Wohin treibt Deutschland? (Gefunden im Inet)

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eröffnet am: 30.06.04 15:07 von: Reila Anzahl Beiträge: 27
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30.06.04 15:07

9123 Postings, 7417 Tage ReilaWohin treibt Deutschland? (Gefunden im Inet)

Eine interessante konservative Ansicht. Meinungen?



 Dr. Bruno Bandulet
Dossier: Wohin treibt Deutschland? Ein Blick in die Zukunft

Es war einmal ein Land, das hatte die stärkste Armee weit und breit, die besten Schulen und Universitäten, eine kleine, hocheffiziente Verwaltung, wenige und einfache Gesetze. Es hatte eine Börse, an der die Aktien immer dann stiegen, wenn die Arbeitslosigkeit zurückging, und fielen, wenn sie zunahm. Dies bei einer Arbeitslosenquote zwischen 2 und 3%. Es hatte einen Kapitalmarkt, auf den man unbesorgt auf Sicht von 30 Jahren in Anleihen investieren konnte und dabei keine Kaufkraftminderung riskierte, denn das Geld blieb auch in der nächsten Generation stabil.

In diesem Land stiegen die Exporte, wuchs die Wirtschaft, die Löhne und Einkommen nahmen stetig zu, der Mittelstand florierte, ein gelernter Maurer konnte mit drei Wochenlöhnen die gesamte Jahresmiete seiner Wohnung zahlen. In diesem Land wurden Gesetze, auch Steuergesetze, für Generationen gemacht. Und der Staatsanteil am Sozialprodukt - das ist das Erstaunliche - erreichte gerade einmal 14%.

Was ich Ihnen eben erzählt habe, ist kein Märchen. Dieses Land gab es wirklich. Es war das deutsche Kaiserreich vor 1914. Die statistischen Angaben beziehen sich auf das Jahr 1912. Es war die freieste Gesellschaft, in der die Deutschen je lebten. Frei, weil das Kaiserreich souverän war, weil Rechtssicherheit herrschte, weil der Staat das Eigentum respektierte.

Einige wenige Dinge sind seitdem gleich geblieben, das meiste aber hat sich radikal geändert.

Gleich geblieben ist die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft und ihre weltweite Spitzenstellung in den Schlüsselindustrien Chemie und Werkzeugmaschinenbau. Und gleich geblieben ist auch die Struktur des deutschen Außenhandels. Schon damals gingen 75% der deutschen Exporte nach Europa, wobei der osteuropäische Anteil größer war als heute. Aber dieser wird in den kommenden Jahren seinen früheren Stand wieder erreichen. Es stimmt wirklich: schon damals herrschte reger Handel in Europa, und zwar bei freiem Kapitalverkehr. Nur brauchte man dafür keine EU, keine Bürokratie in Brüssel und erste recht keine deutschen Milliardenzahlungen in eine europäische Gemeinschaftskasse.

Heute haben wir statt des Goldstandards eine europäische Zwangswährung, von der niemand sagen kann, wie lange sie hält und was sie in Zukunft wert sein wird. Heute haben wir einen Staatsanteil von rund 50%, und das Geld reicht den Herrschenden trotzdem nicht. Heute haben wir eine offizielle Staatsschuld von 1,2 Billionen Euro bei einem jährlichen Volkseinkommen von 1,5 Billionen Euro (Stand 2001) - eine Staatsschuld, die um ein Vielfaches höher ist, wenn der Staat ordentlich bilanzieren und die ungedeckten künftigen Sozialleistungen in seine Bilanz einstellen würde.

Ein anderes Kuriosum besteht darin, daß sich dieser finanziell klamme Staat seit vielen Jahren Subventionen an das Ausland, vor allem an die EU, leistet, die weit über 30 Milliarden Mark per annum liegen, die faktisch aus dem Außenhandelsüberschuß Deutschlands aufgebracht werden und die dafür sorgen, daß das deutsche Auslandsvermögen seit 10 Jahren zurückgeht.

Warum habe ich Ihnen die Geschichte aus der Kaiserzeit, die kein Märchen ist, erzählt?

Zum einen, weil wir unsere heutige Situation nicht als selbstverständlich und alternativlos ansehen dürfen.
Zum anderen, weil wir begreifen müssen, daß die Geschichte immer wieder große Brüche produziert, daß es gefährlich ist, von der Gegenwart auf die Zukunft zu schließen. Wer hätte schon 1912 geahnt, daß die geordnete und scheinbar festgefügte Welt des kaiserlichen Deutschland zwei Jahre später in einem grausamen, sinnlosen Krieg untergehen würde.

Ich werde Ihnen jetzt sieben Prognosen für die Zeit bis 2010 vortragen und mich dabei nicht auf Deutschland beschränken, denn unser Land ist eingebettet in die Europäische Union, in die Weltwirtschaft und Weltpolitik.
 

Prognose 1: Die große Rezession in den USA kommt erst noch.

Immer noch gilt der Satz, daß die Wirtschaft unser Schicksal ist. Da die deutschen und europäischen Wirtschaftszyklen mehr oder weniger synchron mit den amerikanischen verlaufen, müssen wir unsere Prognosereihe mit einem Blick auf die größte Volkswirtschaft der Welt beginnen.

