Wichtige Zinsentscheidungen

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eröffnet am: 05.12.06 06:54 von: moya Anzahl Beiträge: 2
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794797 Postings, 5910 Tage moyaWichtige Zinsentscheidungen

Wichtige Zinsentscheidungen

von Jochen Steffens

Die nächsten beiden Wochen geht es an den Börsen um Zinsen. Wird die EZB am Donnerstag darauf reagieren, dass der Euro so stark ansteigt? Im Prinzip ist dieser Anstieg ja schon eine ?Quasi-Zinserhöhung?. Die Inflationszahlen in der Eurozone sind trotz starker Geldmengenausweitung relativ moderat, das Wachstum scheint stark zu sein. Der Euro steigt jedoch nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern hat auch gegenüber dem Yen ein neues Hoch ausbilden können, die Stärke verdankt er somit nicht allein der Dollar-Schwäche.

Eine weitere Zinserhöhung der EZB wird natürlich den Euro stützen. Das ist das, worauf die Devisenhändler traden, auch deswegen steigt der Euro. Kommt dieses Ereignis, also die Zinserhöhung, dann kann das zunächst einmal zu einem Einbruch im Euro führen, sell the good news. Der starke Euro ist auf der einen Seite schlecht für den Export, auf der anderen Seite gut für den Einkauf der Rohstoffe. So können die negativen Aspekte zumindest teilweise kompensiert werden.

Kaufkraftverlust des Dollars führt zu steigenden Rohstoffpreisen

Ich wurde per Mail gefragt, warum ich denn davon ausgehe, dass die Rohstoffpreise steigen, wenn der Dollar schwächelt. Schließlich würden die Rohstoffe weltweit in Dollar gehandelt. Das liegt einfach daran, dass der Dollar, wenn er einbricht, weniger ?Wert? kaufen kann. Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen Rohstoffe in Dollar. Dann sehen Sie, dass der Dollar massiv einbricht und in den USA alles teurer wird. Sie können dann mit ihren Rohstoffdollar immer weniger andere Waren kaufen, geschweige denn ihren Dollar zu immer schlechteren Kursen in andere Währungen umtauschen. Sie werden natürlich reagieren und die Abwertung des Dollar auf ihre Preise aufschlagen. Aktuell reagieren die ersten erdölexportierenden Länder bereits auf den Dollar- Einbruch und wollen einen höheren Ölpreis erreichen.

Wie reagiert die EZB?

Zurück zur EZB: Wie wird die EZB reagieren? Es wird offensichtlich zu einer Zinserhöhung kommen, da besteht eigentlich kaum ein Zweifel. Aber ich schätze, dass Sie verbal auf den starken Dollar eingehen wird, um somit zu verhindern, dass der Dollar weiter einbricht. Denn, wie schon gesagt, die Zentralbanken haben kein Interesse an einem zu schwachen Dollar.

Natürlich sieht es im Moment wirtschaftlich gut aus, im Euro-Raum. Wenn aber die US-Wirtschaft ins Straucheln kommen würde, dann wäre davon auch Europa sofort betroffen. Auch über den Umweg Asien/China. Wenn die US-Bürger keine chinesischen oder asiatischen Währungen mehr konsumieren können, einfach weil die USA in eine Rezession abgleitet, dann wird sich das auch erheblich auf die Wirtschaft in Asien auswirken. Der europäische Export profitiert aber wiederum auch von dem starken Wirtschaftswachstum in Asien. Es hängt einfach alles zusammen. Das würde dann auch dazu führen, dass eine schwächelnde US-Wirtschaft direkt Einfluss auf die Rohstoffe hätte. Die Nachfrage ginge zurück und die ganzen Rohstoffbullen würden ihre Jahrhundertrallye um ein paar Jahre nach hinten verschieben müssen.

Die Zentralbanken weltweit werden den Dollar stützen

Nun sehen nicht nur wir, sondern auch die EZB, dass die Wirtschaftsdaten in den USA anfangen zu schwächeln. Vielleicht erinnern Sie sich, ich hatte immer davor gewarnt die Zinsen in den USA zu sehr zu erhöhen, denn die Folgen für die US-WIrtschaft zeigen sich immer erst mindestens um sechs Monate zeitversetzt.

