TARGET2: Forderungen der Bundesbank

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neuester Beitrag: 12.09.12 09:11
eröffnet am: 03.11.11 09:42 von: sportsstar Anzahl Beiträge: 26
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03.11.11 09:42
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31030 Postings, 6941 Tage sportsstarTARGET2: Forderungen der Bundesbank

...mal eine Thread dafür aufmachen, der sicher noch ein wenig länger und ausführlicher wird. Auch, weil die teils kontroverse Diskussion zu den Target-Salden zwischen Bundesbank bzw. EZB und Hans-Werner Sinn (und Co.) äußerst spannend ist...wie gefährlich sind sie wirklich und was ist alles zu berücksichtigen.

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Kapitalflucht aus Italien steigert Bundesbankrisiko
(Von Stefan Ruhkamp )

Die Kapitalflucht aus den finanzschwachen Euroländern hat sich beschleunigt. So ziehen immer mehr Sparer und ausländische Banken ihr Geld aus Italien ab und bringen es in Sicherheit - etwa in Deutschland.
Die Kapitalflucht aus finanzschwachen Euroländern hat sich beschleunigt. Insbesondere private Kreditgeber der italienischen Banken, zum Beispiel Sparer und ausländische Banken, fürchten um ihr Geld und bringen es unter anderem in Deutschland in Sicherheit. In der Folge sind die Banken der finanzschwachen Länder noch stärker auf die Finanzierung durch die Zentralbank angewiesen. Das geht aus Daten der Bundesbank und der Banca d?Italia hervor.

Die Kapitalflucht macht sich in Forderungen und Verbindlichkeiten des Zahlungsverkehrssystems Target bemerkbar. Von Ende Juli bis Ende September sind diese Forderungen der Bundesbank gegenüber dem Euro-System von 343 auf 449 Milliarden Euro gestiegen.

[...]

Leistungsbilanzdefizit erklärt nur Teil der Verbindlichkeiten
Im Umfeld der Bundesbank wird vermutet, dass der starke Anstieg der italienischen Target-Verbindlichkeiten nur zum geringen Teil mit dem Leistungsbilanzdefizit des Landes zu erklären ist. Der Löwenanteil sei wohl auf die große Nervosität auf den Finanzmärkten zurückzuführen. Eine ähnliche Erklärung ist auch vom Münchener Ökonomen Hans-Werner Sinn zu hören. Die italienischen Anleger verkauften ihre Vermögenswerte, schrieb Sinn in einem Zeitungsbeitrag. Die Banken bezahlten sie mit dem Geld aus den Target-Krediten. Schließlich verwendeten die italienischen Anleger das Geld, um in Deutschland Aktien oder andere Wertobjekte zu kaufen. Hinter der Staatsschulden- und Bankenkrise stecke eine Zahlungsbilanzkrise, die in den Targetsalden ihren Ausdruck findet. sagte Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank.

Quelle, Grafik und mehr:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...ndesbankrisiko-11514173.html
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03.11.11 10:04
2

31030 Postings, 6941 Tage sportsstargefährliche Entwicklung?

[...]

Die Eurokraten sind völlig außer Kontrolle und mit ihnen der Saldo aus dem Target2 Zahlungssystem. Der Anstieg der Forderungen innerhalb des Eurosystems insgesamt, mit +59,188 Mrd. Euro zum Vormonat, war der höchste jemals verzeichnete Anstieg in der Datenreihe der Bundesbank, hier der Blick auf die Entwicklung der Forderungen (Kredite) der Deutschen Bundesbank gegenüber den nationalen Notenbanken in der Eurozone und der EZB:

Von den Forderungen insgesamt, gingen auf das Konto nur der Forderungen gegenüber den nationalen Notenbanken (innerhalb des ESZB/Sonstige Forderungen netto), welches den Saldo aus dem abgewickelten Zahlungsverkehr im so genannten Echtzeit-Bruttozahlungssystem (Target2) abbildet, fulminante 449,611 Mrd. Euro, ebenfalls ein Allzeithoch und ein Anstieg von +59,168 Mrd. Euro zum Vormonat.

Unverantwortlich werden über Target2 beschleunigt weiter Forderungen gegenüber der Südperipherie und Irland aufgebaut, wohlwissend, dass diese uneinbringlich sind!

Dies verdeutlicht auch noch einmal, dass die Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands, Zeichen der enormen Wettbewerbsfähigkeit, Pyrrhussiege sind, da sie immer weiter die Gläubigerposition Deutschlands gegenüber dem Ausland erhöhen. Gegenüber der Südperipherie der Eurozone findet deren Defizitfinanzierung der Leistungsbilanz sowie die Liquiditätssicherung der Banken u.a. auch über den Kapitalexport via Target2 statt, wie die Verrechnungssalden des Target2 System im Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) zeigen. Zugleich sind die Target2 Salden ein enormer Krisenindikator, denn mit deren brachialen Wachstumsraten wird die Finanzierung der PIGS-Länder (Portugal, Irland, Griechenland und Spanien) nicht mehr über den Kapitalmarkt, sondern von den Druckerpressen der Zentralbanken übernommen.

Angesichts des starken Anstieges des Target2 Saldo der Deutschen Bundesbank dürfte deutlich werden, wie abwegig die Relativierungen in einigen Medien zu Target2 waren. Fakt ist, es handelt sich eindeutig um eine Kreditfinanzierung der PIGS und der erreichte Level ist Lichtjahre von kurzfristigen Verrechnungssalden entfernt und man muss kein Pessimist sein, um zu erahnen, dass die Verwerfungen innerhalb der Eurozone außer Kontrolle geraten sind und eine Wendung zum Positiven immer weiter aus der Reichweite gerät.

Quelle: http://www.querschuesse.de/...t-aberwitziger-steigerung-zum-vormonat/

Quelle Daten: Bundesbank.de/Datenbank: Auslandsposition der Deutschen Bundesbank in der Europäischen Währungsunion
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03.11.11 13:41
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31030 Postings, 6941 Tage sportsstarDer Anfang der Geschichte um die Target2-Salden

und wie es sich laut HWS darstellt bzw. welche Folgen er annimmt:

Rettungsschirm für den Euro - Tickende Zeitbombe
(Ein Gastbeitrag von Hans-Werner Sinn )

Was Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesbank verschweigen: Der Rettungsschirm rettet den Euro nicht - aber er lastet Deutschland ungeheure Risiken auf. Die Höhe der Haftung übersteigt die schlimmsten Ahnungen der Öffentlichkeit.

Mit dem Beschluss über die Rettungspakete sei die Gemeinschaftswährung nun dauerhaft stabilisiert, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel der deutschen Bevölkerung. Davon kann leider überhaupt nicht die Rede sein. Das Rettungssystem ist vielmehr eine tickende Zeitbombe, deren Sprengkraft selbst die schlimmsten Ahnungen der Öffentlichkeit übersteigt.

I.Die Krise
Die Probleme der GIPS-Länder (Griechenland, Irland, Portugal, Spanien) rühren daher, dass diese Länder schon bei der Ankündigung des Euro Mitte der neunziger Jahre in den Genuss extrem niedriger Zinsen kamen, sich deshalb hemmungslos verschuldeten und Kapital aus anderen Gebieten des Euroraums, vornehmlich aus Deutschland, absogen. Der Kapitalfluss erzeugte in den GIPS-Ländern einen beispiellosen Wirtschaftsaufschwung mit hohen Lohn- und Preissteigerungen, der die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie unterminierte und die Importe ankurbelte. Deutschland kam wegen hoher Kapitalabflüsse stattdessen in eine Flaute mit niedrigen Lohn- und Preissteigerungen sowie extrem niedrigen Investitions- und Wachstumsraten. Aus der Flaute entstanden Außenhandelsüberschüsse, weil die Importe zurückgehalten wurden und die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Exporte stieg. Nichts könnte falscher sein als die Aussage von Bundeskanzlerin Merkel, dass Deutschland "wie kaum ein anderes Land" (so in ihrer jüngsten Regierungserklärung) vom Euro profitiert habe.

Anzeige Mit der Finanzkrise fand die Phase der exzessiven Kapitalströme von Deutschland in die GIPS-Länder ein jähes Ende. Die Kapitalanleger wurden risikobewusster und weigerten sich zunehmend, die riesigen Leistungsbilanzdefizite der GIPS-Länder von über 100 Milliarden Euro pro Jahr zu finanzieren, weil sie den Staatsbankrott fürchteten. Die GIPS-Länder mussten immer höhere Zinsaufschläge zahlen, wenn sie doch noch an privates Geld kommen wollten.

Die Länder hätten nun eigentlich aufhören müssen, über ihre Verhältnisse zu leben, aber den dazu nötigen harten Sparkurs wollte kein Politiker verantworten. Stattdessen versuchte die Politik, die zur Finanzierung des Lebensstandards ihrer Bürger ausfallenden privaten Kreditflüsse durch öffentliche Kredite zu ersetzen. Dies geschah auf fünffache Weise.


1.Zuerst kamen die Kredite von der Europäischen Zentralbank, die im Zuge ihrer "Vollzuteilungspolitik" bereitwillig Geld druckte und verlieh.

2.Die Zentralbank finanzierte ferner die Staatsbudgets der GIPS-Länder, indem sie Staatspapiere kaufte, was Bundesbankpräsident Axel Weber veranlasste, von seinem Posten zurück zu treten. Ein solches Verhalten war der Bundesbank früher wegen der Inflationserfahrungen aus der Weimarer Republik verboten.

3.Damit nicht genug, erlaubte die EZB den nationalen Notenbanken, außerhalb der normalen Geldschöpfung neues Geld zu schöpfen und gegen mindere Sicherheiten an die jeweiligen Geschäftsbanken zu verleihen (ELA, Emergency Liquidity Assistance).

4.Vor allem aber gaben einzelne Zentralbanken, an erster Stelle die Bundesbank, den Zentralbanken der GIPS-Länder über die EZB in gigantischem Umfang Kredite, um den versiegenden privaten Kreditfluss zu ersetzen. Dies geschah unter der technischen Bezeichnung "Target-2-Salden" von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, ohne Mitwirkung parlamentarischer Gremien und ohne Spuren in der Bilanz der EZB zu hinterlassen.

Diese verhängnisvollen Geschäfte funktionieren wie eine Art Überziehungskredit: Die jeweiligen Zinserträge und -kosten werden über das EZB-System sozialisiert - weshalb die Bundesbank nicht von einer Kreditvergabe sprechen möchte. Tatsächlich aber floss in riesigem Umfang öffentlicher Kredit von Deutschland in die GIPS-Staaten, um dort den Abfluss von Geldern zu neutralisieren. Wenn diese Staaten nicht zurückzahlen können, ist der deutsche Steuerzahler dran; dazu unten mehr.

