TV-Tipp: Kirchhoff ab 17:10Uhr bei Maischberger o. T.

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neuester Beitrag: 09.09.05 11:33
eröffnet am: 08.09.05 16:55 von: Katjuscha Anzahl Beiträge: 14
neuester Beitrag: 09.09.05 11:33 von: admin Leser gesamt: 636
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08.09.05 16:55
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100586 Postings, 7564 Tage KatjuschaTV-Tipp: Kirchhoff ab 17:10Uhr bei Maischberger o. T.

08.09.05 16:59

41157 Postings, 7164 Tage Dr.UdoBroemmeDass er gut schwafeln kann, weiß ich auch so.

Oder meinst du Frau Maischberger wird sich mit ihm über komplizierte finanz- oder steuerpolitische Sachverhalte auseinandersetzen?


Never argue with an idiot -- they drag you down to their level, then beat you with experience.  

08.09.05 17:06

100586 Postings, 7564 Tage KatjuschaNa ja, um dessen Argumente zu hinterfragen

muss ich kein Finanzexperte sein. Und dazu ist Sandra Maischberger auf alle Fälle in der Lage. Sie hat schon ganz andere Leute vorgeführt. Obs heute soweit kommt, kann man schwer sagen, aber es gibt ganz sicher Fragen, auf die er keine passende Antwort hat.

Es sei denn wir haben ein völlig falsches Bild von Kirchhoff. Also lassen wir uns mal überraschen!  

08.09.05 18:14

129861 Postings, 6220 Tage kiiwiiUnd, wie war's ?

Mir kam Frau Sandra etwas "sprachlos" vor...
War sie auch überrascht ?


MfG
kiiwii  

08.09.05 18:36

10310 Postings, 7199 Tage chartgranatees ist halt leider nicht

die Frage "wie war Kirchhoff"....sondern "was lassen Angie und die boys noch von ihm übrig".Leider.
Der Junge kann ja gut sein wie er will....alle haben doch inzwischen kapiert,daß er eher der Frühstücksdirektor und Kompetenzteam-Marketing - Gag der Union ist....und seine (sehr interessanten Ideen) ja eh nicht umgesetzt werden.Um letztendlich das Parteiprogramm der Union diesbzgl.runterzubeten brauchs keinen Kirchhoff.
Das Schlimmste ist ja,daß er ja selber schon von seinen Ideen wieder abrückt und daraus Visionen für 2009 gemacht hat.  

08.09.05 18:40

21799 Postings, 7668 Tage Karlchen_IWer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen...

sagte Helmut Schmidt mal.  