Selbstverständlich sind die großen amerikanischen Wirtschaftszyklen nichts anderes als Kreditzyklen. Solange die Kredite ausgeweitet wurden, wuchs die Wirtschaft. Sobald ihr Wachstum stagniert, sobald die Kredite zu schrumpfen beginnen, kommt es zu einer Rezession oder Depression.

Die Rede ist hier von den langen Zyklen. Nach 20 Jahren des Aufschwungs hat der amerikanische Wirtschafts- und Kreditzyklus sein Endstadium erreicht. Es wurde übrigens Mitte der 90er Jahre noch einmal künstlich verlängert, indem der Notenbankchef Greenspan massiv Liquidität, also frisches Geld, in das System pumpte.

Jetzt ist der gesamte Schuldenberg der USA mit 30 000 Milliarden Dollar so hoch wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dreier Jahre. Das ist mehr als zu Beginn der Großen Depression 1929.

Ein Drittel dieses Schuldenberges entfällt auf die privaten Haushalte. Die Achillesferse dabei sind die Hypothekenschulden, mit denen vor allem auch der Konsum finanziert wird. In den USA ist es nicht unüblich, daß ein Haus mit 100 bis 120% seines Marktwertes beliehen wird. 70% der Amerikaner haben einen Hypothekenkredit, 60% davon eine 90%ige Beleihung. Wenn die Immobilienpreise nicht mehr steigen (das kündigt sich bereits an) und anschließend sogar fallen, dann bricht das Kartenhaus zusammen. Die Konjunktur verliert ihre letzte Stütze. Normalerweise folgen die Hauspreise in Amerika dem Aktienmarkt mit einer Verzögerung von zwei Jahren.

Fazit: Wir müssen in den USA in absehbarer Zeit, spätestens ab 2004, mit einer schweren Rezession oder Depression rechnen, die dann auch auf Deutschland und Europa ausstrahlt.
 

Prognose 2: Die Börsenbaisse dauert zehn Jahre oder länger

Prognose 1 beinhaltet bereits, daß die Baisse am amerikanischen Aktienmarkt zwar durchaus einmal unterbrochen werden kann, aber noch lange nicht abgeschlossen ist. Der Zusammenhang ist zwingend: Bis 1995 stiegen die US-Schulden und der Aktienmarkt mehr oder weniger im Gleichklang, und das nominale BIP folgte nach. Das ist der normale Ablauf.

Ab 1995 öffnete sich die Schere ganz weit. Die Aktienkurse liefen den Schulden und dem Wirtschaftswachstum davon. Erst seit 2000 beginnt die Schere sich zu schließen. Aber: Um eine halbwegs normale Bewertung zu erreichen, müßten sich die amerikanischen Aktienindizes noch einmal halbieren. Das passiert normalerweise nicht in einem Zug. 1929 verlor der Dow Jones 37%, von 1930 bis 1932 81,8%.

Ein ähnlicher Absturz würde ohne jeden Zweifel auch die reale Wirtschaft mit in die Tiefe ziehen. Es ist völlig normal, daß die Malaise zuerst an den Finanzmärkten sicht-bar wird und von dort aus die reale Wirtschaft ansteckt. Deswegen ist es nebenbei bemerkt grundfalsch, auf Volkswirte zu hören, wenn man Aktien kauft. Umgekehrt ist es richtig: die Volkswirte sollten sich den Aktienmarkt anschauen, bevor sie Wirtschaftsanalysen erstellen.

Für den Aktienmarkt gilt dasselbe wie für die Wirtschaft: Amerika steckt Europa an. Damit droht auch der deutschen Börse - nach einer jederzeit möglichen Erholung von einigen Quartalen - eine lange Durststrecke, auch wenn einzelne Aktien schon jetzt nicht mehr teuer oder sogar preiswert sind. Eine Aktienhausse wie in den neunziger Jahren wird es in diesem Jahrzehnt nicht wieder geben. Die Höhe der Dividenden wird zu einem entscheidenden Kriteri-um für die Aktienanlage. In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war es selbstverständlich, daß Aktien höher rentierten als Anleihen. Sie sind schließlich auch riskanter.
 

Prognose 3: Nach den Aktienmärkten trifft es die Devisenmärkte

Die drei Währungen, auf die es ankommt (Dollar, Euro und Yen) blieben bisher verschont, sind aber allesamt extrem krisenanfällig, und zwar aus verschiedenen Gründen.

Für den Yen-Crash sprechen die atemberaubende Staatsverschuldung und das damit verbundene Inflationspotential, das sich bisher im Markt für japanische Regierungsanleihen nicht im geringsten wiederspiegelt. Eine offene Frage ist, ob ein Kollaps der Japanese Government Bonds die Währung mit nach unten zieht, oder ob umgekehrt zuerst der Yen abstürzt. Daß der Tag der Abrechnung so lange auf sich warten läßt, hängt natürlich damit zusam-men, daß Japan der größte Gläubiger der Welt ist. Ich muß auch zugeben, daß das japanische System für westliche Beobachter schwer durchschaubar ist. Japan ist im Grunde eine gelenkte Wirtschaft, keine Marktwirtschaft.