5.Und nun gibt es die neuen EU-Beschlüsse zur Ausweitung des Rettungsfonds in Luxemburg, die der wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium der Finanzen zu Recht als "Besorgnis erregend" bezeichnet. Der Fonds wird die europäischen Ungleichgewichte, die durch die überbordende Entwicklung der Preise und Einkommen zustande kamen, verlängern und die Auslandsschulden der GIPS-Länder immer weiter anwachsen lassen. Mit jedem Jahr, während dessen die Kredite der Staatengemeinschaft die versiegenden privaten Kredite ersetzen, entfernt sich das Eurosystem weiter von der Lösung seiner Probleme.

Und Deutschland sitzt nun in der Falle. Denn je mehr Schulden die betroffenen Länder bei anderen Euroländern aufbauen, desto größer ist ihr Drohpotential, wenn es darum geht, eine Transferunion in Europa zu erzwingen. Im Endeffekt wird Deutschland die Schulden der GIPS-Länder an sich selbst zurückzahlen müssen.

Der Wohlstand der Generation unserer Kinder wird auf diese Weise aufs Spiel gesetzt. Es stimmt eben nicht, wenn Kanzlerin Merkel behauptet, Deutschland werde nicht für die Schulden anderer Länder haften. Richtig lag vielmehr die regierungsnahe französische Zeitung Le Figaro, als sie nach dem Vertrag von Maastricht unter Anspielung auf den Vertrag von Versailles jubelte, Deutschland werde nun zahlen.

Für einen erklärten Befürworter des Euro, als der sich der Autor dieses Berichtes noch immer sieht, ist dies eine ernüchternde Feststellung.

Die Rettungssummen haben heute schon Schwindel erregende Größenordnungen erreicht, aber sie werden weiter steigen müssen, wenn Italien notleidend wird, was angesichts der enormen Preis- und Lohnsteigerungen in diesem Land mittelfristig absehbar ist.


Wie Deutschland haftet
1.Das unterste Säulenstück misst die ELA-Kredite der GIPS-Länder, die nach einer Studie der Citibank und unter Verwendung von nach Angaben der irischen Zentralbank schätzungsweise 65 Milliarden Euro betragen. Allein auf Irland entfielen auf diese Weise knapp 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) oder 60 Milliarden Euro. Während die Haftung für fehlende Sicherheiten für ELA-Kredite früher bei der jeweiligen nationalen Notenbank lag, ist sie inzwischen im Eurosystem vergemeinschaftet worden. Sollten die GIPS-Länder in Konkurs gehen, haftet Deutschland mit etwa 33 Prozent oder 22 Milliarden Euro.

2.Das nächste Säulenstück misst die bereits erwähnten Target-2-Kredite. Der Nettobestand dieser Kredite lag zuletzt bei etwa 455 Milliarden Euro. Zu den Kreditnehmern gehören auch Frankreich, Belgien, Österreich, Zypern und die Slowakei. Der Löwenanteil der Kredite, immerhin etwa 340 Milliarden Euro, floss in die GIPS-Länder. Allein bei der Bundesbank ist der Nettobestand der Kreditforderungen von fünf Milliarden Euro im Jahr 2006 auf 321 Milliarden Euro Ende Februar 2011 hochgeschnellt.

Die deutschen Target-Kredite entstanden, weil die Zahlungen für Importe der GIPS-Länder sowie Zahlungen für im Ausland getätigte Finanzanlagen zunehmend nicht mehr zwischen den privaten Banken allein, sondern über das Zentralbankensystem abgewickelt wurden.

Anzeige Anfangs war nur der Großbetragszahlungsverkehr erfasst, doch inzwischen werden überwiegend kleinere Transaktionen über die Target-Konten abgewickelt. Target-Zahlungen haben grundsätzlich nichts mit dem Prozess der Geldschöpfung zu tun, denn die Menge an Zentralbankgeld im Euroraum wird durch sie nicht verändert.

Es sind indes Kreditbeziehungen zwischen den Notenbanken entstanden, weil die internationalen Zahlungen ohne einen Geldfluss zwischen den Ländern ausgeführt wurden. Während beispielsweise die privaten Firmen der GIPS-Länder die Rechnungen für bezogene deutsche Waren bezahlten und die deutschen Exporteure ihr Geld von der Bundesbank erhielten, leiteten die Zentralbanken der GIPS-Länder das Geld gar nicht über das Zentralbankensystem an die Bundesbank weiter.

Ähnlich war es, als die Vermögensbesitzer der GIPS-Länder begannen, ihr Kapital in andere Länder des Euroraums zu verlagern und zu dem Zweck Überweisungsaufträge gaben. Die Zentralbanken der GIPS-Länder hätten die Target-Salden eigentlich täglich ausgleichen sollen; so war es gedacht.

Das taten sie aber nicht, sondern ließen immer größere Beträge bei der EZB anschreiben, die der Bundesbank daraufhin entsprechende Kreditforderungen gutschrieb. Eine Obergrenze für das Kreditvolumen war bei der Gründung der EZB nicht vereinbart worden, weil man nicht glaubte, dass sich auf dem Kreditkonto nennenswerten Beträge ansammeln würden - was aber nur bis 2006 stimmte (Grafik).

Das der Bundesbank vorenthaltene Geld verliehen die Zentralbanken der GIPS-Länder gegen geringe Sicherheiten an ihre privaten Banken, weil die Finanzierung über den Interbankenmarkt nicht mehr möglich war. Die Bundesbank möchte die Target-Salden heute nicht als Kredite verstanden wissen, bestätigt aber, dass sie Kreditzinsen für sie kassiert (die in die gemeinsame Verteilungsmasse aller Zentralbanken einfließen).

Ökonomisch handelt es sich indes eindeutig um Kredite, die die Bundesbank der EZB und diese wiederum den Zentralbanken der bedrängten Länder gibt.

Wenn die Target-2-Kredite von den Geschäftsbanken der GIPS-Staaten nicht bedient werden und die GIPS-Staaten mitsamt ihrer Zentralbanken Pleite gehen, haften die restlichen Staaten des Euroraums gemeinschaftlich nach ihren Kapitalanteilen an der EZB. Deutschland haftet dann mit 33 Prozent oder 114Milliarden Euro.

3. Es folgen im Umfang von 77 Milliarden Euro Staatspapierkäufe der Notenbank, für die Deutschland mit 25,9 Milliarden Euro haftet, wenn die GIPS-Länder ausfallen.

4. Sodann ist die Griechenland-Rettung der EU in Höhe von 80 Milliarden Euro zu verbuchen, an der Deutschland mit 22,3 Milliarden beteiligt ist, sowie die parallel dazu gewährte Hilfe des IWF in Höhe von 30 Milliarden, für die Deutschland in Höhe von sechs Prozent oder 1,8 Milliarden Euro haftet.

5. Die vorige Woche beschlossenen Bürgschaften (ESM) an dem Luxemburger Fonds in Höhe von 620 Milliarden Euro und die Bareinlage von 80 Milliarden Euro nehmen Deutschland zu insgesamt 190 Milliarden Euro in die Haftung.

6. Schließlich gibt es noch die vom IWF zugesagten Hilfen in Höhe von 250 Milliarden Euro, an denen Deutschland mit 14,9 Milliarden Euro beteiligt ist.

Summa summarum liegen die Hilfszusagen für bedrängte Euroländer damit bei 1542 Milliarden Euro, und Deutschland haftet mit 391 Milliarden Euro

Was nun kommt
Offiziell wird argumentiert, der "Pakt für den Euro" werde sicherstellen, dass größere Haftungssummen niemals fällig werden. Hoffen wir, dass es so ist. Man muss aber bedenken, dass es sich bei den Schuldengrenzen nicht um bindende Verträge handelt, sondern nur um vage politische Absichtserklärungen.

Sie lassen sich durch politische Einflussnahme und Druck dehnen wie Gummi. Zudem verwandeln sich die vermeintlichen Schuldengrenzen angesichts der Weigerung der Märkte, die Außenhandelsdefizite der GIPS-Länder weiter zu finanzieren, faktisch in Verschuldungsrechte, denn man wird einem Land die Gemeinschaftskredite nicht verwehren können, wenn es sich an die gemeinsam beschlossenen Schuldengrenzen hält.

Leider hat es Deutschland versäumt, eindeutige Kreditbedingungen in Form einer klar definierten und rechtsverbindlichen Krisenprozedur auszuhandeln, bevor es sich verpflichtete, die verlangten Bürgschaften zur Verfügung zu stellen. Eine solche Prozedur hätte den Übergang von einer bloßen Insolvenzkrise mit großzügigen Hilfen in den Zustand der drohenden Insolvenz mit einer zwingenden Beteiligung der Gläubiger bei den jeweils fällig werdenden Staatsanleihen bis hin zur vollen Insolvenz mit einem umfassenden Schuldenmoratorium festlegen müssen.

Nicht die weitere Öffnung des Geldhahns, sondern allein eine Prozedur, die seine allmähliche, kontrollierte Schließung sicherstellt, kann Europa jetzt noch retten. Der Pakt für den Euro und der sogenannte Europäische Stabilitätsmechanismus aber schwächen den Euro, unterminieren den Zusammenhalt Europas und gefährden das europäische Einigungswerk

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/geld/...uro-tickende-zeitbombe-1.1080370-4
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03.11.11 13:42
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31030 Postings, 6941 Tage sportsstarWie er große Teile mit seiner Meinung vereinnahmt

Wie Hans-Werner Sinn in Berlin das Euro-Rettungspaket kritisieren wollte und am Ende den Euro verteidigen musste.

Journalisten misstraut der Professor eher. Er braucht sie, aber so ganz geheuer sind sie ihm auch nicht. Auch diesmal sind wieder einige da. Es geht um den Euro und um Griechenland, vor 350 meist geladenen Gästen in der Humboldt-Uni in Berlin. Es spricht „Deutschlands klügster Professor“, so eine gewisse große Zeitung mal. „In Griechenland funktioniert die interne Abwertung nicht. Würde man sie so weit treiben, wie es ökonomisch nötig ist, nämlich 20 bis 30 Prozent, würde das Griechenland in den Bürgerkrieg treiben“. Bei Brüning hätten wir nur acht bis zehn Prozent interne Abwertung - also Preisrückgang - gehabt . Und dann: „Achtung an die Journalisten im Saal! Ich sage nicht: In Griechenland bricht der Bürgerkrieg aus. Sie überspitzen immer so. Ich habe auch Griechenland nie empfohlen, aus dem Euro auszutreten. Ich habe nur die Alternativen klargemacht.“

Hans-Werner Sinn braucht an diesem Abend keine Zuspitzung, weil er ohnehin genug Sprengstoff mit hat. Seine Diagnose: „Wir haben eine Euro-Krise – vor einem Jahr habe ich auch noch geschrieben, wir hätten keine, aber wir haben eine.“ Er kommt, um zu warnen. So geht es nicht weiter. Sonst droht der ganz große Schuldensumpf.

