Vogelgrippe: Das Geschäft mit der Angst

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95440 Postings, 7196 Tage Happy EndVogelgrippe: Das Geschäft mit der Angst

SPIEGEL ONLINE - 26. Februar 2006, 12:29
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http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,403039,00.html

Vogelgrippe
 
Das Geschäft mit der Angst

Von Miriam Schröder

Bauern und Tourismusbranche fürchten um ihren Umsatz und manche Betriebe gar um ihre Existenz, seit die Vogelgrippe in Deutschland angekommen ist. Geschäftemacher versuchen inzwischen, Profit zu schlagen aus der Angst vor einer Pandemie, die es noch gar nicht gibt.

Dass zwei Liter Wasser am Tag gesund sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dass Mineralwasser aber auch gegen das H5N1-Virus schützen könnte, klang nach einer Sensation. Kaum hatte die Tierseuche in Mitteleuropa die ersten Schwäne und Hühner dahingerafft, verkaufte ein tschechischer Getränkehersteller seine Flaschen mit neuen Etiketten: "Immunisiert gegen Vogelgrippe" - und zwar sogar in den Geschmacksrichtungen Pampelmuse, Zitrone und Orange.

DPABundeswehrsoldaten auf Rügen: Anbieter von Atemschutzmasken, Latex-Handschuhen und dubiosen Mittelchen wittern Gewinne
Die Gesundheitsbehörden in Prag forderten das Unternehmen auf, das Schwindelprodukt unverzüglich vom Markt zu nehmen. Nicht nur in Tschechien sprießen zweifelhafte Angebote: Während einige Unternehmen aus der Tourismus- oder Geflügelbranche bereits um ihre Existenz bangen, wittern andere das ganz große Geschäft.

Mit einem bunten Huhn auf der Verpackung und dem Hinweis "biologisch abbaubar" wirbt eine süddeutsche Firma für ihr "Vogelgrippeschutzset für eine Person". Für nur 19,99 Euro erhalte der Kunde "eine Zusammenstellung verschiedener protektiver Produkte, die bei einem Ausbruch in näherer Umgebung maximale Sicherheit geben". Das Set beinhalte hochwirksame Desinfektionstabletten, zwei Paar medizinische Latexhandschuhe sowie eine Atemschutzmaske "der Vogelgrippe umfassenden Klasse FFP3". Man solle sich "im Ernstfall" mit diesem Set schützen. Für den gleichen Preis bietet ein Hersteller aus Schleswig-Holstein sogar ein Schutzpaket "für die ganze Familie" an.

Dass alleine das Wort Vogelgrippe derzeit Geld wert ist, bemerken inzwischen auch die seriösen Teile der Wirtschaft. Das Leverkusener Chemieunternehmen Lanxess etwa hat am Mittwoch eine Studie präsentiert, der zufolge ein Desinfektionsmittel auch gegen das Vogelgrippe-Virus wirkt. Daraufhin schnellte der Wert der Konzern-Aktie kurzfristig um sieben Prozent in die Höhe.

Warmer Geldregen für Roche

Der Pharmakonzern Roche hat 2005 gar Rekordergebnisse erzielt - unter anderem dank der starken Nachfrage nach dem Grippemittel Tamiflu. Der Betriebsgewinn erhöhte sich um 33 Prozent auf rund sechs Milliarden Euro, der Konzernumsatz stieg derweil um 20 Prozent auf fast 23 Milliarden Euro. Allein Tamiflu, zuvor eher ein Nischenprodukt, bescherte dem Konzern im vergangenen Jahr einen Umsatz von einer Milliarde Euro - eine Steigerung von 370 Prozent gegenüber 2004.

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DIE VOGELGRIPPE

Das Virus

Die Vogelgrippe, auch als Aviäre Influenza bekannt, ist eine hoch ansteckende Viruskrankheit und befällt vor allem Hühner und Puten, aber auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner. Für 80 bis 100 Prozent der erkrankten Tiere führt die Krankheit innerhalb weniger Tage zum Tod. In seltenen Fällen können sich auch Menschen anstecken. In Asien wurden bisher 117 solche Fälle angegeben, 60 Menschen starben. Die meisten hatten beruflich mit Geflügel zu tun.

Übertragung

Übertragen wird die Seuche von Tier zu Tier durch direkte Berührung, über Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit oder über Kontakt mit infiziertem Material wie Transportkisten oder Eierkartons. Bei starker Staubentwicklung ist auch eine indirekte Ansteckung über die Luft möglich.

Symptome

Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt meist 3 bis 14 Tage. Oft treten hohes Fieber, Atemwegsprobleme, Schwarzfärbung von Kamm und Kehllappen, Mattigkeit, Fressunlust, verminderte Legeleistung und Durchfall auf. Die Tiere können aber auch plötzlich tot umfallen oder ersticken.

