Unbekannte Unternehmen gehören zu den 15 Besten

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8970 Postings, 6213 Tage bammieUnbekannte Unternehmen gehören zu den 15 Besten

Unbekannte Unternehmen gehören zu den 15 rentabelsten

Von John Dorfman, Dorfman Investments/Bloomberg News

18. August 2005 Seit 1998 standen bekannte Namen wie Microsoft, Bristol-Myers Squibb und Oracle auf der jährlich von mir zusammengestellten Liste mit den 15 rentabelsten Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Dies ist nicht mehr der Fall.

Dieses Jahr schaffen es diese Unternehmen nicht mehr auf meine Liste. An ihre Stelle sind unbekannte Namen getreten, die geradezu ungeahnte Rentabilitätszahlen erzielt haben. Es handelt sich zum Beispiel um Microstrategy, Calamos Asset Management und OptionsXpress Holdings.

Spieler in profitablen Nischen werden interessanter

Dies deutet darauf hin, dass hier ein Übergang von allbekannten Unternehmen auf eine neue Generation von Firmen stattgefunden hat, die sich auf rentable Nischen spezialisiert hat.

Jedes Jahr veröffentliche ich eine Liste der Unternehmen, die besonders rentabel gewirtschaftet haben. Diese Liste hat den Spitznamen ?Fab 15? erhalten. Um in sie aufgenommen zu werden, müssen die Unternehmen einen Marktwert von mindestens 750 Millionen Dollar haben, eine Aktienkapitalrendite von 30 Prozent und eine Gesamtkapitalrendite von 15 Prozent erwirtschaften und eine Gewinnmarge von mindestens 20 Prozent erzielen. Wenn mehr als 15 Unternehmen diese Bedingungen erfüllen, ordne ich sie nach ihrer Eigenkapitalrendite.

In die ?Fab 15?-Liste aufgenommen zu werden, ist eine Ehre. Das kommt nicht unbedingt einer Kaufempfehlung für die Aktie gleich. Viele der ?Fab 15?-Aktien sind teuer, da die Anleger bereits ihre Vorzüge erkannt haben. Ich habe die ?Fab 15?-Liste bisher sechsmal veröffentlicht (im August 1998 zum ersten Mal und im August jeden Jahres seit dem Jahr 2000). Im Durchschnitt haben die ?Fab 15?-Aktien über zwölf Monate hinweg eine Gesamtrendite einschließlich Dividenden von 3,3 Prozent erzielt und wurden damit knapp vom Standard & Poor's 500 mit einer durchschnittlichen Rendite von 3,4 Prozent geschlagen.

In den meisten Jahren empfehle ich einige Aktien von der ?Fab 15?-Liste, deren durchschnittlicher Gewinn auf Sicht von zwölf Monaten bisher bei 13 Prozent lag. In den vergangenen zwölf Monaten sah dieses Bild jedoch ganz anders aus. Vom 17. August 2004 bis zum 12. August 2005 erwirtschafteten die ?Fab 15? eine Rendite von 24 Prozent einschließlich Dividenden, der S&P 500 dagegen jedoch nur 16 Prozent.

Merck & Co. verhagelte eine schöne Performance anderer Werte

Die drei von mir vor einem Jahr empfohlenen ?Fab 15?-Aktien - Janus Capital Group, Marvel Enterprises und Merck & Co. - stiegen lediglich um 4,4 Prozent. Dabei erwirtschaftete Marvel eine Rendite von 34 Prozent und Janus Capital von 7,6 Prozent. Merck verhagelte jedoch das Gesamtergebnis mit einer negativen Rendite in Höhe von 29 Prozent. Dies war in doppelter Hinsicht enttäuschend, da ich Merck sowohl für Kunden als auch in meinem eigenen Portfolio hielt

In diesem Jahr erfüllten 41 Unternehmen die statistischen Kriterien. Dabei erwirtschaftete Microstrategy mit 118 Prozent die höchste Eigenkapitalrendite. Das in McLean, Virginia, ansässige Unternehmen produziert Software zur Verknüpfung von Informationen in Datenbanken und hatte in sechs der acht Jahre von 1996 bis 2003 Geld verloren.

Das zweitbeste Unternehmen war Calamos Asset Management, ein Geldmanagementhaus aus Naperville, Illinois, das im Oktober an die Börse ging und eine Eigenkapitalrendite von 104 Prozent erzielte.

