Titanic

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eröffnet am: 08.11.04 17:54 von: rotgrün Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 08.11.04 19:01 von: Schwachmat Leser gesamt: 318
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08.11.04 17:54

40521 Postings, 6491 Tage rotgrünTitanic

Es war eine der größten Katastrophen in der Geschichte der Seefahrt: Am 15. April 1912, um 2.20 Uhr morgens, versank die "Titanic" nach einer Kollision mit einem Eisberg im eiskalten Nordatlantik. 1517 Menschen starben, die meisten von ihnen aus der unterprivilegierten dritten Klasse. Viel zu schnell war das Schiff in ein Gebiet voller Eisberge gefahren. Die Verantwortung für das Unglück wurde zumeist dem Ehrgeiz von Kapitän Edward Smith und der Erbauerfirma White Star Line zugeschrieben, die das "Blaue Band" für die schnellste Atlantiküberquerung ergattern wollten.

Kohlefeuer soll schuld sein
Der Ingenieur Robert Essenhigh von der Ohio State University ist anderer Meinung: Nicht der flammende Eifer der Verantwortlichen, sondern ein außer Kontrolle geratenes Kohlefeuer habe die "Titanic" mit Volldampf ins Verderben rasen lassen, erklärte der Forscher auf der Jahrestagung der Geological Society of America in Denver.

Hafenbehörden wussten von Problemen
Dokumente deuteten auf einen Schwelbrand in einem der Kohlebunker der "Titanic" hin, sagte Essenhigh. Auch die Feuerwehren in den Häfen von Southampton und Cherbourg seien darüber informiert gewesen. Brände im Kohlevorrat von Dampfschiffen waren damals ein häufiges Problem, das mit einem Standardverfahren bekämpft wurde: Die Kohle wurde schneller als üblich aus dem Bunker in die Kessel geschaufelt, und wenn die brennende Kohle erreicht war, landete auch sie im Kessel.

Routine mit fatalen Folgen
Normalerweise war die Gefahr damit gebannt, im Fall der "Titanic" aber hatte die Routinemethode fatale Folgen, wie Essenhigh glaubt: Die erhöhte Kohlezufuhr habe die Maschinen auf volle Leistung getrieben und das Schiff deutlich zu schnell in das Eisberggebiet fahren lassen. Ein rechtzeitiges Abbremsen sei unmöglich gewesen.

Brennstofflager nur halbvoll


"Titanic"-Speisekarte (Foto: dpa)

Gegen die Ehrgeiz-Theorie sprächen auch andere Indizien. Anhand der heute verfügbaren Aufzeichnungen könne kein Zweifel daran bestehen, dass die "Titanic" nicht für hohes Tempo, sondern für maximalen Komfort gebaut gewesen sei. Zudem seien die Kohlebunker historischen Dokumenten zufolge nur zur Hälfte gefüllt gewesen, als die "Titanic" von Southampton aus zu ihrer Jungfernfahrt aufbrach.

 

Reise "in aller Ruhe" geplant
"Wegen eines Bergarbeiterstreiks gab es nicht genügend Kohle, um das Schiff mit Höchstgeschwindigkeit fahren zu lassen", sagte Essenhigh. Die "Titanic" habe beim Auslaufen nur 800 Tonnen Kohle an Bord gehabt. "Ursprünglich war vorgesehen, die Reise in aller Ruhe mit halber Geschwindigkeit zu absolvieren." Die dezimierten Kohlevorräte im Wrack der "Titanic" ließen aber den Schluss zu, dass das Schiff mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war.

Umgebremst in den Untergang
Essenhigh schätzt anhand von Experimenten, die in den fünfziger Jahren an der Sheffield University durchgeführt wurden, dass die Kohlevorräte der "Titanic" bei Volldampf um etwa zweieinhalb Zentimeter pro Stunde gefallen wären. Die Schiffsfeuerwehr hätte demnach einen Schwelbrand, der in der oberen Hälfte des Bunkers begonnen hätte, vor der Kollision mit dem Eisberg nicht erreichen können. Die Kessel der "Titanic" hätten zum Zeitpunkt der fatalen Kollision unter vollem Druck gestanden - und das Schiff ungebremst in den Untergang getrieben.

 

08.11.04 19:01

6383 Postings, 6807 Tage SchwachmatRest in Pieces - April 15, 1912

mein musiktipp:
die akustische version des untergangs der titanic von Metal Church "Rest in Pieces" bzw. "April 15, 1912".

das grand finale des titels ist dank der traum-combi vanderhoof/wells/arrington besonders beeindruckend - man fühlt sich förmlich live an bord versetzt mit allem drum und dran.
nichts für schwache nerven. ;)  

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