Der Dollar-Crash ist eher leichter zu prognostizieren. Die USA haben ein jährliches Leistungsbilanzdefizit von rund 500 Milliarden Dollar. Das ist, bezogen auf das BIP, erheblich mehr als Anfang 1985 und weitaus mehr als Anfang der siebziger Jahre - also zu Zeiten, als schon einmal eine rasante Talfahrt des Dollars ausgelöst wurde.

Dieses Leistungsbilanzdefizit bedeutet, daß die USA mehr verbrauchen als sie produzieren, daß sie mehr investieren können als sie sparen, daß sie Tag für Tag weit über eine Milliarde Dollar importieren müssen - mit einem Wort, daß sie sich vom Rest der Welt finanzieren lassen.

Weil der Dollar Weltreservewährung Nummer 1 ist, kann das lange gut gehen - bis der Punkt erreicht ist, an dem das Ungleichgewicht nicht mehr tragbar ist, an dem der Rest der Welt nicht mehr mitspielt, an dem die USA selbst an einer Abwertung ihrer Schulden interessiert sind.

Wir müssen klar sehen, daß die Dollar-Hegemonie untrennbar mit der politischen und militärischen Weltherrschaft der USA verbunden ist. Seit der spanischen Vorherrschaft im 16. Jahrhundert, ja sogar seit den Zeiten des römischen Imperiums, wird der Abstieg einer Weltmacht immer begleitet von Währungsverfall, von Inflation und steigenden Zinsen. England, der Vorläufer der USA, war der letzte derartige Fall. Auch die USA werden letzten Endes diesem Schicksal nicht entgehen.

Nun zum Euro. In punkto Staatsverschuldung schneidet die Euro-Zone ungleich besser ab als Japan, in punkto Zahlungsbilanz besser als die USA. Nur handelt es sich bei der Euro-Zone weder um eine homogene Volkswirtschaft noch um einen optimalen Währungsraum. In Griechenland hat die Inflation schon wieder 3,6% erreicht, in Portugal ist die Produktivität nur halb so hoch wie in Deutschland, die Skandinavier haben ihre Staatshaushalte im Griff, die Deutschen und Franzosen nicht im geringsten.

Weil hier zusammengefügt wurde, was nicht zusammenpaßt, werden die inneren Widersprüche dieser künstlichen Euro-Konstruktion aufbrechen - noch in diesem Jahrzehnt. Die Spreads der Staatsschulden werden sich ausweiten, d.h. die Finanzmärkte werden je nach Bonität unterschiedliche Zinsen verlangen. Dann werden einzelne Euro-Länder Schwierigkeiten mit der Bedienung ihrer Schulden bekommen. Gut denkbar ist auch, daß das eine oder andere Land aus dem Euro wieder ausscheidet. Damit ist freilich erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts zu rechnen. Daß der Beitritt der osteuropäischen Länder zur Währungsunion den Euro nicht gerade stärken wird, bedarf keiner Erläuterung.

Über die Abfolge dieser drei programmierten Währungskrisen kann man streiten. Vielleicht kommt erst der Yen an die Reihe, dann der Dollar und zuletzt der Euro. Zeitweise kann das auch, wie in den dreißiger Jahren, die Form eines Abwertungswettlaufs annehmen.
 

Prognose 4: Der Stern Amerikas wird sinken.

Auch das römische Imperium hatte zum Zeitpunkt seiner größten militärischen Ausdehnung unter Kaiser Trajan den Zenit bereits überschritten. Noch ist Deutschland eine "unglückliche Kolonie", um einen amerikanischen Soziologen zu zitieren. Noch ist Europa ein "amerikanisches Protektorat", wie Brzezinski sich ausdrückte. Aber die Verselbständigung Deutschlands und Europas zeichnet sich bereits ab. Die Interessengegensätze werden deutlicher. Schließlich werden sich die Europäer fragen, warum mehr als ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende immer noch amerikanische Truppen auf ihrem Boden stehen. Auch Sinn und Zweck der Nato, die sich von einem Verteidigungsbündnis zu einem rein amerikanischen Herrschaftsinstrument entwickelt hat, wird hinterfragt werden.

Seit dem 11. September 2001 haben die USA einen Weg eingeschlagen, der abwärts führt - das jedenfalls ist die Lehre der Geschichte. Es handelt sich um einen Fall von "Imperial Overreach", von imperialer Überdehnung. Sie verzetteln sich. Sie sind politisch und militärisch an zu vielen Krisenpunkten engagiert. Sie vergessen, daß jedes Machtmonopol Widerstand provoziert - umso mehr, je länger es andauert.

Damit steigt die Kriegsgefahr weltweit. Kriege brechen aus, wenn eine Weltmacht ihre Position zu verteidigen müssen glaubt (wie England gegenüber Deutschland 1914). Sie brechen aber auch aus in Zeiten von Börsenbaisse und Depression (wie in den dreißiger Jahren).

Tatsächlich läßt sich seit 1894 ein ungefährer 30jähriger Zyklus nachweisen, der bisher immer mit einer schweren Rezession und kriegerischen Verwicklungen zu Ende gegangen ist.

Der aktuelle Zyklus begann 1980. Sein kriegs- und krisenanfälliges letztes Drittel hat 2001 begonnen und kann durchaus bis 2010 dauern.
 

Prognose 5: Der Sozialstaat in Deutschland wird insolvent.

