Wer ist der Unbeliebteste im ganzen Land?

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 02.03.06 14:52
eröffnet am: 28.02.06 09:25 von: Rheumax Anzahl Beiträge: 9
neuester Beitrag: 02.03.06 14:52 von: Rheumax Leser gesamt: 420
davon Heute: 1
bewertet mit 4 Sternen

28.02.06 09:25
4

8584 Postings, 7112 Tage RheumaxWer ist der Unbeliebteste im ganzen Land?

Peter Gruber, Washington  Vernichtendes Urteil
60 Prozent gegen Bush

US-Präsident George W.Bush
| 28.02.06, 06:24 Uhr |
Amerikas Wähler stellen ihrem Präsidenten das bisher schlechteste Zeugnis seiner Amtszeit aus: Vernichtende Noten gibt es vor allem für den Irak-Krieg und für die Bekämpfung des Terrorismus.

Ein derart vernichtendes Urteil hat bisher kaum ein US-Präsident einstecken müssen. Nur noch 34 Prozent der Amerikaner sind mit George W. Bush als mächtigstem Mann der Welt zufrieden. Dagegen haben inzwischen fast 60 Prozent von ihrem Staatsoberhaupt die Nase voll. Damit zählt Bush aus der Sicht seines Volkes zu den schlimmsten Präsidenten der Geschichte. Noch schlechter standen nur sein eigener Vater, George H.W. Bush (32 Prozent), Richard Nixon (24 Prozent) und Jimmy Carter (21 Prozent) da.

Böser Absturz

Das Ergebnis der am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Umfrage des US-Fernsehsenders CBS markiert für Bush nicht nur den absoluten Tiefststand seiner Präsidentschaft, sondern zudem auch noch einen bösen Absturz: Im Januar hatte es der Präsident immerhin noch auf 42 Prozent Zustimmung gebracht. Unmittelbar nach den Terroranschlägen vom 11. September standen gar 91 Prozent der Befragten hinter Bush.

Schuld am Popularitäts-Niedergang des Präsidenten ist nach Einschätzung von Meinungsforschern vor allem seine umstrittene Irak-Politik. Während das Land inzwischen am Rande eines Bürgerkriegs steht, hält Bush unbeirrt an seinem Kurs fest. In Reden feiert er die ?großen Fortschritte?, die die USA und ihre Verbündeten in dem Land erzielen würden und beteuert gebetsmühlenartig: ?Freiheit und Demokratie werden sich durchsetzen und die Aufständischen werden unterliegen.?

2290 US-Soldaten im Irak-Krieg gefallen

Inzwischen hat sich jedoch auch in den USA herumgesprochen, dass Buhs trotzig-optimistische Rhetorik nichts mehr mit der Realität zu tun hat. 2290 US-Soldaten sind bisher im Krieg gefallen. Keiner weiß, wie lange die amerikanischen Truppen noch im Land bleiben müssen. Denn der Aufbau der irakischen Streitkräfte, den der US-Präsident seit Monaten verspricht, lässt weiterhin auf sich warten.

Erst am Wochenende musste das Pentagon das einzige bisher einsatzbereite Bataillon der irakischen Armee wieder zurückstufen. Ab sofort dürfen die Soldaten nur noch mit US-Unterstützung ausrücken. Kein Wunder, dass bei solchen Rückschlägen nur noch 30 Prozent Bushs Irak-Kurs unterstützen. Jeder zweite Amerikaner glaubt inzwischen, dass die US-Bemühungen, den Irak zu stabilisieren, ein Fehlschlag waren.

Auch im ?Krieg gegen den Terrorismus? hat der Präsident erstmals die Mehrheit der Bevölkerung gegen sich: 50 Prozent halten seine Anti-Terror-Politik für schlecht und nur noch 43 Prozent begrüßen sie.

Umstrittener Deal

Für eine Welle der Entrüstung sorgt auch der geplante Verkauf der Management- und Operationsrechte über Hafenterminals in sechs US-Seehäfen (New York, Newark, Philadelphia, Baltimore, Miami und New Orleans) an eine Firma aus den Vereinten Arabischen Emiraten (VEA). Der umstrittene Deal, so klagen Kritiker, würde die Sicherheitskontrolle über einlaufende Güter de facto den Arabern übertragen ? ein Gedanke, den vor dem Hintergrund des 11. September 2001 kaum ein Amerikaner verstehen kann.