08.09.05 20:40

556 Postings, 5874 Tage gangstaPlacebo Kirchhof

Thomas Fricke: Placebo Kirchhof
Die Deutschen haben sich in die Idee paradiesischer Steuerverhältnisse verliebt. Dabei wird heillos überschätzt, welchen Einfluss Steuersysteme auf Jobs und Wachstum haben: Ziemlich wenig.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da sage noch jemand, die Deutschen seien nicht begeisterungsfähig. Alle paar Monate kommt ein Wundermann, erklärt wie neu, dass er das steuerpolitische Paradies gefunden hat, und sorgt so garantiert für Emotionen. Mal heißt der Guru Uldall, mal Bareis, mal Merz. Jetzt ist es Kirchhof, und der bringt uns nach Recherchen der "Bild" bald das Wirtschaftswunder zurück.
Genau hier liegt vielleicht das eigentlich Besorgniserregende, weniger bei den sperrigen Reformverzagten im Land. Die Erwartungen sind ins Absurde gestiegen. Der Eifer von Steuerpäpsten und Flachsatzfans steht in zunehmend krassem Gegensatz dazu, wie wenig Einfluss Art und Höhe von Steuern nach internationalem Vergleich auf den Erfolg von Volkswirtschaften tatsächlich haben.
Weniger Steuerlast als zu Erhards Zeiten
Klar wäre es wunderbar, nicht mehr stundenlang nach alten Belegen suchen zu müssen, um hier und da noch Steuern zu sparen (Wozu übrigens fast niemand gezwungen wird). Nur schafft das allein noch keine Jobs.
Am Wunder müsste schon die jüngste deutsche Erfahrung zweifeln lassen. Seit 2000 sind Spitzen-, Eingangs-, Körperschaft- und andere Steuersätze stark gefallen. Effektiv werden Firmen heute ein Fünftel weniger belastet als 1998, errechneten die Experten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Die Gesamtsteuerquote liegt jetzt auf Nachkriegstief. In allen Wirtschaftswunderjahren mussten die Deutschen einen größeren Teil ihrer Leistung an den Fiskus abgeben: 1960 waren es 23, jetzt unter 22 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Trotzdem ist das Wachstum nicht höher, im Gegenteil. In der Zeit, in der die Steuern so wunderbar fielen, stieg die deutsche Arbeitslosigkeit auf neue Rekorde.
Nun könnte sein, dass es mehr aufs System ankommt, auf die Seitenzahl von Steuererklärungen, den Absurditätsgrad von Ausnahmen. Was Steuerpäpste eben so sagen. Nur gibt es auch dafür wenige Belege. Der Vergleich nationaler Steuersysteme mit den jeweiligen Job- und Wachstumserfolgen lehrt alles - und nichts. Es gibt Länder, die einfache Steuern und viel Wachstum haben. Aber auch andere.
Die USA haben eines der kompliziertesten Steuersysteme der Welt, die Firmen werden laut ZEW effektiv etwa so hoch belastet wie in Deutschland. Bill Clinton hob Anfang der 90er Jahre die Steuern sogar an, was weder Bill Gates noch andere Garagisten hinderte, den größten Boom der US-Geschichte zu starten. Bei den Briten kletterte die Steuer- und Abgabenquote seit 1993 um 3,5 Punkte und erreicht jetzt deutsche Niveaus. Trotzdem fiel die Arbeitslosigkeit auf immer neue Rekordtiefs.