Damit steht das System Bundesrepublik in diesem Jahrzehnt vor seiner größten Bewährungsprobe seit 1949. Aufgebaut ist der Umverteilungsstaat auf einer parasitären Bürokratie, auf wirtschaftlicher Unvernunft, auf Täuschung und Selbsttäuschung. Lassen Sie mich das kurz schildern:

?  Zunächst ein Blick auf die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. 2001 hatte die öffentliche Hand in Deutschland Gesamteinnahmen von 951,5 Milliarden Euro und Ausgaben von 1009 Milliarden. Die größten Posten unter den Einnahmen waren Steuern mit 488,3 Milliarden und Sozialbeiträge mit 383,6 Milliarden. Letztere sind im Prinzip nichts anderes als verkappte Steuern.
?  Der mit Abstand größte Posten auf der Ausgabenseite sind die Sozialleistungen mit 548,1 Milliarden. Wir sehen sogleich, daß die Sozialleistungen sowohl die Sozialbeiträge als auch alle Steuern, die in einem Jahr in Deutschland eingenommen werden, bei weitem übersteigen. Ein grotesker, unhaltbarer Zustand.
?  Die Bereiche in Deutschland, die privatwirtschaftlich organisiert sind, funktionieren in der Regel trotz permanenter staatlicher Behinderung. Die Bereiche, die planwirtschaftlich organisiert sind, funktionieren nicht. Das gilt für Rentenversicherung und Gesundheitswesen. Was sich hier entwickelt hat, ist ein Monstrum. 1957 noch machten die Sozialbeiträge 23,8% vom Bruttolohn aus, heute sind es 41%. Parallel zu diesem parasitären Wachstum wucherte der Steuerstaat. Schätzungsweise 70% der weltweiten Steuerliteratur ist auf deutsch! Trotz der Einführung von Computern ist die Personalstärke dieser Bürokratie um ein Vielfaches gewachsen. Die Bundesanstalt für Arbeit hat 86 000 Beschäftigte - davon sind nur 10% in der Arbeitsvermittlung aktiv. Auf 300 000 Mediziner in Deutschland kommen 145 000 Angestellte der Krankenkassen. 40% der Aufwendungen für staatliches Wohngeld gehen für die Verwaltung verloren. Diese riesige Bürokratie hat längst auch die Parlamente unter ihre Kontrolle gebracht. Im Bundestag sind die Gewerkschaftsfunktionäre, Bürokraten und Berufspolitiker unter sich. Die Wahlen sind zu Ritualen verkommen, die der Perpetuierung des bürokratischen Herrschaftssystems dienen.
?  Die Wähler werden getäuscht und lassen sich täuschen. Nicht einmal die einfachsten Zahlen stimmen. Z.B. wird uns erzählt, daß das Rentenniveau bis 2030 von 70% des letzten Nettogehaltes auf 67% absinken werde. Das klingt harmlos, es bezieht sich freilich auf die rein theoretische Eckrente. In Wirklichkeit bekommen die Haupteinkommensbezieher (von denen mit kleinem Einkommen gar nicht zu reden) schon heute im Durchschnitt nur noch 59% ihres letzten Nettoentgeltes. Die Methoden, mit denen gearbeitet wird, heißen Intransparenz und Angst. Der Umver-teilungsstaat wird bewußt undurchsichtig gehalten, Kostenrechnungen sind schon wegen der ständigen Quersubventionierungen kaum möglich. Die Politiker nähren die Illusion, daß das System mehr ausspuckt, als vorher hineingesteckt wurde.
?  Weil die Leute Angst haben, glauben sie, sie bräuchten die Politiker. Dabei sind diese fast nur noch mit der Scheinlösung oder Verschleppung selbst geschaffener Probleme beschäftigt - und ziehen eben daraus den Nachweis ihrer Existenzberechtigung. Das beste Konjunkturprogramm wäre ein Sabbat-Jahr für sämtliche Politiker.

Wann wird das System auf Grund laufen? Langfristig muß es scheitern, weil aus demographischen Gründen die Steuer- und Beitragszahler im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung immer weniger werden. Die verheerenden Folgen des Geburtendefizits sind seit langem bekannt, wurden aber in unverantwortlicher Weise ignoriert. Bis 2010 wird die Bevölkerung (ohne Zuwanderung) um 2,5 Millionen abnehmen, danach beschleunigt sich der demographische Zusammenbruch rasant. Bis 2040 wird die Bevölkerung um 18 Millionen geschrumpft sein. Das ist mehr, als heute in den neuen Bundesländern leben.

Viel schlimmer und tödlich für den Umverteilungsstaat ist die Alterung. Bis 2040 geht der erwerbsfähige Teil der Bevölkerung um 16 Millionen zurück. Daß diese Lücke auch nur zu einem nennenswerten Teil durch Einwanderer geschlossen werden kann, ist eine glatte Lüge.

Zugegeben, die demographische Katastrophe wird den Umverteilungsstaat in diesem Jahrzehnt noch nicht mit voller Wucht treffen. Das akute, mittelfristige Problem liegt im miserablen Wirtschaftswachstum und den damit verbundenen Steuerausfällen.

Wenn meine Prognose stimmt, daß die Konjunktur das ganze Jahrzehnt über im Trend schwach bleibt, dann droht dem Sozialstaat schon in diesem Jahrhundert die Insolvenz.

