Wo bleibt denn der Kaufrausch?

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eröffnet am: 03.07.06 16:18 von: vega2000 Anzahl Beiträge: 2
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Clubmitglied, 44311 Postings, 7315 Tage vega2000Wo bleibt denn der Kaufrausch?

global news 369 03-07-06: Wo bleibt denn der deutsche Kaufrausch?

Der von der Bundesregierung heiß herbeigesehnt und -geredete Kaufrausch der deutschen Verbraucher läßt nach den Mai-Daten weiter auf sich warten. Da werden große Hoffnungen auf die Fußballweltmeisterschaft gesetzt und auf den Druck der am Jahresende drohenden Mehrwertsteuererhöhung. Und man baut auf Umfragewerte, besonders den Konsumklima-Index der Gesellschaft für Konsumforschung. Der geht nämlich immer weiter nach oben und findet prompt auch in die Pressemitteilungen des Bundeswirtschaftsministeriums Eingang, wie zuletzt Ende Mai: ?Konsumklima spürbar verbessert. Das Verbrauchervertrauen hat sich weiter aufgehellt. Nach den jüngsten Umfrageergebnissen der Gesellschaft für Konsumforschung wird für den Monat Juni - nach aufwärts revidierten 5,8 Punkten im Mai - ein Wert von 6,8 Punkten für das Konsumklima prognostiziert."

Doch die durch rückläufige Realeinkommen der Arbeitnehmer und Rentner, anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, Steuererhöhungen, Rentenunsicherheit und andere fast tägliche Tartarenmeldungen von der Wirtschaft- und Sozialfront stark verunsicherten Verbraucher sind mit Umfragewerten - jedenfalls bisher - nicht aus dem Keller zu holen. Die letzte Veröffentlichung des Statistischen Bundesamt vom 30. Juni ist zwar mit ?Einzelhandelsumsatz im Mai 2006: Real + 1,9% zum Mai 2005" hoffnungsvoll überschrieben. Aber wenn man sich die Entwicklung genauer ansieht, ist sie alles andere als positiv, nämlich minus 1,4 % gegenüber Anfang 2005 und minus 2,2 % gegenüber dem Aprilwert von 2006 (Abb. 04348).



Außerdem ist bei der vom StaBuA ausgewiesenen Entwicklung des Einzelhandelsumsatzes zum Vorjahresmonat zu berücksichtigen, daß der Mai 2006 einen Verkaufstag mehr hatte. Umgerechnet entspricht ein Verkaufstag mehr einem Effekt von 4,2%. Selbst wenn man diesen Effekt nur zu 2/3 berücksichtigt, bedeutet dies einen realen Umsatzrückgang zum Vorjahres-Mai in Höhe von 0,9%.

Da wird die Diskrepanz zu den Umfragewerten immer eklatanter und die Berufung darauf immer dünner (Abb. 04312). Die Diskrepanz zeigt sich auch zwischen dem umfragegestützten ifo-Index des Geschäftsklimas und den Realitäten des Bruttoinlandsprodukts (leider sind hier die Juni-Zahlen des BIPs noch nicht vorhanden, so daß nur bis März verglichen werden kann, Abb. 04193). Und: "Wenn nicht gerade ein Spiel in Berlin ist, bleiben die Umsätze eher auf Normalniveau", gibt die Sprecherin des bekanntesten Berliner Großkaufhauses zu.




 
http://www.jjahnke.net/rundbr11.html
 

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