US-Presse ignoriert McCains Patzer (noch)

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neuester Beitrag: 31.07.08 12:37
eröffnet am: 31.07.08 12:30 von: Happy End Anzahl Beiträge: 3
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95440 Postings, 7316 Tage Happy EndUS-Presse ignoriert McCains Patzer (noch)



Von Marc Pitzke, New York

Mit immer bissigeren TV-Spots ereifert sich der US-Republikaner McCain über die Popularität seines Rivalen Barack Obama. Vor allem den Journalisten wirft er vor, den demokratischen Präsidentschaftsbewerber zu hätscheln. Doch in Wahrheit ist das Gegenteil der Fall.

New York - John McCain ist sauer. Man spürt es bei jedem Wahlkampfauftritt, auf jeder Pressekonferenz, in jedem Werbespot. Etwa in diesem: "Er ist der größte Star der Welt", säuselt die Sprecherin spitz, dazu schnell geschnittene Szenen: Barack Obamas Berlin-Rede, Blitzlichtgewitter, Britney Spears, Paris Hilton. "Aber ? ist er in der Lage, zu führen?"

"Celebrity" heißt der jüngste TV-Clip (mehr...), mit dem der US-Republikaner John McCain seinen demokratischen Rivalen Obama attackiert. Darin echauffiert sich McCain - mal wieder - über das weltweite Obama-Fieber und vergleicht es mit dem inhaltslosen Paparazzirummel um Britney, Paris, Lindsay und Co.

McCains Wahlkampfmanager Rick Davis legte am Mittwoch im Telefonat mit Journalisten nach: Obama konzentriere sich auf die Pflege seines "Prominentenstatus". Chefberater Steve Schmidt sekundierte: "Er hat viele Fans."

So geht das seit Wochen. McCain schimpft, meckert, krittelt, nörgelt  . Hauptbeschwerde: Obama werde nicht nur von seinen Anhängern wie ein Messias verehrt - sondern vor allem von den US-Medien, die sich gemeinsam mit dem Demokraten gegen ihn, McCain, verschworen hätten. "Eine Meute anhimmelnder Fans erwartet Senator Obama in Paris", mokierte sich McCain, als Obama in Europa war. "Und das ist nur die US-Presse."

Längst ist das zu einem Axiom dieses Rennens ums Weiße Haus geworden: Die US-Medien hätscheln ihren Liebling Obama, beten ihn sogar an - und benachteiligen McCain, den wackeren Underdog. Das Problem daran: Es stimmt nicht.

Gegenteil: McCain hat sich in den vergangenen Wochen einen derart miserablen Wahlkampf geleistet, mit solchen Missgriffen und Tiefschlägen - und doch herrscht dazu in den US-Medien meist höfliches Schweigen. So was hätten sie Obama nie durchgehen lassen.

Nicht Obama genießt den Schonwaschgang. Nein: Es ist McCain, dessen hanebüchene Fehltritte kein Thema sind. Doch das könnte sich nun ändern.

(...)

In der Tat wirken McCains Wahlkampf-Auftritte wie Bauerntheater im Vergleich zu den Obama-Shows. Fototermine mit Altpräsident George Bush, mit weißhaarigen Ladys im Supermarkt, vor einem deutschen Wurstlokal: kein Wunder, dass die Reporter darüber stöhnen - und die Wähler umschalten. "Ehrlich gesagt", sagte selbst McCains Parteifreund Mike Huckabee, "ich finde, er sieht immer mehr aus wie Bob Dole in den letzten Zügen des Wahlkampfes '96." Man erinnert sich: steifer Anzug, dumme Witze, ein Sturz vom Podium.

Jedes Wort Obamas landet auf der Goldwaage

Daran hat McCain selbst Schuld. Denn auch mit Worten macht er die Bilder nicht wett. Unfähig, vom Teleprompter abzulesen, stolpert er durch seine Reden, patzt: Er erfand eine "Irak-Pakistan-Grenze", sprach von der "Tschechoslowakei", verwechselte Sunniten mit Schiiten, bekam die jüngere Geschichte des Iraks nicht ordentlich auf die Reihe.

"Waren das Ausrutscher, Versprecher, Zeichen momentaner Ermüdung?", rätselt Fred Kaplan im Online-Magazine "Slate". "Oder spiegelt sich darin faules Denken wieder, konzeptuelle Verwirrung, ein Geisteszustand, der von Klischee-Abstraktionen umwölkt ist?" Kaplan vermutet: "Wenn Obama nur eine dieser Dümmlichkeiten von sich gegeben hätte, hätten sich die Medien und die McCain-Kampagne sofort auf ihn gestürzt wie rote Ameisen auf einen waidwunden Hundewelpen."

In der Tat: McCains Patzer werden kaum registriert, geschweige denn kritisiert. Stattdessen kann er sich unbeanstandet in das abgewetzte Mäntelchen der "Erfahrung" hüllen, in das Image des Vietnamhelden und "Mavericks" (Querdenkers) - egal ob seine oft bizarren Aussagen das heute noch stützen.

weiter: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,569191-2,00.html
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31.07.08 12:34
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42128 Postings, 7849 Tage satyrMcain Der hat doch nicht alle Gurken im Glas

31.07.08 12:37
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42128 Postings, 7849 Tage satyrGegen den ist ja Söder noch ein Imtellektueller

Haben die nix besseres zu bieten als Spacken?
Die Reps in amerika  

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