USA lernen es nie. Nun mit Atombombe gegen Terror

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neuester Beitrag: 11.09.05 20:06
eröffnet am: 11.09.05 15:54 von: B Ghost Anzahl Beiträge: 7
neuester Beitrag: 11.09.05 20:06 von: soulsurfer Leser gesamt: 388
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11.09.05 15:54
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3379 Postings, 5726 Tage B GhostUSA lernen es nie. Nun mit Atombombe gegen Terror

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,druck-374132,00.html

 

Pentagon-Papier
 
Optionen wie im Kalten Krieg

Um Schurkenstaaten und Terroristen abzuschrecken, plädiert das Pentagon in einer neuen Doktrin für den Einsatz von Nuklearwaffen, notfalls sogar für einen Erstschlag. Mit dem jetzt öffentlich gewordenen Papier tritt auch der atomare Bunkerbrecher RNEP wieder auf den Plan.

APUS-Verteidigungsminister Rumsfeld: Rückkehr des RNEP?

Zuletzt war es um den RNEP gegangen, den Robust Nuclear Earth Penetrator. Die Bunker brechende Atom-Bombe stand bereits Anfang 2003 ganz oben auf der Wunschliste des Pentagon, im April dieses Jahres hatte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erneut für die Entwicklung der Waffe plädiert, auch wenn Experten eindringlich davor warnten: Beim Einsatz eines nuklearen Bunkerbrechers gäbe es durch frei werdende Radioaktivität Zehntausende Strahlenopfer.

Sollte die neue Verteidigungsdoktrin in Kraft treten, die das Pentagon dem Verteidigungsministerium vorlegen will, könnte der RNEP bald zum festen Bestandteil des nuklearen Arsenals der USA gehören.

Grundlage für die Revision der bisherigen Statuten ist die Empfehlung, gegen Nationen oder terroristische Vereinigungen, die im Besitz von Massenvernichtungswaffen sind, notfalls einen nuklearen Erstschlag zu verüben. Auch die Zerstörung von biologischen, chemischen und nuklearen Waffenlagern soll dann per Atomwaffen möglich sein.

Das Papier soll dem Präsidenten "alle Möglichkeiten" geben, um gegen eine Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen der USA oder ihrer Verbündeten vorzugehen. Die bislang maßgebliche Fassung der Doktrin datiert aus der Zeit Clintons und erwähnt weder den präventiven noch sonst welchen Einsatz von Nuklearwaffen.

Der Neufassung zufolge kommen für einen nuklearen Angriff unter anderem in Frage:
- ein Aggressor, der Waffenvernichtungswaffen gegen die amerikanischen Militärstreitkräfte oder ihre Verbündeten beziehungsweise Teile der Zivilbevölkerung einsetzt oder "deren Einsatz plant";
- ein Aggressor, dessen biologische Waffen nur mit Nuklearwaffen komplett zerstört werden können.

Auch die RNEPs stehen wieder auf der Agenda: Im letzten Jahr vom Kongress noch auf Eis gelegt, werden Entwicklung und Einsatz der Bunkerbrecher für "Angriffe auf feindliche Stellungen, die Massenvernichtungswaffen lagern" und auf "Bunker, die chemische oder biologische Waffen enthalten", empfohlen.

APTrident-Atomrakete: Abschreckung von Schurkenstaaten

Grundlegend geht die unter der Leitung von Luftwaffengeneral Richard B. Myers verfasste Expertise davon aus, dass trotz der Beendigung des Kalten Krieges die Gefahr eines nuklearen Angriffs nicht gebannt sei. Es gebe rund dreißig Nationen mit Massenvernichtungswaffen, hinzu kämen nicht-staatliche Aggressoren wie Terroristen, die entweder unabhängig oder finanziert von einem feindlichen Staat eine Bedrohung darstellten.

Die Doktrin, die aktuell noch von Militär- und Rechtsexperten überarbeitet wird, spekuliert deshalb vor allem auf Abschreckung: Die Feinde müssten begreifen, "dass die USA sowohl über die Möglichkeit als auch über die Bereitschaft verfügen, mit Präventiv- oder Vergeltungsschlägen zu reagieren", zitiert die "Washington Post" das Papier.

Die Reaktionen sind kontrovers: Ellen Tauscher vom Streitkräfteausschuss des US-Repräsentantenhauses erklärte der "Washington Post", die Doktrin versuche die Zweifel des Kongresses zu übergehen. Der Streitkräfteausschuss, von Anfang an ein dezidierter Gegner der RNEP-Technologie, werde eine sang- und klanglose Verabschiedung einer Erstschlag-Politik allerdings nicht ohne Anhörung sanktionieren.