Gefahr für Menschen

Forscher sind besorgt, dass H5N1 mutieren könnte, bis es von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Neuere Forschungsergebnisse bestätigen diese Befürchtung: Der Subtyp H1N1, der von 1918 bis 1920 als Spanische Grippe grassierte und bis zu 50 Millionen Tote forderte, war ein reines Vogelvirus, das sich an den Menschen angepasst hat. Denkbar ist auch eine Doppelinfektion eines Menschen oder eines Schweins mit menschlichen und tierischen Erregern. Dabei könnte sich eine Virus-Variante bilden, die eine verheerende weltweite Seuche - eine sogenannte Pandemie - auslösen könnte.



Verbraucherschützer und Mediziner warnen die Bevölkerung indes vor Panikkäufen, sowohl was Medikamente als auch andere Produkte betrifft. "Es gibt bisher überhaupt keine Veranlassung, Atemschutzmasken oder Desinfektionsmittel zu kaufen", sagt Carel Mohn, Pressesprecher des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Wer solche Artikel derzeit im Zusammenhang mit der Vogelgrippe anbiete, "versucht nur, Profit machen".

Auch das Berliner Robert-Koch-Institut schreibt in einer aktuellen Empfehlung: "Für die allgemeine Bevölkerung, die keinen Kontakt zu Tieren, insbesondere Geflügel oder aus unbekannten Gründen erkrankten oder verendeten Wildvögeln hat, werden keine besonderen Schutzmaßnahmen empfohlen." Dies gelte auch für Menschen, die in den Vogelgrippegebieten an der Ostsee wohnen.

Kostspielige Servicenummern

"Um sich zu schützen, braucht man eigentlich nur den gesunde Menschenverstand", sagt Verbraucherschützer Mohn. Menschen sollten den Kontakt zu Vögeln in der freien Wildbahn deshalb vermeiden. Auch wird vor dem Verzehr von rohen Eiern und rohem Geflügelfleisch gewarnt. Wer Hähnchen oder Enten in der Küche zubereitet, sollte sich anschließend die Hände waschen und die Gegenstände reinigen, die mit dem Fleisch in Berührung gekommen sind. "Das sind Hygienevorschriften, die man ohnehin beachten sollte", so Mohn.

Seriöse Informationen erhält der Verbraucher überdies bei den kostenlosen Hotlines der Verbraucherzentralen und des Ministeriums für Verbraucherschutz. Dennoch versuchen dubiose Anbieter, die Angst der Bürger vor der Seuche auch mit teuren Service-Nummern zu Geld zu machen.

Zahlreiche private Telefonhotlines und Faxabrufe bieten über teure Servicenummern meist minderwertige Empfehlungen. Auch das Internet wird mit fragwürdigen Angeboten überflutet. Der Begriff Vogelgrippe findet sich mittlerweile in diversen Internet-Adressen und - vom Schutzanzug über Vogelgrippe-Feuerzeuge bis hin zum garantiert H5N1-freien Tintenstrahldrucker.


---> Bei eBay grassiert der Virus-Wahnsinn

 

26.02.06 13:54

63836 Postings, 7633 Tage Kicky10 KapselnTamiflu zu 139.-Eur ,Relenza ab 65$+20$

Bearbeitungsgebühr für 5mg ! im Internet
es ist wirklich haarsträubend !
da nehme ich lieber Meerrettich und Cistrose,Polyphenole helfen auch die Widerstandskraft zu stärken-und natürlich pass ich auf,dass mein Hund keine toten Vögel anfasst...  

27.02.06 11:45

95440 Postings, 7196 Tage Happy EndDas miese Geschäft mit der Angst?

Bild im Glashaus *g*

---> ZEIT: Bild schießt den Vogel ab

 

27.02.06 11:50

29429 Postings, 5455 Tage sacrificewelchen vogel denn ?

ariva.degruss

sacrifice

 

09.03.06 13:16

95440 Postings, 7196 Tage Happy EndPanik nach Todesfällen an Gymnasium

http://www.ariva.de/board/249226  

09.03.06 13:22

61594 Postings, 6179 Tage lassmichrein*ggg* Hatte schon den Finger am Abzug... *ggg* o. T.

09.03.06 13:28

1399 Postings, 5774 Tage Bettlerletztens im Garten.... o. T.

 
Angehängte Grafik:
H5N1_Birnenpirol.jpg
H5N1_Birnenpirol.jpg

09.03.06 13:31

95440 Postings, 7196 Tage Happy EndÄtsch, LMR *g* o. T.

24.03.06 12:10

95440 Postings, 7196 Tage Happy Endx

http://www.pandemie.com/vogelgrippe-pandemie.htm  

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