Die Dänen wachsen wunderbar, obwohl die Gesamtabgabenquote dort erstens vorkommunistische knappe 60 Prozent erreicht und zweitens in den vergangenen zehn Boomjahren nicht einmal ansatzweise gefallen ist. Bei den Schweden fiel zwar die Quote, sie liegt aber immer noch ein Drittel höher als bei uns.
Das Gegenteil gibt's auch: In Japan müssen die Leute ein Drittel weniger Steuern und Abgaben zahlen als wir - die Wirtschaft kriselt. Ähnlich wie in der Schweiz, die trotz wunderbar einfacher und niedriger Steuern seit 15 Jahren kaum noch gewachsen ist.
Wie heillos der Einfluss der Steuern überschätzt wird, zeigt sich noch grotesker dort, wo deutsche Steuerpäpste seit kurzem ganz neue Gründe für Aufregung gefunden haben: bei den vermeintlich vernichtend niedrigen Sätzen in Osteuropa. Lieblingsbeispiel ist die Slowakei, wo eine Einheitssteuer von 19 Prozent Anfang 2004 bereits eingeführt wurde - was deutsche Firmen massenhaft dorthin zieht. Sagen zumindest unsere Professoren.
Völliger Quatsch. Seit die Regierung die Flat Tax einführte, ist kein einziges weiteres deutsches Großunternehmen in die Slowakei gegangen - außer der Telekom, die wegen der Privatisierung dort ist. Volkswagen war schon in Bratislava, als noch orthodoxe Linke regierten. Nach Zahlen des Wiener WIIW-Instituts investierten Ausländer seit Einführung der Flat Tax sogar 40 Prozent weniger in der Slowakei als im Schnitt der vier Jahre davor. Die slowakische Arbeitslosenquote liegt nach international üblicher Rechnung noch genauso hoch wie vor der tollen Steuer, die jetzt das Kirchhof'sche deutsche Vaterland retten soll.
Phantom der Niedrigsteuerkonkurrenz
Nach WIIW-Untersuchungen sind in Osteuropa "steuerliche Anreize gar nicht nötig, um ausländisches Geld anzuziehen". Für Investitionen habe das "keine sehr große Bedeutung", sagt WIIW-Forscher Gábor Hunya. Das sei schon daran erkennbar, dass jene Osteuropäer, die ihre Sätze weniger stark senkten, deshalb nicht weniger Investitionen bekommen. Und: Aus den Ländern im Westen, bei denen der Steuernachteil zum Osten am größten ist, kommen auch nicht unbedingt mehr Investitionen als aus anderen Ländern. Berechnungen zufolge führt das Absenken osteuropäischer Steuersätze um einen Punkt im Schnitt nur zu einem Anstieg der Auslandsinvestitionen um 0,2 Prozent. So viel zur Firmenfluchtangst, die deutsche Steuerpäpste zur Promotion eigenen Wunderrezepte gerne schüren.
Das vermeintliche Paradox lässt sich den WIIW-Experten zufolge auflösen: Angesichts riesiger Ost-West-Unterschiede bei Wachstumsperspektiven und Lohnkosten fallen die Steuerabstände kaum ins Gewicht, eher schon in der Konkurrenz unter den Osteuropäern. In Umfragen nennen deutsche Unternehmen vor Ort als eindeutigen Hauptgrund für ihr Engagement, dass sie neue Märkte erschließen wollen, die Steuern rangieren bei allen weit hinten.
All das heißt keineswegs, dass es nicht großartig wäre, weniger Steuern zu zahlen und das möglichst bald. Steuergeschenke können wie jüngst in den USA auch einmal akut helfen, eine abstürzende Konjunktur kurzfristig zu stabilisieren.
Nur als Wundermittel gegen Deutschlands Krise taugt das notorische Geplapper über Steuerparadiese, wie sie sich Juristen aus Heidelberg vorstellen, wenig. Und für ein Wirtschaftswunder ist das ohnehin weder nötig noch ausreichend.
Thomas Fricke ist Chefökonom der FTD. Er schreibt jeden Freitag an dieser Stelle in der Zeitung.
Aus der FTD vom 09.09.2005
© 2005 Financial Times Deutschland

http://www.ftd.de/asset/Image/2005/09/08/kolum_gr.gif

 

08.09.05 21:08

556 Postings, 5874 Tage gangstaMerkel ist bei Gegenwind eingeknickt, kein

Stehvermögen oder?

Merkel rückt ein Stück von Kirchhof ab

Von Donata Riedel

Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) hat am Donnerstag vom Steuerkonzept ihres Finanzexperten Paul Kirchhof distanziert. Es sei ?ausgeschlossen", dass die umstrittenen Steuerpläne nach einem Regierungswechsel umgesetzt werden, sagte sie. Der Einkommensteuer-Spitzensatz werde 2009 nicht niedriger liegen, als im Wahlprogramm vorgesehen.

BERLIN. Die Union will die Einkommensteuersätze, die heute abhängig von der Einkommenshöhe zwischen 15 und 42 Prozent liegen, auf 12 bis 39 Prozent senken. Zur Finanzierung will sie Steuervergünstigungen wie die Pendlerpauschale abbauen. Kirchhofs Modell sieht eine Einheitssteuer von 25 Prozent und den Abbau aller Steuersubventionen vor. Die Finanzminister von Bund und Ländern fürchten bei seinem Modell Milliarden an Steuerausfällen. Kirchhof überschätze die Steuersparmöglichkeiten für Reiche, sagte Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU).

