Todespillen

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eröffnet am: 14.12.06 11:24 von: ottifant Anzahl Beiträge: 1
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WUPPERTAL (D) ? Diese selten makabre Geschichte ist nichts für schwache Nerven: Ein Mann verkaufte Selbstmordpillen. Seine Kunden verfaulten am lebendigen Leib.


Die Todessehnsucht anderer Menschen war sein Geschäft: Der 23-Jährige verkaufte im Internet so genannte Todespillen an Selbstmordwillige. Sechs Käufer starben tatsächlich nach Einnahme der Pillen, sieben weitere fielen für bis zu sieben Tage ins Koma. Ein 19-Jähriger konnte gerade noch gerettet werden ? er begann, bei lebendigem Leib zu verfaulen.

Morgen muss sich der Mann nun vor Gericht verantworten. Die Anklage lautet auf Verstoss gegen das Arzneimittelgesetz, es drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Wegen eines Kapitalverbrechens kann er nicht belangt werden, da Selbsttötung in Deutschland nicht strafbar ist. Entsprechend kann auch die Beihilfe dazu nicht strafbar sein.

Der als Event-Manager tätige Mann soll sich laut Anklage seine Kunden auf besonders perfide Art gesucht haben: Im Forum der inzwischen geschlossenen Webseite selbstmord.com nahm er demnach Kontakt zu den Selbstmordgefährdeten auf und erschlich sich ihr Vertrauen. «Er hat sich als jemand ausgegeben, der auch Selbstmord begehen will, nachdem sich seine Freundin umgebracht hat», erklärte Oberstaatsanwalt Alfons Grevener. Zudem soll er sich dort als Medizinstudent ausgegeben haben, der sich bestens mit Medikamenten auskenne.

Der 23-Jährige pries den Interessierten zwei Arten rezeptpflichtiger Pillen zum Kauf an: Das Anti-Epileptikum Luminal und das normalerweise zur Behandlung von Nervenkrankheiten angewandte Truxal. Wie er sich die Ware beschaffte, wisse man nicht, erklärte Grevener. Insgesamt verkaufte und verschickte der Mann über tausend dieser Tabletten. «Und er hat ihnen (den Kunden) dazu noch detaillierte Anweisungen für die Anwendung gegeben», sagte der Gerichtssprecher. Dafür habe er umgerechnet rund 12´000 Franken sowie zwei Laptops und eine Digitalkamera erhalten.

Auf die Spur des 23-Jährigen kamen die Ermittler durch den Fall eines Betroffenen, dessen erster Selbstmordversuch misslang. Später soll er sich jedoch, wiederum mit Pillen des Angeklagten, das Leben genommen haben. Anzeige erstatteten auch die Eltern des 19-Jährigen, der bei lebendigem Leibe zu verfaulen begann und gerade noch gerettet werden konnte.
 

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