Wette auf Silber

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HANDELSBLATT, Freitag, 26. August 2005, 06:00 Uhr


Das vergessene Edelmetall birgt Potenzial


Die Wette auf Silber


Von Udo Rettberg


Bei der Kapitalanlage in Rohstoffen steht vor allem das Thema Energie im Fokus. Andere Segmente des breiten Rohstoffspektrums wie Edelmetalle wurden in den Hintergrund gedrängt und sind bei Investoren in Vergessenheit geraten. Wohl zu Unrecht, wie Experten meinen. Sie garnieren ihr Plädoyer für Edelmetalle mit den Bonmot: ?Die Welt ist so hässlich ? Anleger sollten auf Schönes setzen.?


HB FRANKFURT. Unter den schön glänzenden Metallen wird Silber von Anlegern seit geraumer Zeit geradezu stiefmütterlich behandelt. Wird berücksichtigt, dass der Silbermarkt bereits seit 16 Jahren ein Primärdefizit aufweist ? die Nachfrage also höher ist als das Angebot aus der Minenproduktion ? so überrascht die unspektakuläre Entwicklung des Silberpreises. Branchenkenner erwarten, dass das Defizit in den kommenden Jahren zu einer Verringerung der überirdisch lagernden Bestände führt und die Preise dann steigen werden.

Dies mag ein entscheidender Grund dafür sein, dass reiche Investoren wie Bill Gates und Warren Buffett bereits vor Jahren Silber gekauft haben. Zudem: Die Preisrelation von Gold und Silber ? den beiden einzigen Edelmetallen mit quasi-monetären Funktionen ? liegt heute auf einem Niveau, das Silber als billig erscheinen lässt. Zu den Zeiten des Edelmetall-Booms Anfang der 80er-Jahre kostete Gold 855 Dollar und Silber 50 Dollar je Feinunze (rund 31 Gramm). Gold war damals also siebzehnmal so teuer wie Silber. Derzeit kostet eine Feinunze Gold rund 440 Dollar und so viel wie 64 Feinunzen Silber. Experten sind nicht nur wegen der Angebots-Nachfrage-Situtation, sondern auch wegen der Erfahrungen sicher, dass dieses Verhältnis in nächster Zeit unter die Marke von 50 rutschen wird.

Anleger können mit verschiedenen Produkten ? Zertifikate, Optionen, Futures und Optionsscheine ? in Silber investieren. Auch Aktien von Silberproduzenten gelten als interessante Alternative. Hier hat die Sache jedoch einen Haken. Da das Edelmetall Silber meist als ?Abfallprodukt? bei der Förderung von Gold oder Buntmetallen wie Kupfer und Blei anfällt, ist die Anzahl der reinen Silberproduzenten recht überschaubar. Dies sind Apex Silver Mines, Coeur d?Alene, Hecla Mining, Silver Standard, Silver Wheaton und Western Silver. Zudem gilt Pan American Silver als ein interessanter Silberwert. An diesem Unternehmen ist zum Beispiel Microsoft-Gründer Gates beteiligt.



Schon in Kürze soll die kurze Liste der Silberproduzenten verlängert werden. Denn das kanadische Unternehmen IMA Exploration hat in Argentinien ein Vorkommen entdeckt, das Analysten mit Reserven von über 300 Mill. Feinunzen Silber und 1,27 Mill. Tonnen Blei als eines der weltweit größten bezeichnen. So weit, so gut. Weder die Aktionäre, noch IMA-Präsident Joseph Grosso brechen jedoch in Jubel aus. Denn IMA ist nicht problemfrei, wie auch der stark gedrückte Kurs der an der Amex in New York notierten Aktie vermuten lässt.

Bei Grosso kommt deshalb keine rechte Freude auf, weil der Konkurrent Aquiline Resources die Minenrechte von IMA Exploration angefochten und ein Gericht zur Klärung der Eigentumsverhältnisse angerufen hat. Ein Vermittlungsversuch zwischen den beiden Streithähnen ist gescheitert. Beide Seiten bestehen auf ihren Standpunkten.

Und so sehen die Aktionäre der beiden Unternehmen ihr Investment derzeit weniger als solides Engagement, sondern als eine Wette auf den Ausgang eines Rechtsstreits. Von den Rohstoff-Analysten in Nordamerika erhalten die Aktionäre beider Unternehmen keine Empfehlung. Befragt man diese Experten zu einem möglichen Richterspruch, erhält man als Antwort lediglich ein Schulterzucken. Der Kauf dieser Aktien sei wie der Kauf einer Option, heißt es. Der IMA-Option werden in Fachkreisen dabei jedoch größere Chancen eingeräumt als jener der Konkurrenz.

 

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