USA bauen Gefangenenlager in Afghanistan aus

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neuester Beitrag: 27.02.06 10:53
eröffnet am: 26.02.06 16:50 von: Happy End Anzahl Beiträge: 6
neuester Beitrag: 27.02.06 10:53 von: Rheumax Leser gesamt: 379
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26.02.06 16:50
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95440 Postings, 7201 Tage Happy EndUSA bauen Gefangenenlager in Afghanistan aus

Weil die internationale Kritik am US-Gefangenenlager Guantanamo wächst, bauen die USA laut einem Medienbericht leise das Lager Bagram in Afghanistan aus. Die Haftbedingungen sind schlechter, und die Gefangenen genießen weniger Rechte als auf Kuba.


Berlin - Die Zahl der Häftlinge auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Bagram bei Kabul sei seit 2004 von 100 auf zeitweise 600 angewachsen, berichtet die "New York Times". Dies sei teilweise der Schließung eines kleineren Lagers bei Kandahar geschuldet. Es sei aber auch eine Reaktion auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, welcher 2004 einige Grundrechte der so genannten "feindlichen Kämpfer" in Guantanamo wiederhergestellt hatte.

Bis zu dem Urteil wurde Bagram demnach vor allem als Übergangslager genutzt: Festgenommene Kämpfer wurden überprüft und entweder nach Guantanamo zu Verhören weitergeschickt oder bald freigelassen.

Nach dem Urteil habe der Nationale Sicherheitsrat der USA in einer Sitzung am 14. September 2004 jedoch beschlossen, keine neuen Gefangenen mehr nach Guantanamo zu schicken, schreibt die Zeitung unter Berufung auf hohe Regierungskreise.

Die Gefangenen blieben in Bagram, das fortan den Charakter eines Übergangslagers verlor. Inzwischen gebe es Häftlinge, die bereits seit drei Jahren einsäßen und weniger Rechte hätten als die Insassen von Guantanamo, so die "Times". "Guantanamo war ein Blitzableiter. Aber die Leute hatten kein Problem mit Bagram", wird ein früherer Regierungsbeamter zitiert. "Es war in Afghanistan". Dabei, so die Zeitung, seien die Haftbedingungen in dem afghanischen Lager weit primitiver. Häftlinge würden zu Dutzenden in Drahtkäfigen zusammengepfercht. "Jeder, der hier war, würde sagen, es ist schlimmer", wird ein Pentagon-Mitarbeiter zitiert.

Die US-Regierung bestreitet die Vorwürfe. Die Gefangenen in Bagram würden menschlich behandelt und lebten unter den "bestmöglichen Bedingungen", sagte ein US-Militärsprecher in Kabul. Auch weiterhin würden regelmäßig Häftlinge entlassen. Im Moment lebten 500 Gefangene in dem Lager.

Die "Times" zitiert anonyme Pentagon-Quellen, die die Rechtmäßigkeit des Lagers anzweifeln. Während Guantanamo regelmäßig von Politikern und Journalisten besucht werde, sei Bagram seit der Errichtung 2002 der Öffentlichkeit komplett entzogen. Die Insassen, deren Namen unter Verschluss gehalten werden, hätten keinen Zugang zu Anwälten. Nur das Rote Kreuz dürfe hinein.

Obwohl seit Januar 2005 350 Häftlinge aus Bagram entlassen worden seien, betrage die durchschnittliche Haftdauer immer noch 14,5 Monate, so die "Times". Nach Renovierungsmaßnahmen hätten sich immerhin die Haftbedingungen gebessert, schreibt das Blatt unter Berufung auf Menschenrechtsgruppen und ehemalige Gefangene. Berichte über Misshandlungen seien deutlich zurückgegangen, seit im Dezember 2002 zwei Afghaner an den Folgen unmenschlicher Behandlung starben.

cvo/ap  

26.02.06 18:12

1302 Postings, 5398 Tage Aktienwolfda fällt mir der Netzer-Spruch ein:

Na dann ist ja alles im Lot.  

26.02.06 21:53
1

304 Postings, 6770 Tage Schorsch DabbeljuhKlingt doch irgendwie beruhigend.

Da kann ich jetzt noch ruhiger schlafen.
Alles wird gut.  

27.02.06 10:20

25551 Postings, 7071 Tage Depothalbiererguantanamera, guardia guntanamera.

wie sind die loß auf guntanamera gekommen?  

27.02.06 10:35

8215 Postings, 7084 Tage SahneSoweit ich weiss,

ist das ein Frauenname...  

27.02.06 10:53

8584 Postings, 7106 Tage RheumaxMuss wohl

"Guantanamerika" heisen, so fest wie das zusammengehört.
 

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