Der Vortrag ist brilliant. Plötzlich ertönt laute Tango-Musik durch die Lautsprecher. „Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde hat Recht: It takes two to tango.“ Leistungsbilanzen saldieren sich eben international. Schon hier hätten die versammelten Euro-Skeptiker im Publikum misstrauisch werden müssen. Später sagt Sinn dann auch: „Am 8. Mai 2010, vor einem Jahr haben die Franzosen beim großen Euro-Rettungsgipfel ihre Version des Euro durchsetzen können.“ Sinn bleibt sachlich, im Publikum zunehmend hochgezogene Augenbrauen. „Es stand in El Pais, unter Berufung auf den spanischen Premier Zapatero, dass Sarkozy damals gedroht habe, aus dem Euro auszutreten, wenn die Deutschen nicht unterschreiben.“ Die Meldung sei nicht dementiert worden, also sei was dran. Dem Publikum bleibt nur, erstaunt zu gucken.

Der Münchener Professor verfügt zudem über den seltenen Schuss Selbstironie, der vielen der Ökonomiestudenten in der hinteren Saalhälfte womöglich entgangen sein dürfte: „Ich habe irische Staatsanleihen. Es macht einem Ökonomen ja ein gewisses Vergnügen, gegen seine Interessen zu argumentieren.“ So?

Zum ersten Mal erklärt Sinn heute vor großem Publikum im prall gefüllten Hörsal 201, wie das Eurosystem der EZB-Mitgliedsbanken dafür gesorgt hat, dass das eigentlich dem Zahlungsverkehr dienende Target-System der EZB zum Rettungsmechanismus umfunktioniert wurde. Und jetzt sieht es so aus, dass die Zentralbanken der Krisenländer bei der Bundesbank fast 400 Milliarden Euro Schulden haben – was die vom Bundestag genehmigten Rettungpakete in den Schatten stellt, ohne dass die Öffentlichkeit was davon mitbekommen hat, geschweige denn mitreden konnte. Keiner hat's bemerkt, bis Sinn in mühevoller Kleinarbeit und mit großem investigativem Ehrgeiz der Bundesbank die Sache entlockt hat.

Der Befund: Über drei Jahre lang habe die EZB faktisch die gesamten Leistungsbilanzdefizite der vier Krisenländer finanziert. „Ein heimliches Rettungpaket“, sagt Sinn. Er zeigt auf, was das für Deutschlands Kapitalverkehrsbilanzen bedeutet. „Es hat Einiges an Gehirnschmalz gekostet, das können Sie mir glauben, bis ich das verstanden habe.“ Seine Folgerung: So geht es nicht weiter. In wenigen Jahren ist die Reserve des EZB-Systems aufgebraucht. Das Volumen des Target-Systems müsse daher langsam reduziert werden. „Wir müssen den Hahn behutsam zumachen.“ Dann entwirft er einen Ausweg einer sanften, graduellen Restrukturierung der griechischen Schulden - keinen Rausschmiss aus der Euro-Zone und auch keine ewigen EU-Transfers. Ein Kompromiss, keine Radikallösung.

Das Publikum ist von Sinns Analyse verblüfft und klatscht brav. Ist das alles zu glauben? „Es stimmt alles, was Hans-Werner gesagt hat“, weiß der Gastgeber, HU-Professor Michael Burda. Er ist kein Europäer, aber immerhin ein „Wannabee“.

Das Publikum, darunter auch Berliner Prominenz wie FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms, hätte Sinns Analysen gar nicht bedurft. Es weiß offenbar schon alles, über den Euro, und so. Der Berliner Professor Charles Beat Blankart etwa plädiert jetzt mal für ein ziemlich anderes privatwirtschaftliches Geldystem à la Mr. Hayek, statt des herrschenden Zentralbank-Monopols.

Und dann: „Herr Sinn, ich teile Ihre Analyse, aber nicht Ihre Schlussfolgerung“. Der Herr in der ersten Reihe hatte sich noch als Markus Kerber vorgestellt. Neben ihm sitzt Hans-Olaf Henkel, BDI-Ex und inzwischen ehrenamtlicher Vorsitzender des DM-Fanclubs: „Herr Sinn, sagen Sie mir, warum hat sich noch kein einziger Professor in Deutschland mit den Folgen eines Ausstiegs aus dem Euro befasst? Und warum sagen Sie nicht, dass der Euro ein Fehler ist?“ „Ich traue mich nicht,“ sagt Sinn. Wie bitte? Er kriegt dann aber noch die Kurve: „Weil ich die Folgen kenne. Wir können das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen.“

Quelle: http://www.ftd.de/wirtschaftswunder/...p;articleId=2658&blogId=10
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03.11.11 13:45
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31030 Postings, 6941 Tage sportsstarOlaf Storbeck (und andere) hingegen:

"Traktoren, Targetsalden, Trugschlüsse – HWS hat sich verrannt"

(Quasi die Kritik auf die Kritik)

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Vor ein paar Tagen habe ich hier über die fragwürdigen Medienkampagnen von Ifo-Chef Hans-Werner Sinn geschrieben. Je tiefer ich mich in seine aktuelle These zur Euro-Krise einarbeite, desto gruseliger ist seine Argumentation und desto abstruser erscheinen mir seine Schlussfolgerungen. Ein Blog über Target-Salden, Traktoren und Trugschlüsse.


Hans-Werner Sinn: Argumentativ aus der Kurve geflogen (Foto: Olaf Storbeck)

Es ist eine steile These, mit der Hans-Werner Sinn seit Monaten durch die Medien zieht: Die Europäische Zentralbank betreibe eine geheime und milliardenschwere Rettung von Griechenland, Irland und anderen Problem-Ländern des Euro-Raums. Unbemerkt von der Öffentlichkeit, an den Parlamenten vorbei und für die deutsche Wirtschaft hochgradig gefährlich. O-Ton Sinn in der “Süddeutschen Zeitung”:

“Das Rettungssystem ist (..) eine tickende Zeitbombe, deren Sprengkraft selbst die schlimmsten Ahnungen der Öffentlichkeit übersteigt.”

Seine Thesen schlagen auch international Wellen. Der einflussreiche FT-Finanzkolumnist Martin Wolf hat sie aufgegriffen, der viel gelesene Reuters-Blogger Felix Salmon ebenfalls. Und Sinn selbst hat soeben auf dem Internetportal Vox eine englischsprachige Version seiner Argumente veröffentlicht.

Aber stimmt das überhaupt, was Sinn da erzählt?

Die kurze Antwortet lautet: Nein.


Nach allem, was ich an Sinns Texten und anderen Beiträge dazu gelesen habe,  lautet meine Fazit: Seine Analyse ist über weite Strecken fragwürdig, seine Schlussfolgerungen sind unverantwortlich und gefährlich. Es ist wieder eine von Sinns Kampagnen, deren Funktionsprinzip ich jüngst abstrakt so beschrieben habe:

Er  hat einen im Kern durchaus richtigen Gedanken, den er dann aber so weit zuspitzt und ins Extreme überspannt, dass nur noch ein Zerrbild übrig bleibt – Sinn aber verkauft das der Presse und der Politik als nahezu ewige Wahrheit und einzig richtige Sicht auf die Wirklichkeit.

Oder, wie es der Blogger Kantoos kurz und bündig formuliert:

Natürlich sind HWS Thesen zur Geldschöpfung der EZB und Investitionen in Deutschland Unsinn.

Wenn Sie sich mit diesem Fazit zufrieden geben, können Sie an dieser Stelle aufhören zu lesen. Wenn Sie wissen wollen, worum es inhaltlich geht und wie ich zu meiner Einschätzung komme, muss ich sie mitnehmen auf eine kleine Reise zu Target-Salden, Traktoren und dem Schöpfen von Zentralbankgeld.

Um Sinns Argumentation folgen zu können, muss man in die Details des europäischen Zahlungsystems und der Geldschöpfung in einer Volkswirtschaft einsteigen.

Dabei gilt es,  zwei Dinge sauber zu trennen: Erstens die Fakten und zweitens ihre Interpretation.

1) Die Fakten

Das Target-2-System


Kern der Debatte ist das europäische Zahlungssystem, über das die privaten Banken grenzüberschreitende Transaktionen abwickeln. Wenn ein irischer Bauer in Deuschland einen Traktor kauft – dieses Beispiel stammt von meinem geschätzten FAZ-Kollegen Stefan Ruhkamp, auch Sinn hat es danach aufgegriffen – landet das Geld dank des sogenannten “Target 2”-Systems der Notenbanken auf dem deutschen Konto der Traktorenfabrik. (Target 2 heißt es, weil es 2007 das Target-System abgelöst hat.)

Target 2 wird von den europäischen Notenbanken gemeinsam betrieben, Zugang haben die privaten Banken aus der EU. Grenzüberschreitende Transaktionen haben daher, wie ich weiter unten erläutere,  Rückwirkungen auf die Bilanzen der Zentralbanken (das sind die berühmten Target-Salden).

Die Summen, die über Target 2 bewegt werden, übersteigen unser Vorstellungsvermögen. Täglich wechseln im Schnitt 2299 Milliarden Euro den Besitzer. Die Summe, die dort innerhalb von vier Tagen bewegt wird, entspricht der jährlichen Wirtschaftsleistung des Euro-Raums. Der ganz überwiegende Teil des Geldes (94%)  fließt zwischen privaten Banken in den verschiedenen Ländern hin und her. (Quelle: Target-Jahresbericht 2010, S.7)
Um Sinn folgen zu können, müssen wir uns das “Target 2”-System noch etwas genauer anschauen.
Denn die Bank unseres irischen Bauern (zum Beispie Anglo Irish) überweist das Geld nicht direkt auf das Konto des Herstellers (das bei der Commerzbank sein könnte). Die Euros nehmen bei Target 2 einen Umweg über mehrere Notenbanken. Anglo Irish überweist das Geld an die Irische Nationalbank, die es an die Bundesbank weiterleitet. Letzte schreibt die Euros der Commerzbank gut, die es auf dem Konto der Traktorenfabrik verbucht.

Zentralbankgeld

Bislang habe ich einfach nur von “Geld” gesprochen. Leider ist auch hier die Sache komplizierter. Was zwischen den Notenbanken Irlands und Deutschlands fließt, ist eine ganz bestimmte Art von Geld – so genanntes Zentralbankgeld.

Das Zentralbankgeld bezeichnen Volkswirte auch als “Geldbasis”. Nur die Notenbanken selbst können es schaffen, nicht aber die privaten Banken. Geldscheine und Münzen sind Zentralbankgeld – ebenso wie das Geld, das  die privaten Banken auf Girokonten direkt bei der Notebank haben (“Sichteinlagen”). Das Geld, das auf meinem privaten Girokonto bei der Comdirect liegt oder das entsteht, wenn ich mein Girokonto überziehe, ist kein Zentralbankgeld, sondern Geld, das die privaten Banken selbst geschaffen haben. Erst, wenn ich mir am Geldautomaten Euro-Noten auszahlen lasse, wandele ich einen Teil meines Guthabens in Zentralbankgeld um.


