Vorsicht - Kotzbrockenalarm

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eröffnet am: 21.08.06 21:58 von: Happy End Anzahl Beiträge: 10
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21.08.06 21:58

95440 Postings, 6982 Tage Happy EndVorsicht - Kotzbrockenalarm

SPIEGEL ONLINE - 21. August 2006, 16:39
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http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,432692,00.html

Terrorgefahr
 
Wovor uns ein handwerklicher Fehler bewahrte

Von Henryk M. Broder

Die geplanten Anschläge auf zwei Regionalzüge sind gescheitert, ein Verdächtiger ist gefasst. Wir sind noch einmal davongekommen. Aber was wäre passiert, wenn die Bombenbauer geschickter gewesen wären? Zwei Szenarien eines veränderten Landes.

Die Amerikaner haben ihre Terrortaufe hinter sich, auch die Briten, die Türken, die Spanier, die Australier, die Indonesier, die Jordanier, die Ägypter und die Inder. Die Israelis sowieso. Und wir - wir sind eben mit dem Schrecken davon gekommen. Nicht, weil ER diesmal göttliche Gnade walten ließ, sondern weil die Bombenbauer "handwerkliche Fehler" begangen hatten.

DPATerrorverdächtiger E.: Professionelle Nachdenker in Sorge
Wären die Bomben, wie geplant, vor der Einfahrt der Züge in die Bahnhöfe Dortmund und Koblenz explodiert, hätte es Tote und Verletzte in ungeahnter Zahl gegeben, und Deutschland, die "mittlere Friedensmacht Deutschland" (Gerhard Schröder), hätte sich innerhalb von Sekunden in einen Kriegsschauplatz verwandelt, eine weitere Location in einem "asymmetrischen Krieg", der am 11. September 2001 begann und dessen Ende nicht abzusehen ist.

Und nun sind die professionellen Nachdenker und Vorsorger an der Reihe. "Mich macht dieser Anschlag äußerst besorgt", sagt der SPD-Politiker Dieter Wiefelspütz und spricht sich dafür aus, die Video-Überwachung im öffentlichen Raum zu verstärken. "Wir dürfen jetzt nicht locker lassen in unserem Bemühen, uns optimal aufzustellen." Sein Alter ego von der CDU, Wolfgang Bosbach, sagt, es müsse untersucht werden, was diese Menschen am Terrorismus fasziniere - als wären die Bombenleger Fans und Groupies einer Heavy-Metal-Band, die unter dem Einfluss der Musik außer sich geraten und die Säle demolieren.

Die Experten sind "besorgt", sie lassen "nicht locker", stellen sich "optimal" auf, und wenn sie wild entschlossen zur Tat schreiten, hört sich das so an: "Wir dürfen die Freiheit nicht zu Tode schützen" (Kurt Beck). "Wir dürfen uns nicht unsere freiheitliche Kultur wegbomben lassen von Terroristen" (Dieter Wiefelspütz). Da kann es einem ganz schwindelig werden bei der Vorstellung, die Sicherheit der Bundesrepublik und das Leben ihrer Bürger würden von der Arbeit von Motivforschern und einer Antwort auf die Frage abhängen, was denn "diese Menschen" am Terrorismus fasziniere.

Also stellen wir die Frage anders: Was wäre, wenn der Anschlag geglückt wäre?

Option Eins: Beschwichtigung

Wie schon nach den Anschlägen vom 11. September fordern Eugen Drewermann, Horst-Eberhard Richter und Günter Grass innezuhalten und darüber nachzudenken, "warum sie uns so hassen". Sprecher der Friedensbewegung, darunter der Theologe Friedrich Schorlemmer, schlagen als Alternative zur "Eskalation der Gewalt" einen "Dialog der Kulturen auf gleicher Augenhöhe" vor, dazu mehr Entwicklungshilfe für die Staaten der Dritten Welt und bessere Integration von "Jugendlichen mit Migrationshintergrund".

Christian Ströbele besucht eine Moschee in Neukölln und warnt davor, "alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen". Zugleich wiederholt er seinen Vorschlag, einen christlichen Feiertag abzuschaffen und an seiner Stelle einen muslimischen Feiertag zu etablieren. Oskar Lafontaine bietet sich als "Vermittler" an, man könne, sagt er, den Terrorismus nicht bekämpfen, ohne die Ursachen des Terrors beim Namen zu nennen: die Macht des Kapitals und die Ohnmacht der Ausgebeuteten. amnesty international, Human Rights Watch und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte sorgen sich um einen "weiteren Abbau der Grundrechte", Heidemarie Wieczorek-Zeul fordert, der Staat müsse auch in Krisensituationen "angemessen reagieren".