In der CBS-Umfrage sprechen sich denn auch sieben von zehn Befragten gegen das Geschäft aus. Bush ist nicht darunter. Stattdessen droht der Präsident mit einem Veto, falls der US-Kongress den Deal blockieren sollte; eine Ankündigung, die ihm in der Gunst der Wähler weitere Punkte kostet. Inzwischen deutet sich zwar ein Kompromiss an ? der Verkauf soll während einer 45tägigen Untersuchungsfrist auf mögliche Risiken untersucht werden ? doch ob das Bush noch helfen kann, verlorenen Boden gutzumachen ist zweifelhaft.

Zu wenig Hilfe für Hurrikan-Opfer

Auch die Empörung über Bushs viel zu späte und viel zu schleppende Reaktion auf Hurrikan Katrina hat sich noch nicht gelegt. Genau ein halbes Jahr ist es jetzt her, seit der Sturm weite Teile der amerikanischen Golfküste verwüstete und die Stadt New Orleans unter Wasser setzte.

Zwar feierten übers Wochenende rund 400 000 Menschen im French Quarter von New Orleans den diesjährigen Mardi Gras (Karneval), doch nur ein paar Straßenzüge weiter liegen die Häuser nach wie vor in Trümmern. Sogar Tote werden noch in den Ruinen vermutet, deren Leichen bis heute nicht geborgen wurden. Für viele Bewohner ist das nicht nur ein Zeugnis der Inkompetenz sondern auch der Gleichgültigkeit ihrer Regierung.

Die Wut und Enttäuschung der Betroffenen bekommt auch Bush zu spüren: 66 Prozent sind davon überzeugt, dass der Präsident den Katrina-Opfern nicht ausreichend geholfen hat.

Die CBS-Umfrage hat, wenn man so will, auch eine gute Nachricht für Bush. Er ist zumindest nicht Amerikas unpopulärster Politiker. Diesen Titel trägt nach wie vor Vizepräsident Dick Cheney. Seit er vor zwei Wochen bei der Wachteljagd in Texas einem Freund mit der Schrotflinte ins Gesicht schoss, ist Cheneys Beliebtheit noch weiter gefallen: Von 23 Prozent im Januar auf jetzt 18 Prozent.

 

28.02.06 09:40
2

10873 Postings, 7429 Tage DeathBullNaja, soweit wars ja schonmal

und dann haben sie ihn "wieder"gewählt.
Ich glaub an garnix mehr außer an das fliegende Spaghettimonster

ariva.dexariva.deariva.de

 

28.02.06 09:43

25551 Postings, 7077 Tage Depothalbiererkann eigentlich nicht sein.

es sind doch schon wieder 75 % für den nächsten krieg.

sind also noch nicht genug schwarze säcke zuhause angekommen.

und nachher wills wieder keiner gewesen sein...  

28.02.06 09:45
1

50458 Postings, 6156 Tage SAKUIch, warum fragst du?




__________________________________________________

VIVA ARIVA!  

28.02.06 09:53

8584 Postings, 7112 Tage RheumaxMachdasma

mit dem Vize auf nem Jagdausflug aus.  

28.02.06 12:09

2590 Postings, 5725 Tage brokeboyantiamerikanismus retour

diese umfrage sollte einigen ariva-freunden zu denken geben - wenn so viele amerikaner den bush mittlerweile scheisse finden, dann muss an dem burschen doch was dran sein, oder?  

28.02.06 13:07

8584 Postings, 7112 Tage RheumaxJa, genau das

ist an dem Kerl dran..  

28.02.06 13:23

12162 Postings, 6210 Tage .Juergenmeinungsumfragen außerhalb von wahlen

sind in amerika sowieso wie schall u. rauch

denn zweimal wurde g.w.bush schon vom volk gewählt
obwohl es vorher genug hinweise und warnungen gab.

die amis haben da eine andere denke,
stark geprägt von sicherheitsbedürfnissen
und großen nationalstolz für ihr land als "stärkste weltmacht"

die ironie dabei,
wenn bush nicht gewählt worden wäre
dann hätte es wahrscheinlich weitaus weniger bedrohungen
und gefahren für das land gegeben...

aber wie heißt es so schön;
jedes volk verdient die regierung, die es gewählt hat!
 