Der deutsche Traktor an und für sich (Bild via Wikipedia)
Wenn unserer irische Bauer bei Anglo Irish seine Überweisung fertigmacht, bucht seine Bank das Geld von dessen  Girokonto ab und überweist es an die irische Notenbank. Dafür braucht sie Zentralbankgeld, das sie entweder selbst auf ihren Notenbank-Konto liegen hat oder sich leiht –  bei anderen privaten Banken oder bei der Notenbank.

Was bei der Überweisung der Rechnung für den Traktor in den Bank-Bilanzen passiert, beschreibt die Bundesbank in ihrem März-Monatsbericht (S. 34) so:

Fließen beispielsweise einer über die Bundesbank an TARGET2  teilnehmenden Bank [Anmerkung: also in unserem  Traktor-Beispiel: der Commerzbank] Gelder aus dem Ausland zu, führt dies bei der Bundesbank zu Verbindlichkeiten gegenüber  dieser Bank (etwa  durch  Gutschrift  des Betrages auf  deren  Girokonto). Im Gegenzug entsteht eine Forderung der Bundesbank in gleicher Höhe gegenüber der sendenden nationalen Zentralbank [in unserem Beispiel der Irischen Notenbank]. Diese wiederum  belastet  das Konto  der sendenden  Geschäftsbank [Anglo Irish]. Dies erfordert ein ausreichendes Guthaben an Zentralbankgeld der sendenden Bank.

Die Target-Salden

Wie entstehen nun die von Sinn viel beschworenen Target-Salden, die den Kern des angeblich von ihm aufgedeckten  gefährlichen Geheim-Rettungsplans bilden? Die Bundesbank erklärt es so:

“Die  bei  den nationalen Zentralbanken entstehenden Forderungen und Verbindlichkeiten aus einer über den Tag anfallenden Vielzahl solcher Transaktionen gleichen sich normalerweise nicht vollständig aus.”
Was am Ende des Geschäftstages an Forderungen und Verbindlichkeiten übrig bleibt, wird der EZB übertragen und dort saldiert.

Bis zum Ausbruch der Finanzkrise gab es innerhalb der Euro-Zone keine großen Ungleichgewichte bei grenzüberschreitenden Forderungen. Dass sich das seit 2007 drastisch geändert hat, ist Sinn als erstem aufgefallen.

Ende 2010 hatte die  Bundesbank nach eigenen Angaben (S. 34) Target-Forderungen in Höhe von 325,5 Mrd. Euro gegenüber der EZB, fast doppelt so viel wie Ende 2009 (178 Mrd. Euro). Nach Berechnungen des Ifo-Instituts haben sich die Verbindlichkeiten von Griechenland, Irland, Portugal und Spanien bis 2010 auf rund 340 Mrd. Euro aufsummiert.

Die Bundesbank erklärt die Unwucht so: Den deutschen Banken seien “durch den Zahlungsverkehr der Nichtbanken” – also unter anderem unseren traktorkaufenden irischen Bauern und generell den Export-Erfolgen der deutschen Unternehmen – auch in der Krise Gelder aus  dem Ausland zuflossen. Zugleich waren die deutschen Banken laut Bundesbank

“krisenbedingt weniger bereit und teilweise  auch nicht in der Lage, diese am Interbankenmarkt an ausländische Institute auszuleihen. Statt dessen führten sie (…) ihre Refinanzierungsgeschäfte bei  der Bundesbank zurück.”

Laut Bundesbank besorgten sich die deutschen Banken Ende 2010 nur noch 103 Mrd. Euro Zentralbank-Geld bei der EZB. Anfang 2007 waren es noch 250 Milliarden.

Im Zuge der Finanzkrise fingen die deutschen Banken also an,  Zentralbankgeld zu horten – und verursachten so die gewaltigen Ungleichgewichte im Target-System.

Vermutlich trägt ein weiteres Phänomen zu den Target-Forderungen bei, das die Bundesbank eventuell nicht erwähnt, weil es die Panik auf den Finanzmärkten nur noch verstärken würde. Wahrscheinlich gibt es eine Art stillen und schleichenden Bank-Run in den Peripherie-Ländern. Die Menschen dort ziehen Geld aus Irland und Griechenland ab und legen es lieber bei solideren Banken in den Kern-Euro-Staaten an. Ruhkamp schreibt:

Der Zufluss an Geld mag auch dadurch verstärkt sein, dass viele Menschen in den Defizitländern zum selben Schluss kommen, ihr Geld vom Konto nehmen und das Guthaben lieber in Deutschland halten, als bei Banken in den Defizitländern, die nicht über jeden Zweifel erhaben sind.

Update (5. Juni 2011): Diese Kapitalflucht aus den Krisenländern dürfte tatsächlich der Hauptgrund für die Ungleichgewichte in den Notenbank-Bilanzen sein – nicht der fiktive Traktoren-Kaufrausch irischer Bauern. Laut “Irish Independent” zogen Anleger allein 2010 aus Irland 110 Milliarden Euro ab, 91 Milliarden davon stammten von Ausländern.  Der Handelsblatt-Griechenland-Korrespondent Gerd Höhler berichtet in unserem Schwesterblog “Global Reporting” anschaulich über die Kapitalflucht aus Griechenland, und es war auch Seite-1-Thema im Handelsblatt. Aus den Statistiken der Griechischen Zentralbank bei den griechischen Banken geht hervor, dass die Einlagen von Haushalten und Nicht-Banken zwischen Januar 2010 und März 2011 um 16,1 Milliarden Euro bzw. 17 Prozent gefallen sind.

Was war – abgesehen davon, dass es in den Peripherie-Ländern keinen stillen Bankrun gab – vor der Finanzkrise anders? Auch damals sind den deutschen Banken dank der Export-Erfolge der deutschen Unternehmen massiv Gelder aus dem Ausland zugeflossen. Die aber haben die Banken vor Mitte 2007  wieder im Ausland angelegt. Die Bundesbank schreibt:

“In  der Zahlungsbilanz fungierte insbesondere  die (kurzfristige) Netto-Auslandsposition der Kreditinstitute als eine Art „Ausgleichsventil“.”

2) Die Interpretation

Durch die Finanzkrise und die Scheu der Banken ist sozusagen der Abfluss verstopft, und dies führt zu den Target-Forderungen. Oder wie der Kollege Ruhkamp es formuliert:

Der starke Anstieg der Target-2-Forderungen ist (..) Folge und Symptom der Krise des Bankensystems, nicht aber deren Verstärkung.

Sinn dagegen stellt die Target-Transaktionen als ein aktives Mittel der Geldpolitik da:

“Die Target-Kredite verfälschen die Kapitalströme in der EU. Sie lenken zu viel Wirtschaftskraft in die Peripherie.”

Was bedeuten all dies ökonomisch? Geht von den Target-Salden eine Gefahr aus?
Die Bundesbank sagt: Nein.

Sinn sagt: ja.

Die Argumente der Bundesbank

Die Notenbank betont (S.35):

“Für die Bundesbank ergibt sich aus dem Anstieg ihrer TARGET2-Verrechnungssalden unmittelbar keine Veränderung ihrer Risikolage. (…)  Ein Verlustfall tritt nur dann ein, wenn ein Geschäftspartner des Eurosystems ausfällt und die von ihm hinterlegten Sicherheiten bei ihrer Verwertung trotz der vom Eurosystem angewandten Risikokontrollmaßnahmen nicht den vollen Wert der damit abgesicherten Refinanzierungsgeschäfte einbringen.”

Der letzte Satz ist wichtig, aber schwer zu verstehen. Gemeint ist vermutlich nicht die Zahlungsunfähigkeit eines Euro-Landes – Länder sind ja keine “Geschäftspartner des Eurosystems” sondern der Zusammenbruch einer privaten Bank – also zum Beispiel ein Kollaps von Anglo Irish. Um Zentralbankgeld zu erhalten (um beispielsweise die Überweisung unsers irisischen Bauern auf den Weg zu bringen) muss Anglo Irish Sicherheiten bei der Notenbank hinterlegen – zum Beispiel Staatsanleihen. Sollten diese Sicherheiten platzen, müsste die Bundesbank Verluste  hinnehmen.

An dieser Stelle argumentiert die Bundesbank meiner Meinung nach etwas spitzbübisch. Denn ein wahrscheinlicheres Szenario ist eine umgekehrte Wirkungskette: Ein Euro-Staat – zum Beispiel Griechenland – geht Pleite oder muss einen massiven Haircut vornehmen. Das versetzt privaten Banken, die viele Griechenland-Anleihen haben, den Todesstoß. Wenn diese Banken dann Griechenland-Anleihen als Sicherheit für Zentralbank-Geld hinterlegt haben, wären die dahinter stehenden Target-2-Forderungen wertlos. (Dieses Szenario macht Martin Wolf und Felix Salmon große Sorgen.)

Die Bundesbank betont allerdings, dass sie diese Verluste keineswegs alleine tragen würde:

“[Ein Verlustfall] trifft immer das Eurosystem als Ganzes, unabhängig davon, bei welcher nationalen Zentralbank er sich materialisiert. Die Lasten eines solchen Ausfalls würden entsprechend dem Kapitalschlüssel auf die nationalen Zentralbanken verteilt.”

Die Frage, die sich als nächstes aufdrängt, lautet: Was würde dann passieren?

Laut Ifo-Institut würde Deuschland dann mit “mit 33 Prozent oder 114 Milliarden Euro” haften. Ich kenne mich nur begrenzt mit den Zentralbank-Bilanzen aus, aber rein ökonomisch sollte es kein Problem sein, diese Summe einfach abzuschreiben – und dann weiterzumachen wie bisher. Oder übersehe ich was?

Sinns Interpretation

Sinn hält die großen Target-2-Forderungen der Bundesbank für hochgefährlich. Interessanterweise argumentiert er nicht in erster Linie mit den Ausfallrisiken – also den 114 Milliarden Euro, die die Bundesbank in den Wind schreiben müsste, wenn nicht nur ein Teil, sondenr sämtliche Forderungen platzen würden. Sinn behauptet, die Target-Forderungen nähmen deutschen Firmen das Kapital zum Investieren weg. Und hier fliegt HWS vollends aus der Kurve.

Sinn gibt vor, das Traktor-Beispiel “zu Ende zu denken”. Er schreibt:

“Nehmen wir an, der Bauer hat kein Geld. Er leiht sich das Geld bei seiner Geschäftsbank. Da die Geschäftsbank sich das Geld nicht oder nur zu hohen Zinsaufschlägen bei anderen europäischen Banken leihen kann, leiht sie es sich bei der irischen Notenbank, die es dazu neu schöpft. Das neu geschöpfte Geld überweist der Bauer dann über das Zentralbankensystem nach Deutschland. Die Menge an Zentralbankgeld in Irland schrumpft dadurch wieder, und statt der irischen Notenbank schöpft nun die Deutsche Bundesbank neues Geld. Sie überweist es an die Geschäftsbank des Lieferanten, die es ihm dann auf seinem Konto gutschreibt.”