Hans M. Kirstensen, eine Beraterin der landesweit tätigen Umweltorganisation NRDC (National Resources Defence Council), die das Dossier auf einer Website des Pentagon entdeckte, betonte andererseits die Wichtigkeit eines soliden Nuklearwaffenarsenals, "um kurzfristig zuschlagen zu können". "Die Doktrin ist kein Beweis für eine Zurücknahme der Reduktion von Nuklearwaffen seitens der Bush-Regierung", so Kirstensen in der "Washington Post".

Daniel Haas
 


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11.09.05 15:58

69017 Postings, 6231 Tage BarCode*FaMPS* o. T.

11.09.05 16:00

6836 Postings, 7533 Tage Egozentriker☠ Hat nicht ganz für *JIMPS* gereicht....... o. T.

11.09.05 17:07

69017 Postings, 6231 Tage BarCodeKleine Variationen

beleben den Alltag.Habe "Juhnke" und "Igel" mal durch "Fahd" ersetzt.

Gruß BarCode  

11.09.05 17:43

6836 Postings, 7533 Tage Egozentriker☠ Ha, faule Ausrede!

Meinst du, ich durchschaue dein schändliches Spiel nicht, BarCode?
Du willst doch lediglich mein Copyright umgehen.
Aber so haben wir nicht gewettet, mein Lieber!  

11.09.05 18:53

3243 Postings, 7453 Tage flamingoeBörPS !

was heißt JIMPS eigentlich?

Google sagt nur siehe Ariva...?!

jaja, ich weiß, bin immer etwas langsamer im kapieren - seht´s mir nach :-)

 

11.09.05 20:06

2728 Postings, 7209 Tage soulsurferVorbeugende Atomangriffe

Ultimative Erstschlagsdoktrin des Pentagons
11.09.2005  www.freace.de

                    §
Wie die Washington Post am Sonntag berichtete, haben die Stabschefs des US-Militärs einen Entwurf für neue Grundlagen des Einsatzes von Atomwaffen durch die USA entwickelt.

Der Entwurf wurde zwar noch nicht durch den US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld genehmigt, es wird aber einer schriftlichen Erklärung von US-Fregattenkapitän Dawn Cutler, einem Pressereferenten von US-Luftwaffengeneral Richard B. Myers, des Vorsitzenden der Vereinigung der Stabschefs, zufolge erwartet, daß Myers den Entwurf in den nächsten Wochen unterzeichnen wird. Bis dahin würde es letzte Abstimmungen über den Entwurf zwischen dem US-Militär, Rechtsexperten des Pentagons und Rumsfelds Büro geben, so Cutler.

Der Entwurf nennt zahlreiche Beispiele von Situationen, in denen Kommandeure den US-Präsidenten um Genehmigung des Einsatzes von Atomwaffen ersuchen können, die derart umfassend sind, daß der Einsatz letztlich nur dem Gutdünken des Präsidenten unterliegt.

Die genannte Beispiele sind:

"(a) Ein Gegner, der Massenvernichtungswaffen gegen US-, multinationale oder alliierte Streitkräfte oder Zivilbevölkerungen einsetzt oder dies vorhat.

(b) Unmittelbar bevorstehender Angriff mit gegnerischen biologischen Waffen, die nur durch die Wirkung von Atomwaffen sicher vernichtet werden können.

(c) Angriffe auf gegnerische Einrichtungen einschließlich Massenvernichtungswaffen, verstärkte Bunker mit chemischen oder biologischen Waffen oder die für die gegnerische Durchführung eines Angriffs mit Massenvernichtungswaffen gegen die USA oder ihre Freunde und Alliierte notwendige Kommando- und Kontrollstruktur.

(d) Um möglicherweise überwältigenden gegnerischen Kräften, einschließlich mobilen und Gebietszielen (Truppenkonzentrationen) entgegenzuwirken.

(e) Für schnelle und günstige Kriegsbeendigung nach US-Bedingungen.

(f) Um den Erfolg von US- und multinationalen Operationen sicherzustellen.

(g) Um die Absicht und Fähigkeit der USA zu demonstrieren, Atomwaffen einzusetzen, um vor dem gegnerischen Einsatz von Massenvernichtungswaffen abzuschrecken.

(h) Um auf den Einsatz von gegnerisch gelieferten Massenvernichtungswaffen durch Stellvertreter gegen US- oder multinationale Streitkräfte oder Zivilbevölkerungen zu reagieren."


Insbesondere die letzten beiden Punkte hätten vermutlich dazu geführt, daß, wären sie bereits vor vier Jahren in kraft gewesen, Kabul und Baghdad heute so aussehen würden wie Hiroshima und Nagasaki vor 60 Jahren.











 

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