Tempelmanager mit Uni-Abschluss

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eröffnet am: 08.09.05 11:40 von: bammie Anzahl Beiträge: 1
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8970 Postings, 6277 Tage bammieTempelmanager mit Uni-Abschluss

Das Geschäft mit der Religion will gelernt sein. Darum hat eine Universität in Schanghai einen Studiengang für effizientes Management im Tempel eingerichtet. Unter den Erstsemestern sind 18 buddhistische Mönche vom Jade-Tempel.

Touristen schätzen vor allem die Ruhe und den Frieden, den buddhistische Tempelanlagen ausstrahlen. Sie suchen Entspannung vom hektischen Alltag und sind fasziniert von der zurückgezogenen Lebensweise der Mönche in ihren orangeroten Gewändern. Bis zu 400 Millionen Anhänger hat der Buddhismus weltweit, darunter prominente Gläubige wie der Hollywoodschauspieler Richard Gere.

Doch längst hat der Kapitalismus auch in den buddhistischen Tempeln Einzug gehalten: Buddhas als geschnitzte Holzfiguren, aus Stein oder Ton, Kerzen und Postkarten finden reißenden Absatz. Der Handel mit Souvenirs hat sich zur wichtigen Einnahmequelle der Buddhisten entwickelt.

Nur konsequent, dass die Jiaotong-Universität in Schanghai nun einen Studiengang speziell für effizientes Tempel-Management anbietet. Im Studiengang müssen die angehenden Religions-Manager vor allem die klassischen Wirtschaftswissenschaften pauken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verwaltung religiöser Einrichtungen und der Vermarktung religiöser Artikel. Das Studium endet mit einer Prüfung zum Master of Business Administration (MBA) abgeschlossen.

"Wir wollen in diesem Kurs die Geschäftsstrukturen der säkularen Welt kennen lernen, um diese dann auch bei uns umzusetzen", sagte der Zen-Buddhist Chang Chun, der den Jade-Tempel in Schanghai verwaltet, der chineischen Nachrichtenagentur Xinhua. 18 seiner Mönche haben sich an der Universität bereits eingeschrieben.

Mit Meditationskursen, Tai Chi oder traditioneller Musik haben sich viele Tempel zum Publikumsmagneten entwickelt. Oft können die Besucher sogar für mehrere Wochen in die modern umgestalteten Tempel einziehen. Fahrstühle und Computer erleichtern allerdings die Entscheidung für tagelange Kontemplation.

 

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