Was machen eigentlich unsere Steuergelder?

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neuester Beitrag: 01.04.08 08:59
eröffnet am: 01.04.08 08:39 von: vega2000 Anzahl Beiträge: 4
neuester Beitrag: 01.04.08 08:59 von: Grinch Leser gesamt: 217
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01.04.08 08:39
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Clubmitglied, 42397 Postings, 7006 Tage vega2000Was machen eigentlich unsere Steuergelder?

 

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Polizeiuniformen

Es zwickt im Schritt

Senfgelb, grasgrün oder doch Paris Blue? Fast jedes Bundesland beharrt auf einer eigenen Polizeiuniform - manchmal ist es einfach nur albern.
Von Bernd Dörries

 


 Der Pappkamerad sieht locker aus, die Polizisten gucken skeptisch auf die neue Uniform.
Foto: dpa
 

Die Hamburger tragen die Farbe "Paris Blue". In Hessen ist man beim Farbton 19/4013 TC angekommen. Die ersten Uniformen im Norden wurden noch von einem richtigen Designer entworfen. Mittlerweile gibt es sechs unterschiedliche blaue Polizeiuniformen in Deutschland. In Baden-Württemberg durfte die Modeschule Sigmaringen ein paar Ideen beisteuern.

Ansonsten lag das Design in der Verantwortung von Beamten. Und das sieht man auch. Die Uniformen in Hamburg kann man noch als eine gelungene Mischung aus New-York-Cop und Handelsmarine bezeichnen. Baden-Württemberg orientiert sich nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei eher an der "Paradeuniform aus dem 18. Jahrhundert".

Vor fünf Jahren führte die Hansestadt Hamburg als erstes Bundesland die blauen Polizeiuniformen ein. Damals hielten das viele im übrigen Bundesgebiet für ein Projekt, das vor allem den Geltungs- und Gestaltungsdrang des damaligen Innensenators Ronald Schill befriedige. Der Designer Luigi Colani nahm Maß, die Modefirma Tom Tailor produzierte die erste Musterkollektion und zur Präsentation gab es eine feine Sause, zu der auch die Kiez-Größe Willi Bartels kam. "Die neuen Uniformen geben ein tolles Bild ab", sagte Bartels. Damals wollte kaum ein anderes Bundesland mitmachen. Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens (SPD) sagte 2004, es gebe "weit dringlicheren Bedarf", in Baden-Württemberg hielt man die Kosten für "immens hoch", auch Thüringen fand es zu teuer.

Mittlerweile wollen fast alle auf blaue Uniformen umstellen, nur Bayern, Berlin und das Saarland werden vorerst grün bleiben. In den anderen Bundesländern hat man plötzlich entdeckt, dass die Uniformen "kostenneutral" eingeführt werden können. Man sagt nun einfach, es sei ohnehin an der Zeit gewesen, neue Kleidung zu beschaffen. Die alte Senfmännchen-Uniform wurde 1973 vom Modeschöpfer Heinz Oestergaard entworfen und in Deutschland einheitlich eingeführt.

Sie sei nicht so sehr wegen der Farben Schlammgrün/Ocker unbeliebt, sagt Rüdiger Holecek von der Gewerkschaft der Polizei (GDP). Die Stoffe seien das Problem: Im Sommer schwitzen die Beamten, im Winter frieren sie, zwicken tut es immer. Bei den neuen Kollektionen werden nun Textilien aus dem Outdoor-Bereich verwendet. Wind- und wetterfest sollen sie auch sein. Die verschiedenen Innenministerien sind aber offenbar der Ansicht, dass die klimatischen Bedingungen in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich sind und daher keine bundesweit einheitliche Dienstkleidung in Frage kommt. Es gibt derzeit sechs eigenständige blaue Polizeiuniformen in Deutschland.

Nicht einmal die Blautöne oder Mützen sind gleich: Niedersachsen trägt achteckig, Hessen hat sich für das runde Modell entschieden. Baden-Württemberg hat auf besonderen Wunsch seiner Polizisten eine Kulitasche in das Hemd eingenäht. Manche Länder erlauben Polo-Shirts und Baseball-Mützen. Andere nicht. Föderalismus kann Vielfalt bedeuten. Manchmal ist er einfach nur albern.

 

Wenig Begeisterung im Südwesten

Bundesländer wie Sachsen-Anhalt wollen ihre Dienstkleidung zumindest an bestehende Modelle anlehnen, das alles muss aber natürlich ausführlich getestet werden. Fast alle Bundesländer haben intensivste ,,Trageversuche‘‘ gestartet oder hinter sich. Nur in Niedersachsen und Sachsen war man der Meinung, die Erfahrungen der anderen Bundesländer durchaus übernehmen zu können.

Während in Hamburg noch ein Designer am Werk war, gewinnt in den späteren Entwürfen die Handschrift der Beamten die Oberhand. Nordrhein-Westfalen machte noch drei Silberknöpfe auf das Jacket, Hessen verzierte den Einreiher mit vier Silberknöpfen und in Baden-Württemberg ist man nun schon bei fünf angekommen, dazu vier an den Taschen. Die Polizisten im Südwesten sind wenig begeistert.

Die GDP kündigt an, gegen die neue Kleidung "Sturm laufen" zu wollen. Die Uniform mit ihren Silberknöpfen sehe zu militaristisch aus. Nach Angaben der GDP lässt die Begeisterung für die neuen Uniformen allgemein nach. "Die Kollegen merken, es ist so ziemlich alles blau: Rettungsdienste und Sicherheitsfirmen. Die Unterscheidung wird immer schwerer", sagt Rüdiger Holecek. Interessant wird sein, wie die Umstellung der Uniformen in Mecklenburg-Vorpommern verläuft: Dort hat man sich für die Hamburger Uniform entschieden, wird sie aber schrittweise einführen. Das bedeutet nicht, dass die 4300 Polizisten des Landes sofort neu eingekleidet werden. Jeder einzelne Beamte kleidet sich Stück für Stück in blau. Fünf Jahre wird das dauern, dazwischen sind auch Kombinationen möglich: Jeder Polizist bekommt 190 Euro für neue Kleidung pro Jahr, der neue blaue Anorak kostet aber schon 124 Euro. Es wird also blau-grüne Patchwork-Polizisten geben.

(SZ vom 1.4.2008)

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Vorsicht, lesen gefährdet ihre Dummheit

01.04.08 08:43

176174 Postings, 6620 Tage GrinchMeine Steuergelder stecken in Liechtenberg!

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Hä hä hä! Ariva lesen fördert ihre dummheit!

01.04.08 08:59

61594 Postings, 5871 Tage lassmichreinLiechtenberg ? Ist das in der Nähe von Würzburg?

01.04.08 08:59

176174 Postings, 6620 Tage GrinchNein aber Lichtenstein schon! Ist in Oberfranken

glaub ich!
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Hä hä hä! Ariva lesen fördert ihre dummheit!

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