Vorsicht, Rheumax!!

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eröffnet am: 19.12.06 13:12 von: AbsoluterNe. Anzahl Beiträge: 11
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26159 Postings, 6110 Tage AbsoluterNeulingVorsicht, Rheumax!!

SPIEGEL ONLINE - 19. Dezember 2006, 12:14
URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,455302,00.html

MÄUSE-EXPERIMENT
Alkohol als Rheuma-Schutz für Menschen nicht ratsam
Im Tierversuch sieht alles so schön aus: Mäuse, die täglich Alkohol trinken, bekommen weniger häufig und milderes Rheuma. Rheumaforscher warnen aber: Als Rezept für den Menschen sei das nicht zu empfehlen. Dafür hat der Alkohol dann doch zu viele Nebenwirkungen.

Diese Schlussfolgerung ist gewagt: Der tägliche Genuss geringer Mengen Alkohol könnte gegen Rheuma helfen, schreiben schwedische Rheumatologen in dem Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (Online-Vorabveröffentlichung). Niemand, den die Gelenke plagen, sollte deshalb aber voreilig zur Schnapsflasche greifen.

Dass regelmäßiger - und wohlbemerkt moderater - Alkoholkonsum vorbeugend gegen die chronischen Gelenkentzündungen bei rheumatoider Arthritis wirken könnte, darauf haben bereits früher Untersuchungsergebnisse hingedeutet. Wie dieser Effekt aber zustandekommt, war bislang unklar. Das Forscher-Team um Ing-Marie Jonsson von der Universität Göteborg meint nun aber, die Antwort präsentieren zu können - nach Untersuchungen an zwei Gruppen von Mäusen.

Die Tiere der einen Gruppe erhielten Trinkwasser, das die Forscher mit Alkohol versetzt haben - dem Mischverhältnis entsprechend hätte ein Etikett mit der Aufschrift "10 Vol%" auf dem Trinkspender am Mäusekäfig kleben müssen. Die andere Gruppe erhielt zur Kontrolle reines Wasser. Das Erbgut aller Tiere war für diesen Versuch so verändert worden, dass sie eine rheumaartige Krankheit entwickeln, sobald sie eine bestimmte Variante des Bindegewebeproteins Kollagen gespritzt bekommen.

Nach Zwangsalkoholisierung: Weniger und milderes Rheuma

Genau das sei auch bei 85 Prozent der Kontrollmäuse nach der Spritze auch passiert, berichten die Forscher. Im Gegensatz dazu bekamen aber lediglich 20 Prozent der mit Alkohol behandelten Tiere die Krankheitssymptome. Auch war der Krankheitsverlauf bei den zwangsalkoholisierten Mäusen sehr viel milder. Mehr noch: Diese erlitten deutlich weniger Knorpel- und Knochenzerstörungen, wie sie sonst für die rheumatoide Arthritis (RA) charakteristisch sind. Bei der Krankheit - im Volksmund auch Rheuma genannt - greift nämlich das Immunsystem fälschlicherweise die eigenen Gelenke an, so dass dort eine chronische Entzündung entsteht.

Was hinter der alkoholischen Schutzwirkung steckte, fanden die Forschern nach eigenen Angaben ebenfalls heraus: Testosteron, ein Geschlechtshormon, das männlich macht. Bei den alkoholisierten Mäusen stieg der Testosteron-Gehalt im Blut auf etwa das Dreifache des Normalwertes - was den Wissenschaftlern zufolge die entzündungshemmenden Mechanismen des Körpers verstärkt.

Die Labormäuse sind dabei offenbar nicht übermäßig beschwipst gewesen: Die Alkoholdosis sei so gering gewesen, dass sie bei den Tieren keinerlei Nebenwirkungen verursacht hätte, schreiben die Forscher. "Zehn Volumenprozent - das entspricht etwa dem Alkoholgehalt von Wein", sagte Angela Zink vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) zu SPIEGEL ONLINE. Aber wenn man den ganzen Tag nur dermaßen Prozentiges trinken würde, sei das mit Blick auf die öffentliche Gesundheit nicht zu vertreten. "Es kann ja nicht die Strategie sein, die Menschen zu Alkoholikern zu machen", sagte Zink.

"Außerdem wird den Patienten oft sogar verboten, dass sie Alkohol trinken", ergänzte Bernhard Hellmich von der Rheumaklinik Bad Bramstedt - weil fast alle Rheuma-Medikamente in der Leber verarbeitet werden. "Wenn man die Tierexperimente von Jonssons Team am Menschen wiederholen würde, dann macht das die beste Leber nicht mit", sagte der Rheumatologe zu SPIEGEL ONLINE.

Einzelnen Wirkzusammenhang isoliert betrachtet

Dass Rheuma etwas mit Hormonen wie Testosteron zu tun, bezweifeln Zink und Hellmich indes nicht. Im Schnitt erleiden etwa doppelt so viele Frauen wie Männer eine rheumatoide Arthritis. Trotzdem, sagte Hellmich, sei die schwedische Maus-Rheuma-Studie "ohne praktische Relevanz" für den Menschen. Einerseits sind Erkenntnisse aus dem Tiermodell nicht immer und vollständig auf den Menschen übertragbar. Andererseits wurde hier isoliert ein einziger Effekt des Wassers mit Schuss betrachtet.

