Wie Deutschland die Hisbollah unterstützt

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eröffnet am: 22.08.06 13:53 von: vega2000 Anzahl Beiträge: 1
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Clubmitglied, 42936 Postings, 7106 Tage vega2000Wie Deutschland die Hisbollah unterstützt

FAKT vom 21.08.2006Das iranische BeschaffungsprogrammManuskript des Beitragesvon Florian Meesmann<!-- Vorspann -->Während Europa und die Welt auf die Antworten der Iraner zum Streit um das Atomprogramm warten, spielt das Regime auf Zeit und besorgt inzwischen gezielt deutsche Technik für seine Rüstungsprogramme. Ein Beispiel: Navigationstechnik für das Drohnenprogramm der Mullahs.
Hightechwaffen im Einsatz am vergangenen Samstag im Südosten des Iran. Mit einem Großmanöver wollen die Mullahs militärische Stärke demonstrieren, Bilder des iranischen Staatsfernsehens. Wieder einmal wurden neue Raketen präsentiert. Zur Aufklärung möglicher Ziele setzen die Militärs schon lange auch auf ein High- Tech Kriegsgerät der besonderen Art, unbemannte Flugkörper, so genannte Drohnen, seit Jahren schon nutzt der Iran die Vorteile dieser Fluggeräte.
 
O-Ton: Professor Joachim Krause, Universität Kiel, Institut für Sicherheitspolitik"Das ist in erster Linie mal ein Instrument zur Aufklärung, um über ein Gebiet zu fliegen und Informationen zu sammeln, aber Drohnen können auch eingesetzt werden etwa um ganz gezielte Schläge gegen fixe Einrichtungen zu verüben, die man ansonsten nicht durchführen könnte."

"Instrument der Aufklärung"

Nach FAKT-Recherchen hat sich der Iran Hightech für sein Drohnenprogramm bis vor kurzem aus Deutschland beschafft. Spurensuche in der Düsseldorfer City. Mit Hilfe einer Tarnfirma haben iranische Geschäftsleute Navigationssysteme für die Drohnen in den Iran geliefert, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. In diesem unauffälligen Geschäftshaus liefen die Fäden im Handel mit der Rüstungstechnik zusammen. Erst eine bundesweite Zollrazzia stoppte die Geschäfte.
 
<!--paragraph no 3--><!-- Abstand zum folgenden Absatz -->
O-Ton: Johannes Mocken, Staatsanwaltschaft Düsseldorf "Wir müssen davon ausgehen, dass die B entweder genau wussten oder billigend in Kauf genommen haben, dass diese Systeme für den Einsatz im Militärischen Drohnenprogramm des Iran vorgesehen waren."

Die satellitengestützten Navigationssysteme gelten in Fachkreisen als Herzstück der Drohnen:

Frage:
"Nachfrage Welche Bedeutung hat dieses Instrumentarium für den Flug der Drohne?"
 
<!--paragraph no 4--><!-- Abstand zum folgenden Absatz -->
O-Ton: Sascha Lange , Stiftung Wissenschaft und Politik"Das ist der zentrale Baustein um den Flug überhaupt zu ermöglichen."

Seit Mai sitzt einer der mutmaßlichen iranischen Waffenhändler in Deutschland in Untersuchungshaft, ein weiterer soll sich in seine Heimat abgesetzt haben. Nach monatelangen Ermittlungen kamen Zollfahnder den Männern auf die Spur:
 
<!--paragraph no 5--><!-- Abstand zum folgenden Absatz -->
O-Ton: Johannes Mocken, Staatsanwaltschaft Düsseldorf "Nach dem Ermittlungstand müssen wir davon ausgehen, dass es aufgrund von zwei getrennten Vereinbarungen zweimal Lieferungen dieser GPS-Systeme in den Iran gegeben hat. Sie wurden in Baden-Württemberg in einer dort ansässigen Firma hergestellt, dann an die Firma des iranischen Beschuldigten geliefert in Düsseldorf und von dort aus auf den Weg gebracht."

Sieben Navigationssysteme gelangten so in den Iran, drei weitere konnten beschlagnahmt werden. Experten sind alarmiert.
 
<!--paragraph no 6--><!-- Abstand zum folgenden Absatz -->
O-Ton: Prof. Joachim Krause, Universität Kiel"Wenn man GPS-Steuerung in den Iran liefert, damit sie in Drohnen eingebaut werden können, dann liefert man dem Iran ein tödliches Instrument, um etwa durch Hisbollah Anschläge gegen zivile oder militärische Ziele in Israel und überall auf der Welt durchführen zu können."

