Trainerfrust in Mainz und Hamburg

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SPIEGEL ONLINE - 16. Dezember 2006, 19:56
URL: http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,455000,00.html

TRAINERFRUST IN MAINZ UND HAMBURG

Schöne Bescherung

Von Dirk Brichzi

Alles probiert, nichts hat genutzt: Bei Thomas Doll und Jürgen Klopp geht momentan daneben, was nur daneben gehen kann. Während die beiden Jungtrainer fatal an einen Unglücksraben aus einer Weihnachtsklamotte erinnern, zeigt ein altgedienter Coach, wie man alles richtig macht.

Hamburg - Dieser Tage lief wieder dieser, nun ja, lustige Weihnachtsfilm mit US-Schauspieler Chevy Chase im Fernsehen, Titel: "Schöne Bescherung". Was immer Chase als Familienvater Clark Griswold auch anpackt, es geht schief. Er tackert 25.000 Glühlampen ans Dach - keine leuchtet. Er fällt den größten Tannenbaum des Staates - der brennt ab. Er erwartet einen fetten Jahresbonus seiner Firma - und erhält einen Gutschein für einen Kochkurs.

AP

HSV-Trainer Doll: Wie vom Tannenbaum getroffen

So ähnlich muss sich Thomas Doll nach dem 3:3 seines HSV in Aachen fühlen. Was immer er anstellt, was er auch versucht - irgendwas geht am Ende noch schief. Selbst ein Zwei-Tore-Vorsprung beim Aufsteiger reichte nicht, weil Bastian Reinhardt eine Minute vor Schluss völlig freistehend und unbedrängt von einem Gegner mit einem wunderbaren Torpedo-Kopfball ins Tor traf - allerdings ins eigene. Doll sackte auf der Bank am Aachener Tivoli in sich zusammen, als hätte ihn ein Tannenbaum getroffen.

Was hatte er in den vergangenen Wochen nicht alles probiert: Er wechselte den Torwart mehrfach, ließ fast alle verfügbaren Stürmer in sämtlichen Kombinationen spielen, versuchte es mit offensiven und defensiven Taktikvarianten oder setzte die halbe Amateur-Mannschaft ein. Genützt hat es wenig.

So wie heute in Aachen. Weil viele der Stars verletzt oder gesperrt sind, schickte Doll das letzte Aufgebot aufs Feld. Das schlug sich durchaus respektabel - bis Reinhardt seinen Auftritt hatte. Ausgerechnet Reinhardt, einer der wenigen im HSV-Kader, dem in den vergangenen Monaten nicht irgendwann mal die Prädikate "Söldner" oder "Versager" anhaftete.

Mal wieder Pech? Oder Tragik? Oder nur schlechte Nerven und die völlige Abwesenheit spielerischer Souveränität, mit der man auch mal eine Führung über die Zeit bringt? Bei nur einem Sieg in der Hinrunde ist klar: Alle Maßnahmen von Doll sind verpufft. Klar war es für ihn schwierig, angesichts des gegen seinen Willen umgebauten Kaders und des andauernden Personalnotstandes eine klare Linie zu fahren, doch allzu vieles erinnerte nur an wildes Herumprobieren. Einziges sichtbares Konzept: irgendwie in die Winterpause retten.

Montag soll Doll die Bosse in Hamburg überzeugen, dass er weiterhin der Richtige für den Trainer-Posten beim HSV ist und den Club in der ersten Liga halten kann. Die erwarten vor allem, dass er mal härter durchgreift und sich nicht immer vor seine "Jungs" stellt. Drei Punkte in Aachen wären noch ein gutes Faustpfand gewesen. So könnte es durchaus sein, dass als Jahresbonus für Doll nicht ein Kochkurs, sondern ein Freiflug herausspringt.

Von seinem Kollegen Hans Meyer, 64, in Nürnberg könnte Doll, 40, einiges lernen. Nur zweimal hat Nürnberg in der Hinrunde verloren, so selten wie kein anderes Team. Die Mannschaft schlich sich damit auf Rang sechs. Dabei fehlt bis auf wenige Ausnahmen seit anderthalb Jahren Torjäger Marek Mintal wegen der Nachwehen eines Mittelfußbruchs, und auch Nürnberg legte nach einem Start mit zwei Siegen eine Serie von zehn Spielen ohne dreifachen Punktgewinn hin.

                                                  -->Doch Ironiebombe Meyer wirkt in Interviews nur dann verbissen, wenn er den Namen seines Lieblingsspielers "Mnari" ausspricht oder Kommentare zu seinem Lieblingsschiedsrichter Markus Merk abgibt. Seine Spieler wissen aber, dass der Humor des Trainers in der täglichen Arbeit ganz schnell verfliegt, wenn sie aus seiner Linie ausscheren. Das musste etwa der Russe Ivan Saenko erfahren. Er wurde in die russische Nationalelf berufen und ließ vor lauter Freude das Training schleifen. "Er denkt wohl, dass er nicht mehr trainieren muss, seitdem er mal zwei Minuten für das großrussische Reich gespielt hat", spottete Meyer öffentlich und schmiss ihn aus vorübergehend aus dem Kader. Eine Maßnahme, die schnell Wirkung zeigte.

