US-Broker muss über 400 Millionen Dollar zahlen

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eröffnet am: 29.12.01 00:21 von: calexa Anzahl Beiträge: 2
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29.12.01 00:21

4691 Postings, 6950 Tage calexaUS-Broker muss über 400 Millionen Dollar zahlen

Ein früherer PaineWebber-Broker soll seine Klienten mit kanadischen Schrottaktien um einen dreistelligen Millionenbetrag gebracht haben. Die New Yorker Börse verhängte gegen den Mann jetzt die höchste Geldstrafe ihrer Geschichte.

Mexico City/New York - Francisco Lerma kann sich noch gut an den 2. März 1998 erinnern, den Tag, als ihm sein Broker Enrique Perusquia eröffnete, dass sein gesamtes Vermögen von 100 Millionen Dollar futsch sei. Bei dem Treffen in Lermas Büro in Mexico City gab der in San Francisco arbeitende Broker des Finanzdienstleisters PaineWebber zu, Lermas Geld mit dem Kauf drittklassiger kanadischer Goldaktien verspielt zu haben. Danach habe er das Malheur mit falschen Depotauszügen zu vertuschen versucht. "Er war aschfahl", so Lerma, "und er schwitzte".

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal Europe" hat die Schlichtungstelle der New York Stock Exchange (NYSE) nun gegen den ehemaligen Broker der Wall-Street-Firmen PaineWebber und Lehman Brothers die Rekordstrafe von 429,5 Millionen Dollar verhängt. Die Liste der Vergehen, die Enrique Perusquia nach Ansicht der NYSE begangen hat, ist lang. Sie umfasse "Betrug, Fälschung, die Verletzung treuhänderischer Pflichten, Veruntreuung, Handel auf eigene Rechnung sowie weitere ruchlose Handlungen", so die Begründung der NYSE.

Die Entschädigungszahlungen wurden einem dutzend Familien zugesprochen, die unter der Führung der mexikanischen Immobilien- und Baufirma Francisco Lerma gegen die Praktiken des Brokers geklagt hatten. Die Kläger hätten insgesamt mehr als hundert Millionen Dollar verloren, nachdem Perusquia von 1992 bis 1998 ihr Geld in Aktien von Unternehmen investiert habe, die kurz vor dem Bankrott standen, so der Houstoner Klägeranwalt Thomas Ajamie. Der Anwalt der Kanzlei Schirrmeister Ajamie LLP sagte, er gehe nicht davon aus, dass Perusquia in der Lage sei, die vollen 429 Millionen Dollar zu bezahlen.

Gold Flops statt Blue Chips

Als Francisco Lerma sein Depot bei PaineWebber eröffnete, war der Löwenanteil seines Vermögens in Anleihen und werthaltigen Aktien wie dem Technologiedienstleister Schlumberger oder der Brauerei Guinness investiert. Doch die Blue Chips verschwanden schon bald aus Lermas Depot. Mitte 1997 war der Mexikaner Depotauszügen zufolge stattdessen zum Großinvestor bei kanadischen Goldaktien aufgestiegen - einem Marktsegment, das Internetfirmen des Neuen Marktes als grundsolides Investment erscheinen lässt. Lerma gehörten mehr als fünf Prozent des Unternehmens REA Gold sowie ein stattlicher Anteil an der Northern Orion Explorations Ltd. Anfang 1998 war REA bankrott, Northern Orion notierte im Penny-Bereich. Davon wusste Lerma zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nichts.

Perusquia habe die Unterschriften seiner Kunden gefälscht und ihnen getürkte Depotaufstellungen gefaxt, um die ruinösen Investments zu verschleiern, so die Kläger. Lerma zufolge habe Perusquia ihm Faxe mit dem Briefkopf der Union Bank of Switzerland (UBS), der Muttergesellschaft von PaineWebber, geschickt. Laut diesen Mitteilungen war sein Vermögen Ende 1997 auf 150 Millionen Dollar angewachsen. Tatsächlich waren Lermas Investments zu diesem Zeitpunkt nur noch 4,9 Millionen Dollar wert. Heute seien nur noch Schulden für von Perusquia getätigte Wertpapierkredite übrig, so Lerma.