Ein solches Szenario basiert auf Erfahrungswerten, ist aber eher unwahrscheinlich. Denn die Gelassenheit im Umgang mit dem Terror hängt von der Entfernung zum Ort des Geschehens ab. Nach dem 11. September wurden die Amerikaner belehrt, sich nicht so hysterisch anzustellen, es handle sich doch nur um einen "Kleinzwischenfall der Geschichte" (Sloterdijk), der auf die hinteren Seiten der Zeitungen gehöre. Wenn aber ein Hobbypilot ein Sportflugzeug kapert und damit über Frankfurt kreist, bricht auf der "Fressgass" die Panik aus und der Bundestag beschließt Hals über Kopf ein Gesetz, das den Abschuss von entführten Passagiermaschinen erlauben soll.

Option Zwei: Alarmismus

Deswegen ist die Option Nr. Zwei viel wahrscheinlicher: Nach den Anschlägen ruft die Regierung den "nationalen Notstand" aus. Grundlage sind die Notstandsgesetze aus dem Jahr 1968. Zwar liegt kein Angriff auf die Bundesrepublik vor, aber die innere Sicherheit ist "massiv bedroht". Die laufende Debatte über den Einsatz der Bundeswehr im Inneren hört schlagartig auf. Alle Bahnhöfe, Flughäfen, Radio- und TV-Stationen, Sendeanlagen, Regierungsgebäude und Parlamente werden von Einheiten der Bundeswehr umstellt und bewacht. Die Polizei ist dazu schon deswegen nicht in der Lage, weil sie flächendeckend den Verkehr auf den Autobahnen kontrolliert.

Fahrer, die sich auffällig verhalten, werden angehalten und überprüft. Und auffällig ist, wer "südländisch" aussieht, und wenn es eine Familie aus Sizilien ist. Auch die Reisenden in den Zügen werden systematisch kontrolliert. Wie auf den Flughäfen kommen auch auf Bahnhöfen Schleusen und Metalldetektoren zum Einsatz, jedes Gepäckstück wird durchleuchtet oder aufgemacht, jeder Reisende abgetastet. Kein Zug fährt mehr nach Plan, im Berufsverkehr bleiben Millionen Pendler unterwegs stecken. Bei der Polizei rufen Dutzende "Trittbrettfahrer" an, die Bomben in Kirchen und Museen deponiert haben wollen.

Alle Konzerte, Sport- und Massenveranstaltungen werden abgesagt, Bundesligaspiele fallen aus, auch die Tournee von Robbie Williams muss verschoben werden. Die Supermärkte und Kaufhäuser sind leer, in den Cafés und Restaurants bleiben die Gäste aus. Der wirtschaftliche Schaden geht in die Milliarden, zugleich steigen die Ausgaben für Sicherheit ins Unendliche. Alle Flüge nach Mallorca, die Kapverden und Seychellen sind ausgebucht. Private Wachdienste haben Hochkonjunktur, eine israelische Firma bietet schusssichere Westen an, die man unter der normalen Kleidung tragen kann.

Die Bischöfe der beiden Kirchen rufen zu "Besonnenheit und Wachsamkeit" auf, in Essen kommt es zu einer Panik, als eine defekte Gasleitung explodiert und daraufhin ein unbewohntes Haus einstürzt, ohne dass jemand zu Schaden kommt. Man habe, versichert jeden Tag der Sprecher der Bundesregierung in der "Tagesschau", die "Situation unter Kontrolle", für eine Entwarnung sei es freilich "noch zu früh".

Das Fernsehen und die Zeitungen üben freiwillige Selbstkontrolle und verzichten auf detaillierte Angaben über das Vorgehen der staatlichen Organe, um den unbekannten Tätern keine Hinweise zu geben. Das alles ist uns erspart geblieben, weil die Bombenbauer einen "handwerklichen Fehler" begingen. Wir sind noch einmal mit dem Schrecken davongekommen. Dem Herrn sei Dank.

 

21.08.06 22:07

12175 Postings, 6866 Tage Karlchen_IIUnd ich dachte schon, dass um den

1. FC K(leinkleckersheim) geht - also dem Sinonym von Krähwinkel-Deutschland.  

21.08.06 22:08
1

1308 Postings, 4985 Tage darktraderwenn die wollen

kann jeden Tag und überall ein Anschlag verübt werden.
Von wegen "Alles unter Kontrolle".
Das ist wie Vogelgrippe, hier und da tritt sie auf und verschwindet wieder,
aber wirksam verhindern kann das keiner.    

