Vom Ziegenhirten zum Diktator...

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neuester Beitrag: 27.02.03 13:08
eröffnet am: 27.02.03 12:38 von: josse Anzahl Beiträge: 4
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27.02.03 12:38

846 Postings, 6880 Tage josseVom Ziegenhirten zum Diktator...

Saddams Jugend: Mit 14 Jahren schon ein Killer
Saddam Hussein wird am 28. April 1937 im nordirakischen Steppendorf Al-Quja bei Tigrit geboren. Die Mutter ist Wahrsagerin. Sie gibt ihrem Sohn den Namen: Saddam!
Übersetzt heißt das: Der, der auf Konfrontation aus ist.
Saddam hat drei Halbbrüder. Für seinen Stiefvater muss er Ziegen und Schafe hüten. Wenn er ein Tier aus der Herde verliert, wird er vom Stiefvater verprügelt. Saddam stiehlt deshalb Tiere von Herden anderer Beduinen.
Saddam ist der Lieblings-Neffe seines Onkels. Als wohlhabender Armeeoffizier bringt der ihm das Lesen bei, schickt ihn mit zwölf Jahren auf eine Schule. Angeblich muss Saddam für den geliebten Onkel auch Menschen töten. Mit 14 soll er einen Cousin erschossen haben.

Mit 20 Jahren ins Gefängnis - wegen Mordes
Saddam Hussein fällt 1955 durch die Aufnahmeprüfung der Bagdader Militärakademie.
Aber er ist entschlossen, Karriere zu machen. Überdurchschnittlich gebildet tritt er in die Baath-Partei ein. Ihr Ziel ist es, aus dem Vielvölkergemisch des Irak einen revolutionären, arabischen Staat zu schaffen.
Mit 20 wird Saddam wegen Mordes verhaftet.
Nach zwei Jahren kommt er wieder frei. Er arbeitet sich beharrlich an die Entscheidungsträger der Partei heran. 1959 bekommt er den Auftrag, den irakischen Diktator Kassem zu ermorden. Doch Saddam versagt. Er tötet zwei Leibwächter, den Fahrer und zwei weitere Attentäter. Kassem wird nur verletzt. Saddam entkommt verwundet
                 
Saddams Flucht ? er operiert sich selbst
Mit einem Kugel im Bein flieht Saddam Hussein nach dem fehlgeschlagenen Attentat auf Kassem als Beduine verkleidet nach Syrien.
Legende oder Wahrheit? Am Ufer des Tigris will er sich selbst die Kugel aus dem Bein herausgeschnitten haben.
Die Behörden in Damaskus verhaften ihn wenig später. Doch Saddam wird begnadigt. In Kairo (Ägypten) studiert er Jura. Angeblich aber nur zwei Semester. Denn Saddam wird 1963 im Irak gebraucht. Die Baath-Partei hatte sich an die Macht geputscht.

Saddams Rückkehr als Folterknecht
Mit 26 Jahren übernimmt Saddam 1963 die Leitung eines Gefängnisses. Angeblich soll er die Ermordung und die Folterung Dutzender Gefangener angeordnet haben.
Doch der Aufstieg währt zunächst nicht lange. Ein erneuter Machtwechsel im Irak bringt ihn selbst hinter Gitter. 1965 kann Hussein fliehen. Ein Jahr später wird er amnestiert. Sofort setzt er seine Karriere bei der Baath-Partei fort. Das wird sich auszahlen.

Saddams Karriereschub ? zum Vize-Präsidenten
Der Irak wird von Unruhen erschüttert. Die irakische Regierung muss die Hilfe der Baath-Partei annehmen. 1968 wird der damalige Präsident Arif gestürzt. Hussein reißt unter dem neuen Präsident Al-Bahr das Amt des Vize-Präsidenten an sich.
Akribisch und ausdauernd bereitet er seine Machtübernahme vor. Er stellt eine ?Schutzstaffel der Partei? auf, räumt damit Widersacher aus dem Weg. Daraus entwickelt er später den Geheimdienst.
Schon jetzt schafft er um sich ein Klima der Angst. 1973 wird er Generalleutnant. Er treibt den Bau von Fabriken, Schulen und Straßen voran. Für seine Alphabetisierungsoffensive erhält er sogar einen UNO-Preis.

