Wie die Dosenlobby sich die Zahlen schön rechnet

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eröffnet am: 20.08.03 16:50 von: Happy End Anzahl Beiträge: 32
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20.08.03 16:50

95440 Postings, 7021 Tage Happy EndWie die Dosenlobby sich die Zahlen schön rechnet

Bis zum Bundesverfassungsgericht war der Einzelhandel gezogen, um die angeblichen Milliardenkosten des Dosenpfands abzuwehren - vergeblich. Um die Verfahrenskosten zu minimieren, legt die Lebensmittelkette Norma nun eine ganz andere Rechnung vor und enttarnt die früheren Horror-Kalkulationen als Luftnummer.

Berlin - Ihr Klient, das stand für die Anwälte des Lebensmittel-Discounters Norma unzweifelhaft fest, würde nach Einführung des Dosenpfands in ganz, ganz schwere Wasser geraten. Für Rücknahmeautomaten in den gut 1100 Filialen wäre eine "Einmal-Investition in Höhe von 60,5 Millionen Euro" fällig, dazu "Betriebskosten in Höhe von jährlich 7,5 Millionen Euro." Bedrohliche Zahlen, die eine akute Existenzbedrohung der Handelskette nahelegen sollten. Am 22. Juli 2002 trugen die Juristen ihre Kalkulation erstmals dem Verwaltungsgericht Düsseldorf vor und danach immer wieder, durch alle Parallelverfahren und Folge-Instanzen bis hin zum Bundesverfassungsgericht.
Die Klage endete für Norma und seine 32 Co-Kläger bekanntermaßen im Desaster. Das Bundesverwaltungsgericht wies die Sammelklage diverser Großbrauereien, Getränkeabfüller, Verpackungshersteller und Lebensmittelhändler gegen das Dosenpfand im Januar 2003 in letzter Instanz "vollumfänglich kostenpflichtig" ab - und löste bei den Norma-Verantwortlichen einen überraschenden Erkenntnisprozess aus.

Weil vor Gericht die Verfahrenskosten proportional zum so genannten Streitwert steigen und zu Lasten der unterlegenen Kläger gehen, kommt die Rechtsanwaltskanzlei Bissel und Partner in Erlangen jetzt zu einer völlig anderen Kostenrechnung. In einem windungsreichen Schriftsatz vom 4. Juli 2003 (Aktenzeichen: BVerwG 7C31.02) werden die Kosten des Dosenpfandes auf 20 Seiten der Realität angepasst. Zweck der Operation: Norma wünscht sich vom Bundesverwaltungsgericht eine "Nachprüfung" des Streitwerts.

Ein "Irrtum" im Eifer des Gefechts

Fälschlicherweise, beginnen die Norma-Advokaten ihr Rechenstück, sei man seinerzeit bei der Kostenkalkulation von zwei Rücknahmeautomaten pro Filiale ausgegangen. Doch selbst in stark frequentierten Norma-Läden hätte einer locker ausgereicht, um die leeren Verpackungen in Empfang zu nehmen. "Ein Irrtum", so die Juristen, der im Eifer des Gefechts schon mal passieren könne. Doch das ist erst der Anfang. Ein Automat hätte nämlich "keinesfalls Investitionskosten in Höhe von 55.000 Euro notwendig gemacht", wie seinerzeit für zwei Maschinen behauptet und auch nicht, wie man annehmen könnte, die Hälfte. Vielmehr seien derlei Rücknahme-Systeme - lege man das aktuell günstigste Angebot eines Herstellers zugrunde - schon für 1.200 Euro zu haben.

Die Kosten schrumpfen und schrumpfen und mit ihnen die Verfahrenskosten für Norma. Doch es ist noch immer zu viel. Denn, fahren die Juristen in ihrem Antrag fort, bei Licht betrachtet, sei es so, dass Norma "überhaupt keinen Automaten anschaffen musste und auch nicht muss." Beim früheren Vorbringen vor Gericht habe es sich genau genommen "um fiktiv und überschlägig ermittelte unzutreffende Kosten" gehandelt, für den mittlerweile nur noch theoretischen Fall, dass tatsächlich zwei Automaten in allen 1100 Filialen hätten aufgestellt werden müssen.

Also kein Automat nirgends, in keiner der 1100 Filialen. In der realen Welt, die wenig zu tun hat mit der vor den Gerichten präsentierten "Fiktion", seien Norma nach der Einführung der Pfand-Übergangsregelung im Januar tatsächlich Kosten entstanden. Insgesamt 80.000 Euro für "Werbeinformationen" für "alle Filialen im Bundesgebiet". Weil zudem in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf nur gegen das Land Nordrhein-Westfalen (und nicht gegen den Bund) geklagt worden sei, argumentieren die Juristen weiter, könnten auch nur anteilig die Kosten für die dortigen Filialen in die Streitwertbemessung einfließen - bleibt schließlich von den ursprünglich 60,5 Millionen plus 7,5 Millionen Euro jährlichen Kosten eine einmalige Belastung von 5.696 Euro.

Der Einzelhandel profitiert von der Pfandregelung

Doch auch die fällt nicht wirklich an. Im Gegenteil, die über Jahre erbittert bekämpfte Pfandregelung erweist sich für Norma im wirklichen Leben als profitable Angelegenheit, was die Anwälte nun erstmals in ihrem Schriftsatz - nicht einmal kleinlaut - eingestehen. Zunächst spart Norma die bisher an das Duale System Deutschland, DSD ("Grüner Punkt") abgeführten Verpackungsgebühren. Sie fallen nicht mehr an, weil Pfand-Einwegverpackungen künftig nicht mehr über das DSD entsorgt werden. Von dieser "Gesamtersparnis" benötigt der Discounter etwa zwei Drittel für die Einrichtung eines eigenen Rücknahmesystems (eine so genannte Insellösung). "Das restliche Drittel bleibt eingespart", frohlocken die Anwälte.

Darüber hinaus könne Norma auf "mögliche Umsatzzunahmen" hoffen, weil (a) Konkurrenten Einweg-Getränke aus den Regalen nehmen, (b) "nicht alle Pfandverpackungen zurück gebracht werden" und (c) ein "attraktives, kundenfreundliches Rücknahmesystem", wie es Norma vorschwebe, ebenfalls "den Warenumsatz steigert" - rosige Aussichten durch Zwangspfand.

Ganz nebenbei geben die Norma-Anwälte auch einen Einblick in das Kampfgebaren der Großen der Branche und ihrer Lobby-Verbände. Norma, entschuldigen sich die Anwälte, habe in dem Rechtsstreit die Kostenkalkulationen und "falschen Preisangaben" der Handelskette Rewe "irrigerweise als realistisch übernommen." Rewe gehörte ebenfalls zum Klägerkartell gegen das Dosenpfand und gab bei Gericht Investitionskosten von 142,5 Millionen Euro, plus jährliche Betriebskosten von 30 Millionen Euro an, sollte das "Zwangspfand" Realität werden.