21.08.06 22:13

2616 Postings, 5152 Tage 14LandserHätten wir uns eben nicht in diesen

Krieg der USA einmischen sollen.Ist die Regierung selbst schuld. Wünsch denen die Pest an den Hals und schlimmeres.

Mfg  

22.08.06 00:17

60567 Postings, 7419 Tage KickyFluggäste verweigern Abflug wegen 2 Asiaten

die anscheinend arabisch sprachen in einem Airbus der von Malaga nach Manchester fliegen sollte.Sie verlangten die gewaltsame Entfernung der beiden Männer,die Lederjacken trugen ,dicke Pullover und öfter auf die Uhr sahen....in einem anderen Flugzeug beklagten sich zwei Engländerinnen mit Kindern über einen bärtigen Muslim,der zuvor zweimal gecheckt worden war.Die Passagiere des Airbus in Malaga haben einfach die Maschine verlassen,der Pilot nahm die Pässe der beiden Männer in Begleitung von bewaffneter Civil Gard,eine halbe Stunde später wurden beide Männer von Polizei aus dem Flugzeug geholt.

British holidaymakers staged an unprecedented mutiny - refusing to allow their flight to take off until two men they feared were terrorists were forcibly removed.The extraordinary scenes happened after some of the 150 passengers on a Malaga-Manchester flight overheard two men of Asian appearance apparently talking Arabic.
Passengers told cabin crew they feared for their safety and demanded police action. Some stormed off the Monarch Airlines Airbus A320 minutes before it was due to leave the Costa del Sol at 3am. Others waiting for Flight ZB 613 in the departure lounge refused to board it. Websites used by pilots and cabin crew were yesterday reporting further incidents. In one, two British women with young children on another flight from Spain complained about flying with a bearded Muslim even though he had been security-checked twice before boarding.

The trouble in Malaga flared last Wednesday as two British citizens in their 20s waited in the departure lounge to board the pre-dawn flight and were heard talking what passengers took to be Arabic. Worries spread after a female passenger said she had heard something that alarmed her.Passengers noticed that, despite the heat, the pair were wearing leather jackets and thick jumpers and were regularly checking their watches. nitially, six passengers refused to board the flight. On board the aircraft, word reached one family. To the astonishment of cabin crew, they stood up and walked off, followed quickly by others.

The Monarch pilot - a highly experienced captain - accompanied by armed Civil Guard police and airport security staff, approached the two men and took their passports.
Half an hour later, police returned and escorted the two Asian passengers off the jet.
http://www.dailymail.co.uk/  

22.08.06 00:21

60567 Postings, 7419 Tage KickyMonarch fliegt sie am nächsten Tag

nach Manchester und bezahlt das Hotel LOL Soon afterwards, the aircraft was cleared while police did a thorough security sweep. Nothing was found and the plane took off - three hours late and without the two men on board.
Monarch arranged for them to spend the rest of the night in an airport hotel and flew them back to Manchester later on Wednesday.  

22.08.06 00:24

12175 Postings, 6866 Tage Karlchen_IINa - ist doch klar, wer hat denn Bock, mit

Arabern im Flugzeug zu sitzen?

Ich jedenfalls nicht.  

22.08.06 00:31

3488 Postings, 5481 Tage johannahDie geschulten Propagandisten werden wieder wach. o. T.

22.08.06 00:43

2616 Postings, 5152 Tage 14LandserWär mir so egal mit wem ich im

Flugzeug sitze. Ausserdem, wer sagt denn das die das Flugzeug nicht auf dein Haus lenken würden? Kannst doch jetzt nicht den ganzen Tag bibbernd zuhause sitzen und Angst vor der Welt haben.

Mfg  

22.08.06 00:47

60567 Postings, 7419 Tage KickyMan meinte das Wort Bombe gehört zu haben

Der deutsche Modefotograf Peter Lueders wurde in der Nähe von New York von US-Fahndern aus dem Zug gezerrt und stundenlang vernommen - nur weil eine Frau gehört haben wollte, wie er das Wort "Bombe" murmelte.Das" geschah am Dienstag voriger Woche - und ist ein Beispiel dafür, wie blank die Nerven in den USA liegen. Wie allgegenwärtig hier die unausgesprochene Angst vor Terroranschlägen ist, wie misstrauisch man sich hier beäugt, wie überreizt und überfordert die Behörden sind, wie schnell man im Netz des Verdachts zappelt. Was Lueders passierte, kann jedem passieren - und er hatte Glück, dass er heil davonkam.Am frühen Vormittag stieg Peter Lueders, 39, an Manhattans Penn Station in einen Amtrak-Zug nach Saratoga Springs, eine idyllische Kleinstadt nördlich von New York. Dort gastierte das New York City Ballet, für das Lueders fotografiert. Lueders machte es sich mit Handy, Laptop und einer DVD bequem. Die Fahrt sollte dreieinhalb Stunden dauern.Doch für Lueders war sie nach zwei Stunden beendet. Im Ort Hudson hielt der Zug außerplanmäßig an. Polizisten stiegen zu. Der Schaffner, erinnert sich der Fotograf, habe auf ihn gezeigt: "Das ist er!" Worauf die Cops ihm "nicht gerade zärtlich" Handschellen angelegt, Laptop und Handy konfisziert und ihn "ziemlich ruppig" aus dem Zug gezerrt hätten.