Dies bestätigt eine Untersuchung des Finanzministers von Rheinland Pfalz, Gernot Mittler (SPD), über die Einkommensteuerzahlungen von Angestellten mit einem Bruttolohn über eine Mill. Euro aus dem Jahr 2002. 40 Personen in seinem Land hatten demnach Einkünfte von zusammen 63 Mill. Euro, von denen sie 55,3 Mrd. Euro versteuern mussten. Die festgesetzte Einkommensteuer im Verhältnis zu den gesamten Einkünften habe 41,4 Prozent betragen, also 26,1 Mill. Euro. ?Nach dem Kirchhof-Modell hätten sie gut zehn Millionen Euro weniger an Steuern zahlen müssen", so Mittler.

Er verwies darauf, dass die Steuersparmodelle mit Ost-Immobilien Ende der 90er Jahre ausgelaufen seien. Bundesweit hätte der Fiskus 1998 noch 16,5 Mrd. Euro für Mietverluste auszahlen müssen ? 2002 seien es noch 3,4 Mrd. Euro gewesen. ?Kirchhof hängt da noch altem Denken an", so Mittler.

Der Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) fürchtete, dass Kirchhofs Konzept zu Verwirrung führen könnte. Wie der mögliche Unions-Wirtschaftsminister Peter Müller (CDU) forderte er Kirchhof auf, nur noch für das Unions-Konzept zu werben. Kirchhof, der bisher für sein Modell geworben hatte, lenkte ein: Er werde künftig ausschließlich das Unions-Konzept erklären, versprach er auf einer CSU-Wahlveranstaltung in München.

HANDELSBLATT, Donnerstag, 08. September 2005, 19:30 Uhr

 

08.09.05 21:18

2505 Postings, 7429 Tage copparaund jetzt sollte zur krönung nochmal


ein fernsehduell zwischen merkel und schröder her.

...dann würde er sie regelrecht "zerfleichen" - schade;-)  

09.09.05 10:25
1

10310 Postings, 7199 Tage chartgranatewirklich unglaublich

die Union,und vor allem die entscheidenden handelnden Personen dort, werden es wohl tatsächlich noch schaffen einen der eigentlich sichersten Wahlsiege in der Geschichte Deutschlands zu verspielen.......au backe.  

09.09.05 11:13

20331 Postings, 6525 Tage admin@chartgranate


jetzt mal mal nicht den teufel an die wand!  

09.09.05 11:19

10310 Postings, 7199 Tage chartgranatemir persönlich

wäre das Kirchhoff - Modell am liebsten.....oder zumindest eine wirklich einschneidende Veränderung unseres Steuersystems.Da kommt unter rot/gelb nie....aber unter der Alternative ja wohl leider auch nicht......
Unser Land brauch wiklich einschneidende Reformen,ich denke das isr jedem klar.Alleridings sind wohl alle möglichen Koalitionen einer Regierung zu sehr in ihrem eigenen Sumpf und dem Lobbyismus gefangen,so daß es wohl keiner angehen wird.
Dann ist es ja schon fast wieder egal wer regiert......  

09.09.05 11:27

1305 Postings, 7602 Tage user2tes Duell

Das würde Schröder doch nur schwächen.
Er hat beim ersten doch schon ca 100 äh, äh,äh benutzt.
Wenn er die Zahl noch steigert braucht er fast garnichts anderes mehr zu sagen.
Äh, bringt Überlegungszeit fürs Hirn, das brauchte Frau Merkel nicht.  

09.09.05 11:33

20331 Postings, 6525 Tage admin@user


das fällt jmd auf der sich mit der materie befaßt. aber leider dem "normalen" spd-wähler nicht...
ich halte es auch für moralisch fraglich eine solche diskussion ins lächerliche zu ziehen, wie zweifelsohne geschehen. aber sowas mache ich nur wenn ich keine sachlichen argumente hab mit denen ich punkten kann.
leider spiegeln die umfragen das nicht wieder.
wir haben dazu mal versuchweise in berufsschulklassen umfragen gemacht. dabei ist rausgekommen das berufe wie bankkaufmann, industriekaufmann etc eher GS wähler sind und in den handwerklichen berufen eher RG wähler sitzen. wenn man dann die schulnoten hinzu zieht ergibt sich ein gnaz klares bild...  

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