Yahoo liefert Regimegegner ans Messer

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 07.09.05 15:36
eröffnet am: 07.09.05 15:36 von: KTM 950 Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 07.09.05 15:36 von: KTM 950 Leser gesamt: 109
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

07.09.05 15:36

8001 Postings, 5583 Tage KTM 950Yahoo liefert Regimegegner ans Messer

China: Yahoo soll Regimegegner verraten haben
07. Sep 13:54

Markt mit Potential: die chinesische Yahoo-Website

Die Yahoo Holding Hongkong soll der chinesischen Regierung den Absender einer regierungskritischen E-Mail offenbart haben. Dieser sitzt jetzt im Gefängnis.

Der Hongkonger Ableger des Internet-Unternehmens Yahoo soll durch seine Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung für die Verhaftung und Verurteilung eines Journalisten verantwortlich sein. Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» wirft der Yahoo Holding Hongkong vor, eine E-Mail mit regierungskritischem Inhalt zum Absender zurückverfolgt und den Namen des Mannes weitergegeben zu haben. Als Beleg führt die Organisation die Beweismittel an, die im Prozess gegen den Journalisten vorgelegt worden waren.

Leidtragender ist der 37-jährige Shi Tao. Der Mitarbeiter der Redaktion der chinesischen «Contemporary Business News» soll per Mail ein Schreiben der Geheimpolizei an ausländische Medien weitergegeben haben. In dem Schreiben warnen die Behörden die Redaktion vor Gefahren einer gesellschaftlichen Destabilisierung durch die Rückkehr von Dissidenten an den Platz des Himmlichen Friedens. Chinesisches Militär hatte dort im Jahr 1989 ein Massaker an Demonstranten verübt, die Mail bezog sich auf den anstehenden 15. Jahrestag der Aktion.

Firmen drängen ins chinesische Internet

Bezogen auf die Verurteilung des Journalisten zu zehn Jahren Haft im April schreibt «Reporter ohne Grenzen»: «Das wäre wahrscheinlich nicht möglich gewesen, wenn Yahoo nicht kooperiert hätte» und fragt weiter: «Befreit sie die Tatsache, dass diese Firma nach chinesischem Recht arbeitet, von allen ethischen Überlegungen? Wie weit will man gehen, um Peking zu gefallen?»

Auch andere große Unternehmen wie Google und das Microsoft Network MSN hatten für ihren Gehorsam gegenüber der chinesischen Regierung bereits Kritik einstecken müssen. In der Regel war es dabei um die Zensur missliebiger Inhalte auf Websites und in Suchmaschinen gegangen.

Viele Internetfirmen drängen derzeit auf den chinesischen Markt ? angesichts einer Bevölkerungszahl von mehr als einer Milliarde Menschen und großen Wachstumspotentialen im Internet-Bereich erwarten viele hier gute Geschäfte. Für einen profitablen Marktanteil sind sie offenbar bereit, der Regierung weit entgegen zu kommen. Erst im letzten Monat hatte Yahoo eine Milliarde Dollar gezahlt, um sich 40 Prozent an Chinas größten E-Commerce-Anbieter alibaba.com zu sichern. (nz)  

   Antwort einfügen - nach oben