Den wahren Zahlen wurde absichtlich nicht nachgegangen

Auf die naheliegende Frage, warum Norma sich seinerzeit nicht direkt an die Automatenhersteller gewandt habe, um dort die wahren Preise für Rücknahmeautomaten zu erkunden, geben die Anwälte eine frappierende Antwort: Man habe darauf verzichtet, "weil der BFS (Bundesverband der Filialbetriebe und Selbstbedienungs-Warenhäuser, inzwischen aufgegangen im Hauptverband des deutschen Einzelhandels, HDE.) allen Mitgliedern dringend empfohlen hat, eine Kontaktaufnahme zu unterlassen, woran sich Norma gebunden fühlte, wie auch die anderen Mitglieder" des Verbandes.


Das Motiv der Verbandsfürsten für das von ihnen verhängte Kontaktverbot mit den Automatenherstellern lag auf der Hand. Sie waren es, die damals mit immer schwindelerregenderen Zahlenspielen Öffentlichkeit und Verbandsmitglieder ihren Feldzug gegen den Wahnsinn Dosenpfand nahebringen wollten. Bundesweit 175.000 Rücknahmeautomaten müssten aufgestellt werden, behauptete der Branchenriese Metro. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels ermittelte mal gut zwei Milliarden, mal vier Milliarden Euro Kosten für die Einrichtung eines Pfandsystems. Und: "Die Einführung des Zwangspfandes wäre der Todesstoß für viele Unternehmen." Die realen Angebote der Automatenhersteller, die um ein Vielfaches tiefer lagen, hätten da nur für Irritationen gesorgt.

Mittlerweile urteilt nicht nur Norma milder über das "Zwangspfand". Der Einzelhandel insgesamt fährt opulente Sonderprofite ein, seit zum 1. Januar die Übergangsregelung in Kraft trat, die vorsieht, dass Einweg-Verpackungen in der Regel nur dort zurückgegeben werden können, wo sie zuvor gekauft wurden. Jeder dritte bis vierte Dosenkonsument zieht nach Schätzungen von Insidern aus dieser Zumutung seine Konsequenzen: Er entsorgt den Müll irgendwo und verzichtet auf seine 25 Cent Pfand. Das summiert sich. Bis zum mutmaßlichen Ende des Pfand-Provisoriums am 1. Oktober werden so rund 400 Millionen Euro in die Kassen des Handels gespült

"Handfeste kaufmännische Motive"

Hinzu kommen eingesparte DSD-Gebühren, die für Dosen und Einwegflaschen nicht mehr erhoben werden, außerdem der Verkauf des in den Läden gut sortierten PET-Plastikmülls, für den die Entsorger erhebliche Vergütungen zahlen - insgesamt noch einmal rund 200 Millionen Euro in den neun Monaten des Pfand-Provisoriums. Für die Blockade-Haltung des Handels, resümierte kürzlich die "Lebensmittel-Zeitung" lakonisch, seien deshalb nicht nur die wortreich beklagten und größtenteils selbst herbeigeführten Rechtsunsicherheiten verantwortlich, sondern "handfeste kaufmännische Motive." Der Handel hat keine Eile: Er klagt öffentlich und kassiert still.

Die Anwälte des seinerzeit von insgesamt 33 Unternehmen wegen des Dosenpfands verklagten Landes Nordrhein-Westfalen sind über die Rechenkunststücke ihrer Norma-Kollegen wenig amüsiert. Der Schriftsatz, heißt es in der Entgegnung an das Bundesverwaltungsgericht, sei "in einem Maße dekuvrierend, wie es das Land nicht für möglich erachtete." Die Kläger hätten offensichtlich einen millionenschweren Popanz aufgebaut und wegen einer Kostenbelastung von weniger als 6.000 Euro wiederholt das Bundesverfassungsgericht angerufen. Ein solches Verhalten dürfe nun nicht mit einem verringerten Streitwert und günstigen Prozesskosten honoriert werden. Allenfalls komme eine "Missbrauchsgebühr" wegen Verletzung der "prozessualen Wahrheitspflicht" in betracht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,261124,00.html  
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20.08.03 22:14

24273 Postings, 7382 Tage 007BondZur Ergänzung ..

450 Millionen Euro landen im Müll

© dpa  Nur Flaschen kaufen Dosen. In der Realität sieht es so aus, dass angesichts des komplizierten Dosenpfandsystems viele auf ihr Pfand verzichten

Das Dosenpfand sorgt bei Handel und Bund offenbar für klingelnde Kassen. Mit nicht eingelöstem Pfand nimmt der Handel bis Oktober rund 450 Millionen Euro ein, wie der WDR mit Bezug auf eine interne Studie des Bundeswirtschaftsministeriums am Samstag berichtete. Davon behalte der Bund über die Mehrwertsteuer rund 75 Millionen Euro ein. Bundesumweltminister Jürgen Trittin forderte in der "Bild am Sonntag" den Handel auf, die Mehreinnahmen einem gemeinnützigen Zweck zuzuführen.

80 Prozent der Einwegverpackungen landen im Müll
Dem WDR-Bericht zufolge landen nach jüngsten Erhebungen rund 80 Prozent der Einwegverpackungen trotz Pfand auf dem Müll. Von diesem so genannten Pfandschlupf in Höhe von 450 Millionen Euro flössen rund 75 Millionen Euro an den Bund, der Rest bleibe bei den Händlern. Laut Gesetz müssten diese das Geld drei Jahre lang bereithalten. Verbraucherverbände fordern die Überweisung der Pfandmillionen auf ein Sonderkonto, um damit eine neue Verbraucherstiftung zu finanzieren.

Trittin fordert Handel auf, das Geld zu spenden
Trittin sagte, der finde es "unanständig, wenn der Handel sich an dem von ihm selbst angerichteten Durcheinander auch noch bereichert". Das Pfandgeld gehöre nicht dem Handel, sondern den Kunden. "Wenn diese es nicht abholen, wäre es nur recht und billig, wenn der Handel das Geld einem gemeinnützigen Zweck zuführt." Viele Bürgervereine, die Wald und Flur ehrenamtlich von Dosenmüll und Unrat befreiten, wären froh über eine Unterstützung ihres Engagements, sagte der Grünen-Politiker.

Der Handel hat den Aufbau eines bundesweit einheitlichen Rücknahmesystems für das Dosenpfand abgebrochen. Nun muss das Pfand genau da wieder abgeholt werden, wo es entrichtet wurde, was offenbar dazu führt, dass viele auf ihr Pfand verzichten.  