Was passiert dann? Massive Steuererhöhungen werden zwar versucht, greifen aber nicht mehr, weil sie unter dem Strich zu einer Minderung, nicht etwa zu einer Verbesserung, der Steuereinnahmen führen würden. Ein Zusammenhang, den die bekannte Laffer-Kurve bestens erklärt.

Andere Möglichkeit: Ein radikaler Umbau des Umverteilungssystems. Dazu müßten vorher dessen Machtstrukturen gebrochen werden, vor allem das Gewerkschaftskartell. Daß eine amtierende Gewerkschaftsregierung die Gewerkschaften entmachtet, ist wohl ein bißchen viel verlangt.

Bleibt als vorläufiger Ausweg eine Kombination von Sozialkürzungen, Neuverschuldung und Inflation. Die Schulden steigen dann nominal, aber nicht unbedingt real, weil sie gleichzeitig entwertet werden. Geopfert wird dabei der Geldwert. Das ist im Prinzip machbar, seitdem mit dem Euro die Konkurrenz der Währungen in Europa abgeschafft wurde.
 

Prognose 6: Die Ära der 68er Geht zu Ende

Damit kommen wir zum erfreulicheren Teil meiner Prognosen. Die Regierung, die seit 1998 an der Macht ist, rekrutiert sich ideologisch und personell weitgehend aus der Bewegung der 68er. Erst kam die Kulturrevolution, dann die Eroberung der Ämter. Die 68er sind kollektivistisch, anti-liberal, anti-Marktwirtschaft, anti-Familie, anti-christlich, multikulti, partiell anti-national, in jedem Fall aber pro-Staatsknete. Auch diese Generation altert, sie verliert in den kommenden Jahren die geistige Hegemonie, die sie Ende der neunziger mit dem sogenannten "Kampf gegen Rechts" noch einmal zementierten konnte. Sie wird selbstverständlich abtreten müssen. Vielleicht schon 2006, spätestens 2010. Dann schwingt das Pendel zurück zu konservativen, nationalen und liberalen Positionen.

Wenn das Geburtendefizit erst einmal als Problem Nummer 1 erkannt ist, wird der Wert der Familie wieder entdeckt. Außerdem gilt: Je älter die Bevölkerung, desto größer der Stellenwert der Inneren Sicherheit. Je diffuser und anonymer die EU, desto attraktiver die Nation. Und je weiter wir uns vom 20. Jahrhundert entfernen, desto wirkungsloser wird das Erpressungspotential der deutschen Vergangenheit.

Es gibt wohl kaum eine bessere Symbolfigur für die Ineffizienz des Linkskartells, als den Berliner Bürgermeister Wowereit - eine narzißtische Null, die mit der Leitung einer konkursreifen Stadt beauftragt wurde. Solche Figuren sind Auslaufmodelle.
 

Prognose 7: In Deutschland entsteht ein anderes Parteiensystem.

Die Überlegung ist einfach und einleuchtend: Wenn sich Volksmeinung und Parteiensystem nicht mehr decken, dann ändert sich in einer Demokratie nicht das Volk, sondern das Parteiensystem.

Nach einer Allensbach-Umfrage von Anfang 2002 ordnen sich 30% der Deutschen im politischen Spektrum als rechts ein, 31% als links, 36% als Mitte. (Interessant am Rande, daß die Sozialdemokratie im Reichstag von 1912 mit 34,8% nur wenig schwächer war als heute.) Dem Meinungsspektrum entspricht die heutige Parteienlandschaft nicht im geringsten. Der rechte Flügel fehlt. Daß er fehlt, hat nicht zuletzt mit der kulturzerstörenden Hegemonie der 68er zu tun. Sobald diese schwindet, kommt Bewegung in die politische Landschaft.

Denkbar ist, daß die prinzipiell opportunistische CDU dem neuen Zeitgeist folgt, daß sie wieder einen konservativen und nationalliberalen Flügel herausbildet und damit auch das rechte Spektrum abdeckt. Das wäre die hessische Lösung, der nächste Bundeskanzler hieße Roland Koch. Mit Angela Merkel ist das nicht zu machen. Sie ist ein Produkt der Ära Kohl und repräsentiert die "letzte Schwundstufe des Konservatismus".

Einen ersten mutigen Vorstoß zur geistigen Wende in der CDU machte der Bundestagsabgeordnete Axel Fischer in einem Interview mit der Zeitschrift Der Selbständige. Er verlangte die Entideologisierung und Enttabuisierung der politischen Debatte und die Überwindung der politischen Korrektheit. "Die Alternativen heißen: Freiheit oder Sozialismus, Pioniergeist oder Vollkaskomentalität, Eigenverantwortung oder Staatsveranwortung, Marktwirtschaft oder Bürokratie."

Nicht völlig auszuschließen ist auch eine Entwicklung à la Österreich, d.h. die Metamorphose der FDP zu einer nationalliberalen Volkspartei. Dazu gab es 2002 erste Ansätze. Aber auch dies ist ein Generationenproblem. Zumindest ist die FDP eine Option, auf die man achten sollte.

Vorstellbar ist auch die italienische Lösung, nämlich das Entstehen einer neuen bürgerlichen Partei, die sich national und liberal präsentiert. Eine kollektivistische Bewegung, die sich national und sozialistisch zugleich gibt, wird in Deutschland keine Chancen haben. Alle populistischen und rechten Parteien, die in den letzten Jahren in Europa Erfolg hatten, sind marktwirtschaftlich und freiheitlich orientiert.