Ein israelischer Militärhafen vor zwei Wochen. Ein Video der Armee, Soldaten bergen Trümmerteile einer Drohne der Hisbollah. Kurz zuvor war sie über dem offenen Meer abgeschossen worden. Aufnahmen, die die Befürchtungen der Experten stärken. Das verfügbare Bildmaterial der Drohnenreste weise eindeutig auf iranischen Ursprung hin:
 
<!--paragraph no 7--><!-- Abstand zum folgenden Absatz -->
O-Ton: Sascha Lange, Stiftung Wissenschaft und Politik"Das Luftfahrzeug, dass in dem Video zu sehen war, deutet von Konstruktion her, sowohl die Rumpf als auch die Tragflächenauslegung und speziell auch die Steuerflächenauslegung in diesem Fall das doppelte Seitenleitwerk darauf hin, zeigt eindeutig, dass es sich hier um iranische Konstruktionswurzeln handelt."
 
<!--paragraph no 8--><!-- Abstand zum folgenden Absatz -->
<!-- Objekt rechts--->
<!-- Bildunterschrift -->Die Drohne dient zur Aufklärung und zu Kampfeinsätzen
<!-- Ende Bildbox --->O-Ton: Prof. Dr. Joachim Krause "Man kann davon ausgehen, dass diese Drohnen aus dem Iran kommen, darüber gab es schon Meldungen in den letzen Jahren, über eine Lieferung einer relativ kleinen Zahl von Drohnen, die Drohnen die abgeschossen worden sind, sehen genauso aus wie die iranische Ababil-Drohne."

Schon im vergangenen Jahr veröffentlichte der Hisbollahsender Al-Manar diese Bilder einer Drohne im Flug über Israel. In der vergangenen Woche meldete die Israelische Armee den Abschuss zweier Drohnen. Milizenchef Nasrallah selbst rühmte öffentlich immer wieder die Hightechwaffe, drohte gar mit gezielten Sprengstoffattacken aus der Luft. Das Navigationssystem aus Deutschland kann die Zielgenauigkeit von Drohnen verbessern.
 
<!--paragraph no 9--><!-- Abstand zum folgenden Absatz -->
O-Ton: Sascha Lange, Stiftung Wissenschaft und Politik"Wir hatten seit 2004 mehrere Vorfälle, in denen Drohnen der Hisbollah eingesetzt worden sind über den nördlichen Gebieten Israels. Diese Einsätze waren zwar noch nicht sehr tief, aber es scheint so, als wenn die Hisbollah die Intention gehabt hätte, immer weiter, immer tiefer in den israelischen Raum einzudringen und dafür sind diese GPS-Navigationssystem eigentlich eine Grundvoraussetzung."

Zur Erinnerung. Die Hisbollahdrohne, die vor zwei Wochen
abgeschossen wurde, operierte rund 10 km vor der libanesischen Küste über offenem Meer. Mitten in dem vorgesehenen Einsatzgebiet der deutschen Marine bei der geplanten Friedensmission in Nahost. Ihr möglicher Auftrag: Der Kampf gegen Waffenschmuggel auf dem Seeweg, Ein Einsatz im Radius der Hisbollahdrohnen. Und die sind klein, fliegen tief, sind schwer von der Abwehr zu erfassen. Fachleute warnen deshalb vor zusätzlichen Risiken bei einem Bundeswehreinsatz in Nahost.
 
<!--paragraph no 10--><!-- Abstand zum folgenden Absatz -->
O-Ton: Professor Joachim Krause "Wenn die Hisbollah noch mehr Drohnen hat, und es gibt Hinweise darauf, dass sie noch einige hat. Dann könnte es durchaus sein, dass einer dieser Drohnen mal gegen ein deutsches Marineschiff gerichtet wird. Es wird es vielleicht nicht versenken, aber es wird schon einen großen Schaden anrichten, es können Soldaten dabei um`s Leben kommen."

Wie gesagt, mindestens sieben der Navigationsgeräte, die Drohnen zu Präzisionswaffen machen, konnten die deutschen Behörden nicht mehr aufhalten.
 
zuletzt aktualisiert: 21. August 2006 | 22:08Quelle: FAKT
 

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