Toll!!

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neuester Beitrag: 02.07.04 09:02
eröffnet am: 02.07.04 09:02 von: ottifant Anzahl Beiträge: 1
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02.07.04 09:02

21368 Postings, 7156 Tage ottifantToll!!

Ist das gerecht?
Glatter Freispruch für Disco-Mutter!

tz München/Schongau Manche Gerichtsurteile sorgen in der Bevölkerung noch lange für Diskussionsstoff. Dies dürfte auch im ?Rabenmutter-Prozess? gegen die 31-jährige Petra E. aus Schongau so sein. Denn die alleinerziehende Mutter, deren zwei kleine Kinder durch einen Schwelbrand ums Leben kamen (tz berichtete), wurde vom Vorsitzenden Richter Hans-Jochen Hintersaß am Landgericht München II vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Brandstiftung überraschend freigesprochen. Petra E. hatte sich in der Schreckensnacht des 23. November 2002 stundenlang mit Freundinnen in einer Disco vergnügt, als die zweijährige Diana und der vierjährige Manuel ? an Windpocken erkrankt und fiebrig ? im Bettchen erstickten.


Warum hat das Gericht Milde walten lassen bei dieser Mutter? Hatte sie nicht ihre Fürsorgepflicht vernachlässigt? Ausschlaggebend war nicht das Mitleid des Gerichts mit einer von der Tragödie gezeichneten Frau. Es heißt vielmehr: Sie hätte das Unglück nicht verhindern können, wenn sie nicht in die Disco gegangen wäre. Möglicherweise wäre auch sie tot.

Eine entscheidendeFrage in diesem Prozess war: Wie kam es zu dem Brand? Fest steht, dass Petra E. vor dem Discobesuch in der Wohnung mit Bekannten gefeiert hatte. Es wurde viel getrunken und viel geraucht. Die Brandfahnder entdeckten im ganzen Wohnzimmer verteilt volle Aschenbecher. Möglicherweise hatte eine Kippe den Schwelbrand an den Kleidern auf der Couch ausgelöst.

Gefunden wurde aber auch ein Einwegfeuerzeug im Bereich des Sofas. Möglicherweise hatten die Kinder gezündelt, die Katastrophe verursacht.

Richter Hintersaß widersprach dem Staatsanwalt, der zwei Jahre Haft auf Bewährung gefordert und die Angeklagte als ?zu sorglos? bezeichnet hatte: Man könne ihr nicht zumuten, ?das Haus umzudrehen?, bevor sie die Wohnung verlässt. Dies käme einer ?Überspitzung der Pflichten? gleich. Petra E. wirkte in der Verhandlung manchmal seltsam teilnahmslos. Auch als sie den schrecklichen Moment ihrer Rückkehr nach der Disco schilderte: ?Da war so eine Hitze, alles grauschwarz. Ich holte die Kinder raus.? Vor dem Urteil beteuerte sie unter Tränen, sie würde alles darum geben, das Geschehene rückgängig zu machen.

 

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