20.08.03 22:27

24273 Postings, 7382 Tage 007BondAnmerkung:

D. h., 1.800.000.000 (1,8 Milliarden) Dosen landen im Müll (bei 25 Cent Pfand/je Dose).
 

20.08.03 23:05

1502 Postings, 7066 Tage MaxCohen@james

Komisch, letzte Woche bin ich zum Fußballspiel gegangen. Der Weg zwischen S-Bahn-Station und Stadion war früher immer mit Dosen gepflastert und jetzt konnte ich trotz aufmerksamen Ausschauhalten gerademal zwei Dosen entdecken. Aber wenn Du meinst, das liegt nicht am Dosenpfand, dann wird das schon stimmen, immerhin bist Du im Auftrag Ihrer Majestät unterwegs. Und abgesehen davon wird man jetzt von Langeweile geplagt, da man gar keine Dose hat, die man gedankenlos vor sich herkicken kann. Wenn ich's mir recht überlege, das mit dem Dosenpfand ist vielleicht doch nicht so toll.







Grüße Max  

21.08.03 08:45

9123 Postings, 7119 Tage ReilaMüllmafia und grüne Spinner

kontra Vernunft und Bürger:

Das fortschrittliche Abfallentsorgungs- und  R
ecyclingsystem im Lahn-Dill-Kreis wurde gestoppt durch Klagen der DSD-Mafia und ideologiebefrachtete Gesetze.

Im übrigen, liebe grüne Spinner, hier haben sich weder Wald noch Straßen verändert nach Einführung des Dosenpfandes. Verändert hat sich die Lebensqualität der Menschen durch noch mehr Müllbevorratung in der Wohnung, längere Schlangen an den Supermarktkassen und nach leeren Bierflaschen stinkende Supermärkte.

 

 

  RECYCLING / ENTSORGUNG


Der Kampf um den Müll und das Monopol des Grünen Punktes

Bonn, 25.04.2003: Auf dem Abfallmarkt tobt der Kampf um Müll. Die Erkenntnis ist nicht neu. Noch Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre wurde der Entsorgungsnotstand ausgerufen, ja, dass wir im Müll ersticken. Zwar hatten Marktkenner schon damals Entwarnung gegeben. Doch wurde unbeirrt auf viele Kommunen Druck ausgeübt, mehr Entsorgungskapazitäten zu schaffen.

Auch die private Entsorgungswirtschaft ist verstärkt in den Markt eingestiegen. So sind die Entsorgungskapazitäten enorm gewachsen. Und nun wird um Müll konkurriert. "Das Abfallrecht wird als Mittel benutzt, Abfälle an sich zu ziehen", kritisisiert die Umweltsachverständige Dr. Birgit Stede in ihrer Marktanalyse "Wie es gerade Recht ist oder wie Interpretationen des Abfallrechts Müllströme sichern sollen".

Die private Entsorgungswirtschaft versuche teilweise über "graue" Wege, um an Abfallmengen zu kommen. ihrerseits, an Abfallmengen zu kommen. Wer es sich leisten könne, führe zum Teil über Jahre andauernde Rechtsstreitigkeiten. Konkurrenten werden bekämpft, um Marktpositionen zu sichern. Als Beispiel führt Stede den Grünen Punkt an: "Ein Geschäft wird über das duale System etabliert und soll erhalten bleiben. Das Duale System Deutschland versucht, die vom Europäischen Gerichtshof beanstandete Monopolstellung aufrecht zu erhalten, ohne als Monopolist zu erscheinen".

Um den Grünen Punkt ranken sich bereits einige Skandale: Exporte von verrottenden Gemischen aus Kunststoffabfall und normalem Hausmüll nach Hongkong, in andere südostasiatische Staaten und in den Nahen Osten. "Doch der eigentliche Skandal liegt in der Verpackungs-verordnung selbst begründet, oder, anders ausgedrückt, in deren Interpretation, die dem Haupt-Nutznießer, der DSD, sehr gelegen kommt", führt Stede aus.

Mache es Sinn, den Joghurtbecher auszuwaschen, den Abfall in die Fraktionen Papier, Glas, Biomüll, Abfälle mit dem Grünen Punkt, zum Teil Metalle und Restabfall fein säuberlich zu trennen? "Kleinräumige Küchen moderner Wohnanlagen sind voll gestellt mit verschiedensten Abfallsammelbehältern. Und jeder Bürger - so wurde ausgerechnet - ist durchschnittlich eine Arbeitswoche pro Jahr damit beschäftigt, seinen Abfall zu trennen. Und er hat ein ökologisch gutes Gewissen.

Die Trennung von Abfällen suggeriert, die Abfälle würden umweltschonend recyclet. Der Bürger glaubt sich umweltbewusst handelnd. Gleichzeitig zahlt er das Lizenzentgelt für den "Grünen Punkt" und die Entsorgungsgebühren für den Restmüll, die immer teurer werden, sodass der Bürger doppelt und dreifach zahlt. Realistisch heißt die Antwort auf die Fragen: Nein, es ist nicht sinnvoll! Im Gegenteil. Unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten ist es vollkommen nachteilig, Abfälle im Haushalt bzw. hausmüllähnliche Gewerbeabfälle zu trennen. Warum hält man sich trotzdem dran? Weil die kommunalen Satzungen - und was die Abfälle mit dem Grünen Punkt betrifft, die Verpackungsverordnung - es eben so bestimmen", so die Abfallexpertin. Unsinnig erscheine vor allem das Recycling von Kunststoffmüll. So werden Kunststoffabfälle dem normalen Hausmüll entzogen und für teures Geld - 1.500,- bis 2.000,- Euro/Tonne sortiert und wie auch immer verwertet.

Seither zahlen die Produzenten dafür, dass sie den Grünen Punkt auf den Verpackungen aufdrucken dürfen, ein Lizenzentgelt an das DSD-Müllmonopol. Und jeder Produzent schlägt diese Kosten auf den Produktpreis auf. Die Kosten bleiben also beim Konsumenten hängen.

"Nach mittlerweile anerkannten Standards müsste der Hausmüll überhaupt nicht mehr getrennt werden. Die getrennte Sammlung im Haushalt ist ökologisch und ökonomisch vollkommen überflüssig, nutzlos. Moderne vollautomatische Verfahren ersparen den ganzen Aufwand im Haushalt.

Die Alternative zum Dualen System - und damit zur gesamten Getrenntsammlung der Haushaltsabfälle und der hausmüllähnlichen Abfälle - ist das von der Firma Herhof entwickelte Trockenstabilatverfahren, das vom Landrat des Lahn-Dill-Kreises favorisiert wird.