Des Weiteren wird Perusquia von den Klägern beschuldigt, seine Klienten mittels so genannter "Pump and Dump"-Geschäfte um ihr Vermögen gebracht zu haben. Bei dieser in den USA verbotenen Praxis habe der Broker mit dem Geld seiner Kunden in großem Umfang Aktien kleinerer Werte, meist Goldfirmen, gekauft. Dadurch hätten verkaufswillige Investoren in Absprache mit Perusquia ihre Aktien zeitgleich zu einem hohen Preis verkaufen können. Für diese Geschäfte soll der Ex-Broker Geld von den Verkäufern erhalten haben. Perusquia, Sohn eines mexikanischen Baulöwen, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Strafe ist die höchste, die je von der NYSE verhängt wurde. Die bisher höchste Zahlung mussten mit 43 Millionen Dollar im Juni 2001 der Finanzdienstleister Refco sowie zwei frühere Angestellten des Unternehmens leisten. Nach Angaben von "Bloomberg News" hat Ajamie vor einiger Zeit für die Geschädigten bereits einen Vergleich mit den Firmen ausgehandelt, über deren Handelssysteme Perusquia seine Deals machte. Dazu gehörten PaineWebber, Lehman Brothers sowie die Chase Manhattan Bank, die für die beiden Firmen Wertpapiergeschäfte abwickelte.
(Quelle: manager-magazin.de)

So long,
Calexa  

29.12.01 00:22

4691 Postings, 6950 Tage calexaMilliarden-Strafe für Investmentbank

Unsaubere Geschäfte ihres Brokers Martin Armstrong kosten die renommierte Bank HSBC angeblich rund 1,3 Milliarden Mark Strafgeld.

London / Brüssel - Eine Tochter der britischen Großbank HSBC Holdings Plc muss wegen Betrugs voraussichtlich 600 Millionen US-Dollar zahlen. Das berichtet das "Wall Street Journal Europe" unter Berufung auf Kreise. Die angeklagte HSBC-Tochter "Republic New York Corp" werde sich wegen betrügerischer Anlagegeschäfte im so genannten Fall Armstrong schuldig bekennen.

Der Investmentbanker und Märkte-Analyst Martin Armstrong war 1999 von New Yorker Behörden wegen Betrugs verhaftet worden. Er wird beschuldigt, Gelder japanischer Anleger vermengt zu haben, um die Erträge in ein besseres Licht zu stellen. Armstrong bestreitet die Vorwürfe. Zu Jahresbeginn kam er in Untersuchungshaft, nachdem er gegen Bewährungs-Auflagen eines New Yorker Gerichts verstoßen hatte.

Betrug mit Methode - das Ponzi Scheme

Die Methode, nach der Armstrong japanische Kunden der Investment-Abteilung von HSBC übervorteilt haben soll, wird in Banker-Kreisen Ponzi Scheme gennant. Bei diesem strafbaren Vorgang werden frühe Investoren eines Unternehmens ausgezahlt mit Fonds-Geldern anderer Investoren, die später eingestiegen sind. Die tatsächliche Lage der Unternehmen wird den Investoren, die später einsteigen, dabei meist bewußt verschleiert. Als Resultat stehen diese Anleger - im Gegensatz zu den Erst-Investoren - dann relativ schnell vor hohen Verlusten.

Die angebliche Rolle von Amstrong bei den betrügerischen Deals: Er soll Investoren bewußt stark überhöhte Unternehmenswerte vorgegaukelt haben. Diese stiegen dann in Fonds ein, deren kommende Verluste bereits besiegelt waren.

Der Finanzabwickler Republic soll dabei als Verwalter der Wertpapiergeschäfte von Armstrongs Unternehmen falsche Berichte zum Anlagewert erstellt haben.

HSBC wollte sich laut Wall Street Journal nicht zu dem Vorgang äußern.
(Quelle: manager-magazin.de)

So long,
Calexa  

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