Die letzte Zinserhöhung in den USA gab es Ende Juni. Das heißt, die Auswirkungen dieser Zinserhöhungen sehen wir zum Jahreswechsel und im Frühjahr 2007. Anschließend folgten keine weiteren Zinserhöhungen mehr und der Zinssatz ist meines Erachtens im neutralen bis noch leicht stimulierenden Bereich. Damit stellt sich die Frage, ob sich die US-Wirtschaft nun, da die Effekte der Zinserhöhung nachlassen, wieder fangen wird. Dass die Indikatoren nun nachlassen, kann man noch nicht wirklich werten, das war schließlich von uns so erwartet worden.

Wir müssen uns deswegen auch noch nicht sehr um die Werte um die 50 Punkte beim ISM-Index kümmern. Aber es wird nun extrem wichtig, genau zu beobachten, wie sich die Wirtschaftsdaten im Frühjahr 2007 entwickeln. Stellen wir hier eine Stabilisierung fest, dann hätte die Fed alles richtig gemacht und gerade noch rechtzeitig mit den Zinserhöhungen aufgehört!

Zinsen versus S&P500

Ich habe mir die Mühe gemacht, und Ihnen einmal die Entwicklung der US-Leitzinsen im Vergleich mit dem S&P500 seit 1990 in einem Chart dargestellt.

Wie können sehr schön erkennen, dass sich die Zinsen zwischen 5-5,5 % ab Mitte der 90er durchaus noch stabilisierend auf die Kurse ausgewirkt haben und schlussendlich auch zur Rallye bis 2000 beitrugen, beziehungsweise sie nicht sonderlich störte.

Am 15.11.1994 hob die Fed die Zinsen um satte 75 Basispunkte auf 5,50 % an. Anschließend fluktuierte der Zinssatz um die 5,25 %, lediglich unterbrochen von der Reaktion der Fed auf den scharfen Einbruch 1998.

In diesem Chart kann man erkennen, dass die Fed wahrscheinlich einen Zinssatz um die 5.25 % präferiert. Dort sind wir nun wieder angekommen. Sofern es nicht zu einer schärferen Verwerfung der US-Wirtschaft oder der Kurse kommt, müssen wir einfach davon ausgehen, dass die Fed die Zinsen auch jetzt wieder um die 5,25 % herum flukturieren lassen wird. Zudem sieht man deutlich, wie die Fed in den letzten Jahren auf die Börsen-Kurse reagiert.

Bei der nächsten US-Zinssitzung der Fed am 12.12.2006 wird es also aller Voraussicht nach keine Zinssenkung geben, auch wenn die US-Konjunkturdaten schlechter ausgefallen sind. Aber es könnte auch hier zu einer verbalen Intervention kommen, etwa zu einem Statement, in dem die Fed betont, dass sie an einem starken Dollar interessiert sei, oder ähnliches.

Wie weit steigt der Euro noch?

Ob also der Dollar massiv weiter fallen wird, ist fraglich. Insgesamt bleibe ich bei meiner Theorie, die ich nun seit ?mehreren Jahren? hier vorstelle. Ich gehe davon aus, dass der Euro seitwärts laufen wird, in einer Spanne zwischen 1,18/1,20 und wahrscheinlich 1,34/1,32 Dollar, wobei es durchaus möglich ist, dass er kurz an das letzte Hoch bei 1,367 Dollar läuft.

In diesem Falle besteht auch die zurzeit noch durchaus große Gefahr einer Doppeltopbildung:

Sie sehen, dass der Aufwärtstrend ähnlich dynamisch wie der vorherige Abwärtstrend verläuft. Ich habe zwar den Umsatz nicht, aber von der Kursentwicklung kann man ableiten, dass in dieser Formation auch der Umsatz stimmen wird. Sollte also der Euro an dieser Marke scheitern, dann könnte es das für den Euro gewesen sein und zwar für lange, lange Zeit. Ob das durch eine Stärke des Dollars oder durch eine Schwäche des Euros bewirkt wird, kann ich noch nicht absehen.

Für den weiteren Verfall des Dollars spricht hingegen, der immer noch vollkommen intakte Aufwärtstrend, so wie hier eingezeichnet. Kurz: An dieser Marke, 1,367 Dollar, wird es höchst interessant. Ich bleibe jedoch dabei: Seitwärts!