Bei diesem Verfahren kann sämtlicher Hausmüll und hausmüllähnlicher Abfall in einer Tonne gesammelt werden. Dies gilt auch für Bioabfälle. Denn auch die getrennte Sammlung und Behandlung von Bioabfällen könnte hierüber eingespart werden - und damit einige weitere Probleme, wie etwa Belästigungen durch Pilze, Sporen und Ratten. Zwar haben manche Gerichte festgestellt, dass solche Belästigungen grundsätzlich nicht bestehen, so z. B. der Bayerische VGH in einer Entscheidung von September 2001. Ganz entgegen der Erfahrungen mancher Kammerjäger, was das Anlocken von Ratten betrifft. Doch räumen die Gerichte ein, dass empfindlichere Menschen durchaus einen gesundheitlichen Schaden von den keimenden Pilze und Sporen davontragen können. Dann können sie sich im Wege aufwändiger Rechtsstreits von der Biotonne befreien lassen", analysiert Stede.

In einer Vortrocknung werden die Abfälle stabilisiert (deshalb Trockenstabilatverfahren), Sporen und Pilze können sich nicht mehr entwickeln. Anschließend werden die Fraktionen vollautomatisch separiert. Inerte Abfälle werden von organischen Abfällen getrennt. Die inerten Abfälle werden wiederum nach Metallen, Glas und sonstigen inerten Fraktionen ausgesondert. Glas kann sogar farbrein rückgewonnen werden. Schadstoffhaltige Batterien werden manuell ausgesondert.

Die organischen Fraktionen werden als getrocknete Pellets gepresst und können als Brennstoff eingesetzt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der Einsatz des Trockenstabilats zum Beispiel im Zementwerk keine höheren Emissionen verursacht als der Einsatz von Steinkohle. Dies ist darauf zurückzuführen, dass durch die vollautomatische Trennung die Schwermetalle weitgehend aus den organischen Anteilen entfernt werden.

"Ein System also, dass die 100%-ige Verwertung von Hausmüll gewährleistet - umweltschonend und kostengünstig - und gleichzeitig die ökologisch und ökonomisch zweifelhafte getrennte Sammlung erübrigt. Erübrigen würde sich im Übrigen auch das aktuell heiß diskutierte Dosenpfand, über das ein neuer Markt auf dem Entsorgungsmarkt erschlossen werden soll, da auch diese Verpackungen separiert und der gezielten Verwertung zugeführt werden können. Ein System also, dass letztlich die herkömmliche Entsorgung von Hausmüll und hausmüllähnlichem Abfall ersetzen kann", so Stede. Das Umweltbundesamt hat zwischenzeitlich einen Verordnungsentwurf erarbeitet, der den in Aßlar erreichten ökologischen Stand bundesweit für verbindlich erklären soll und der in der 30. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes festgeschrieben wurde. Hierin sind die Anforderungen an mechanisch-biologische Vorbehandlungsanlagen, zu denen das Trockenstabilatverfahren zählt, festgeschrieben.

"Wie zukunftsweisend das Trockenstabilatverfahren ist, ergibt sich auch aus einer Prognose des schweizerischen Prognos-Instituts. Danach hätten zum Jahre 2005, dem Inkrafttreten des Ablagerungsverbotes für unbehandelten Restmüll, ca. 50 Verbrennungsanlagen gebaut werden müssen. Davon werden bis zu dem genannten Zeitpunkt maximal 3 errichtet worden sein. Dies sei nicht zuletzt auf das Trockenstabilatverfahren zurückzuführen. Da durch das Trockenstabilatverfahren die gesamte Hausmüllentsorgung auf einem neuen, technisch hochwertigen und ökologischen Weg gebracht werden könnte, bei dem sämtlicher Hausmüll verwertet wird. würden sich letztlich auch die mit sehr hohen Investitionskosten verbundenen Müllverbrennungsanlagen erübrigen. Investitionskosten, die ebenfalls der Gebührenzahler zu tragen hat und die bei Durchsetzung des Trockenstabilatverfahrens entfallen könnten", schreibt Stede.

So praktiziert der Lahn-Dill-Kreis bereits jetzt schon mit dem gesamten Restmüll ein Verwertungsniveau, das das Bundesumweltministerium für das Jahr 2020 anstrebt. Dieses Niveau entspricht exakt den Anforderungen, die das geltende Recht zurzeit nur für Verpackungsabfälle fordert. "Der Lahn-Dill-Kreis bot dem DSD Kooperation an, was DSD jedoch ablehnte. Auch die Landesregierung führte im Oktober 1997 ein Vermittlungsgespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der DSD AG und dem Landrat. Vergeblich. Stattdessen leitete die DSD AG in der Folgezeit alles in die Wege, das Trockenstabilatverfahren zu diskreditieren. Im Aufsichtsrat der DSD AG sind ein Großteil der Firmen vertreten, denen - bislang jedenfalls - ohne Ausschreibung die Einsammlung der gelben Säcke und der Glascontainer übertragen wurde. DSD hat daher auch nicht gescheut, für mehrere hundert Tausend Mark einen Film erarbeiten lassen, der das Trockenstabilatverfahren diskreditiert.

Die Landbell AG und der Lahn-Dill-Kreis starteten das System des blauen Sackes, in dem alle papierhaltigen Abfälle und Papierverbunde gemeinsam gesammelt und verwertet sowie Verpackungsabfälle durch das Trockenstabilatverfahren einer Verwertung zugeführt werden . Dabei bestätigte die Landesregierung ausdrücklich, dass es für die Einführung des blauen Sackes keines Antrages, keiner Genehmigung und vor allen Dingen auch keiner Zustimmung des Landes bedürfe. Doch DSD blieb nicht untätig. Gerichtliche Schritte wurden eingeleitet, um das Verfahren zu stoppen. Der Antrag der DSD AG auf Untersagung wurde vom Verwaltungsgericht Gießen abgelehnt. Es hat damit die Auffassung der Landesregierung bestätigt. Doch hat demgegenüber der Verwaltungsgerichtshof Kassel die erstinstanzliche Entscheidung aufgehoben und DSD Recht gegeben", betont Stede.

Während die Landesregierung noch erklärte, dass ein alternatives System sukzessive aufgebaut werden könne und dürfe, und, sobald es flächendeckend eingerichtet sei und die übrigen Voraussetzungen vorlägen, es offiziell anerkannt werden könne, erklärte der Verwaltungsgerichtshof Hessen in Kassel, erst müsse die Anerkennung vorliegen und dann dürfe der Aufbau erfolgen. Wie ein solches Vorgehen praktisch realisiert werden kann angesichts dessen, dass ein neues Verfahren gestartet wurde, wurde hierbei jedoch nicht problematisiert. "Konkurrenten zum Dualen System wird es ohnehin ausgesprochen schwer gemacht. So mussten schon mehrfach Rechtsstreits bis zum Europäischen Gerichtshof geführt werden. DSD lässt nicht ohne weiteres von seiner Monopolstellung ab", so Stede. Um das Trockenstabilatverfahren wird bereits ein jahrelanger Kampf geführt. Trotz der nunmehr langjährigen Diskussionen und fachlichen Stellungnahmen, die das Verfahren für geeignet, ökologisch und ökonomisch für hervorragend erklären, bleiben die Steine im Weg.

