sollen. Stattdessen erhielt das Staatsoberhaupt in der Nacht auf Dienstag ganz anderen kirchlichen Besuch: Kardinal Christoph Schönborn musste den Bundespräsidenten, den zu diesem Zeitpunkt nur noch die Intensivmaschinen des AKH am Leben erhielten, mit der Krankensegnung auf einen ganz anderen, einen endgültigen Abschied vorbereiten ? den Zapfenstreich des Lebens, der ohne Pomp und Gloria kommt und den irgendwann auch keine Medizin der Welt mehr aufhalten kann.


Thomas Klestil ist am Montag kurz vor seiner großen Abschieds-Pressekonferenz von etwas getroffen worden, das ?viele 70-Jährige ereilen kann? ? so lakonisch hat sein behandelnder Arzt den plötzlichen Herzstillstand beschrieben. Aber es sind seine vielfachen Erkrankungen, die ihm in der Stunde des akuten Notfalls die Chancen auf Genesung so aussichtslos machten. Denn 70 ist normalerweise kein Alter, wie man so schön sagt.

Dauerstress

Aber was ist schon ?normal? bei einem Politiker? Bei jemandem, der im Dauerstress der ? im Falle des Bundespräsidenten von der Öffentlichkeit nicht immer registrierten ? Arbeit und eben dieser Öffentlichkeit steht. Auch Thomas Klestil ist letztlich ein Opfer seiner aufreibenden Tätigkeit und seines Ehrgeizes geworden, seine Arbeit für die Republik nicht seiner Gesundheit unterzuordnen.

Seine schwere Krankheit, die atypische Lungenentzündung, die ihn in den Jahren seither dauerhaft schwächen sollte, hat sich Klestil seinerzeit während eines Staatsbesuches in der Türkei ?geholt?. Die Medizin hat es damals möglich gemacht, dass er dem frühen Tod noch einmal entkommen ist und seine Amtsgeschäfte schon vom Spitalsbett wieder aufnehmen konnte. Seither hat sich der Präsident bemüht, wieder der Alte zu werden ? und wurde es nie mehr.

Politiker müssen fit sein. Für Krankheit ist im medialen Fokus, in dem die Politik steht, kein Platz. Wenn einer nachweislich krank ist/war, wie etwa Herbert Haupt, dann ist die Beurteilung ? kann er überhaupt noch sein Amt ausführen ? oft gnadenlos.

Thomas Klestil hat sich dieser Beurteilung durch 12-Stunden-Tage in der Präsidentschaftskanzlei, durch Termine und Auslandsreisen zu entziehen versucht. Sein Gesundheitszustand war in den letzten Wochen für jeden ersichtlich einer, der andere Menschen sich vernünftigerweise zurückziehen ließe. Er braucht dringend eine lange Erholung, hieß es in seinem unmittelbaren Umfeld besorgt. Doch das Staatsoberhaupt wollte zum Ende seiner Amtszeit um jeden Preis noch einmal da sein, sich zum Schluss vielleicht auch die Meriten und Würdigungen abholen, die ihm Zeit seiner Tätigkeit ? auch auf Grund entscheidender eigener Fehler, gewiss ? versagt geblieben sind. Der Preis war tragisch: Seine ohnehin schwer angeschlagene Gesundheit.

Kurier.at

Klestil war ein grosser Freund der Schweiz und war immer hochwillkommen in unserem Lande. Die Schweiz und Oesterreich verbindet vieles und beide Länder pflegen ein ausserordentliches partnerschaftliches Verhälnis zueinander.
Die Schweiz hat einen grossen Freund verloren und die oesterreicher einen ausserordentlichen Landesvater.
 

07.07.04 07:35

192 Postings, 6045 Tage Blackboygute nacht bilanz

07.07.04 08:42

9950 Postings, 7003 Tage Willi1Naja, vor der schwarzbraunen Regierung

hat er den Schwanz eingezogen, aber das Rentenproblem is gelöst.

Willi  

07.07.04 08:50

7521 Postings, 6616 Tage 310367a@ willi1

erstens hatten wir össis NIE WIRKLICH ein rentenproblem , dass war immer ein selbstgemachtes druckmittel bei wahlen.

unseren pensionisten geht es besser denn je , dass ist unumstritten. und seit 15 jahren wird alle 4 jahre wieder angst verbreitet mit diesem thema.

und zweitens. wenn du schon so abwertend über SCHWARZ-BRAUN  schreibst , kann ich mir schon gut vorstellen aus welcher ecke die stammst.

aber die roten socken kommen schon irgendwann mal wieder, dann beginnt das schulden machen wieder von vorne und irgenwann wird uns es dann so gehen wie den deutschen. von der wirtschaftsrepublik zur caosrepublik.


gruss


310367a

 

07.07.04 09:37

16591 Postings, 7367 Tage chrismitzbilanz, so langsam würde ich mir wirklich Gedanken

machen...

Grüzli  

07.07.04 09:46

5698 Postings, 6770 Tage bilanzchrismitz

Kannst es einfach nicht lassen, fängst schon wieder an zu lästern.

Fragt sich nur wie lange noch?

bilanz  

07.07.04 09:48

16591 Postings, 7367 Tage chrismitzHabs ja nur gut gemeint.... o. T.

07.07.04 09:55

9950 Postings, 7003 Tage Willi1 310367a

sorry, wusste nicht das ich Deine braune Seele erwischt habe, danke das Du mich datalogisierst.
Endlich weiss ich wohin ich gehöre.
Mit Rente meinte ich, dass ein grosser Nettobezieher ausfällt.
Was meinst Du mit "dass war immer ein selbstgemachtes druckmittel bei wahlen"? Is bei Euch Wahlbetrug?

Rotsock Willi  

07.07.04 09:57

9950 Postings, 7003 Tage Willi1Achso unser Chaos,

versuch doch mal die Tschechei aufzukaufen, blühende Wiesen zu versprechen und ganz nebenbei 25% der EU zu finanzieren.

Bis denn  

07.07.04 10:03

9950 Postings, 7003 Tage Willi1Kannst auch Ungarn nehmen,

Östereich -Ungarn, da war doch mal was, trauert Ihr immernoch über Euer Reich, da gab´s doch mal nen Kumpel von Dir ...
Unter dem leiden wir heute noch, waren wir aber wohl selber Schuld.

Alles Schuld der Roten Socken!

Bruder Scholl grüsst Adis Neffen  

07.07.04 10:15

1148 Postings, 6700 Tage Desaster_MasterAus Sicht der Witwe optimal gelaufen

Ich hoffe, es ist nicht pietätlos, wenn ich darauf verweise, dass durch den Tod während der Amtszeit die Witwenpension etwas höher ist, als wenn er erst am Freitag verstorben wäre.  

07.07.04 10:19

18298 Postings, 7247 Tage börsenfüxlein....

der Leiter des Krankenhauses hat es gestern sehr gut beschrieben:

Es gibt TÄGLICH zig solcher tragischen Todesfälle...

darum versteh ich auch nicht das Theater...

mfg
füx  

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