Währungsgewinne bei US-Anlagen in Aussicht

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neuester Beitrag: 24.12.06 10:58
eröffnet am: 25.11.06 12:32 von: Libuda Anzahl Beiträge: 8
neuester Beitrag: 24.12.06 10:58 von: Libuda Leser gesamt: 713
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25.11.06 12:32
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52811 Postings, 5748 Tage LibudaWährungsgewinne bei US-Anlagen in Aussicht

Nicht in die Euro-Bullenfalle laufen, die diesmal von Morgan Stanley gespannt wurde. Investmentbanken können bei kaum volatilen Kursen nichts verdienen, deshalb versuchen die momentan "an den Strommasten zu wackeln"  bzw. "ein gleichzeitiges Hüpfen auf der Brücke zu erzeugen" um die Währungswelt für sie ertragssteigernd in Unruhe zu setzen. Dabei hofft man auf Zulauf von ökonomischen Idioten, mit denen es wie folgt Klick gemacht hat: Stagnierende bzw sinkende US-Zinsen = Euroanstieg. Das ist dieser Verabsolutierung Schwachsinn.

Denn mit niedrigen US-Zinsen geht weniger Konsum wegen leicht abgeschwächter US-Konjunktur einher - und daher weniger US-Importe und höhere US-Exporte. Und das hilft bekanntlich das Leistungsbilanzdefizit abzubauen, das vor kurzem noch bei den Kassandras im Mittelpunkt stand.

Dass der langfristige Eurokurs durch die Kaufkraftparitäten bestimmt wird sollte auch nicht vergessen werden - die dürfte zwischen 1,08 und 1,12 liegen. Vieles was gegen den Dollarkurs spricht, ist also in der momentanen Abweichung von der Kaufkraftparität schon enthalten - meines Erachtens schon zuviel. Daher auch meine Argumentation mit der Bullenfalle - die jetzige Aufwärtsbewegung kann also nur ein Strohfeuer sein, Opas letzte Nummer sozusagen.

Selbst das mit dem Zinsargument ist nicht so eindeutig wie in der Baumschule bei Prof. Ast, wo so manche Zeitungsschmierer einige Sylvester studiert zu haben scheinen: Sinkende Kapitalmarktzinsen führen zu Kursgewinnen bei Festverzinslichen und sind somit ein Argument in den Dollarraum zu gehen.

Und insbesondere, wenn uns Morgan Stanley einen erzählen will, sollte man sehr vorsichtig sein. Der eine oder andere wird sich daran erinnern, wie ihn ein gewisser Stephen Roach, der sich dort Chefökonom schimpft und neuerdings manchmal im Handelsblatt dilettantieren darf, ihn um viel Geld gebracht hat, weil dieser ökonomische Super-Schwachkopf seit dem Frühhahr 2003 bei einem DAX-Stand von 2.300 permanent nur vom Weltuntergang redet und er dummerweise auf diese idiotische Gesabbel gehört hat.  
 

25.11.06 12:45

4620 Postings, 5061 Tage Nimbus2007Dafür bekommt du...

nen grünen, witzigen. ;=)
Is schon was dran an deiner Predigt.
Ich denke, dass der Dollar von den Amis untengehalten wird, um die Exporte zu steigern. Das ahben sie im Anschluss an den Irak-Krieg auch gemacht, um die die ganze "verschossene" Kohle wieder rein zu bekommen....wird nicht lange halten...

Lg  

25.11.06 14:44

4620 Postings, 5061 Tage Nimbus2007Und....

".......weil dieser ökonomische Super-Schwachkopf...."

netter Ausdruck...gefällt mir. ;=)
Ich zieh mir grad den schönen Schinken vom nettern Herrn Mankiw rein...
Ich glaube die Ökonomen sind alle ein wenig "gestört"...wie kann man nur so wenig Inhalt auf soooo viele Seiten verteilen. Als Berater von G.W.Bush schimpft der sich...man oh man, kein Wunder dass Georgy von Wirtschaft nichts versteht. ;=)  

25.11.06 20:30

52811 Postings, 5748 Tage LibudaMit dem Dollar ist es wie beim Abseits im Fußball

Die einzige Abseitsregel, die immer stimmt, lautet bekanntlich: "Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeifft." Und daher hast Du the short run recht, mit Deiner These, dass die Amis den Euro-Kurs bzw. Dollar-Kurs machen. Denn die kurzfristig einzige gültige Wechselkurstheorie lautet: "Der Dollar-Kurs liegt dort, wo in Mr. Barnanke haben will." Man muss also nicht nur FED-Watcher in Sachen Geldpolitik, sondern auch in Sachen Währungspolitik sein. Mit Sicherheit will Mr. Barnanke nicht einen Eurokurs von 1,50 - und das zeigt wieder einmal, welche Idioten bei Dresdner Kleinworth Wasserstein beschäftigt werden, die dieses Kursziel ausgeben. Welches Licht auf die Allianz-Führung fällt, die derartigen Idioten, die seit Jahren nur Schwachsinn verzapfen und viele Kunden um ihre Kohle gebracht haben, nicht schon längst gefeuert haben, steht auf einem anderen Blatt.