"Das Verfahren widerspricht dem marktbeherrschenden Profiteur der Verpackungsverordnung, der mit hohen Investitionen verbundenen Entsorgungsstruktur von Hausmüll und hausmüllähnlichen Abfällen und der moralisch motivierten Inanspruchnahme der Bürger zur getrennten Sammlung von Abfällen. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser umfassende Verwertungsweg für sämtliche Haushaltsabfälle auch rechtliche Akzeptanz gewinnt - und sei es durch eine Neuauslegung des Wortes "flächendeckend". Mehr denn je ist die Politik gefragt. Denn sie muss entscheiden, ob sie weiterhin dem Bürger künftig die Vorteile von Wettbewerb auf dem Sektor der Verpackungsverordnung vorenthalten will", resümiert Stede.

Zur Person:

Dr. jur. Birgit Stede:

Forschungsprojekt "Beschleunigung der Genehmigungsverfahren von Bodenbehandlungsanlagen" am Institut für Umweltschutz, Uni Dortmund; daneben freie Mitarbeiterin beim AAV NRW; von 1992 bis 1995 bei der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH für den Gesamtbereich Öffentliches Recht/Umweltrecht zuständig. Seitdem selbständig beratend tätig, vorwiegend zu umweltrechtlichen Fragen. Von 1998 bis 1999 Vertreterin einer Professur an der FH Darmstadt.


Autor: Isabel Braun

 

21.08.03 09:15

1502 Postings, 7066 Tage MaxCohenAha

Saubere Leistung reila, zuerst ein paar Lügen garniert mit Beleidigungen in die Welt gesetzt und dann das ganze auf die Spitze getrieben und mal eben DSD und Naturschützer in einen Topf geworfen. Bist Du wirklich so dumm oder steckt da Absicht dahinter?







Grüße Max  

21.08.03 09:27

9123 Postings, 7119 Tage ReilaMax Cohen,

im DSD ist das materialisiert, was Ökospinner in Gesetzesform gegosen haben. Ein neues Monopol zur Abzocke der Bürger.

Das Konzept im Lahn-Dill-Kreis:

Abfallwirtschaftskonzept
Verwerten statt vernichten
 
Auskunft
Weitere Info
  

Die Industrieländer der nördlichen Hemisphäre verbrauchen für 20 % der Weltbevölkerung 80 % der Rohstoffe und Energien. Sie verhalten sich entgegen ihrem eigenen Selbstverständnis als Einrichtungen zur Umwandlung von Rohstoffen in Abfälle. Man mag sich nicht ausmalen, was daraus erwächst, wenn sich demnächst die gesamte Erdbevölkerung diese Philosophie zu eigen machen würde.

Es liegt in der Logik der oben skizzierten ressourcenpolitischen Praxis, Abfälle als Gegenstände zu betrachten, die es ? wie bis 1985 im deutschen Recht gesetzlich formuliert ? ?schadlos zu beseitigen" gilt. Das Gesetz ist zwar geändert; die Praxis aber nach gut deutscher Saubermann-Manier stark optimiert worden. Um die Schadstoffe möglichst weitgehend zu beseitigen, wird in Kauf genommen, daß die Wertstoffe weitestgehend vernichtet werden. Positive Korrekturversuche haben es vor diesem intellektuellen Hintergrund schwer.

Der Lahn-Dill-Kreis ist gemeinsam mit einem heimischen Unternehmen auf Gegenkurs gegangen. Das Privatunternehmen hat unter Inanspruchnahme der Anlage des Lahn-Dill-Kreises das traditionelle Konzept vom Kopf auf die Füße gestellt. Das Ziel ist die Verwertung des gesamten Restmülls bei gleichzeitiger Minimierung des Schadstoffaufkommens.

Der gesamte Restmüll wird biologisch in entsprechend ausgerüsteten geschlossenen Boxen getrocknet und danach mechanisch sortiert. Ausgeschieden werden die Innertstoffe (Glas, Steine, Erde) sowie die Metalle (Eisen per Magnet und Nichteisen per Wirbelstrom). Konzipiert sind mittlerweile weitere Ausscheidungstechniken, nämlich für die Kunststoffanteile sowie für Glas (inklusive einer Farbsortierung). Der Einbau dieser Techniken zur weiteren Stoffstromdifferenzierung soll umgehend erfolgen.

Der verbleibende Rest (die Batterien beispielsweise werden zu gut 95 % aussortiert) ist hochkalorisch und wird als Trockenstabilat bezeichnet. Es soll energetisch verwertet werden. Da es lagerstabil ist, kann dies ? im Unterschied zur klassischen Müllverbrennung ? immer dann geschehen, wenn ein entsprechender Energiebedarf besteht.

Dieses Konzept ? dessen Optimierungspotential noch längst nicht ausgeschöpft ist ? entspricht schon jetzt den ab 2005 geltenden verschärften Vorschriften des deutschen Abfallrechts. Es ermöglicht eine 100 %ige Verwertung des gesamten Restmülls und ist trotzdem deutlich preiswerter als die modernste klassische thermische Vernichtung. Das Konzept repräsentiert den Einstieg in ein ressourcenschonendes Wirtschaften. Dessen Prinzipien müssen auf die Produktion von Gütern übertragen werden. Dies entspricht nicht nur dem ökologischen Gebot der Ressourcenschonung. Ressourcenarmes Wirtschaften wird schon in absehbarer Zeit zu den wichtigsten Kriterien im globalisierten Wirtschaftswettbewerb zählen.

Auskunft erteilt:

Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Lahn-Dill
Karl-Kellner-Ring 47 - 49
35576 Wetzlar

Tel. (0 64 41) 4 07-18 18
Fax (0 64 41) 4 07-18 01

Ansprechpartner: Joachim Pinstock

Und so reagiert die Müll-Mafia:

Urteil: Grüner Punkt bekommt vorerst keine Konkurrenz

Das Abfallentsorgungssystem Grüner Punkt bekommt vorerst keine Konkurrenz.

Kassel (dpa) - Das oberste hessische Verwaltungsgericht gab am Mittwoch in Kassel einer Klage des Dualen Systems Deutschland (DSD) gegen ein Müllverwertungssystem des Lahn-Dill-Kreises statt. Damit darf der Kreis kein eigenes Entsorgungssystem betreiben, sondern muss das Sammelsystem des Grünen Punktes in Anspruch nehmen.

