Wall Street in dramatischer Baisse

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eröffnet am: 21.07.02 12:50 von: daxbunny Anzahl Beiträge: 1
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Wall Street in dramatischer Baisse
 

New York (dpa) - Ein gefesselter Bulle mit Betonklotz an den Beinen sinkt unter Wasser und ruft um Hilfe. So sieht das Titelblatt der angesehenen amerikanischen Börsenwochenzeitung «Barron's» an diesem Wochenende aus. Der Bulle ist als Hausse-Symbol der Wall Street angesichts der dramatischen Kursverluste der vergangenen Wochen und Monate von den Bären oder Baisse-Vertretern in die Flucht geschlagen worden. Niemand weiß wann die dramatische Talfahrt seit März 2000 zu Ende gehen wird.

Am vergangenen Freitag ist der Dow-Jones-Index um 390 Punkte oder 4,6 Prozent auf 8019 Punkte eingebrochen. Er hat in den vergangenen beiden Monaten rund 22,5 Prozent an Wert verloren. Seit seinem Hoch von vor mehr als zwei Jahren ist er um knapp 32 Prozent gefallen. Der wichtige Standard & Poor's-500-Index ist seit dem Frühjahr 2000 um 44,5 Prozent abgesackt. Der mit Technologiewerten vollgepackte NASDAQ-Index ist gegenüber seinem damals verbuchten Hoch sogar um 73,9 Prozent abgestürzt.

Dies sind die schlimmsten Kursverluste seit der letzten großen Baisse von 1972 bis 1974. Ähnlich sah es nur beim Börsenkrach im Oktober 1987 und noch schlimmer 1929 aus.

Die Besitzer amerikanischer Aktien haben seit den Höchstständen im Frühjahr 2000 Wertverluste von insgesamt 6,7 Billionen Dollar (6,6 Billionen Euro) verbucht, errechnete nach einem Bericht der Onlineausgabe der «New York Times» Chef-Stratege Thomas McManus von der Banc of America Securities.

Eine nicht endende Serie von Buchhaltungsskandalen bei Unternehmen wie dem Telekomriesen WorldCom, enttäuschende Gewinnausweise oder Geschäftsprognosen vieler Firmen, behördliche Untersuchungen bei US- Großkonzernen, Angst vor Terroranschlägen, der Dollar-Kursverfall, die deutliche Konjunkturabkühlung und Abzüge von ausländischem Kapital trugen mit zu der Wall-Street-Misere bei. Beruhigende Worte von US-Präsident George W. Bush und Notenbank-Chef Alan Greenspan über die solide Verfassung der US-Wirtschaft stießen bei den verunsicherten Anlegern auf taube Ohren.

Hinzu kamen großer Verkäufe von Investmentfonds-Anteilen. Die Fonds müssen dann Aktien verkaufen, um die Rückzahlungen bezahlen zu können. Dies drückte die Aktienkurse noch mehr.

Michael Kahn, ein technischer Börsenanalyst, glaubt, dass Investoren bei einem Dow-Stand von annähernd 7400 Punkten eher Wert im Markt sehen könnten. Stützungsniveaus seien aber nicht unverletzlich, schrieb er in «Barron's». Mit anderen Worten: Kahn sieht auch die Möglichkeit, dass die Talsohle noch tiefer liegen könnte.

Die Liste der großen Verlierer ist endlos. IBM ist seit Jahresbeginn um 40,4 Prozent eingebrochen, der Chip-Branchenführer Intel um 39 Prozent, der Mischkonzern General Electric um 30,9 Prozent, der Pharma-Branchenführer Pfizer um 29,8 Prozent, die US- Bank Citigroup um 26,9 Prozent und Microsoft um 22,9 Prozent. Dies geht aus einer «Barron's»-Aufstellung hervor.

 
 

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