Wie geht´s weiter, nach dem Filmriss?

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neuester Beitrag: 05.05.01 01:10
eröffnet am: 04.05.01 23:03 von: tom68 Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 05.05.01 01:10 von: Tyler Durdan Leser gesamt: 133
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04.05.01 23:03

4579 Postings, 6932 Tage tom68Wie geht´s weiter, nach dem Filmriss?

Wie geht´s weiter, nach dem Filmriss?

Der sechste Sinn... ist bei Medienaktien jetzt erforderlich. Selbstläufer gibt es nicht mehr.

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 04.05.2001, 22.00 Uhr

Nach glamourösen Börsenzeiten stehen die Medien-Aktien heute alles andere als im Rampenlicht. Der Handel mit Stars und Sternchen ist schwieriger geworden. Schuld daran sind die große Konkurrenz der Anbieter, das Ende des Kinobooms und die knappen Kassen der TV-Sender. Zudem hat der krasse Absturz des einstigen Börsenstars EM.TV für einen Filmriss in der Branche gesorgt.

Auch Medientitel mit Qualität wurden mit in die Tiefe gerissen. Stock-Picking ist jetzt angesagt: Nicht mehr jede Medienaktie ist auch ein Selbstläufer an der Börse. Florian Leinauer, Medienexperte der Landesbank Hessen-Thüringen, hat sich die Branche genau angeschaut und aussichtsreiche Mediensternchen ausgewählt.  

  2000 war ganz und gar nicht erfreulich


  Für die im Branchenindex Nemax Media & Entertainment dominierenden Filmproduzenten und Rechtehändler verlief das Jahr 2000 äußerst unerfreulich, meint Leinauer. Ausgestattet mit reichlich Geld aus den Börsengängen lieferten sich nach seiner Einschätzung zahlreiche deutsche Rechtehändler einen erbitterten Konkurrenzkampf um die vermeintlich attraktivsten Hollywood-Lizenzen. Infolgedessen wurden auch für mittelmäßige Spielfilme horrende Preise gezahlt. Gleichzeitig haben sich die Absatzchancen deutlich verschlechtert, lautet die Einschätzung des Medien-Analysten.  

   
 
Junge, Junge...: "Mädchen, Mädchen" ist eine Constantin-Produktion.



 
 
 Constantin Film

 Unternehmen der Woche: Constantin Film (09.02.2001)

 Constantin-Chef Eichinger gibt sein Amt auf (02.04.2001)

 Constantin erzielte positives Vorsteuerergebnis (12.02.2001)

 Insbesondere der wichtige Free-TV-Markt werde seit vergangenem Jahr von wenigen großen Senderfamilien (RTL Group, ProSiebenSAT.1 Media, ARD, ZDF) kontrolliert. Deren Macht sowie neue Programmtrends (Quiz-Shows, Reality-Soaps) haben die Verhandlungsposition der Rechtehändler entscheidend geschwächt, urteilt Leinauer. Tatsächlich habe im abgelaufenen Geschäftsjahr kaum eines der am Neuen Markt notierten Unternehmen Filmpakete an die privaten Familien verkaufen können. Lediglich die Ö allerdings nicht ganz so finanzstarken - öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten traten in nennenswertem Umfang als Käufer auf, meint der Experte für Medienaktien. Insgesamt dürften die erzielbaren Preise im letzten Jahr somit deutlich gesunken sein. Viele Filme konnten überhaupt nicht ans Fernsehen verkauft werden.

Auch der Kinomarkt entwickelte im vergangenen Jahr wenig erfreulich, sagt Leinauer. Das Wachstum der Besucherzahl habe der Zahl der zusätzlichen Leinwände nicht standgehalten. So sei 2000 die Zahl der Sitzplätze in den deutschen Kinos um 3,4 Prozent auf rund 874.000 gestiegen, während mit 153 Millionen Zuschauern lediglich 2,4 Prozent mehr Besucher gezählt wurden.  

  DVD: Einziger Lichtblick in 2000


 
 
 IM International-
media

 Unternehmen der Woche: IM (01.12.2000)

 Einziger Lichtblick, so Leinauer, war im abgelaufenen Jahr das Home-Entertainment Geschäft (Marktvolumen plus 9 Prozent) dank des neuen Trägermediums DVD (Digital Versatile Disc). Während das VHS-Geschäft mit Leihkassetten stagnierte und mit Kaufkassetten sogar zurückging, vervierfachte sich der DVD-Umsatz und machte damit zwei Jahre nach Einführung bereits knapp 20 Prozent des Gesamtumsatzes auf dem Home Entertainment Markt aus.

?Trotz der schwierigen Bedingungen ist es Constantin Film, Highlight Communications und IM Internationalmedia drei Medienunternehmen aus dem Nemax-50 gelungen, ihre kommunizierten Planzahlen für das Jahr 2000 zu erreichen?, urteilt Medienanalyste Leinauer. Kinowelt und Senator Entertainment hätten ihre Planungen dagegen klar verfehlt.