Der Aufbau eines alternativen Abfallsystems verstoße gegen die Verpackungsverordnung, entschied der Hessische Verwaltungsgerichtshof. Das im Lahn-Dill-Kreis geplante System beeinträchtige das System des Grünen Punktes. Mit seiner deutschlandweiten Sammlung und Verwertung von Verpackungsabfällen verstoße das Duale System nicht gegen das Kartellverbot. Die Revision beim Bundesverwaltungsgericht wurde zugelassen.

Das Duale System war 1990 gegründet worden. Mit Hilfe des DSD kommen Industrie und Handel ihrer - von der Verpackungsverordnung vorgeschriebenen - Pflicht nach, die Umhüllungen ihrer Produkte zurückzunehmen und wiederzuverwerten. Der Lahn-Dill-Kreis möchte statt einer getrennten Abfallsammlung den gesamten Müll in einer Tonne abfahren und erst in der Müllverwertung trennen und zum Teil verbrennen.

Mit seinem Urteil stärkt das Gericht die Position von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne), der sich kürzlich erst für ein Festhalten an der Müllsortierung in deutschen Haushalten ausgesprochen hatte.

 

 

21.08.03 09:42

9123 Postings, 7119 Tage ReilaSchaden durch Ökoterror: Windkraft.

Tja Max Cohen, statt Dummschwätzerei solltest Du mal Argumente bringen wie z.B. hier der MDR:

FAKT vom 18.08.2003

Einfach Ederer - Windkraft-Kosten

Manuskript des Beitrags

Von Günter Ederer


Windenergie sorgt in Deutschland vor allem dafür, dass die Reichen reicher werden und Arbeitsplätze wegen der hohen Kosten verloren gehen. Ökonutzen - Null!


Wie effektiv sind Windkraftanlagen?
Der Wind bläst - oder er bläst nicht. Dann stehen die Windkraftwerke still. Bei ihren Spaziergängen rund um Dortmund beobachteten Vater und Sohn Schneider, dass die Windmühlen mehr standen als sich drehten. So machten sich die beiden, Unternehmensberater der eine, Industriemanager der andere, Gedanken über die Kosten und den Nutzen der Windkraftwerke.

In einer dicken Akte haben sie zusammengetragen, was aus öffentlichen Verlautbarungen und Zahlen des Umweltministeriums jedem deutschen Bürger zugänglich ist. Damit ergeben sich für die Windkraft folgende Kosten:
O-Ton: Wolfgang Schneider, Windkraftexperte

"Die Einspeisevergütung für die Windkraft beträgt 9 Cent pro Kilowattstunde. Das führt zu Gesamtkosten in einer Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Aktuell."

Und so dauert nur die Aufzählung aller Subventionen und Zusatzkosten der Windkraft fast 5 Minuten. Die überall versteckten Staatsgelder addieren sich...
O-Ton: Wolfgang Schneider, Windkraftexperte

"...so dass die Windkraftanlagen die zur Zeit in Deutschland laufen Gesamtsubventionen bekommen in einer Größenordnung von 3,7 Milliarden Euro. Das führt zu einer Gesamtbelastung von rund 150.000 Euro pro Arbeitsplatz."

Das heißt, die Arbeitsplätze die durch die Windkraftunternehmen entstanden sind, werden jetzt schon höher subventioniert als die Arbeitsplätze in der Steinkohle.

Und solange die Subventionen sprudeln, solange wird auch eine Windmühle nach der anderen hochgezogen. Und während Haushalte und Industrie dank der Windkraft höhere Stromrechnungen zu bezahlen haben, können Besserverdienende dank der Subventionsgesetze für Windkraft 1,3 Milliarden Euro Steuer sparen. Denn wer sein Geld in Windparks anlegt, kann die Investitionen und Verluste von der Steuer abziehen. Andere Staaten, die nicht auf diese Subventionen für die Windkraft setzen, sind offensichtlich besser dran.
Windkraft ersetzt kein Kraftwerk
O-Ton: Karl Gernandt, Holcim AG

"Wissen Sie, für mich ist Energie in der Zementindustrie ein ganz entscheidender Faktor und der Strom insbesondere. 30 Prozent unserer variablen Kosten sind Stromkosten. Diese Stromkosten sind in den letzten 5 Jahren allein durch Regulierungseinfluss um 70 Prozent angestiegen. Wir unterhalten uns einerseits darüber, dass wir ein Prozent der Lohnnebenkosten im Krankenversicherungsbereich einsparen wollen und machen einen Riesenbohai daraus. Andrerseits ist unterschwellig und ohne große Öffentlichkeitswirkung 70 Prozent Steigerung bei den Energiekosten nur durch Regulierungsaufwand des Staates entstanden."

Allein schon die Unzuverlässigkeit der Windkraft macht sie für die Industrie absolut nutzlos. Und wenn die Flügel, wie so oft lahm in den Himmel ragen, müssen wieder die traditionellen Kraftwerke ran - und so hat die Windkraft noch nicht ein einziges Kraftwerk ersetzt. Die Hamburger Affinierie ist einer größten Kupferproduzenten der Welt. Und bei der Kupferproduktion wird ohne Unterbrechung viel Energie benötigt- und obwohl Windkraft für die Produktion als Energielieferant überhaupt keine Bedeutung hat, gefährdet sie den Industrie-Standort Deutschland.

Werner Marnette, Vorstandsvorsitzender der Norddeutschen Affinerie vor seinen Führungskräften. Die Zukunft der Kupferhütte in Hamburg steht auf dem Spiel. Massive Einsparungen sind nötig, um sich gegen die ausländische Konkurrenz behaupten zu können. Und ein wichtiger Kostenfaktor ist die Windenergie.
O-Ton: Werner Marnette, Vorstand Norddeutsche Affinerie

"Für uns macht die Windenergie drei bis vier Millionen Euro pro Jahr aus."

Alles hier frisst Energie. Ohne Strom kein Kupfer. Die Politik hat deshalb für besonders energieintensive Unternehmen Ausnahmen geschaffen. Aber: Die Berechnungen sind kompliziert, unlogisch und beruhigen die Investoren in energieabhängigene Industrien überhaupt nicht:
O-Ton: Werner Marnette

"Ich gehe soweit, dass auf Grund dieser verfehlten Energiepolitik in Deutschland hunderttausende von Arbeitsplätzen einfach weg sind. Aber noch viel schlimmer ist, dass diese fehlerhafte Energiepolitik dazu führt, dass nicht mehr investiert wird. Wer investiert denn in Deutschland noch in eine energieintensive Branche, in eine energieintensive Anlage."