Bis hier hin argumentiert Sinn weitgehend wie die Bundesbank. Aber festhalten, jetzt kommt es:

“Da nach der Überweisung in Deutschland zu viel Zentralbankgeld im Umlauf ist, kann die Bundesbank nur entsprechend weniger an die deutschen Geschäftsbanken verleihen.”

Diese Passage überliest man schnell, aber sie ist absolut zentral für Sinns These.

Mir leuchtet seine Argumentation nicht ein und sie steht in krassem Gegensatz zur Argumentation der Bundesbank. Wir erinnern uns: Die Bundesbank argumentiert, die deutschen Privatbanken wollten gar kein neues Zentralbankgeld von ihr. Die horten schließlich das Zentralbank-Geld, statt es – wie vor der Krise – wieder ins Ausland zu schaffen.

Sinn dagegen behauptet:

“Die Bundesbank verzichtet also auf eine innerdeutsche Kreditvergabe zugunsten einer Kreditvergabe über die irische Notenbank. (…) [Der Traktor ist] gegen einen erzwungenen, kontokorrentähnlichen Kredit der Bundesbank an den irischen Bauern geliefert worden, der zu Lasten der Kreditvergabe an deutsche Kreditkunden geht.”
Der Zahlungsverkehr im Euro-Raum nimmt Deutschland also Kapital und Kredit und schadet daher Deutschland, behauptet Sinn.

Tatsächlich aber müssten die privaten Banken in Deutschland nur aufhören, das Zentralbank-Geld horten – dann verschwinden die Target-Salden. So zumindest verstehe ich die Bundesbank. Und dann würden sich die Banken, im Zweifel auch wieder mehr Zentralbankgeld bei der Bundesbank leihen.

Sinn suggeriert dagegen, es gebe eine feste Obergrenze dafür, wie viel Zentralbankgeld in Deutschland oder im Euro-Raum im Umlauf sein darf. Das wäre mir vollkommen neu. Die EZB steuert doch die Zinssätze – legt aber keine Obergrenzen für das Zentralbank-Geld fest.

Update (4. Juni 2011): Ein  Kommentar von lostgen (“Meiner Meinung nach ist Sinns Hauptdenkfehler, dass er überhaupt die nationale Karte spielt. Es ist spricht nichts dagegen, dass ein irischer Bauer einen Traktor kauft. Es wäre auch keinen Deut besser für die Eurozone und seine Bewohner, wenn es stattdessen ein Deutscher täte.”) hat mir deutlich gemacht, wie absurd und perfide Sinns Argumentation dann noch weitergeht. Sein Absatz, in dem er vorgibt, das Traktoren-Beispiel zu Ende zu denken, schließt mit dem Satz:

“…  der Traktor [ist] gegen einen erzwungenen, kontokorrentähnlichen Kredit der Bundesbank an den irischen Bauern geliefert worden, der zu Lasten der Kreditvergabe an deutsche Kreditkunden geht. Der Traktor ackert in Irland statt in Deutschland.”

Zwischen den Zeilen, aber schon überaus deutlich, suggeriert Sinn: Seht her, der ganze angebliche versteckte Bailout schadet Deutschland!

Was der Leser an dieser Stelle schnell übersieht, ist: Dass der Traktor in Irland und in Deutschland ackert, hat Sinn von Anfang angenommen!  Er versucht,  uns hier eine Annahme als Ergebnis zu verkaufen. An dieser Stelle ist Sinns Argumentation gefährlich nah an Demagogie, die mit seriöser Wissenschaft nicht mehr viel zu tun hat.

Hochgradig widersprüchlich sind Sinns Aussagen dazu, was mit der Zentralbankgeld-Menge in Deutschland passiert. In ein und dem selben Text schreibt er einerseits: durch die Target-Transaktionen würden sich “per saldo … weder in Irland noch in Deutschland die Zentralbankgeldmenge veränder[n]”.

Ein paar Absätze weiter heißt es dann:

“Wenn Jahr um Jahr weiterhin etwa hundert Milliarden Euro an Target-Krediten an die GIPS-Ländervergeben werden, verringert sich der Bestand an Zentralbankgeld, das durch nationale Kreditschöpfung entstanden ist, in den anderen Euroländern [Hervorhebung durch mich] jedes Jahr um ebenfalls hundert Milliarden Euro.“

Verringert sich nun in Zentralbankgeldmenge – wie in dieser Passage behauptet – oder bleibt sie gleich, wie HWS im gleichen Aufsatz an anderer Stelle sagt?

Oder kommt es darauf an, wo dieses Zentralbankgeld geschöpft wurde? Nur dann hätte dieses Argument überhaupt eine Chance darauf, Sinn zu machen. Aber spielt es  eine ökonomische Rolle, ob die  Euro-Scheine in meiner Geldbörse, die ja auch Zentralbankgeld darstellen, “durch nationale Kreditschöpfung entstanden” sind?

Euro ist doch Euro, oder etwa nicht?

Ein anderes Gedankenexperiment macht die Abstrusität von Sinns Argumentation deutlich:

Nehmen wir an, unser irischer Traktorkäufer überweist den Kaufpreis nicht, sondern lässt sich das Geld von seiner Bank Anglo Irish bar auszahlen, packt es in einen Koffer, fliegt nach Deutschland und zahlt in bar. Auch dann fließt zusätzliches Zentralbankgeld nach Deutschland. Eventuell wird dann in Irland neues Zentralbankgeld geschöpft, wenn sich Anglo Irish die Banknoten bei der Notenbank besorgt. In Deutschland zahlt es dann der Traktor-Hersteller auf sein Bankkonto ein und die Commerzbank hat zusätzliches Zentralbankgeld, das sie derzeit offenbar lieber auf ihr Girokonto bei der Bundesbank einzahlt als damit zu investieren.

Schadet dieses Transaktion der Kreditvergabe in Deutschland? Hat es Rückwirkungen darauf, wie viel neues Zentralbankgeld die Bundesbank hier schöpfen kann? Spielt es irgendeine ökonomische Rolle, dass die Euro-Noten in Irland und nicht in Deutschland geschöpft wurden?

Ich glaube nicht.

Mein Fazit: Hans-Werner Sinn hatte einen Scoop, als der die gewaltigen Ungleichgewichte bei den Target-Salden entdeckte. Bei der Interpretation ist er aber völlig über das Ziel hinausgeschossen und hat sich in einer These verrannt, die einfach nur falsch ist. Wie ich Sinn kenne – und wie die Vergangenheit zeigt (Basarökonomie, Grünes Paradoxon)  - dürfte es ihn nicht davon abhalten, seine Gedanken lautstark zu vertreten.

Ernst nehmen sollte man das nicht.

Weiterlesen:

Eine gute Analyse von Sinns Denkfehlern liefert das IMK-Paper “Kein Kapitalabfluss aus Deutschland” von Gustav Horn und Fabian Lindner – mit sehr ähnlichen Argumenten, eine weniger technische Kurzfassung davon ist als Gastbeitrag in der FTD erschienen.

Mehrere Wirtschaftsblogger haben Sinns Denkfehler zum Thema gemacht, u.a. Thomas Strobel (weissgarnix.de): “Keine versteckten Hilfen durch Target“, “Die Ängste des Hans-Werner Sinn” und “Sinn hat recht“ sowie Mark Schieritz (herdentrieb): “Sparen und Investieren mit Hans-Werner Sinn” und “Die Irrtümer des Hans-Werner Sinn, Teil 1 und Teil 2“.

PS – Noch ein Nachtrag zu den Targetsalden

Auch nach der Lektüre zahlreicher Texte und einiger Internet-Recherche ist mir mindestens ein Punkt an Sinns Argumentation unklar. Er  schreibt, bei den Target-Salden [richtiger wäre vermutlich, von den Target-Forderungen zu sprechen] handele es sich “um verzinste offentliche Kredite zur Finanzierung von Leistungsbilanzdefiziten”.

Stimmt das? Bekommt die Bundesbank Zinsen für ihre Target-Forderungen? Ich konnte nirgendwo Informationen darüber finden, wie hoch die Verzinsung ist und wie hoch die Zinseinnahmen der Bundesbank durch die 325,5 Mrd. Euro Target-Forderungen am Jahresende im vergangen Jahr waren. Wenn man den Leitzins des vergangenen Jahres von einem Prozent zugrunde legt, hätte die Bundesbank damit ja immerhin irgendwas zwischen zwei und drei Milliarden Euro (nicht 3,25 Mrd. Euro, weil die Summe ja nicht das ganz Jahr so hoch war) verdient.

Und wer zahlt diese Zinsen? Ich vermute: die Notenbanken der Defizit-Länder.

Bedeutet das dann, dass die Bundesbank an der Griechenland-Krise noch Geld verdient?

Fragen über Fragen.

Update (3. Juni 2011, 15 Uhr): Zumindest die Frage zur Verzinsung der Target-Salden ist gelöst – dank Uwe Richter, Autor beim ZEIT-Blog “Herdentrieb”. In einer überaus hilfreichen E-Mail schrieb er mir:

“Die “Target-2-Forderungen” werden zum Hauptrefinanzierungssatz verzinst, entsprechend werden die Zentralbanken mit “Target-2-Verbindlichkeiten” belastet.

Hierzu findet sich im Geschäftsbericht 2009 der BuBa (S.  158 ) folgendes:

“Aus den TARGET2-Verrechnungssalden zwischen den Zentralbanken im ESZB wird täglich ein Nettosaldo gegenüber der EZB gebildet. Zum Jahresende ergibt sich eine Nettoforderung für die Bundesbank in Höhe von 177 723 Mio ? (im Vorjahr: 115 295 Mio ?), welche in der Unterposition 9.4 “Sonstige Forderungen” ausgewiesen wird. Die Forderungen werden mit Ausnahme der aus den Swapgeschäften zwischen der EZB und der Bundesbank resultierenden unverzinslichen Intra-Eurosystem-Salden zum jeweils geltenden Zinssatz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte verzinst (vgl. Aktivposition 3 “Forderungen in Fremdwährung an Ansässige im Euro-Währungsgebiet”). Im kalendert glichen Durchschnitt betrugen die verzinslichen Nettoforderungen aus den TARGET2- Verrechnungssalden 177 498 Mio ? (im Vorjahr: 111 172 Mio ?). Weiterhin beinhaltet diese Position Verbindlichkeiten in Höhe von 230 Mio ? aus der Verteilung der monetären Einkünfte zwischen den nationalen Zentralbanken (vgl. GuV-Position 5 “Nettoergebnis aus Monetären Einkünften”) und die Forderung gegenüber der EZB in Höhe von 214 Mio ? aus der Verteilung der Einkünfte der EZB aus den ihr zugewiesenen Banknoten (vgl. “Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss”).”

