US Zinsen 25Punkte/ Anleihen haben den Hammer ....

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eröffnet am: 07.07.04 19:48 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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969654 Postings, 6202 Tage moyaUS Zinsen 25Punkte/ Anleihen haben den Hammer ....

"Credit Crunch"

von Dr. Kurt Richebächer

Während die Fed die Leitzinsen um magere 25 Basispunkte erhöht hat, hat der US-Anleihenmarkt den Hammer genommen, und die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen in den letzten 12 Monaten um über 100 Basispunkte erhöht.

Wenn die Fed die Geldpolitik wirklich verschärfen wollte, dann sollte sie sich über diese Entwicklung des US-Anleihenmarktes freuen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass dieser Zinsanstieg am langen Ende die Fed geschockt hat, denn die höheren Hypothekenzinsen werden sich am Immobilienmarkt negativ auswirken, was die Geldpolitik erheblich stärker verschärft hat, als die Fed wirklich will.

All das Gerede der Fed war meiner Ansicht nach nur dazu da, um die Inflationsangst des Marktes zu betonen, dadurch dass die Anti-Inflationseinstellung der Fed betont wurde. Auf jeden Fall hat die Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte so gut wie gar nichts geändert.

Was genau konnte oder wollte die Fed mit dieser kleinen Zinserhöhung erreichen? Zu was hat die für die Wirtschaft und das Finanzsystem geführt? Kurz gesagt: Es ist nicht wahrscheinlich, dass sie viel - oder überhaupt etwas - geändert hat.

Für die Konsumenten und Nicht-Banken ist der Leitzinssatz von 1,0 % oder 1,25 % ohnehin pure Theorie. Was für sie wirklich zählt, sind Veränderungen der Renditen am Rentenmarkt. Denn ein Renditeanstieg der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 100 Basispunkte verringert deren Kurs um fast 10 %.

Meiner Ansicht nach sind das Schicksal der "Spekulationsblase bei den Hypotheken" und die weiteren Auswirkungen davon derzeit das wichtigste Thema, wenn es um die Lage der US-Wirtschaft geht. Alle anderen großen Komponenten des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes sind zu schwach, um die neue Wachstumslokomotive werden zu können. Die Konsumausgaben bleiben so dominant, dass jede Schwäche bei ihnen auch die anderen Komponenten schwächeln lassen würde.

Ich möchte betonen, dass die Amerikaner fast überhaupt nichts sparen.
Die USA besitzen ein Finanzsystem, das - dank der Zentralbank - keine Grenze für Kredite und Schulden kennt. Es ist ein Finanzsystem von fast unbegrenzter "Elastizität", so könnte man sagen.

Sicherlich ist die Fed bemüht, das Boot, in dem alle Amerikaner sitzen, nicht durch größere Zinserhöhungen in Unruhe zu bringen.

Aber ich bin der Ansicht, dass die Spekulationsblasen zu groß geworden sind, um ein normales "Deflationieren" zu ermöglichen. Der Fakt, den man sehen muss, ist die Tatsache, dass die Fed unter Greenspan das US-Finanzsystem in eine horrende Liquiditätsfalle gelockt hat.

 

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