Insbesondere Managementfehler scheinen für die Planverfehlungen verantwortlich zu sein. So habe Kinowelt Filmrechte, das so genannte Warner-Paket, zu teuer erworben und dabei mit der Kirch-Gruppe sogar einen wichtigen, potentiellen Kunden ausgebootet. Infolgedessen habe das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr keinen nennenswerten Lizenzumsatz mit Privatsendern erzielen können. Bei Senator Entertainment hätten insbesondere Sonderabschreibungen auf die im Sommer 2000 erworbene CinemaxX-Beteiligung zur Planverfehlung geführt. Bei sorgfältiger Prüfung hätte das Management womöglich die finanzielle Schieflage des Übernahmekandidaten vor Vertragsschluss erkennen können, sagt Leinauer.  

  Aufhellung des Branchenhorizonts


 
Viele EM.TV-Anleger ärgern sich schwarz, und Vorstandschef Haffa wohl auch.  

 
 
 EM.TV

 Verlust von EM.TV beträgt 2,8 Mrd. DM (30.04.2001)

 Die Groteske um EM.TV (09.02.2001)

 EM.TV´s massive Gewinnwarnung (01.12.2000)

 Obwohl sich die fundamentalen Probleme der deutschen Filmunternehmen nicht kurzfristig lösen lassen, deutet sich für das laufende Geschäftsjahr eine Aufhellung des Branchenhorizonts an, meint der Medienanalyst.

Zum einen hätten die mäßigen Auswertungserfolge des letzten Jahres sowie die stark gefallenen Aktienkurse die Investitionsspielräume der Rechtehändler deutlich eingeschränkt. Damit dürften die Bietergefechte auf den Beschaffungsmärkten ein Ende finden und zu deutlich rückläufigen Einkaufspreisen führen. Auf der anderen Seite habe die Zahl der Kinobesucher im ersten Quartal deutlich angezogen. Etliche interessante Kinostarts (bspw. Harry Potter, Herr der Ringe, Jurassic Park 3) stehen noch aus und dürften den Trend des ersten Quartals festigen.

Gleichzeitig werden die Konsolidierung auf dem Kinomarkt und das Ende des Multiplex-Baubooms für steigende Auslastungszahlen sorgen, meint Leinauer. Im Home Entertainment-Geschäft halte der DVD-Boom unvermindert an.  

  Problem: Marktmacht der TV-Sender


 
Traffic: Mit Julia Roberts, mit Oskars überschüttet.



 
 
 Senator Entertainment

 Highlight Communications

 Senator: Ergebnisanstieg unter Plan (02.04.2001)

 ?Das größte Problem?, sagt Leinauer, ?bleibt für die Filmrechtehändler jedoch weiterhin bestehen: die extreme Marktmacht der Fernsehsender?. Allerdings zeichne sich auch in diesem Verwertungssegment eine leichte Entspannung ab.

Nach dem Abflauen der Reality-Soap-Euphorie (Big Brother etc.) würden von den Privatsendern wieder verstärkt Spielfilme benötigt. Damit dürften auch die RTL Group und ProSiebenSAT.1 Media in diesem Jahr wieder als Käufer auftreten. Sie werden jedoch ihre Macht nutzen, um die Lizenzpreise deutlich zu drücken, befürchtet der Experte.

Gegenwärtig, so Leinauers aktuelle Einschätzung, sind Constantin Film, Highlight Communications, Internationalmedia und Senator Entertainment durchweg moderat bewertet, so dass er von zum Teil erheblichen Kurspotenzial ausgeht. Allerdings dürfen bei einem Engagement auch die erhöhten Risiken der Branche nicht aus den Augen verloren werden, warnt der Medienanalyst.  

  Medien-Aktien mit Chancen


 
 
 Kurs Constantin

 Kurs Highlight

 Kurs International-
media

 Constantin Film
WKN: 580 080
Chance: ***
Risiko: **

Highlight Communications
WKN: 920 305
Chance: **
Risiko: **

Internationalmedia
WKN: 548 880
Chance: ***
Risiko: **



   
 
 
 Kurs Kinowelt

 Kurs Senator

 Kinowelt
WKN: 628 590
Chance: **
Risiko: ***

Senator Entertainment
WKN: 722 440
Chance: **
Risiko: **

Quelle: Florian Leinauer, Helaba Trust  

 
 

05.05.01 01:10

1664 Postings, 7266 Tage Tyler DurdanHallo Tom

habe den Beitrag nur überflogen, aber Traffic hat zwar Oscars bekommen, ist aber nicht mit Julia Roberts.

Grüsse,
Tyler Durdan

P.S. Ändert natürlich nichts daran, daß dieses Posting sehr interessant ist.  

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