Doch all die Argumente nützen nichts. Das Geschäft mit der Windenergie boomt- dafür sorgen die staatlichen Milliardenzuwendungen - nicht der Markt. In der nordfriesischen Kreisstadt Husum zum Beispiel sind über tausend Arbeitsplätze entstanden. Das ist für diese industrieschwache Region eine Menge. Auf dem ehemaligen Werftgelände montiert die Repower Systems ihre Anlagen. Und nicht zuletzt wegen dieser Arbeitsplätze sehen sich die Befürworter bestätigt.
 Links ins WWW

Windkraft in Thüringen

Verband erneuerbare Energie

Der MDR ist nicht für den Inhalt externer Internetseiten verantwortlich!
 Links in mdr.de

Chemieanlagen AG setzt ganz auf Windkraft

Verband macht Wind

Pleite durch Windkraftgesetze?

Doch im Landratsamt sieht man die eigenen Vorteile durchaus in einem gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang und da wird die Windkraft eher skeptisch beurteilt.

Hintergrund: Die Schleswag, das Energieversorgungsunternehmen von Schleswig Holstein, gehört mehrheitlich den Landkreisen und diese befürchten, dass durch die deutschen Windkraftgesetze die deutschen Energie-Unternehmen in die Pleite getrieben werden.

Die Schleswag musste erleben, dass die Windkraftdichte im Norden dazu führte, dass ihre Stromkosten besonders hoch waren. Seit diesem Sommer jedoch verteilt ein neues Gesetz die Kosten gleichmäßig über ganz Deutschland. Aber so die reale Befürchtung: Jetzt wird Deutschland innerhalb Europas benachteiligt. Das bedroht die Arbeitsplätze in der deutschen Energiewirtschaft und damit in der Schleswag. Dann ist der wirtschaftliche Schaden für die schleswig-holsteinischen Landkreise als Eigentümer der Schleswag größer, als der Gewinn einiger tausend Arbeitsplätze in der Windkraft.
O-Ton: Olaf Bastian, Landrat Nordfriesland

"Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Stromwirtschaft wird in dem Maße sinken, wie die Windlast der deutschen Wirtschaft alleine aufgebürdet wird. Und damit auch der Arbeitsplätze in Deutschland. Die Arbeitsplätze im Strombereich werden dann auf jeden Fall gefährdet werden. Überspitzt ausgedrückt, das wir dann über Jahre unter Umständen die Situation bekämen durch die Windenergie wird der deutsche Preis wettbewerbsfähig mit der Folge, dass französischer Atomstrom nach Deutschland besser importiert werden kann. Das wäre mal wieder der Beleg für den schönen Satz: Allein der gute Wille führt nicht zum guten Ergebnis."

Begründet wird der deutsche Sonderweg mit der Reduzierung der Treibhausgase. Doch das ist einfacher und preiswerter zu erreichen. Statt einseitig mit Milliarden die Windkraft zu subventionieren, muss Europa jedem Energieversorgungsunternehmen nur vorschreiben, eine bestimmte Menge von Strom aus erneuerbarer Energie zu liefern. Damit würden Wasser, Sonne, Biogas oder Wind im Wettbewerb miteinander ohne Subventionen für umweltfreundliche Energie sorgen- ohne Arbeitsplätze zu gefährden.
18.08.2003 | 21:37
 

21.08.03 09:48

95440 Postings, 7021 Tage Happy EndFAKT vom mdr

berichtet in Sachen Ökologie genauso objektiv wie der Report aus München...

*g*  

21.08.03 09:50

1502 Postings, 7066 Tage MaxCohenIch teile Deine Kritik am DSD

wie meines Wissens die Mehrzahl derer, die von Dir so liebevoll als Ökospinner tituliert werden. Der grüne Punkt hat nicht für mehr sondern für weniger Umweltschutz gesorgt, auch weil die Mehrkosten für Müll beim Einkauf und nicht bei der Entsorgung anfallen. Somit ist eine Anreiz zur Müllvermeidung nicht gegeben und nicht produzierter Müll ist immer noch die beste Form von Recycling. Aber das war schon bei der Gründung von DSD klar, übrigens ein Projekt der Deutschen Industrie aus den frühen Neunzigern und beileibe keine gesetzliche Regelung von Ökospinnern. Letztere haben nie an Kritik am Grünen Punkt gespart.

Das hat aber alles absolut nichts mit dem Dosenpfand zu tun, insofern: Thema verfehlt, sechs setzen. Ich möchte hier betonen, daß ich die derzeitig Regelung des Dosenpfandes für suboptimal halte, die ganzen Ausnahmeregelungen hätte man sich sparen sollen. Aber der Effekt auf die Verschmutzung der Landschaft ist schon jetzt deutlich sichtbar und bei einer Einführung eines einheitlichen Rücknahmesystems sicher noch besser. Trotzdem will ich daraufhinweisen, daß (echte) Mehrwegsysteme zu bevorzugen sind, da sie eine bessere Ökobilanz aufweisen, wobei da noch nicht einmal berücksichtigt ist, daß meist eine Stärkung der regionalen Vermarktung und damit Vermeidung von überflüssigen Transporten damit einhergeht.






Grüße Max  

21.08.03 09:58

1502 Postings, 7066 Tage MaxCohenTja reila

wenn man keine Argumente hat, dann setzt man die Beleidigungen einfach fort und eröffnet einen Nebenkriegsschauplatz nach dem anderen. Ich habe mit keinem Wort die Windkraft erwähnt und der Zusammenhang mit dem Dosenpfand ist mir ehrlich gesagt nicht ganz klar.

Übrigens der Verband des Getränkegroßhandels hat heute gemedet, daß das Dosenpfand eine Stärkung der mittelständischen Getränkehersteller und mehr als 15000 neue Arbeitsplätze gebracht hat.






Grüße Max  

21.08.03 10:07

1766 Postings, 6460 Tage kunibertDie Amis sind wie immer pragmatischer

Die Dosen, auf dennen seit Jahrzehnten Pfand zu zahlen
ist, werden von "Pennern" usw. überall gesammelt und
eingelöst. Da kommen schnell viele Dollars zusammen.
Entsprechend verschwinden die Dosen aus der "Landschaft".
Deutsche komplizieren alles und diskutieren endlos
darüber.

Weiter so, Deutschland.
 

21.08.03 10:16

1502 Postings, 7066 Tage MaxCohenDie Schweden sind wie immer pragmatischer

Die Dosen, für die seit Jahren Pfand zu zahlen ist,
können problemlos in vielen "Automaten" usw. entsorgt
werden. Wer will kann auf sein Pfand verzichten und
den Erlös spenden. Entsprechend verschwinden die Dosen
aus der "Landschaft". Deutsche Unternehmen klagen
erstmal vor Gericht und blockieren sinnvolle
Umsetzungen.