Saddams Machtübernahme ? mit Gift?
1979 ist der Hirtenjunge aus Al Quja ganz oben. Präsident Al-Bahr tritt ?aus gesundheitlichen Gründen? zurück. Gerüchte besagen, dass ihm Hussein Gift ins Essen mischen ließ.
Saddam wird Staatspräsident des Iraks. Sofort lässt er viele angebliche Verräter töten. Festigt so seine Machtposition. Auch Angehörige verschont er nicht. Seinen Söhnen aus drei Ehen verhilft der Waffen-Narr zu einflussreichen Posten. Saddam soll über ein Vermögen von mehr als zehn Millionen Dollar verfügen. Angeblich soll er Erlöse aus Ölgeschäften des Iraks für sich abgezweigt haben.

Saddams Iran-Angriff ? es geht um Öl
Nur ein Jahr nach der Übernahme der Präsidentschaft greift Saddam 1980 den Iran an. Er hofft, den durch die islamische Revolution geschwächten Nachbarn problemlos zu besiegen. Im MIttelpunkt von Saddams Invasions-Interessen: die iranische Erdölprovinz Kuhsistan.
Doch nach acht Jahren müssen sich die irakischen Truppen geschlagen zurückziehen. Der Krieg stürzt den Irak in hohe Schulden. Pikant: Besonders die USA unterstützen den Irak mit Waffen und militärischer Ausbildung.

Saddams Kuwait-Einmarsch ? wieder eine Niederlage
Zehn Jahre nach dem Iran-Angriff marschieren irakische Truppen in das wehrlose Kuwait ein. Wieder geht es um Öl. Und wieder wird es eine beschämende Niederlage für Saddam. Dieses Mal ist der Westen gegen ihn. Mit dem Golf-Krieg und der Operation ?Desert Storm? schlagen vor allem die Amerikaner die Irakis zurück. Aber Hussein überlebt die Bombardements und behält die Macht. Seitdem ist er der Feind Nr. 1 für die USA.

Saddams Angst ? überall wittert er Verräter
Saddam rechnet ständig mit einem Mordanschlägen. Saddam besitzt über 20 prunkvolle Paläste, lebt in Saus und Braus, während sein Volk hungert. Nie schläft er zwei Nächte hintereinander am selben Ort. Er beschäftigt mindestens fünf Doppelgänger, die manchmal sogar Staatsgäste empfangen. Sein Essen lässt der Diktator ständig vorkosten. Alle Briefe an ihn müssen fotokopiert werden, bevor er sie anfasst. Eine 30000 Mann starke Leibgarde schützt ihn. Sohn Uday entzog er zuletzt das Kommando, weil er auch ihm nicht mehr traut.

Saddams Überlebensstrategie
Konsequent räumt er seit seiner frühen Jugend Widersacher aus dem Weg. Wieviele es bisher waren, weiß niemand. Doch nicht nur Verräter fallen ihm zum Opfer: Saddam lässt jeden, der ihm eines Tages gefährlich werden könnte, aus dem Weg räumen. Nicht immer werden die Widersacher erschossen, oft sterben sie bei mysteriösen Unfällen. Auch Familienmitglieder sind nicht sicher. Saddam ließ auch Schwiegersöhne wegen angeblichen Landesverrates beseitigen.
Für sein hungerndes Volk lässt Saddam überall im Land prächtige Moscheen bauen. Saddam ist einer der profiliertesten arabischen Taktiker. Die Niederlage im Golf-Krieg lässt er zu einem Sieg umdichten.

Quelle?

Servus
josse  

27.02.03 12:53

3993 Postings, 6587 Tage DingKann das jemand erklären?

Iran und Kuwait hat Saddam wegen Öl angegriffen. s.o.

Aber der Irak soll doch selbst so riesige Ölreserven
haben, daß er von den USA hauptsächlich deswegen
angegriffen werden soll. Waren ihm da seine eigenen
Ölreserven nicht riesig genug?
 

27.02.03 13:08

2176 Postings, 6508 Tage HEBIKuwait gehörte einmal zum Irak

und wurde einfach von einem britischen Militär vom Irak auf der Landkarte abgeschnitten. Also hat Saddam nur eigenes Land betreten. Um das Öl ging es ihm überhaupt nicht.

hebi  

27.02.03 13:08

6431 Postings, 6732 Tage altmeisterein beeindrukender lebenslauf

der mann hätte es in jedem land der welt an die spitze geschaft.  

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