Meine Grundüberlegung ist, daß das herrschende Parteienkartell in der Wirtschaftspolitik, in der Steuerpolitik, in der Bevölkerungspolitik, in der Ausländerpolitik (um nur die wichtigsten Felder zu nennen) versagt hat, daß es reformunfähig ist und daß dieses Versagen in den kommenden Jahren offenkundig werden wird. Dann wird die Öffentlichkeit nach einem Kabinett der Fachleute rufen. In der Politik ist es wie in der Wirtschaft: man kann die Realität nur eine Zeitlang ignorieren, man kann die Bilanzen nur eine Zeitlang fälschen, man kann nicht permanent von der Substanz leben.

Soweit der Versuch eines Blicks in die Zukunft. Dabei ist das worst-case-Szenario, d.h. das Szenario des schlimmsten Falls, noch nicht berücksichtigt. Es orientiert sich an den dreißiger Jahren. Es setzt voraus, daß das Sozialprodukt nicht für ein paar Quartale, sondern für einige Jahre zurückgeht. Dann würde die Steuerbasis schlicht und einfach wegbrechen, die Sozialleistungen müßten brutal gekürzt werden, die politische Szene würde sich radikalisieren, die Kriminalität würde explodieren, innere Unruhen (auch von Seiten des Millionenheeres arbeitsloser Ausländer) würden ausbrechen, die Bundeswehr müßte eingesetzt werden, die EU könnte samt Euro auseinanderbrechen. Ein solches Szenario mag unwahrscheinlich sein, wir müssen es aber vorsichtshalber in unsere Zukunftsplanung einbeziehen.

Wie auch immer, vor uns liegen Jahre der Entscheidung. Gefragt ist wieder einmal die Regenerationsfähigkeit des deutschen Volkes.
 


(Der Text basiert auf einem Vortrag des Deutschland-Brief-Herausgebers vor dem Club Staat und Wirtschaft.)
 
 

© Dr. Bruno Bandulet

 
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1 Postings ausgeblendet.

30.06.04 15:43

16575 Postings, 6766 Tage MadChartWas mich ein bisschen stört, sind Formulierungen

a la innere Unruhen (auch von Seiten des Millionenheeres arbeitsloser Ausländer)

sowas nimmt dem Essay viel von seinem (falls vorhandenen) intellektuellen Anspruch und ist m.E. völlig unnötig, wenn es darum geht, volkswirtschaftliche Analysen / Prognosen zu erstellen.

Rein inhaltlich íst der Artikel aber interessant. Hoffen wir mal das Beste...

 

30.06.04 15:48

21368 Postings, 7149 Tage ottifantAlso kann der gute

Michel Nostradamus doch noch recht behalten, als er voraussagte, daß D´land wieder ein
Kaiserreich wird. In Jahre 2030!  

30.06.04 15:53

95441 Postings, 7319 Tage Happy EndNicht konservativ, sondern extrem konservativ

Da Herr Banduleit rechtsaußen anzusiedeln ist (u.a. Aktivitäten im Bund freier Bürger), ist der Inhalt eher dürftig:

Vokabular wie "Freiheit statt Sozialismus", "Linkskartell", "Gewerkschaftsregierung"

kombiniert mit Stammtischweisheiten wie "Das beste Konjunkturprogramm wäre ein Sabbat-Jahr für sämtliche Politiker." oder "Die 68er sind kollektivistisch, anti-liberal, anti-Marktwirtschaft, anti-Familie, anti-christlich, multikulti, partiell anti-national, in jedem Fall aber pro-Staatsknete. Auch diese Generation altert, sie verliert in den kommenden Jahren die geistige Hegemonie, die sie Ende der neunziger mit dem sogenannten "Kampf gegen Rechts" noch einmal zementierten konnte. Sie wird selbstverständlich abtreten müssen. Vielleicht schon 2006, spätestens 2010. Dann schwingt das Pendel zurück zu konservativen, nationalen und liberalen Positionen."

Den inhaltlichen Rest gibt es wöchentlich bei Christiansen und Berlin Mitte aufbreitet.

Reila, man kann besseres im Internet finden.  ;-)  

30.06.04 16:06

10374 Postings, 6081 Tage lumpensammlerHappy End

Dann laß mal die innenpolitischen Schlußfolgerungen dieses Herrn beiseite. Wie stehst du dann dazu? Dass er extrem neokonservative Ansichten vertritt, sagt ja noch nichts oder nicht viel über seine Analyse und Schlußfolgerungen aus. Oder Gegenfrage: Welche positiven Ansätze siehst du für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten 10 Jahren?  

30.06.04 16:08

2718 Postings, 6177 Tage IDTEhappy

"Da Herr Banduleit rechtsaußen anzusiedeln ist (u.a. Aktivitäten im Bund freier Bürger), ist der Inhalt eher dürftig: "

dein grad an toleranz ist bemerkenswert! stehen also die "linken" für qualitativ bessere inhalte????

wieso darf jemand der evt. "rechts" anzusiedeln ist, nicht geistig weiter sein als unsere linke führungsriege?

das seit 1998 der sozialismus eingeführt wurde ist doch nicht zu leugnen. sehe kaum anhaltspunkte, die man widerlegen kann.  