Weiter so, Deutscher Einzelhandelsverband.





Grüße Max  

21.08.03 10:17

9123 Postings, 7119 Tage ReilaHappy/MaxCohen

Happy, willst Du damit sagen, der Fakt-Beitrag sei eine Lüge? Sind Deine Stromkosten durch die Windkraft nicht gestiegen? Wieviele konventionelle Kraftwerke wurden denn schon eingespart? Irgendwelche Argumente außer Deiner Voreingenommenheit?

MaxCohen, obwohl ich viel in der Natur bin, sind mir Verschmutzungen durch Getränkedosen kaum aufgefallen, wohl aber herumliegender Sperrmüll, alte Fernseher, Kühlschränke, etc. Insofern sehe ich als Effekt des Dosenpfandes nur
- größere Müllsammlung in der Wohnung,
- umständlichere Rückgabe,
- Bereicherung der Industrie.
Daß Mehrweg regionale Produzenten stärkt, leuchtet dagegen ein - Pfandfreiheit auf Einweg vorausgesetzt. Aber eine Befandung von Ein- und Mehrweg wird - bei einem funktionierenden Pfandsystem - natürlich nicht die Mehrwegproduzenten bevorzugen, es wird sie höchstens mit den Einwegproduzenten gleichstellen.  

21.08.03 10:20

8215 Postings, 6904 Tage SahneKunibert hats erfasst ,

wir brauchen mehr Penner!  

21.08.03 10:26

9123 Postings, 7119 Tage ReilaMaxCohen (zu #17), Du unterstellst

mir in Posting #12 Lügen und nimmst dabei ganz offenbar Bezug auf meine weiter oben stehenden Postings. Und dort hatte ich auch etwas zur Windkraft gesagt.

Hier Deine sachliche Argumentation:
"Saubere Leistung reila, zuerst ein paar Lügen garniert mit Beleidigungen in die Welt gesetzt und dann das ganze auf die Spitze getrieben und mal eben DSD und Naturschützer in einen Topf geworfen. Bist Du wirklich so dumm oder steckt da Absicht dahinter?"

Habe keine Lust mehr.

Träum weiter.
 

21.08.03 10:27

95440 Postings, 7021 Tage Happy EndSahne, mit Reila haben wir ja schon einen mehr

*g*

Aber im Ernst, Reila: Wer seine Argumentationen mit Vokabular wie "Spinnende Dosenideologen!", "Verbohrte Umweltspinner", "Idioten", "grüne Spinner" und "Dummschwätzerei" einleitet, braucht anderen nicht vorzuwerfen, sie wären voreingenommen....

PS: Pfandfreiheit auf Einweg stärkt Mehrweg???  

21.08.03 10:41

1502 Postings, 7066 Tage MaxCohen@reila

Eine Gleichstellung von Mehrweg- und Einwegproduzenten ist doch schon ein Fortschritt, bis jetzt waren die Einwegproduzenten doch einseitig im Vorteil. Warum Mehrweg nur dann regionale Produzenten stärkt, wenn Einweg pfandfrei ist, mußt Du mir erklären. Ich sehe da einfach den Punkt nicht.

Die topologische Zusammensetzung des Mülls in der Natur scheint bei Dir eine andere zu sein als bei mir, mag sein. Vielleicht hilft ja ein Pfandsystem auf Kühlschränke und Ferneher (ein Scherz, nicht gleich hochgehen). Die größere Müllsammlung in der Wohnung sehe ich nicht, ob ich jetzt Dosen im Metallabfall oder für die Pfandrückgabe daheim aufbewahre, es wird ja nicht mehr Müll. Abgesehen davon, daß ich bis auf für Milch ganz auf Einwegpprodukte verzichte. Die umständliche Rückgabe ist richtig, ich hoffe das ändert sich bald mit einem einheitlichen Rückgabesystem, dann ist nämlich auch der Punkt mit der Bereicherung der Industrie nicht mehr gültig.







Grüße Max  

21.08.03 10:42

9123 Postings, 7119 Tage ReilaSorry Happy,

Natürlich muß es "Befandung von Einweg stärkt Mehrweg" heißen - aber natürlich nur solange es kein funktionierendes einfaches Rücknahmesystem auf Einweg gibt.

Stehe zu den "Ökospinnern". Du mußt Dir die Jacke ja nicht anziehen.  

21.08.03 10:54

1502 Postings, 7066 Tage MaxCohenHaha darauf habe ich gewartet

Erst hier in fast jedem Posting mit Schimpfwörtern um sich schmeißen, und sich dann beleidigt zurückziehen, wenn man die Möglichkeit seiner mangelnden geistigen Leistungsfähigkeit in den Raum stellt. Ganz armselige Leistung, reila.




Wer in einem Thread über Dosenpfand ein Hohelied auf die Umweltverträglichkeit von Einweg singt und DSD in Zusammenhang mit Umweltschützern bringt, den werde ich auch weiterhin der Lüge bezichtigen.






Grüße Max  

21.08.03 11:23

3286 Postings, 6667 Tage PRAWDA@ MaxCohen @Happy End

So wie Ihr argumentiert ...
Ihr seid im öD beschäftigt.
Euer Glück, sonst dürftet Ihr nicht so viel
während der Arbeitszeit posten.
 

21.08.03 11:27

Clubmitglied, 43191 Postings, 7139 Tage vega2000@Prawda

oder wenn man Selbstständig ist, -Thema verfehlt.

 

21.08.03 11:30

3286 Postings, 6667 Tage PRAWDA@vega2000

So wie Du und ich, meinst Du,
aber wir haben ja unsere Leibeigenen.
Ziele setzen, Planen, Motivieren und
Kontrollieren sind schon schweisstreibende
Tätigkeiten. Man ist abends richtig geschafft.
*lol*
MfG
PRAWDA  

21.08.03 11:33

1502 Postings, 7066 Tage MaxCohen@prawda

*g*
Gell, da isses dann doch besser man argumentiert ueberhaupt nicht.

Warum der Neid, haettest ja auch in den oeffentlichen Dienst gehen koennen, oder hat's dafuer nicht gereicht?






Grüße Max  

21.08.03 11:36

3286 Postings, 6667 Tage PRAWDA@ MaxCohen

Das Dienen habe ich nie gelernt und
werde/will es auch nicht lernen.

Lieber tot als ein Sklave.

MfG
PRAWDA  

21.08.03 11:40

7149 Postings, 7289 Tage Levkeaha - hier gehöre ich rein

hier treffen sich die blasierten Selbstständigen, die Creme der Creme
unserer Gesellschaft.


Also mal ehrlich Happy - was willst Du denn *g*

 

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