Gruß Moya  

 

05.12.06 06:56

794797 Postings, 5910 Tage moyaIm Abschwund...

Im Abschwund...

von Martin Weiss

Zum Wochenschluss konnte der deutsche Leitindex den seit Juli diesen Jahres bestehenden Aufwärtstrendkanal nicht verteidigen. Der Dax rutschte auf 6241 Punkte ab.

Langsam aber sicher scheint dem Aktienmarkt die Puste auszugehen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil einige Investoren für das Jahr 2006 ihre Bücher bereits geschlossen haben. Insofern dürfte das Aufwärtspotenzial begrenzt sein. Nach unten sollte die Unterstützungszone rund um 6150 Punkte halten, ehe ein weiterer Sinkflug in Richtung 6000 ansteht.

Dollar belastet weiter

Letztlich dürften die anhaltende Schwäche des Dollars und größer werdende Bedenken im Hinblick auf die US-Konjunktur den Markt weiter wie ein Damokles-Schwert über dem Markt schweben.

Richtig eng für den deutschen Leitindex wird es, wenn der Dollar ruckartig auf neue Rekordtiefs abrutscht. Sprich, in Richtung 1,40 bzw. gar 1,50 Dollar je Euro.

Nach jüngsten Berechnungen einer Investmentbank kostet eine zehnprozentige Dollar-Abwertung den Dax-Unternehmen gut sechs Prozent des Gewinns vor Zinsen und Steuern. Besonders betroffen von einem rapiden Dollar-Zerfall sind die klassischen Export-Branchen. Sprich Autohersteller, der Maschinenbau und die Chemische Industrie.

US-Konjunkturdaten nähren Pessimismus

Die Sorgen um den Zustand der US-Wirtschaft dürften auch in nächster Zeit den Dollar belasten. Einige Konjunkturdaten stimmen momentan wenig hoffnungsvoll.

So ist der ISM-Index der US-Einkaufsmanager für den Monat November auf das tiefste Niveau seit April 2003 abgerutscht. Bedenklich stimmt vor allem, dass die Beschäftigungskomponente ebenfalls unter die magische 50 Punkte-Marke gefallen ist und auf Kontraktion hinweist. Der Preis-Teilindex nahm indes von 47 auf 53,5 Punkte zu.

Überdies ist das Barometer für Neuaufträge unter die 50 Punkte gefallen.

Keine Entwarnung vom Bausektor

Ferner kommen von der amerikanischen Baubranche alles andere als Nachrichten, die auf eine Verbesserung der Lage hinweisen. So sanken die Bauausgaben in den USA stärker als im Konsens erwartet. Im Oktober war gegenüber dem Vormonat der stärkste Rückgang seit 2001 zu verzeichnen. Eine Trendwende ist weiter nicht in Sicht.

Goldpreis auf 16-Wochen-Hoch

Sehr positiv entwickelte sich dagegen der Preis für das gelbe Edelmetall. Im Wochenvergleich kam der Goldpreis um fast drei Prozent voran. Am Freitag konnte aber das Niveau um 650 Dollar nicht ganz gehalten werden. Sollte in nächster Zeit auch der Bereich um 650 bzw. 670 Dollar überwunden werden können, ist der Weg in Richtung Mai-Hoch bei 730 Dollar frei. Nach unten ist Gold im Bereich 630 Dollar bzw. 610 Dollar gut abgesichert.

Es ist sehr gut denkbar, dass im Verlauf des Jahres 2007 das gelbe Edelmetall sich dem nominalen Höchststand bei 850 Dollar nähert und weiter von der Flucht aus Dollar profitiert. Abschließend sei vielleicht erwähnt, dass die Outperformance von Gold gegenüber dem Aktienmarkt weiter anhalten dürfte.

Obwohl der Weltleitindex nominal neue Rekorde erreicht hat, ist er im Hinblick auf die Bewertung in Unzen Gold gar unter das Tief vom März 2003 gefallen. Und es spricht kaum was dafür, dass sich in baldiger Zukunft das Blatt wieder zu Gunsten der Aktien wendet. Insofern sei es auch dahingestellt, ob ? wie einige Goldbugs vorhersagen ? man im Extremfall der Gold-Megahausse nur noch eine Feinunze benötigt, um den Dow Jones Index abzubilden.

Gruß Moya  

 

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