Lueders ist ein kräftiger, unrasierter Mann, doch von freundlicher Natur. Trotzdem dauerte es seine Zeit, bis er merkte, was hinter seiner "Verwahrung" steckte - und was Polizei und FBI inzwischen auch unabhängig bestätigen.

Eine Mitreisende hatte dem Schaffner gemeldet, sie habe gehört, wie Lueders während eines Telefonats mehrfach das Wort "Bombe" gesagt habe. Der Schaffner alarmierte wiederum die Polizei. "Die Frau war wirklich sehr bestürzt", sagte Detektiv Edward Rivenburg, der Lueders festnahm, zu SPIEGEL ONLINE. "Sie war sichtlich aufgerüttelt, sie weinte, sehr emotional. Sie wirkte sehr glaubwürdig." Und: Sie gab eine eidesstattliche Erklärung ab.

Lueders hatte im Zug in der Tat mit einem deutschen Kollegen telefoniert - auf Deutsch. "Von Bomben war nie die Rede", schwört er. Das Wort "Bombe" in Zügen oder Flugzeugen zu erwähnen, selbst im Scherz, kann in den USA seit dem 11. September 2001 fatale Folgen haben: Im vorigen Dezember erschossen staatliche Marshals einen arglosen Flugpassagier in Miami, weil er laut mit einer Bombe gedroht habe - was sich hinterher als tödliches Missverständnis entpuppte.

"Bist du sicher, du bist kein Jude?"

Ein Missverständnis, auch in Lueders Fall. Die Beamten des Hudson Police Departments hätten ihn zunächst eine Stunde lang in einen Streifenwagen gesperrt, "Fenster zu, keine Klimaanlage, 40 Grad Hitze", sagt er. Rivenburg bestätigt das im Prinzip: "Wir mussten ja erst die Passagiere befragen." Warum man Lueders nicht im Zug gelassen habe? "Terroristen steht das nicht auf der Stirn geschrieben. Was hätten Sie getan? Wir müssen die Vorschriften befolgen. Es ist schwierig. Lieber auf Nummer Sicher gehen."

Der Zug fuhr ohne Lueders weiter. Die Cops brachten ihn aufs Revier und sperrten ihn dort in eine Zelle. Sein Verhör, zu dem später auch zwei FBI-Beamte hinzustießen, habe "vier, fünf Stunden" gedauert. (Rivenburg spricht von "rund drei Stunden".) Er habe beteuert, er sei ein harmloser Fotograf. Dabei sei er auch gefragt worden, welcher Religion er angehöre. Auf seine Antwort, er sei Christ, habe ein Cop gesagt: "Bist du sicher, du bist kein Jude?"

Daran kann Rivenburg sich nicht erinnern. Lueders sei ihm als "ein sehr netter Gentleman" im Gedächtnis geblieben, "sehr verständnisvoll", und alles habe sich schließlich als ein Irrtum herausgestellt. Doch vor einer Freisetzung Lueders habe man - Vorschrift ist Vorschrift - trotzdem erst noch das Eintreffen der staatlichen Terrorfahnder abwarten müssen.

"Wir reagieren über"

FBI-Agent Lenny Daniels von der zuständigen Joint Terror Force in Albany, der Hauptstadt des Bundesstaates New York, bestätigt, er sei dazu persönlich mit einem Kollegen nach Hudson gefahren. "Wir bekamen einen Anruf von der Polizei in Hudson", sagte er zu SPIEGEL ONLINE. "So was geht automatisch zu uns."

Albany liegt eine Stunde von Hudson entfernt. "Bis wir da waren", sagt Daniels, "war alles nur noch ein Missverständnis." Er habe Lueders, um sicherzugehen, noch "15, 20 Minuten" weiter vernommen, und habe nach einem Blick auf Lueders Fotografen-Website festgestellt, dass dessen Beteuerungen "Sinn ergaben".

"Solche Fälle passieren in letzter Zeit oft", räumt Daniels ein.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,428956,00.html  

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