30.06.04 16:10

16575 Postings, 6766 Tage MadChart@lumpensammler: Ich antworte für Happy End:

"Die vielen neuen Windräder bringen uns wieder nach vorne"


*ggg*  

30.06.04 16:15

95441 Postings, 7319 Tage Happy End@IDTE

Es ging nicht um links oder rechts, sondern um rechtsaußen. Und dass dort (wie auch linksaußen) qualitativ bessere Inhalte anzufinden sind, bezweifle ich sehr. Und das siehst Du eben auch, dass dann solch ein Artikel nicht ohne das entsprechende Vokabular und Parolen auskommt.


Und Deine Aussage, dass 1998 in Deutschland der Sozialismus eingeführt wurde, spricht wirklich nicht dafür, dass Du geistig weiter bist als die "linke Führungsriege" in Berlin.  

30.06.04 16:15

948 Postings, 6201 Tage ADDYHappy End, da gibt es nur eine Antwort drauf

Reila schnellstens sperren!
:-)  

30.06.04 16:24

9123 Postings, 7417 Tage ReilaIst nicht so einfach mit der rechten Keule:

30.06.04 16:28

2718 Postings, 6177 Tage IDTEund weder mitglied bei spd oder den grünen

also zieht die "rechte keule" doch!   :-)

denn wie jeder weiss ist auch die mitte "rechts" von links...  

30.06.04 16:32

95441 Postings, 7319 Tage Happy EndDoch ist es, Reila ;-)

Denn das andere wird er kaum so offen auf seiner Seite darlegen. Obwohl - wie schon gesagt - selbst ohne das Hintergrundwissen kann man das aus dem Text erkennen......

PS: Danke IDTE für Deine Antwort auf mein Posting.  

30.06.04 16:36

2718 Postings, 6177 Tage IDTEhappy

ich habe zumindest lange genug im sozialismus gelebt.
war nicht viel anders als heute.
-viel machen durfte/konnte man nicht
-alles wurde kontrolliert
-denen ohne arbeit gings auch nicht schlechter
-politiker, die sich nur bereichert haben

spd, cdu und die grünen könnten sich ruhig unter dem namen "SED" zusammenschliessen.
allesamt unfähig und korrupt!!!

da wird es zeit, das der "einfache" bürger sich organisiert, damit seine interessen auch wieder im vordergrund stehen! das zählt und darauf steuern wir zu.  

30.06.04 16:39

Clubmitglied, 45351 Postings, 7437 Tage vega2000Die aufgestellten Thesen sind nicht neues

Der Artikel stellt nur einen weiteren Blick in die Glaskugel von einem so genannten, Experten dar, nicht mehr & nicht weniger. Seine Prognosen sind populistisch gehalten & in fast jeder Tageszeitung nachzulesen.

Die Aussage: "Ein radikaler Umbau des Umverteilungssystems. Dazu müßten vorher dessen Machtstrukturen gebrochen werden, vor allem das Gewerkschaftskartell." darf ich wohl als Witz verstehen. In seinen Augen sind immer die Kleinen Schuld an der Misere & daran krankt unsere Gesellschaft. Die, die wenig oder gar nichts haben werden als die unflexiblen Blockierer dargestellt, während Mr. & Mrs. Superreich von vorne bis hinten alles reingeschoben bekommen.
Meine Prognose: Die zwei Klassengesellschaft wird kommen (ganz arm oder ganz reich), -die damit verbunden negativen Auswirkungen (u.a. Zunahme von Gewalt) werden wir alle gemeinsam tragen.  

30.06.04 16:43

16575 Postings, 6766 Tage MadChartChefredakteur f. Politik & Wirtschaft bei "Quick"?

Nun ja...was soll man da sagen...

Da fällt mir ein: Habt Ihr heute schon den Feuilleton der "Bild" - Zeitung gelesen?


*ggg*  

30.06.04 16:46

21880 Postings, 6894 Tage utscheckich fand das geschriebene nicht schlecht und...

wenn er sich die unpassenden Seitenhiebe erspart hätte, könnte man es unkommentiert so stehen lassen.

Schadedrum, aber im Ansatz nicht schlecht.
utscheck  

30.06.04 16:47

10374 Postings, 6081 Tage lumpensammlerEs ist wieder typisch,

wie bei Ariva Aussagen oder Texte interpretiert werden. Da wird zunächst nach der Ecke des Verfassers gefragt, dann nach irgendwelchen Stereotypen gesucht, und fertig ist das Urteil.

Leute, mir geht Rechtspropaganda auch auf den Senkel, aber im Kern sagt Banduleit nicht viel Falsches, zumindest was die Prognosen 1-3 betrifft. Ich würde ja gerne fundierte Gegenargumente lesen, aber das gibt es anscheinend hier nicht.  

30.06.04 16:52

1853 Postings, 6992 Tage FunMan2001Jammer, Jammer, Jammer!

und Aufbau von Horrorszenarien. Und wie wir sehen funktioniert es bei dem einen oder anderen Leser, die Ängste zu schüren. Kein Wunder, dass die Inlandsnachfrage hier in Deutschland fehlt, während dt. Firmen im Export brillieren. Auf gut Deutsch: Aussen hui und innen pfui ! So übel sieht es doch gar nicht aus, oder sollte man dem studierten Philosophen Bandulet doch Glauben schenken?

