US-Arbeitsmarktdaten von Jochen Steffens

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eröffnet am: 04.02.05 18:08 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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04.02.05 18:08

815677 Postings, 5963 Tage moyaUS-Arbeitsmarktdaten von Jochen Steffens

US-Arbeitsmarktdaten

von Jochen Steffens

Die Zahl der Beschäftigten (ohne Landwirtschaft) ist um 146.000 gestiegen. Erwartet wurden 180.000 bis 215.000 neue Arbeitsplätze nach zuvor 133.000 (revidiert von 157.000).

Das ist ein sehr schlechtes Ergebnis. Allerdings ist die Arbeitlosenquote auf 5,2 % nach 5,4 % gesunken. Das ist wiederum ein positives Signal. Mehr dazu eventuell am Dienstag.

Denn, da der Karneval in Köln weitergeht, werde ich heute etwas früher Feierabend machen. Ich erlaube mir, Ihnen zwei Ausschnitte aus früheren Ausgaben des Investor's Daily anzuhängen: "Bullen und Bären"
ein Artikel aus den frühen Anfängen und "Die Wahrscheinlichkeit".

Ausschnitt vom 23.10.2002

Bullen und Bären

Wenn Sie übrigens nicht wissen, wie es zu den Ausdrücken "Bullen" und "Bären" kam, das ist auch bis heute nicht eindeutig geklärt. Eine der spannensten Erklärungen ist die, dass während der Zeiten des Goldrausches in Kalifornien Goldsucher Wettkämpfe zwischen Bullen und Bären veranstalteten. Dabei gewann der Bulle, wenn er den Bären mit seinen Hörnern nach oben schleuderte, während der Bär gewann, wenn er den Bullen mit seinen Tatzen nach unten drückte.

Die jedoch etwas unblutigere Geschichte hierzu, scheint die realistischere zu sein: Im 18. Jahrhundert gab es in England erste Spekulanten, die in Hoffnung auf Kursstürze mit Aktien handelten, die sie gar nicht besaßen. Einer Redewendung zufolge verkauften sie das Bärenfell, bevor sie den Bären geschossen hatten. Händler, die also fallende Kurse erwarteten, wurden daher bereits 1719 als "Buyers of a Bearskin" oder "bearskin jobber" (1726) bezeichnet. Kurzform, man weiß ja an den Börsen muss alles schnell gehen: Bär. Leider erklärt diese Theorie nicht ausreichend wie dann der Bulle dazu gekommen sein soll, vermutlich als Analogie: Während der gesenkte Kopf beim Angriff des Bärs nach unten weist und fallende Kurse signalisiert, zeigen die nach oben gerichteten Hörner des Bullen steigende Kurse an.

Auschnitt vom 24.05.2004

Die Wahrscheinlichkeit

[ ...] Zunächst erscheint die Börse einem logisch, strukturiert. Das Gefühl, nur genügend Informationen haben zu müssen, um erfolgreich zu handeln, prägt fast jeden Börsenneuling. Und so jagen tagaus, tagein unzählige Investoren auf der Suche der Logik, der inneren Formel der Börse durch die Kurs- und Fundamentaldaten.

"Ich weiß nichts!", ist die endgültige und dringend erforderliche Kapitulation, die nicht das Ende des Börsenengagements einleitet, sondern die ersten Schritte in die Richtung des Erfolges ermöglicht.

So lange sich ein Investor einbildet, er wüsste etwas, so lange er glaubt, die Börse sei beherrschbar, sogar kontrollierbar, wird er über kurz oder lang zu den Verlieren zählen. So ein Investor läuft Gefahr, das Risiko zu überschätzen oder Aktien zu weit in den Verlust laufen zu lassen, schließlich weiß er, dass die Firma gut ist. Er läuft Gefahr, den schlimmsten Fehler zu machen, den es gibt: Sich in eine Investition, in eine Spekulation zu verlieben (Eine sehr verbreitet Angewohnheit von Menschen, die ihr Hauptengagement auf eine Aktie beschränkt haben. Allerdings auch wirklich erfahrene Investoren scheinen hin und wieder solche Verliebtheiten zu entwickeln, meistens mit schmerzhaften Ausgang - aber so ist die Liebe wohl.).

Was passiert aber, wenn eine Aktie, ein Index sich nicht so verhält, wie solch ein Investor das will und einfach scheinbar gegen jede Vernunft anfängt zu fallen, statt zu steigen?

Wenn man weiß, sich also sicher ist, wird man den Fehler machen, Verluste laufen zu lassen, in der sicheren Überzeugung, das kommt schon wieder. Das kann viele Male gut gehen, aber das eine Mal wo es nicht gut geht, können die Verluste ruinös werden. Wenn man weiß, dass man nichts (sicher) weiß, wird man egal was man auch denken mag, eine Position verkaufen, wenn sie zu weit in die falsche Richtung läuft.
Das ist einer der maßgeblichen Unterschiede.

Von dem Tag, an dem ein Investor begreift, dass er nichts weiß, ist er vor größeren Fehlspekulationen gefeit. Er wird verkaufen, wenn eine Aktie fällt und sie behalten, wenn sie steigt.

Und dieser Investor wird von diesem Tag an nur noch nach Wahrscheinlichkeiten suchen. Das einzige, was ein Investor tun kann, ist die Wahrscheinlichkeiten zu bestimmen und auf die Dinge zu setzten, die wesentlich wahrscheinlicher sind als andere. In diesem Moment tritt er aus der Nichtwissen wieder heraus und läuft nicht mehr Gefahr aufs Ungewisse zu spekulieren. In diesem Moment wird eine Spekulation zu einem kalkulierbaren Geschäft. Die meisten erfolgreichen Investoren, die ich kenne, haben diese Eigenschaft perfektioniert. Es ist das offene Geheimnis des Börsenerfolgs, dass es die höchste Kunst an den Börsen ist, die Wahrscheinlichkeiten auf seine Seite zu ziehen und so aus einer Vielzahl von Wahrscheinlichkeiten die Sicherheit des Börsenerfolges zu machen.

Gruß Moya

 

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