US-Botschafter will US-Politik besser verkaufen

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neuester Beitrag: 09.09.05 14:14
eröffnet am: 09.09.05 13:55 von: bammie Anzahl Beiträge: 3
neuester Beitrag: 09.09.05 14:14 von: Dr.Mabuse Leser gesamt: 148
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09.09.05 13:55

8970 Postings, 6277 Tage bammieUS-Botschafter will US-Politik besser verkaufen

Der neue US-Botschafter in Deutschland hat angekündigt, dass die Politik seines Landes «kundenorientierter» werde. Sie werde oft als anmaßend empfunden, sagte Timken in der «Süddeutschen Zeitung».

Der neue US-Botschafter in Deutschland, William Timken, will die Politik seines Landes in Zukunft besser erklären. In einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» sagte der frühere Unternehmenschef, Amerikas Politik werde in Zukunft «kundenorientierter» sein.

Mit Blick auf Amerikas Führungsrolle in der Welt räumte Timken ein, sein Land habe um diese Rolle nicht gebeten. In ihrem «patriotischen Eifer» wirkten die USA jedoch manchmal anmaßend, so der Botschafter. Eine größere Machtteilung in Sicherheitsfragen und bei der Nato zwischen Europa und den Vereinigten Staaten sei wünschenswert.

Deutschlands Anspruch auf einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bewertete Timken jedoch zurückhaltend. Der Wunsch sei sehr plötzlich aufgetreten. Auch dürfe der Sicherheitsrat nicht expandieren, bis er nutzlos sei.

Der 67-jährige Unternehmer William Timken hat anders als sein Vorgänger Dan Coats keine diplomatischen Erfahrungen. Als ehemaliger Vorstandsvorsitzender eines global agierenden Kugellager-Konzerns kennt er jedoch Deutschland und Europa. Im amerikanischen Wahlkampf war Timken einer der wichtigsten Spenden-Sammler für den US-Präsidenten George W. Bush. (nz)  

09.09.05 14:06

31036 Postings, 7005 Tage sportsstarEIn Bush Getreuer und Supporter..

US-Unternehmer William Robert Timken, der neue amerikanische Botschafter in Berlin. (Bild: AP / Timken Co.)

 

In Deutschland hat er nicht nur familiäre Wurzeln, sein Urgroßvater stammt aus Bremen, die Familie besaß hier Fabriken und von deutschen Firmen profitiert auch sein milliardenschweres Unternehmen und da fängt es schon wieder an, heikel zu werden in den deutsch-amerikanischen Beziehungen.

Denn die Timken-Kugellagerwerke, die drittgrößten ihrer Branche weltweit, sollen kräftig profitiert haben von Zöllen, die deutsche Exporteure entrichten müssen. Diese Zölle kommen nach bisheriger Vorgehensweise direkt amerikanischen Mitkonkurrenten zugute, was darauf hinausläuft, dass im deutschem Fall bayrische Kugellagerhersteller ihre amerikanischen Konkurrenten finanziell unterstützen müssen. Im Falle Timken kamen allein im Jahr 2004 über 50 Millionen Dollar zusammen. Eine Praxis, die die WTO das erste Mal vor gut anderthalb Jahren anmahnte.

Dass sich die offizielle deutsche Politik gerade jetzt nur höchst ungern zu diesem Fall äußert, ist mehr als verständlich, ist man doch seit dem deutschen Nein zum Irakkrieg noch immer bemüht, die Scherben zusammenzufegen.

Aufmerksam beobachtet nun die amerikanische Seite, was wer im jetzigen deutschen Bundestagswahlkampf sagt, denn es war der Wahlkampf 2002, in dem Schröders Absage zum Irakkrieg kam. In der Sache eine nachvollziehbare Entscheidung, in der Form vor allem wegen der Kritik am Bündnispartner äußerst angreifbar.

Eine Neuauflage drohte, als sich Gerhard Schröder am 13. August in Hannover gegen die militärische Option im Iran aussprach. Der Iran soll an der Möglichkeit, den Brennstoffkreislauf zu schließen und dann Atomwaffen zu bauen, gehindert werden.

Gerade noch rechtzeitig entschärfte Schröder seine Absicht, nach dem Irak nun den Iran zum Wahlkampfthema zu machen, womöglich wieder auf amerikanische Kosten.

Es fiel auf, dass der neue Botschafter heute nicht auf das deutsche Unterstützung einging, Sicherheitskräfte für den Irak auszubilden. Nun kann das eine Auslassung gewesen sein, weil kürzlich erst George Bush diese Anstrengungen ausdrücklich würdigte. Dahinter könnte, was nicht zu hoffen ist, aber auch mehr stecken, nämlich eine sich anbahnende neue Verstimmung Washingtons.

Dass William Timken von der Politik George Bushs keinen Deut abweicht, hat nicht nur mit seiner Loyalität seinem Dienstherren gegenüber zu tun, sondern mit den politischen Auffassungen, die beide teilen. Timken gilt neben den neuen Botschaftern in Paris, Rom und Lissabon als einer der Großspender im Wahlkampf von George Bush, denn, so seine Worte, der amerikanische Präsident schützt mit seiner Führungskraft unsere Familie vor dem Terrorismus.

So bleibt Spannung auf der Achse Berlin-Washington. Hier helfen, anders als in der Technik keine Kugellager der Firma Timken, sondern nur beiderseitige Anstrengungen, Meinungsverschiedenheiten nicht auf Kosten des anderen, sondern direkt und miteinander auszutragen. Aus den Hoffnungen, dass das mit einer unionsgeführten Bundesregierung leichter geht, macht Washington keinen Hehl.


 

09.09.05 14:14

5261 Postings, 6529 Tage Dr.MabuseEines vergessen diese Fiffis immer wieder:

Wer etwas erklären will, muß es vorher selber verstehen, oder?  

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