Im Geschäftsbericht 2010 (S. 176) steht folgendes:

“Aus den TARGET2-Verrechnungssalden zwischen den Zentralbanken im ESZB wird täglich ein Nettosaldo gegenüber der EZB gebildet. Dieser Saldo wird grundsätzlich zum jeweils geltenden Zinssatz des Hauptrefinanzierungsinstruments verzinst. Zum Jahresende ergibt sich eine Nettoforderung in Höhe von 325.556 Mio ? (im Vorjahr: 177.723 Mio ?), welche in der Unterposition 9.4 „Sonstige Forderungen“ ausgewiesen wird. Im kalendertäglichen Durchschnitt betrugen die verzinslichen Nettoforderungen aus den TARGET2-Verrechnungssalden 244 921 Mio ? (im Vorjahr: 177 498 Mio ?).”

Die Verzinsung zum Hauptrefinanzierungssatz erscheint meiner Meinung nach schon deshalb plausibel, weil zu diesem Satz ja die Einlagen der Banken bei den Zentralbanken des Eurosystems (zur Erfüllung der Mindestreservepflicht) verzinst werden.

Bei einer Zentralbank im Eurosystem (wie der BuBa) mit Forderungen aufgrund von TARGET 2 Salden kommt es ja zu einem Anstieg der Einlagen der Banken, d.h. die verzinslichen Forderungen gegenüber der Bundesbank nehmen zu, während aber ihre Forderungen ggü. den Banken aufgrund von Refinanzierungsgeschäften nicht zunehmen, denn diese Refinanzierungsgeschäfte haben bei den Zentralbanken (z.B. der griechischen) stattgefunden, die die entsprechenden “Target-2-Verbindlichkeiten” haben.

Die Verzinsung der Salden dient somit nach meiner Meinung dem Ausgleich zwischen den Zentralbanken des Eurosystems, was die Gewinn- u. Verlustrechnung betrifft.

Wenn H.-W. Sinn in diesem Zusammenhang von “verzinsten offentlichen Krediten zur Finanzierung von Leistungsbilanzdefiziten” spricht, dann ist das einfach Blödsinn.”

Quelle: http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/...at-sich-verrannt/
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03.11.11 13:49
1

31030 Postings, 6941 Tage sportsstarEZB widerspricht Sinn bei Target2

(wobei das ingesamt auch nicht wirklich alles schlüssig ist, was die EZB sagt. Interessant vor allem die weitere Diskussion im folgenden Posting...!)

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EZB widerspricht Sinn bei Target2
Für alle Target2-Aficionados ist der heute vormittag erschienene Oktober-Monatsbericht der Europäischen Zentralbank Pflichtlektüre.

Auf fünfeinhalb Seiten werden dort ab Seite 36 die Target2-Salden der Zentralbanken diskutiert.

Ohne Hans-Werner Sinn namentlich zu nennen, widerspricht die Zentralbank dort den zentralen Thesen des Ifo-Chefs auf ganzer Linie.

Update: Das Ifo-Institut hat heute eine interessante Pressemitteilung zum EZB-Monatsbericht herausgegeben – mit der Überschrift “Keine sachlichen Differenzen zwischen ifo und EZB über Target-Salden”. (Leider scheint die Presse-Sektion auf der Ifo-Webseite derzeit abgestürzt zu sein, so dass ich derzeit nicht auf die Pressemitteilung verlinken kann.

Irgendwie lese ich den EZB-Bericht anders – in mindestens sechs Punkten widerspricht die EZB Sinn deutlich. Ich habe einige diametral unterschiedliche Ausagen beider Seiten dieser Tabelle gegenübergestellt.

Es fängt bei einfachen technischen Dingen an, so schreibt Sinn zum Beispiel immer wieder, die Bundesbank leihe den Krisenstaaten Geld über Target2 – die EZB dagegen betont, dass Geld von den Notenbanken der Krisenländer geschöpft wird, und es über Target2 nur in andere Länder transferiert wird. (Interessanterweise macht Sinn diesen Fehler nur in seinen populärwissenschaftlichen Aufsätzen. Im wissenschaftlichen Papier, das er gemeinsam mit Wollmershäuser geschrieben hat, wird dieser Aspekt richtig dargestellt: Dort heißt es, dass das Geld von den Notenbanken der Krisenländer geschaffen wird.)

Diametral anderer Meinung sind Sinn und EZB bei der Einschätzung der Gefahren, die mit Target2 verbunden sind  und ob man die Target2-Verbindlichkeiten deckeln sollte. Auch mit Blick darauf, wie das Zahlungsverkehrsystem in den USA organisiert ist, werden ganz unterschiedliche Positionen deuetlich).

Hier eine Übersicht über die zentralen Argumente der EZB (alle Hervorhebungen durch mich).

Die EZB zu….

…den Ursachen der Target2-Ungleichgewichte:

“Die Zunahme der TARGET2-Verbindlichkeiten einiger NZBen gegenüber der EZB während der Finanzkrise war auf Finanzierungsengpässe des Bankensektors in den betreffenden Ländern und auf die Deckung des daraus resultierenden Liquiditätsbedarfs durch die EZB zurückzuführen.

Vor der Finanzkrise hatten die Banken in diesen Ländern einen vergleichsweise leichten Zugang zu privaten Finanzierungsmitteln. Sie bezogen Mittel aus dem Ausland (z. B. in Form von grenzüberschreitenden Interbankenkrediten, Direktinvestitionen oder Einlagen), die grob gerechnet die Zahlungsabflüsse im Zusammenhang mit dem Nettoimport von Waren und Dienstleistungen oder dem Erwerb von Vermögenswerten im Ausland ausglichen. (…)

Infolge der Finanzkrise fließen den Bankensektoren dieser Länder nun nicht mehr genügend private Mittel zu, um ihre Zahlungsabflüsse auszugleichen. Ihr Zugang zum Interbankengeldmarkt ist eingeschränkt, und die grenzüberschreitenden Kreditströme in diese Länder sind ausgetrocknet, während gleichzeitig zuvor aufgenommene Kredite zurückgezahlt werden müssen. Darüber hinaus werden die Finanzierungsengpässe der Banken durch Kapitalentnahmen des privaten Sektors verschärft. Die daraus resultierenden, in Zentralbankgeld abgewickelten Nettozahlungsabflüsse aus diesen Bankensektoren führen dazu, dass die jeweiligen NZBen per saldo Verbindlichkeiten in TARGET2 verbuchen.”

…zur Frage, vorher das Geld kommt (Sinn sagt, es handele sich um Kredite der Bundesbank)

“Bankensektoren, die Nettoabflüsse von Zahlungen verzeichnen, welche in Zentralbankgeld abgewickelt werden, benötigen mehr Zentralbankliquidität als gewöhnlich. Ihre jeweiligen NZBen stellen mehr Liquidität zur Verfügung, als normalerweise notwendig wäre, um den Bedarf der Banken zu decken. Dies geschieht entweder in Form von Kreditgeschäften oder durch den Ankauf von Wertpapieren.”

… zur Bewertung der Target2-Salden:

“Die Verteilung der Liquidität innerhalb des Eurosystems fördert die Stabilität, da sie es finanziell soliden Banken – auch solchen in Ländern mit finanziellen Spannungen – ermöglicht, ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Sie trägt damit zur effektiven Transmission der Zinsbeschlüsse der EZB auf die Gesamtwirtschaft des Euroraums bei, mit dem Ziel, Preisstabilität auf mittlere Frist zu gewährleisten.”

… zur Frage, ob die Target2-Ungleichgewichte zu Lasten der Kreditvergabe in Deutschland gehen (Sinn behauptet das):

“Es wäre falsch anzunehmen, dass TARGET2-Verbindlichkeiten, die aus einer relativ umfangreichen Liquiditätsbereitstellung an Banken in einigen Ländern resultieren, einen negativen Einfl uss auf die Vergabe von Bankkrediten in anderen Ländern hätten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass Banken in Ländern, deren NZBen einen positiven  TARGET2-Saldo aufweisen (siehe Abbildung C, mittlere Spalte), tendenziell Empfänger grenzüberschreitender Zahlungen aus anderen Ländern sind. Die Banken in diesen Ländern benötigen weniger Zentralbankliquidität, als ansonsten erforderlich wäre, um weiterhin Kredite an private Haushalte und Unternehmen in ihrer Volkswirtschaft vergeben zuönnen.  Dass die Bankkreditvergabe allein durch die verminderte  Liquiditätsbereitstellung seitens
einiger NZBen nicht eingeschränkt wird, zeigt sich auch daran, dass die Banken im gesamten Euroraum derzeit – gegen ausreichende Sicherheiten – uneingeschränkten Zugang zu Zentralbankliquidität zu guten Konditionen haben.”

… zum Zusammenhang zwischen Target2-Ungleichgewichten und der Realwirtschaft (Sinn sagt, über Target2 würden die Leistungsbilanzdefizite der Peripheriestaaten finanziert):

“[Die Target2-Salden] vermitteln nicht notwendigerweise ein Bild von der wirtschaftlichen Realität des Liquiditätsbedarfs der Banken in den einzelnen Mitgliedstaaten. Die Verteilung von Zentralbankliquidität durch die NZBen in den einzelnen Ländern des Euroraums weist einen – allerdings nur losen – Zusammenhang mit dem inländischen Liquiditätsbedarf des jeweiligen nationalen Bankensektors auf. (…)

Analog hierzu gibt es drei Hauptgründe, weshalb die TARGET2-Salden der NZBen nicht unbedingt die nationale wirtschaftliche Realität widerspiegeln, die sich hinter den Salden der grenzüberschreitenden Zahlungen des Euro-Währungsgebiets verbirgt.

Erstens wird die geografische Lage einer als Zahlungspartner auftretenden Bank bisweilen eher von ihrer internen Organisation und weniger von den tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten bestimmt. So können insbesondere multinationale Bankengruppen ihre Refi nanzierung dezentral organisieren, während sie zugleich ihr Liquiditätsmanagement stärker zentralisiert haben. Eine Bankengruppe kann sich beispielsweise über eine Tochtergesellschaft bei einer NZB in einem anderen Land des Euroraums refinanzieren. (…)

Zweitens werden einige grenzüberschreitende Zahlungen nicht in Zentralbankgeld abgewickelt und erscheinen somit nicht in den TARGET2-Salden. (…)

Drittens können Euro-Transaktionen mit Banken außerhalb des Euro-Währungsgebiets (z. B. im Vereinigten Königreich), deren NZBen nicht an TARGET2 angebunden sind, dennoch über Banken abgewickelt werden, die TARGET2-Konten bei den verschiedenen NZBen des Euroraums (zum Beispiel der deutschen Bundesbank oder der Nederlandsche Bank) unterhalten. Dadurch werden die TARGET2-Salden der NZBen in den entsprechenden Mitgliedstaaten beeinflusst.”