OptionsXpress mußte sich mit einer Eigenkapitalrendite von 103 Prozent nur knapp geschlagen geben. Das Brokerhaus aus Chicago ging im Januar an die Börse und ist auf den Optionshandel spezialisiert. Im Juli gab es an, daß es drei Prozent aller Optionstransaktionen in den Vereinigten Staaten abwickle und mit einer Steigerung seines Marktanteils rechne.

An vierter Stelle lag Kronos Worldwide, ein Unternehmen aus Dallas, das Titandioxidpigmente herstellt und eine Eigenkapitalrendite von 100 Prozent aufwies.

Cleveland-Cliffs, ein in Cleveland, Ohio, ansässiges Unternehmen, das Eisenerzpellets herstellt, gelangte mit einer Eigenkapitalrendite von 98 Prozent auf den fünften Platz. Meines Erachtens macht die geringe Verschuldungsquote von nur neun Prozent des Eigenkapitals das Unternehmen attraktiv. Der Kurs erscheint angesichts eines KGVs von 11 und eines Kurs-Umsatz-Verhältnisses von 1,2 angemessen.

Der in Atlanta ansässige Immobilientrust Cousin Properties wurde mit einer Eigenkapitalrendite von 85 Prozent auf den sechsten Platz eingestuft. Cousins gehörte auch im vergangenen Jahr zur ?Fab 15?-Liste.

Shuffle Master gelangte mit einer Eigenkapitalrendite von 77 Prozent auf den siebten Platz. Das Unternehmen aus Las Vegas produziert Kartenmischmaschinen und andere Ausrüstungsgegenstände für die Casino-Branche. Analysten prognostizieren dem Unternehmen für die kommenden fünf Jahre ein Gewinnwachstum von 27 Prozent, was meines Erachtens optimistisch ist. Die Verschuldung entspricht dem Siebenfachen des Eigenkapitals und ist damit für meinen Geschmack zu hoch.

Die Plätze acht bis 13 sind von MEMC Electronic Materials, Las Vegas Sands, KCS Energy, W&T Offshore, Vintage Petroleum und Tessera Technologies besetzt.

Ultra Petroleum auf Platz 14 ist neben Cousins das einzige Unternehmen, das auch schon im vergangenen Jahr auf der Liste vertreten war. Ultra fördert in vielen seiner Felder qualitativ geringwertiges Rohöl, arbeitet jedoch bei den aktuellen Ölpreisen sehr rentabel.
Waddell & Reed Financial liegt mit einer Eigenkapitalrendite von 52 Prozent auf dem letzten Platz. Das Geldmanagementhaus aus Overland Park, Kansas, wurde auch 2002 in die ?Fab 15?-Liste aufgenommen.

Ich halte Cleveland-Cliffs und zwei Aktien aus dem Energiesektor für halbwegs attraktiv: KCS Energy mit einem KGV von 12 und Vintage Petroleum mit einem KGV von 14. Die Aktie von Vintage ist jedoch im bisherigen Jahresverlauf bereits um 67 Prozent gestiegen, und Cleveland-Cliffs und KCS haben ebenfalls um 50 Prozent bzw. 46 Prozent zugelegt. Es ist durchaus fraglich, wieviel Spielraum noch nach oben besteht.

Hohe Renditen sind nicht alles

Wie haben sich einige der Unternehmen entwickelt, die in früheren Jahren in die Liste aufgenommen wurden? Bei Bristol-Myers Squibb, das viermal auf der Liste stand, hat sich die Rentabilität von einem hervorragenden auf ein sehr gutes Niveau verschlechtert; die Eigenkapitalrendite lag im vergangenen Jahr bei 24 Prozent.

Eli Lilly & Co., das ebenfalls viermal in die Liste aufgenommen wurde, verzeichnete nur noch eine Eigenkapitalrendite von unter 18 Prozent.

SEI Investments stand ebenfalls viermal auf der Liste; das Unternehmen erfüllt noch alle Kriterien, erreichte jedoch aufgrund seiner Eigenkapitalrendite nur Platz 19.

Der Schnupftabakshersteller UST, der auch viermal zu den ?Fab 15? gehörte, mußte aufgrund von Klagen und Kartellverfahren Eigenkapitalverluste hinnehmen. Seine Eigenkapitalrendite ist nach der Berechnungsmethode von Bloomberg nicht aussagekräftig.

Oracle hatte dreimal auf der Liste gestanden und erfüllte zwar die Auswahlkriterien, erzielte aber mit einer Eigenkapitalrendite von 31 Prozent nur den 40. Platz. Und Plantronics, das ebenfalls dreimal ein ?Fab 15?-Unternehmen war, wies eine noch geringere Eigenkapitalrendite von 28 Prozent auf.

Text: Bloomberg  

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