02.03.06 14:52

8584 Postings, 7112 Tage RheumaxBegeisterung auch in Indien

Aufschrei gegen Bush

US-Präsident auf Asienreise: Zwischenstopp auf Folterstützpunkt Bagram in Afghanistan. Hunderttausende Inder gegen unerwünschten Staatsgast auf den Straßen

Von Hilmar König, Neu-Delhi
Studentenprotest in BangaloreFoto: AP/KPN

Fünf Stunden lang weilte US-Präsident George W. Bush zum Blitzbesuch im Besatzungsgebiet am Hindukusch. Der vorab nicht angekündigte Stopp seiner Air Force One in Afghanistan brachte dem Staatschef am Mittwoch zum Auftakt seiner mehrtägigen Asienreise die erhofften Schlagzeilen und Jubelbilder. Bezeichnenderweise landete Bush auf dem US-Stützpunkt Bagram, wo sich auch ein weltweit berüchtigtes Folterlager der Besatzer befindet. In der Hauptstadt Kabul wurde er von der von Washington gestützten Regierung begrüßt. Amerika sei froh, Anteil an der Zukunft Afghanistans zu haben, und zufrieden mit den jüngsten Fortschritten. »Wir mögen Geschichten von jungen Mädchen, die zum ersten Mal zur Schule gehen«, erklärte Bush. Kontakte zur einheimischen Bevölkerung waren allerdings nicht vorgesehen.

Zur gleichen Zeit wurde Indien von einer landesweiten Protestwelle erfaßt. Der Grund dafür: George W. Bush war am Abend aus Kabul kommend, wo ihn der afghanische Präsident Hamid Karsai mit Lob überschüttet hatte, zu einem dreitägigen Besuch erwartet worden. Allein in Neu-Delhi hatten sich rund 100000 vorwiegend muslimische Inder versammelt. In brütender Hitze protestierten sie gegen den »Killer Bush«, in Sprechchören und auf Plakaten forderten sie: »Teufel Bush, kehre um!« und »Tod den USA!« Sie verurteilen seine imperialistische Gewaltpolitik im Nahen Osten, im Irak und in Afghanistan sowie natürlich die beleidigenden Mohammed-Karikaturen, die allerdings ihren Ursprung in Europa haben.

Am heutigen Donnerstag, wenn die amerikanische Delegation in Neu-Delhi ihr Hauptprogramm absolviert, werden mindestens 50000 Menschen zu Protesten vor dem Parlament erwartet. Zu dieser friedlichen, aber unmißverständlichen Manifestation haben die beiden kommunistischen Parteien und andere linke Organisationen aufgerufen. Sie lehnen den von den USA inszenierten »Kreuzzug gegen den internationalen Terrorismus«, die Invasion im Irak und in Afghanistan sowie Washingtons einseitige, proisraelische Haltung im Nahostkonflikt ab. Auf den aktuellen Bush-Besuch bezogen, leisten die linken Parteien Widerstand gegen die beabsichtigte Unterzeichnung eines zivilen Nuklearabkommens. Es beinhaltet, daß Indien seine zivilen Atomanlagen der Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA unterstellt und eine strikte Trennung zwischen militärischen und zivilen Nukleareinrichtungen vornimmt. Dafür würde es von den USA und seinen Partnern mit moderner Technologie für Kernkraftwerke beliefert.

Nicht nur die Linken, sondern das gesamte indische Atomestablishment halten diesen Deal für nicht fair und glauben, Indien opfere damit ein beträchtliches Stück seiner Souveränität. »Wenn wir in dieser wichtigen strategischen Frage amerikanischem Druck nachgeben, wird Indien auf die gleiche Art behandelt werden wie Irak und Iran«, befürchtet der ehemalige Atomkommissionsvorsitzende Indiens, P.K. Iyenger. Er spielte bei den ersten Atomwaffenversuchen im Jahre 1974 eine Schlüsselrolle und verlangt nun: »Wir dürfen unsere Selbstachtung und Unabhängigkeit nicht verlieren.«

 

   Antwort einfügen - nach oben