… zu Sinns Forderung, die Target2-Salden zu deckeln:

“Die TARGET2-Salden der NZBen des Euro-Währungsgebiets spiegeln die ungleichmäßige Verteilung von Zentralbankliquidität innerhalb des Eurosystems wider. Da es für den Wert der innerhalb eines gemeinsamen Währungsraums getätigten Zahlungen keine Höchstgrenze geben kann, ist auch für die TARGET2-Salden der NZBen keine Obergrenze möglich. Eine Beschränkung der TARGET2-Salden wäre mit dem Konzept einer Währungsunion nicht vereinbar.”

… zu Sinns Argument, in den USA gäbe es so eine Deckelung:

“Auch in den Vereinigten Staaten erfolgt keine Begrenzung der Zahlungen, die innerhalb des aus den zwölf Federal-Reserve-Distrikten bestehenden Währungsraums durchgeführt werden. Aus diesen Zahlungen resultieren Salden zwischen den einzelnen Distrikten, die wie im Fall der TARGET2-Salden im Eurosystem keine stärkere Einschränkung bedeuten. Der in den Vereinigten Staaten verwendete Mechanismus zum einmal jährlich erfolgenden Ausgleich der Salden der einzelnen Distrikte wirkt sich nicht auf die grenzüerschreitenden Zahlungsströme aus und führt im Grunde genommen zu einer Anpassung des Schlüssels für Verteilung der Gewinne und Verluste des Federal Reserve Systems auf die zwölf Reserve Banks in den jeweiligen Distrikten.”


Quelle: http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/10/...sinn-bei-target2/
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03.11.11 13:52
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Kommentare zu “EZB widerspricht Sinn bei Target2”

Bernd Klehn sagt:
Oktober 13, 2011 um 1:10 pm
Da haben wir den Salat:

Die sonsigen Forderungen der Bundesbank (Target2) sind im September auf 449.610,917 Mio gestiegen.

http://www.bundesbank.de/statistik/...pen=&func=row&tr=EU8148

Die Herde Kapitalflucht trampelt alles nieder. Begnügte sie sich im August noch mit 100 Mrd. Kapitalflucht, davon 44Mrd Target2, Rest Rettungsschirme, EZB-Staatsanleihenaufkauf, aus den Krisenländern. Ist diesmal eine neue Größenordung (alleine Traget2 60Mrd.) erreicht. Da können keine Retter gegen an halten.
Gerold Böhmer sagt:
Oktober 13, 2011 um 2:54 pm
M.E. umgeht die EZB den Kern des Problems, nämlich was passiert, wenn die Geldschöpfung in der Peripherie über den Target-Mechanismus größer wird als zur inflationsneutralen Steuerung der allgemeinen Geldbasis im Euroraum notwendig und dies auch nicht mehr durch weniger Geldschöpfung in Deutschland neutralisiert werden kann. Nach Prognosen von Ifo (Vortrag Prof. Sinn bei Ifo Dresden vor 3 Wochen) ist das spätestens 2013 der Fall. Die Zahlen berücksichten aber nicht die explosionsartige Ausweitung der Zahlen in August und September 2011. Die zweite Frage, die sie nicht beantwortet, ist, was passiert, wenn eine Notenbank eines Target-2-Nehmerlandes erklärt, dass sie ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen kann, z.B. weil das Land aus dem EURO austritt. Dass dieser Fall von einer EZB nicht diskutiert werden kann, verstehe ich, ein Ökonom, der wie Sinn Risiken aufzeigt, darf das jedoch nicht weglassen. Es steht zu vermuten, dass die Forderungen nach einem Vorziehen des ESM (Barroso, Schäuble nicht abgeneigt) auch damit zu tun haben. Ich glaube keinem Beteiligten an diesem Pokerspiel mehr.

Time to Exit!
jmg sagt:
Oktober 13, 2011 um 8:35 pm
Ich hab mir den letzten Monatsbericht der EZB mal angesehen.
Insbesondere Fussnote 5 auf Seite 37:
“Es gibt keine gemeinsame Datenbank, in der die TARGET2-Salden aller NZBen zusammengefasst sind.” Im digitalen Zeitalter, in dem so was über Computer läuft, agiert die EZB in einem millionen- und abermillionen teuren neu eingeführten Zahlungssystem im buchungstechnischen Blindflug? Weiter:”Auf der Grundlage der International Financial Statistics des IWF kann jedoch ein unvollkommener Näherungswert errechnet werden.” “UNVOLLKOMMENER NÄHERUNGSWERT”.Das haut mich als deutschen Steuerzahler aus den Socken. Die EZB betreibt ein Zahlungssystem und verfügt über keinerlei aggregierte Daten des gesamten Euroraums? Lese ich das richtig? Man entschuldige mir den Ausdruck: Das stinkt zum Himmel oder nach “Watergate”.
Als investigativer Wirtschaftsjournalist würde ich mich da mal an deren Fersen heften oder fragen sie doch mal die Hedge Fond Leute in London was die davon halten. Wie sagte Deep Throat so schön in der Tiefgarage: “Follow the (TARGET2) money!”.

Dann Abbildung A auf Seite 37 “TARGET2-Salden der NZBen”:
(Die massiven Anstiege seit Juli 2011 sind hier (absichtlich?) noch nicht berücksichtigt.)Die Zahlen für Ende Juli 2011passen m.E. hinten und vorne nicht zusammen! Ich komme auf positive Salden in Höhen von ca. 420 Milliarden Euro (= 335 DE + 75 LUX + 10 NL). Die negativen belaufen sich auf ca. -270 Milliarden Euro (-110 IE – 90 GR -30 PT -30 ES -10 AT). Die restlichen abgebildeten Länder sind quantites negligeable. Die Differenz zwischen positiven und negativen Salden beträgt also ca. +150 Milliarden Euro. Ja das müssen die EU-Mitgliedsstaaten ausserhalb des Eurowährungsraumes sein. (Handelsblatt Korrespondenten vermute ich, die Milliardenbeträge zwischen London und Deutschland hin- und herschieben-:)). So glaubt man, bis man auf Fussnote 2 auf Seite 36 stösst:
“Sämtliche NZBen des Euroraums sind an TARGET2 angeschlossen. Hinsichtlich des Umfangs ihrer TARGET2-Salden gegenüber der EZB gibt es keine Beschränkungen, und die Salden können sowohl positiv als auch negativ sein. Auch die NZBen der EU-Mitgliedstaaten außerhalb des Euro-Währungsgebiets können sich TARGET2 anschließen. Da sie nicht Teil des Währungsraums sind, müssen diese NZBen stets einen positiven Saldo gegenüber der EZB aufweisen. Die Summe aller Salden (d. h. der Salden der NZBen des Euroraums, der NZBen außerhalb des Eurogebiets und der EZB) ist null.” Man reibt sich verwundert die Augen. NZBen der EU-Mitgliedstaaten außerhalb des Euro-Währungsgebiets müssen immer positive TARGET2-salden aufweisen, so wie momentan Deutschland.
Statt das Loch zu schliessen führt die Einbeziehung der NZBen der EU-Mitgliedstaaten außerhalb des Euro-Währungsgebiets zu einer Vergrösserung des ursprünglichen schon positiven Saldos von 150 Milliarden Euros!
Fazit: Im TARGET2 System gibt es schwarze Löcher, indem allein Ende Juli 2011 mindestens 150 Milliarden Euro (+ die Positiven Salden der NZBen der EU-Mitgliedstaaten außerhalb des Euro-Währungsgebiets) verschwunden sind.

Gesamtfazit: TARGET2 wird mir immer unheimlicher. Haben Sie oder Bernd Klehn, der diese Zahlen ja auch immer aufmerksam verfolgt, eine Erklärung für diese Fehlbeträge?
Bernd Klehn sagt:
Oktober 14, 2011 um 12:00 am
Lieber Herr Storbeck leider kann ich mir die folgende Bemerkung nicht verkneifen.

EZB als Zeuge für Storbeck-Thesen

“Die Verteilung der Liquidität innerhalb des Eurosystems fördert die Stabilität, da sie es finanziell soliden Banken – auch solchen in Ländern mit finanziellen Spannungen – ermöglicht, ihren Liquiditätsbedarf zu decken.”

Deswegen haben wir jetzt also die Eurobankenkrise.
Bernd Klehn sagt:
Oktober 14, 2011 um 10:31 am
jmg

Ja Lachnummer, das EZB-System betreibt ein Clearingsystem (Target2) und kann in Realtime den Kontostand der unterschiedlichen Teilnehmer nicht abrufen.

Einziger Lösungsansatz: Bargeldabweichungen, Target2 und ELAs müssen zu Forderungen innerhalb des Eurosystems führen. Haben alle die gleiche Qualität. Die ELAs werden bei den herausgebenden Notenbanken auf einem Extrakonto geführt. Die daraus entstehenden Guthaben bei den anderen Nationalbanken aber unter Target2.
jmg sagt:
Oktober 14, 2011 um 10:49 am
@Gerold Böhmer

Die einfache Formel: Ausweitung der Geldbasis ist gleichzusetzen mit anschliessender Inflation ist obsolet.
Im Euroraum versickert die Geldbasisexpansion in den Überschussreserven des Geschäftsbankensystems in den letzten Jahren, d.h. es kommt zu keiner Ausweitung(Zeitweise kam es sogar zu einem Einbruch) der breiter gefassten Geldmenge M3. Das hat zu einer Abweichung des nominalen BIP-Wachstums vom alten Trendpfad geführt, der bis heute von der EZB nicht rückgängig gemacht wurde.

Hier kann man sich die Daten für den Euroraum anschauen:
(Für die USA sieht das auch so aus)
Geldbasis im Euroraum:
http://sdw.ecb.europa.eu/...amp;SERIES_KEY=123.ILM.M.U2.C.LT01.Z5.EUR

Geldmenge M3:
http://sdw.ecb.europa.eu/...EY=117.BSI.M.U2.Y.V.M30.X.1.U2.2300.Z01.E

Inflationsrate (HICP):
http://sdw.ecb.europa.eu/...RESULTS&sk=123.ILM.M.U2.C.LT01.Z5.EUR

Gegeben diese Fakten kann ich die Inflationsbefürchtungen von Sinn nicht teilen. Darüberhinaus wäre etwas mehr Inflation (Kenneth Rogoff schlägt 6 Prozent über mehrere Jahre vor) in der gegenwärtigen Situation hilfreich. Wir brauchen nämlich eine Umverteilung von den Gläubigern hin zu den Schuldnern im Euroraum.