Ich denke, eher nicht!

Have fun!
Gruss
FunMan
 

30.06.04 17:06

8554 Postings, 7293 Tage klecks1seit der größten Übernahme eines

maroden DDR-Staates kann die Richtung nur bergab führen.


www.eklein.de  

30.06.04 17:13

8045 Postings, 7339 Tage maxperformancenichts neues aber


durchaus Wahres z.B:

?   Zunächst ein Blick auf die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. 2001 hatte die öffentliche Hand in Deutschland Gesamteinnahmen von 951,5 Milliarden Euro und Ausgaben von 1009 Milliarden. Die größten Posten unter den Einnahmen waren Steuern mit 488,3 Milliarden und Sozialbeiträge mit 383,6 Milliarden. Letztere sind im Prinzip nichts anderes als verkappte Steuern.  
?   Der mit Abstand größte Posten auf der Ausgabenseite sind die Sozialleistungen mit 548,1 Milliarden. Wir sehen sogleich, daß die Sozialleistungen sowohl die Sozialbeiträge als auch alle Steuern, die in einem Jahr in Deutschland eingenommen werden, bei weitem übersteigen. Ein grotesker, unhaltbarer Zustand.  


Niemand ausser unser Sozialsstaat kann es sich leisten mehr auszugeben als einzunehmen.
Dass das in die Katastrophe führen muss ist eine logische Schlussfolgerung der sich nur sozialstaatliche Träumer und sonstige Realitätsausblender verschliessen. Leute die jede Diskussion über Missstände mit Jammerei abtun...

gruß Maxp.  

30.06.04 17:16

21799 Postings, 7722 Tage Karlchen_Iklecks1: Das muss heißen:

Nach der völlig verkorksten Übernahme des maroden DDR-Staates...

Dazu gehört:

- immense Lohnsteigerungen damals dort

- falsch ausgehandelter Einigungsvertrag - mit etwa jetzt dort hohen Renten dort

- Angsthasenpolitik der Bundesbank, die mit hohen Zinsen damals den Aufschwung abwürgte

usw.  

30.06.04 17:53

191 Postings, 6058 Tage haerte10Dem Verfasser kann ich bis auf kleine

Ausnahmen zustimmen. Wir erleben z.Z. die Ruhe vor dem Sturm. Jeder vermutet oder fühlt es. Geschichte wiederholt sich, auch wenn unsere ach so moderne Welt uns etwas anderes suggeriert. Die Menschen in ihren Denk- und Handlungsweisen funktionieren nicht viel anders als vor 100 Jahren.

Was weltweit passiert ist schwer einzuschätzen. In Deutschland werden wir eher 6 Millionen als 3,5 Millionen Arbeitslose sehen. Die Hilflosigkeit der heutigen Regierung und auch wohl der Künftigen, sind klare Zeichen. Wir alle wissen was wir haben und keine Regierung wird Erfolg haben wenn sie uns weniger bietet und dabei keine Perspektiven anbieten kann.

Der Traum vom gemeinsamen Europa wird scheitern. Weil es ein Gebilde der Politiker und nicht der Bevölkerungen ist. Jede Verschlechterung wird sich an Europa entladen und an den Folgen davon. Ich sehe zwar keine Kriege auf europäischen Boden, jedoch regional begrenzte Ausschreitungen grösseren Stils.

Die beschriebenen Szenarien in Pos. 1 werden uns vielleicht schneller erwarten, als wir glauben und deren Ursachen haben wir täglich vor Augen. Und die Geschichte lehrt, dass die Menschen in guten Zeiten die Augen davor lieber verschliessen.  

30.06.04 18:01

10374 Postings, 6081 Tage lumpensammlerSo liest halt jeder das Passende aus dem Artikel o. T.

30.06.04 20:44

1853 Postings, 6992 Tage FunMan2001@Karlchen stimme dir voll zu !

Die Wiedervereinigung hat immens viel gekostet (und kostet immer noch). Trotzdessen steht Deutschland relativ gut da:

- stärkste Exportnation der Welt
- eines der recihsten Läner der Welt
 ( http://www.fr-aktuell.de/ressorts/...f&client=fr&cnt=224386&src=76410 )


Besonders die Leute, die ein sicheres Einkommen haben, sollten hier nicht ständig herumjammern. Es gibt genug Menschen, die wirklich Anlass haben, zu jammern. Wer jedoch trotzdem jammern möchte, hier mein

Praxis-Tipp:

Häkelt doch mal einen Jammerlappen mit grau-schwarzem Schicksalsgarn. Handwerklich weniger begabte Jammerer können z.B. ein gekochtes Ei schwarz bemalen.

Viel Spass beim Jammern!
FunMan
 

30.06.04 21:06

59073 Postings, 7359 Tage zombi17@FunMan

Ich wäre jetzt gerne Moderator.
Meine Erfahrung geht auch dahin, dass die, die am meissten Jammern am wenigsten Grund dazu haben.
Bei denen geht es um den eventuellen Verzicht von Luxusgütern, andere bangen um Ihre warme Mahlzeit auf dem Tisch!  

30.06.04 21:33

95441 Postings, 7319 Tage Happy End#25 und 26

So ist es...  

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