Die richtige Einordnung der Ereignisse ist eine weitere Stärke Meyers. "Die drei Punkte sind sehr wichtig für uns, um in der Rückrunde nicht gleich unter Druck zu geraten", sagte er nach dem 3:1 gegen Hannover. Wohlgemerkt: Nürnberg steht auf Rang sechs - jedoch nur sieben Punkte vor den Abstiegsplätzen. In Hamburg hatte Doll nach dem Sieg in Leverkusen am 8. Spieltag flugs die Wende zum Guten verkündet - um dann die nächste sieglose Serie zu starten, die bis heute andauert. Nach dem Spiel in Aachen klangen der Coach und sein Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer dermaßen deprimiert, dass man sich kaum mehr vorstellen mag, wie sie den HSV aus der Abstiegszone führen sollen.

Im Gegensatz zu Doll hatten aber nicht nur Meyer, sondern auch die meisten seiner Trainerkollegen in der Hinserie bei ihren Maßnahmen das richtige Händchen. Deshalb ist mit Peter Neururer auch erst ein Trainer entlassen worden - das ist Bundesligarekord. Der Wechsel zeigte übrigens nachhaltige Wirkung. Nach Dampfplauderer Neururer kam der stille Dieter Hecking, der Hannover als unerwünschten Gast etablierte und vier Auswärtssiege einfuhr. Genug, um sich zunächst aus dem Tabellenkeller zu verabschieden, trotz der heutigen Niederlage bei, genau, Hans Meyer. Es gibt eben immer noch einen besseren Trainer.

Gleich dreimal wählten die Übungsleiter in dieser Saison die ungewöhnlich radikale Maßnahme "Torwartwechsel" - ohne dass eine Verletzung schuld gewesen wäre. Tabellenführer Schalke kam mit dem neuen Neuer bislang gut zurecht, erhebliche Probleme gab es dagegen in - man lese uns staune - Hamburg und Mainz. Stefan Wächter war beim HSV selten ein sicherer Rückhalt, Christian Wetklo griff für Mainz 05 heute gegen Bayern beim ersten Gegentor voll daneben.

Mal ehrlich: Was immer Thomas Doll und Jürgen Klopp auch in den nächsten Tagen vorhaben, sie sollten besser keine 25.000 Glühbirnen an ihr Hausdach tackern.

 

17.12.06 22:15

5497 Postings, 5368 Tage ostseebrise.Hitzfeld neuer HSV-Coach?

17. Dezember 2006  13:07 Uhr  


Hamburg - Die Trennung des Hamburger SV von seinem Trainer Thomas Doll ist angeblich beschlossene Sache und Ottmar Hitzfeld der erste Anwärter auf die Nachfolge.

Dies berichtet das "Hamburger Abendblatt" in seiner Ausgabe am Sonntag.
Demnach gibt es beim Tabellen-17. angeblich einen "Geheimplan": Doll soll in den nächsten Tagen verabschiedet und der ehemalige Bayern-Trainer verpflichtet werden.

Henke soll Assistent werden

Gemeinsam mit Hitzfeld werde sein ehemaliger Co-Trainer Michael Henke, derzeit noch Sportchef in Saarbrücken, zum HSV kommen. Für Hitzfeld wäre es nach Ende seiner Tätigkeit in München vor zweieinhalb Jahren die erste Beschäftigung als Trainer.

Im Sommer Sportdirektor für Beiersdorfer

Der Plan der Hamburger soll zudem vorsehen, dass der 57-Jährige nur bis zum Sommer als Coach fungiert und dann Dietmar Beiersdorfer als Sportchef der Hanseaten ersetzt.
Der HSV-Vorstand hatte nach dem 3:3 bei Alemannia Aachen am Samstag engekündigt, in der kommenden Woche über die Trainerfrage entscheiden zu wollen.

Schlechteste Hinrunde der Vereinsgeschichte

Nur ein Sieg in 17 Spielen bedeut Platz 17 und die schlechteste Hinrunde der Vereinsgeschichte für das Bundesliga-Gründungsmitglied.
Offiziell am Montag will sich die Hamburger Führungsriege mit Doll zur abschließenden Analyse an einen Tisch setzen und dann entscheiden, ob der 40-Jährige auch nach der Winterpause noch HSV-Trainer sein wird.

"Wir werden uns in der nächsten Woche zusammensetzen und dann die notwendige Entscheidung treffen", sagte Vorstandschef Bernd Hoffmann, hielt sich dabei aber naturgemäß bedeckt: "Wir wissen noch nicht, wie die Gespräche enden werden."

"Hinrunde war eine Katastrophe"

Zu einer Art Wasserstandsmeldung geriet ihm allerdings sein Fazit über das Aachen-Spiel: "Was wir genau wissen, ist, dass das heute wieder einmal ein zutiefst unbefriedigendes Spiel war."
Noch deutlicher wurde er bei seiner Saison-Bilanz: "Das kann man drehen und wenden, wie man will. Die Hinrunde war eine Katastrophe - von A bis Z. Und nach so einer Bilanz muss man natürlich einiges hinterfragen."

"Habe keine Argumente"

Den Hamburgern steht das Wasser bis zum Hals. Und ob sie Thomas Doll noch mit auf die rettende Arche nehmen wollen, ist äußerst fraglich.
"Ich habe überhaupt keine Argumente. Mit nur 13 Punkten stehst du als Trainer an der Spitze der Misere", räumte er indes selbst ein.

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17.12.06 22:40

16661 Postings, 7652 Tage neemax.

Ottmar Hitzfeld wird nicht Trainer beim Hamburger SV. Laut Hamburger Abendblatt gab es angeblich einen "Geheimplan", nach dem Thomas Doll in den nächsten Tagen verabschiedet und der ehemalige Bayern-Coach verpflichtet werden sollte. "Das stimmt definitiv nicht", erklärte Hitzfeld am Sonntag in einem ZDF-Interview.


quelle:http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/17/0,3672,4091985,00.html  

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