Dieses Problem haftet in ähnlicher Form auch Studien zur Wirkung von Alkohol beim Menschen an, die etwa seine Wirkung auf die Müdigkeit und tieferen, besseren Schlaf thematisieren - und so leicht als Trinkempfehlung missinterpretiert werden könnten.

Alkohol ist eben nicht nur ein traditionelles Genussmittel - und möglicherweise in Ausnahmefällen auch ein Heilmittel: Vor allem ist er ein Nervengift. Seine verheerende Wirkung als Volksdroge ist ebenso unbestritten wie der besorgniserregende Trend zu stärkerem und früheren Alkoholkonsum unter Jugendlichen. Vor diesem Hintergrund hinterfragen Suchtexperten immer wieder die Sonderstellung des Stoffs: Erst im November berichtete die europäische Drogenbeobachtungsstelle EBDD von dem Trend, dass die Staaten zunehmend dazu übergehen, den Missbrauch von legalen und illegalen Drogen im Zusammenhang zu sehen.

Ab 2007 will die EBDD dies in ihren Richtlinien offiziell festschreiben. Mit der Ausnahmestellung der sozial akzeptierten Drogen Alkohol und Tabak könnte es dann langsam aber sicher zu Ende gehen. "Zu Recht", fand EBDD Wolfgang Götz. Denn während in Europa jedes Jahr 7000 bis 8000 Menschen am Konsum illegaler Drogen sterben, fordert der Alkoholmissbrauch allein in Deutschland mehr als 40.000 Tote pro Jahr, wie das Bundesgesundheitsministerium errechnet hat.
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19.12.06 14:58

64714 Postings, 7702 Tage KickyGicht und Alkohol

Besonders der Alkohol spielt in der heutigen Zeit eine nicht unerhebliche Rolle: Beim Abbau von Alkohol ensteht Laktat, dass die Ausscheidung der Harnsäure über die Niere hemmt. Außerdem wird durch Alkohol die körpereigene Harnsäuresynthese gesteigert und manche Alkoholika (wie Bier) enthalten darüber hinaus nicht unerhebliche Mengen Purine.Auf Alkohol sollte nach Möglichkeit ganz verzichtet werden. Wer ihn nicht völlig meiden mag, kann sich ein Glas Bier oder Wein am Tag leisten. Wein enthält zwar (anders als Bier) keine Purine, erhöht den Harnsäurespiegel aber durch den Alkoholgehalt....Die Gicht ist im medizinischen Sinne ein Sammelbegriff für eine Stoffwechselstörung sowie deren Folgekrankheiten. Ursächlich ist dabei immer ein erhöhter Harnsäurespiegel. Unter den Begriff Gicht fallen die Stoffwechselstörung Hyperurikämie (Erhöhung des Harnsäurespiegels), der Gichtanfall verschiedener Gelenke, meist des Großzehengelenks, sowie die Ablagerung von Harnsäurekristallen in verschiedenen Geweben.Männer sind wesentlich häufiger betroffen als Frauen. In den Industriestaaten haben etwa 20 Prozent der Männer einen erhöhten Harnsäurespiegel  

19.12.06 15:26

8215 Postings, 7148 Tage SahneIch glaube Rheumax

ist in Afrika...  

19.12.06 17:59

26159 Postings, 6110 Tage AbsoluterNeulingKicky

Gicht ist nicht gemeint in #1 - es geht um entzündliche Gelenkerkrankungen, d.h. durch das Immunsystem bedingte. Bei Gicht gibt es auch Gelenkentzündungen, aber das ist dann sekundär.
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19.12.06 18:08
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12175 Postings, 7149 Tage Karlchen_IIGegen Rheuma helfen

Vogelgrippe-, BSE- und Amalganpillen wirklich.  

19.12.06 18:18

44542 Postings, 7307 Tage Slateraha o. T.

19.12.06 18:23
1

12175 Postings, 7149 Tage Karlchen_IIWollte mich nur mal in den Alte-Leute-Thread

einklinken, wo über diverse Gebrechen und deren Heilungsansätze debattiert wird.  

19.12.06 18:38

26159 Postings, 6110 Tage AbsoluterNeulingJa, und das...

...hast Du ja jetzt erfolgreich gemacht, karlchen.
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19.12.06 18:59

12175 Postings, 7149 Tage Karlchen_IIJo - und bin von den Rentnern gescholten worden.

Die ID "tomatensaft" hat mir gleich zwei Schwarze verpasst. Okay - werde mich nicht mehr einmischen. Wobei... naja.  

19.12.06 19:59

64714 Postings, 7702 Tage Kickyaber AN,du meintest doch den Alkohol ggg o. T.

19.12.06 20:03

26159 Postings, 6110 Tage AbsoluterNeulingJa schon - aber nur, dass er nicht hilft.

Bei Gicht hilft er nicht nur nicht,
sondern er fördert die Entstehung.

Also: Finger weg vom Alkohol - Teufelszeug!
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