Wie verrückt

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neuester Beitrag: 30.06.06 06:43
eröffnet am: 30.06.06 06:43 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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890802 Postings, 6088 Tage moyaWie verrückt

Von Bill Bonner
?Wie verrückt?, ist genau der richtige Ausdruck, wenn etwas, was nicht existiert, verkauft wird. Ungebaute Häuser, die vorab schon verkauft werden, sind in den USA ein bißchen so wie die Dotcoms der späten Neunziger, die noch kein Produkt entwickelt hatten oder ein Geschäftsmodel, um es auszunutzen. Dass die Leute dennoch bereit waren, viel für ihre Anteile zu bezahlen, war ein Zeichen für die Verrücktheit des Marktes und für das nahende Ende. Alles kommt irgendwann einmal zum Ende. Einfache Dinge haben ein einfaches Ende. Doch die verrückten Dinge neigen dazu, früher zu Ende zu gehen ? und auf verrücktere Weise.

Wie ich bereits erwähnte, erwarte ich eine Reihe monumentaler Rückwendungen zum Mittelmaß. Während einer langen Zeit in der Geschichte haben die Menschen in China das gleiche verdient wie die Menschen in Nordamerika oder Europa. Die industrielle Revolution hat die Welt aus dem Gleichgewicht gebracht. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf stieg im Westen schneller als im Osten. Aber jetzt ist der Osten, wo die Löhne steigen ? ein Trend, der sich vielleicht noch über Generationen halten wird, wobei gleichzeitig die außerordentlich hohen Löhne im Westen auf ein Mittelmaß zurückgehen.

Eine weitere Rückwendung in Richtung Mittelmaß ist beim US-Dollar zu beobachten. Das Ansehen der grünen Scheinchen stieg mit dem Imperium, das hinter ihnen stand. Ich vermute, daß die beiden auch gemeinsam stürzen werden. Beide scheinen durch ihre eigenen Absurditäten verdammt zu sein. Am Dienstag hat der Kongreß die letzten Rechnungen aus dem Pentagon veröffentlicht. Ein Etat von 408 Milliarden Dollar. Es kostet eine Menge Geld, den amerikanischen Schutzschild über der Welt auszubreiten, selbst wenn es nur wenig zu geben scheint, wogegen man sich schützen müßte.

Auch auf die Gefahr, daß ich alte Leser damit langweile und die neuen nerve, biete ich eine Erklärung der Weltwirtschaft in nur zwei Sätzen:

Die Asiaten stellen Dinge her und verkaufen sie an die Amerikaner, die sich Geld von ihren Zulieferern leihen (auf den erhöhten Wert ihrer Häuser), um weiterhin über ihre Verhältnisse leben zu können. Die Asiaten nehmen ihre Gewinne und verleihen sie entweder an die Amerikaner? oder sie nutzen sie, um weitere produktive Kapazitäten zu erwerben, in Amerika oder anderswo.

Für all diejenigen, die sich fragen, worauf der Trend hinauslaufen wird, biete ich eine Vermutung: Der durchschnittliche Amerikaner wird mit einem Schuhpolitur-Set und einer Anleitung, wie man auf chinesisch ?Bitte? und ?Danke? sagt, zurückbleiben.
Gruß Moya

 

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