USA haben mehr Öl als erwartet

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eröffnet am: 09.09.05 08:54 von: EinsamerSam. Anzahl Beiträge: 2
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09.09.05 08:54
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24466 Postings, 5905 Tage EinsamerSamariterUSA haben mehr Öl als erwartet

US-Ölindustrie wird sich frühestens Ende November von Hurrikan ?Katrina? erholt haben

USA haben mehr Öl als erwartet

Die Rohöllagerbestände der USA sind weniger stark zurückgegangen als von Analysten prognostiziert. Der Ölpreis gab nach den jüngsten Daten deutlich auf knapp über 63 Dollar nach, zog am Abend aber dann doch wieder an. Analysten vermuten, dass diese Marke vorerst der Boden sein könnte. In Deutschland sinken derweil die Benzinpreise weiter.

NEW YORK. Zur Begründung für den leichten Anstieg im späten Handel verwiesen Teilnehmer auf einen Bericht wonach eine Wiederaufnahme der Ölförderung im Golf von Mexiko noch ?einige Herausforderungen? beinhalte. Zudem reduzierte sich dort die Förderung im Vergleich zum Vortag leicht, hieß es. ?Wir befinden uns weiterhin in einem sehr emotionalen Marktumfeld?, so ein Teilnehmer.

Der führende Oktober-Kontrakt der Sorte Light, Sweet Crude erhöhte sich um 0,2 % bzw. 0,12 Dollar auf 64,49 Dollar, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 63,10 Dollar gefallen war. Die Öl- und Benzinpreise haben nach der Freigabe von 60 Millionen Barrel Öl und Mineralölprodukten aus den strategischen Reserven der Mitgliedsländer der Internationalen Energie-Agentur IEA seit Mitte vergangener Woche um acht Prozent nachgegeben. Nun habe sich möglicherweise ein Boden ausgebildet, sagte ein Analyst. ?Die Marke von 63,10 Dollar könnte sich als eine nachhaltige Unterstützung erweisen?, fügte er hinzu. Die aktuelle Notierung liegt allerdings immer noch mehr als 6 Dollar unter dem Höchststand der vergangenen Woche mit 70,85 Dollar.

Die Rohöllagerbestände in den USA sanken in der Woche zum 2. September im Vergleich zur Vorwoche weniger stark als erwartet um 6,4 Millionen auf 315,0 Millionen Barrel. Analysten hatten im Vorfeld einen Rückgang um 6,8 Millionen Barrel erwartet und auf die Folgen des Hurrikans ?Katrina? verwiesen, die sich in den Daten zum ersten Mal niederschlagen dürften. Wie das Department of Energy (DoE) am Donnerstag mitteilte, verringerten sich die Lagerbestände an Mitteldestillaten wie Diesel und leichtes Heizöl um 0,8 Millionen auf 134,4 Millionen Barrel. Hier war ein Rückgang um 2,6 Millionen Barrel erwartet worden.

Die Lagerbestände an bleifreiem Superbenzin sanken um 4,3 Millionen auf 190,1 Millionen Barrel, während die Prognose auf einen Rückgang um 6,2 Millionen Barrel gelautet hatte. Die Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien belief sich auf 86,8 % nach 97,1 % in der Vorwoche. Die Rohölimporte verringerten sich um 0,932 Millionen Barrel pro Tag (bpd) auf 9,531 Millionen bpd, die strategische Ölreserve blieb unverändert bei 700,5 Millionen Barrel.

?Normalerweise hätten die Daten eine Rally von mindestens 2 Dollar beim Ölpreis verursacht, aber der Markt hatte die Daten schon eingepreist, so dass eine größere Reaktion ausblieb?, sagte ein Teilnehmer.

In Deutschland sanken die Benzinpreise derweil nach Angaben des Mineralölkonzerns Shell erneut. Nach ersten Schätzungen mussten für Superbenzin demnach bundesweit im Schnitt 1,38 ? und für Diesel 1,14 ? gezahlt werden. Das war jeweils etwa 1 Cent weniger als am Vortag. Auch ein Sprecher von Esso bestätigte ein Abbröckeln der Preise.

Die Ölindustrie in den USA wird nach Einschätzung der Regierung noch bis November brauchen, um sich vom Hurrikan ?Katrina? zu erholen. Bis dahin solle die tägliche Ölfördermenge wieder bei knapp 5,4 Millionen Barrel liegen, dem Stand vor der Katastrophe, teilte das Energieministerium in Washington mit. Falls die Reparaturarbeiten an den Förderanlagen aufwendiger seien als erwartet, könne sich dies bis Dezember verzögern. An der Golfküste wurden nach dem Hurrikan insgesamt zehn Raffinerien geschlossen, vier davon können den Betrieb voraussichtlich erst in einigen Monaten wieder aufnehmen. Aus der Region kommen 29 % der US-Ölproduktion.

In der europäischen Union dürften die gegenwärtigen Öllagerbestände nach Darstellung der Europäischen Kommission für 117 Tagen reichen. Diese Schätzung gab die EU-Behörde am Donnerstag ab, einen Tag vor einem Treffen nationaler Ölexperten in Brüssel. Vor dem Hintergrund der steigenden Ölpreise sollen sie eine Bestandsaufnahme über die Bestände machen und dabei auch darüber beraten, welche koordinierte Vorkehrungen die EU-Staaten treffen sollten.

?Die jüngsten Ölpreisanstiege, die jetzt Rekordhöhe erreicht haben, sind aus wirtschaftlicher Sicht in der EU ein Quell zunehmender Sorge?, erklärte EU-Energiekommissar Andis Piebalgs. ?Angesichts eines Phänomens, das langfristiger Natur sein könnte, kann nur eine koordinierte Antwort von allen EU-Staaten uns in die Lage versetzen, eine effektive Lösung zu finden?, ergänzte er.

Quelle: HANDELSBLATT, Donnerstag, 08. September 2005, 22:40 Uhr

...be invested
 
Der Einsame Samariter

 

10.09.05 00:25

956 Postings, 6670 Tage tigerlilly1x witzig... o. T.

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