Warum selber foltern ?

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neuester Beitrag: 03.03.03 16:48
eröffnet am: 28.02.03 08:50 von: Spitfire33 Anzahl Beiträge: 3
neuester Beitrag: 03.03.03 16:48 von: BRAD PIT Leser gesamt: 324
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28.02.03 08:50

4420 Postings, 7254 Tage Spitfire33Warum selber foltern ?

Im Zeitalter der Globalisierung läßt man foltern.
Wie wäre es zum Beispiel mit Spanien ?

Folter in Spanien
 
Verhaftete baskische Journalisten erheben schwere Vorwürfe
 
»Sie haben uns wie Ratten behandelt«, erklärte der Chefredakteur des Euskaldunon Egunkaria, Martxelo Otamendi, am Mittwoch im baskischen Anoain vor den Toren seiner einer Woche zuvor geschlossenen Baskischen Tageszeitung. Vier der zehn bei der Schließung verhafteten Journalisten wurden auf Kaution freigelassen. Nach eigenen Aussagen wurden sie von der spanischen Guardia Civil während der Kontaktsperre gefoltert. Ihr Sprecher Martxelo Otamendi berichtete: »Ich wurde geschlagen und mehrfach wurde bei mir die Tüte angewendet«. Dem mitinhaftierten Juan Mari Torrealdei, ein 60jähriger Jesuitenpfarrer und Radiojournalist bei Herri Irratia, sei es noch schlimmer ergangen. Drei Tage lang sei dieser fast »zu Brei« geschlagen worden. Es müsse »Schluß mit einer Situation« gemacht werden »wie im Chile unter Pinochet«, sagte Otamendi und dankte den 100 000 Demonstranten, die am vergangenen Samstag gegen die Schließung seiner Zeitung protestiert hatten.

Die Berichte der Freigelassenen vom Mittwoch glichen in ihrer Substanz den Äußerungen der noch fünf inhaftierten Journalisten gegenüber ihren Anwälten nach Aufhebung der Kontaktsperre. Ihren Aussagen zufolge mußten Iñaki Uria, Xabier Oleaga und Xabier Alegria Scheinhinrichtungen und schwere Schläge erdulden. Auch wurden sie dazu gezwungen, nackt Kniebeugen zu machen, und gaben weiterhin an, der »bolsa« (Tüte) unterworfen gewesen zu sein, einer Foltermethode, bei der eine Plastiktüte über den Kopf gestülpt und zugezogen wird, bis das Folteropfer dem Ersticken nahe ist. Amnesty International in London forderte inzwischen Aufklärung, während die spanische ai-Sektion daran erinnerte, daß sie sich alljährlich mit der Folter auseinandersetze.

Wie meist in derartigen Fällen, wurden die Ereignisse der vergangenen Woche mit einer angeblichen ETA-Nähe der Betroffenen und der Zeitung begründet. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch bezeichnete der spanische Innenminister Angel Acebes die vor dem Richter der Audiencia Nacional del Olmo angezeigten Foltervorwürfe als »Lüge« und einen »typischen Mechanismus, dessen sich auch ETA bediene«. Ácebes kündigte an, den gesamten juristischen Rahmen auszuschöpfen, um gegen diese »falschen Foltervorwürfe« vorzugehen. Mit seiner Rückendeckung erteilt der Innenminister den mutmaßlichen Folterern der Guardia Civil und der Nationalen Polizei einen Freibrief für die Zukunft.

Patxi Arpirtarte, Generalvikar der Diözese in Donostia (spanisch: San Sebastian), bezweifelte derweil in Radio Euskadi jegliche Verbindung von Torrealdei mit ETA (»Baskenland und Freiheit«).

Die physische Verfassung von Pello Zubiria, Direktor der Zeitschrift Argia (Licht), stellte sich nach Aufhebung der Kontaktsperre als kritisch heraus. Er befindet sich auf der Intensivstation eines Madrider Krankenhauses. Der erste Direktor des Egunkaria bei der Gründung vor 13 Jahren habe einen Suizidversuch unternommen, hieß es. Der entlassene Luis Goia hielt es tatsächlich für möglich: Er habe Zubiria mehrfach in einer Nachbarzelle schreien gehört. »Bringt mich um«, habe der Gefangene gerufen. Otamendi bestätigte: »Einigen von uns haben sie gedroht, uns umzubringen«.

Derweil erklärte Iñigo Elkoro, Sprecher vom Antifolterkomitee im Baskenland (Torturaren Aurkako Taldea/TAT), in einem jW-Interview: »Von den 127 Folteranzeigen und 113 Aussagen in 2002 haben wir 97 in den Jahresbericht aufgenommen. Bei der Guardia Civil gibt es immer noch eine äußerste Brutalität mit direkten Angriffen auf die Personen. Die Menschen sollen völlig zerstört werden. Das reicht von schweren Schlägen auf den ganzen Körper, die Genitalien, den Kopf, wie Elektroschocks, Scheinhinrichtungen, etc. In fast allen Fällen wurden die Opfer fast mit einer Tüte erstickt bis sie das Bewußtsein verlieren. In zwei Fällen, das sticht zu früheren Jahren hervor, wurde die »Badewanne« angewendet, wo die Leute bis zum Verlust des Bewußtseins reingetaucht werden.« Auch zu sexueller Folter sei es bei Männern und Frauen gekommen. Derartige Zustände, so Elkoro, seien sonst nur aus der Türkei bekannt. Niemand im Baskenland bezweifele die Existenz von Folter. Aber es sei etwas Neues, » wenn auch angesehene Journalisten, die nicht zur linken Unabhängigkeitsbewegung gehören, gefoltert werden«.

Amnesty International kritisierte am Donnerstag erneut die gegen die zehn verhafteten Redakteure verhängte »incommunicado«-Haft als »Bruch des Völkerrechts« und protestierte gegen die Schließung der Zeitung. Eine jW-Anfrage beim Komitee zur Folterprävention bei der EU in Strasbourg (CPT) ergab, daß die spanische Regierung einen CPT-Bericht von 2001 und die Erwiderung darauf immer noch nicht veröffentlicht hat. Inzwischen wurde bekannt, daß Spanien im eigenen Land eng mit den USA bei der »Terrorbekämpfung« zusammenarbeitet. Es wird vermutet, daß Ministerpräsident Aznar seinen Besuch bei US-Präsident Bush auch zur Intensivierung der diesbezüglichen Kontakte nutzte.


http://www.jungewelt.de/2003/02-28/001.php
 

03.03.03 16:45

4420 Postings, 7254 Tage Spitfire33Keiner Bock auf Spanien ? o. T.

03.03.03 16:48

5937 Postings, 6698 Tage BRAD PITSpanien und USA sind doch verbündete im Kampf

gegen "alles"  

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