Was will aber Mr. Barnanke? Mit Sicherheit keinen Wechselkurs über 1,30 - denn dann bekäme er ein Inflationsproblem. Und die Arbeitslosenquote in den USA liegt momentan auf einem extrem niedrigen Stand - das heißt Mr. Barnanke ist für 1,25 und wenn das Leistungskursbilanzdefizit wie momentan stagniert eher für 1,20. Denn was viele immer noch nicht kapiert haben, ist die Tatsache, dass jeder Kurs über der Kaufkraftparität auf lange Sicht das Leistungsbilanzdefizit zurückführt - auch wenn der "Bremsweg" sehr lang ist, fünf bis zehn Jahre dauern kann. Die Investitionen, die man damals bei 0,80 in Europa getätigt hat, reißt man ja nicht ab und baut sie in den USA wieder auf und auch die Absicherung von zunkünftigen Dollarerlöen per Termingeschäften verlängert den Bremsweag. Aber wenn die Ersatzinvestitionen kommen, dann sieht die Lage anders aus - und da sind wir momentan mitten drin.  

26.11.06 00:16

4620 Postings, 5061 Tage Nimbus2007Jup...

dann entscheidet sich Herr Barnanke ( bzw. die USA ) lieber für eine ein wenig höhere Arbeitslosenquote und dafür weniger Inflation...das bekommt der Wirtschaft zumindest kurzfristig "besser". Abgesehen davon sind die Arbeitslosenzahlen aus den USA für die Füße, da bei denen jeder, der mehr wie !!! 1 !!! Stunde in der Woche arbeitet nicht als arbeitslos geführt wird. Der Dollar wird sicherlich schon in kürze wieder anfangen zu fallen.  

26.11.06 00:17

4620 Postings, 5061 Tage Nimbus2007ähh...

zu steigen. ;)  

26.11.06 10:34

52811 Postings, 5748 Tage LibudaSehe ich genauso Nimbus

was momentan läuft ist ein besonders dreiste Abzocke der Investmentbängstergang, wie sie in dieser Ausprägung von Dreistigkeit eher im Jahr 2000 gab. Das Muster für die Abzocke von Morgan Stanley und anderer Bängster ist simpel: Man hat Euro vorgekauft und jetzt werden mittels einer gigantischen Propagandamaschine die kleinen privaten Dummköpfe in Optionsscheine und andere Produkte hineingejagt, an denen die Bängstergang klotzig verdient und man sich glattstellen kann. Das alles läuft unter Mithilfe einer mit Anzeigen für Finanzprodukte gekauften verkommenen Journallie, wobei Euro am Sonntag ein besonders abartiges Beispiel ist, weil es dort in extrem unseriöser und unanständiger Ausprägung zu keiner Trennung von Redaktionellem und Werbung kommt.  
 

24.12.06 10:58
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52811 Postings, 5748 Tage LibudaDer Dampfer beginnt sich zu drehen

hoffentlich habt Ihr den Dreh raus und lasst Euch nicht von Bänkstern, die Euer Bestes wollen (Euer Geld), gegen den Dollar positionieren.

Aktuell: US Handelsbilanz Oktober

12.12.2006 - 14:31:24 Uhr
terminecheck.de
Uhrzeit: 14:30
Ort: Washington, D.C.
Land: Vereinigte Staaten von Amerika
Uhrzeit vor Ort: 08:30

Veröffentlichung der US-amerikanischen Handelsbilanz (International Trade) für Oktober 2006


aktuell:

Die US-amerikanische Handelsbilanz weist für Oktober ein Defizit in Höhe von 58,9 Mrd. US-Handelsbilanz weist für Oktober ein Defizit in Höhe von 58,9 Mrd. US-Dollar aus. Erwartet wurde ein Minus im Bereich 62,0 bis 63,3 Mrd. US-Dollar. Im Vormonat hatte das Defizit noch bei 64,259 Mrd. US-Dollar gelegen. Der Vormonatswert wurde von 64,3 Mrd. US-Dollar revidiert.
Das Defizit im Aussenhandel der USA war im Oktober zum Vormonat um 8,4 Prozent auf 58,9 Milliarden US-Dollar gesunken. Dies war der stärkste Rückgang seit fünf Jahren. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Defizit von 63,4 Milliarden Dollar gerechnet.


Ich will zwar jetzt nicht Behauptung aufstellen, dass wenn es in diesem Tempo weitergeht, das Defizit in 10 Monaten verschwunden ist (wie das Weltuntergangspropheten im umgekehrten Fall normalerweise tun), aber man kann feststellen, dass es in der letzten Zeit nicht mehr steigt. Durch den zuletzt wieder gestiegenen Euro wird es in nächsten Monaten allerdings vermutlich wieder leicht ansteigen. Jawohl, Ihr habt richtig gelesen, bei meiner Begründung im letzten Satz. Denn kurzfristig ist es nicht so, dass die Handelbilanz-Defizite der USA mit steigenden Eurokurs (= sinkender Dollarkurs) abnehmen, sondern das passiert nur langfristig. Weil der Preiseffekt (teurere Einfuhren in Dollar) auf kurze Sicht kleiner ist als der Mengeneffekt (Importrückgang durch höhere Importpreise), erhöht eine Dollarabwertung kurzfristig das Defizit, während das auf längere Sicht anders ist
 

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