Quelle: http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/10/...sinn-bei-target2/
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03.11.11 13:53

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Kommentare zu “EZB widerspricht Sinn bei Target2”

Gerold Böhmer sagt:
Oktober 14, 2011 um 1:39 pm
ifo sagt dazu in seiner heutigen Pressemitteilung: „Es gab einen Rettungsschirm vor dem Rettungsschirm“ – Keine sachlichen Differenzen zwischen ifo und EZB über Target-Salden
Stellungnahme des ifo Instituts zu den Aussagen des Monatsberichts der EZB über die Target-Salden
Die Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB)zu den Target-Salden bestätigen die Darstellung des ifo Instituts dazu, obwohl letztere wesentlich ausführlicher ist (Sinn und Wollmershäuser, CESifo Working Paper 3500, Juni 2011). Das ifo Institut begrüßt, dass es keine sachlichen Differenzen über den Vorgang an sich gibt. Wesentlich sind die folgenden Aussagen der EZB im Monatsbericht Oktober (ifo-Kommentar in Klammern):
1. Negative Target-Defizite messen das zusätzliche Zentralbankgeld, das in den jeweiligen Ländern ausgegeben wurde, um das Versiegen eines privaten Kapitalimports zu kompensieren. (Es handelt sich um Zahlungsbilanzdefizite nach klassischer Definition oder auch, in der Sprache der Zahlungsbilanzstatistik der Bundesbank, um einen Kapitalimport durch das Zentralbankensystem.)
2. Die entsprechenden Defizite zwischen den US-amerikanischen District-Feds werden jährlich durch Übertragung von marktgängigen Wertpapierbeständen ausgeglichen. (Man vergleiche Fußnote 9 des EZB-Berichts oder S. 41 ff. bei Sinn und Wollmershäuser. Würde diese Regelung auf den Euroraum angewendet, hätte die Bundesbank das Recht, 390 Mrd. Euro an solchen Wertpapierbeständen zu erhalten. Sie erhielt aber statt dessen nur Forderungen gegen die EZB, die zu einem negativen Realzins verzinst werden und die sie nicht eintreiben kann.)
3. Ein positiver Target-Saldo wie in Deutschland bedeutet keine Einschränkung der Liquidität, da diese Salden aus dem Zufluss grenzüberschreitender Liquidität resultieren. (Die von außen zufließende Liquidität verdrängt deshalb den Refinanzierungskredit in Deutschland! Vgl. Sinn und Wollmershäuser, Abbildung 9. )
Die Stellungnahme der EZB ist also richtig und deckt sich mit der Analyse des ifo Instituts. Es ist bemerkenswert, dass die EZB (Fn. 5) mitteilt, dass sie über keine gemeinsame Datenbank verfügt, in der die Target-Salden der nationalen Notenbanken zusammengefasst sind, sondern die Salden über die International Financial Statistics des IWF rekonstruiert. Das genau war das Vorgehen von Sinn und Wollmershäuser (vgl. dort Fußnote zu Abbildung 2). Noch klarer wäre die Stellungnahme der EZB freilich gewesen, wenn sie die ökonomische Bedeutung des Geschehens vollständiger dargelegt hätte. Insbesondere hätte die EZB folgende Tatsachen nicht verschweigen sollen:
Die Target-Salden stellen eine öffentliche Kreditvergabe durch das EZB-System dar. Sie messen zugleich die Zahlungsbilanzsalden der betroffenen Länder. Diese Zahlungsbilanzsalden sind als Differenz zwischen Leistungsbilanzsalden und Kapitalbilanzsalden definiert. Konkret: Bei einem Defizitland messen sie jenen Teil des Leistungsbilanzdefizits, der nicht durch einen normalen Kapitalimport, sondern durch die Vermehrung der Zentralbankgeldmenge seitens der nationalen Zentralbank finanziert ist.
Der Nettozufluss von Liquidität in Deutschland, von dem in Punkt 3 die Rede ist, entstand durch einen Abfluss von öffentlichem Kredit durch das Zentralbanksystem aus Deutschland in die Krisenländer. Vor der Krise hatten sich diese Länder das zur Finanzierung ihrer Außenhandelsdefizite benötigte Geld in Deutschland privat geliehen, vornehmlich bei deutschen Banken. Das Geld floss zunächst von einem deutschen Kreditgeber an einen ausländischen Kreditnehmer, und dieser Kreditnehmer verwendete es dann, um in Deutschland Waren damit zu kaufen. Man importierte auf Pump. In der Krise versiegte dieser Kreditfluss, wie die EZB richtig darstellt, und teilweise gab es sogar einen Nettokapitalexport aus den Krisenländern (Kapitalflucht). Die fehlenden privaten Kredite wurden nun in den Krisenländern durch Kredite der jeweiligen Notenbank ausgeglichen, die dazu mehr Geld druckte, als im Inneren dieses Landes für die Geldversorgung benötigt wurde. Dieses Geld floss dann für den Erwerb von Waren und Vermögensobjekten nach Deutschland. Das ist die zusätzliche Liquidität, von der die EZB spricht. Die so geschaffene Liquidität verdrängte (weil die Nachfrage nach Liquidität begrenzt ist) die per Refinanzierungskredit geschaffene Liquidität in Deutschland eins zu eins. Es wurde also Refinanzierungskredit von Deutschland in die Krisenländer verlagert. Das war ein Kapitalexport durch das EZB-System, der schon 2008 begann. Er hat die Leistungsbilanzsalden Griechenlands und Portugals seitdem vollständig finanziert. Im Fall Irlands hat er zusätzlich eine erhebliche Kapitalflucht von etwa 120 Mrd. Euro finanziert und ermöglicht. In Spanien hat er etwa ein Viertel des Leistungsbilanzdefizits finanziert. Im Kern handelte es sich dabei um einen ähnlichen öffentlichen Kapitalexport von Deutschland in die Krisenländer, wie er durch die offiziellen Rettungsschirme verursacht wird. Es gab einen Rettungsschirm vor dem Rettungsschirm.

Auch wäre es gut gewesen, die EZB hätte sich klarer zu den Risiken geäußert, denen sie ausgesetzt ist. Zwar stimmt es, dass die Target-Salden keine zusätzlichen Risiken im Verhältnis zu den geldpolitischen Operationen darstellen. Das Problem ist aber nun gerade, dass eben diese geldpolitischen Operationen (über die im Inland benötigte Liquiditätsversorgung hinaus) Geld geschaffen haben, um einen Warenimport oder einen Kapitalexport zu finanzieren. Dieser überschießende und netto ins Ausland abfließende Betrag bei der Geldversorgung wird durch das Target-Defizit gemessen. Er stellt sehr wohl ein Sonderrisiko dar.

Wenn nämlich das Wirtschaftssystem eines Krisenlandes zusammenbricht, partizipieren die Notenbanken der überlebenden Länder gemäß ihren Kapitalanteilen an den Abschreibungen auf Kreditforderungen, die die EZB gegenüber diesem Land vornehmen muss. Die Target-Salden messen deshalb im Konkursfall die zusätzlich abzuschreibenden Kreditforderungen, die durch den Prozess der internationalen Kreditverlagerung durch das EZB-System entstanden sind. Für Deutschland bedeutet das derzeit bezüglich der Länder Griechenland, Irland, Portugal und Spanien ein zusätzliches Haftungsrisiko von 110 Mrd. Euro (über das Maß hinaus, das entstanden wäre, hätten diese Länder Geld nur in Proportion zu ihrer Wirtschaftsleistung geschaffen). Das ist eine nicht unwichtige Präzisierung der semantisch natürlich richtigen Aussage der EZB.

Ex-Bundesbank-Präsident Helmut Schlesinger hat die Bundesbank schon früher dafür kritisiert, dass sie den Sachverhalt in diesem Punkte durch die Wahl ihrer Formulierungen verharmlost hat. Die Formulierung des EZB-Berichts ist in diesem Punkt nicht besser.
Olaf Storbeck sagt:
Oktober 14, 2011 um 2:09 pm
@Gerold Böhmer Ich habe hier in einer Tabelle mal einige Ausagen von Sinn und EZB zu einigen zentralen Punkten, z.B. der Decklung der Targe2-Ungleichgewichte, gegenübergestellt. http://bit.ly/rjqIE1 M.E. gibt es da schon einige inhatliche Differenzen…
R.B. sagt:
Oktober 14, 2011 um 4:14 pm
Sorry, wenn ich das Niveau als Nicht-Ökonom etwas nach unten ziehe.
Ich wollte nur auf eine sehr schöne graphische Aufbereitung von querschuesse hinweisen.

http://www.querschuesse.de/...t-aberwitziger-steigerung-zum-vormonat/

Da kann mir wer erzählen was er will. Für sieht es so aus, als braut sich gerade der „perfekte Sturm“ zusammen. Prof. Sinn gebührt m.E. Dank dafür, dass er die Gefahren der Target2 Forderungen erstmals ins öffentliche Bewusstsein gerufen hat (unabhängig davon ob er jetzt in allen Punkten im Detail Recht hat).
Siegfried Bosch sagt:
Oktober 14, 2011 um 4:27 pm
jmg: “Gegeben diese Fakten kann ich die Inflationsbefürchtungen von Sinn nicht teilen. Darüberhinaus wäre etwas mehr Inflation (Kenneth Rogoff schlägt 6 Prozent über mehrere Jahre vor) in der gegenwärtigen Situation hilfreich. Wir brauchen nämlich eine Umverteilung von den Gläubigern hin zu den Schuldnern im Euroraum.”
Wir brauchen keine Inflation und keine Umverteilung von den Gläubigern zu den Schuldnern; und wir brauchen auch keine weiteren Brüche der Verträge und Prinzipien, auf denen die (m.E. schon längst gescheiterte) Währungsunion aufgabaut wurde: Geldwertstabilität und keine Staatsfinanzierung durch die Notenpresse.
Maidag sagt:
Oktober 14, 2011 um 10:40 pm
Verstehe diese Diskussion nicht so recht. Anscheinend redet Ihr komplett aneinander vorbei. Selbstverständlich gibt es ein Zahlungsausfallsrisiko, wenn ein Periferieland Pleite geht. Es ist doch normal, daß in diesem Fall das exportierte Kapital im Feuer steht. Das ist immer so, war zuletzt in der Krise 2008 so.
Die Sicherheiten, die die gr. Zentralbank für ihre Ansprüche an die lokalen Banken erhalten hat, wie z. B. gr. Staatsanleihen, sind im Falle einer Pleite Griechenlands wohl erheblich weniger Wert. Wenn jetzt Zahlungen für Exportgeschäfte statt über das normale Bankengeschäft über die Zentralbanken mit Target abgewickelt werden, dann gibt es eben ein Klumpenrisiko. Dann wischen sich die Bundesbank und die übrigen haftenden Parteien die Nase. Das ist wohl das, was Sinn meint, was auf uns zukommt. Sie dagegen sprechen über Risiken die nur und speziell erst durch das Taget-System begründet sind. Ich glaube, davon war so (mal abgesehen vom Thema Zinsen und den angesprochenen Sicherheiten) nie die Rede, vielmehr hat man sich der Zahlen , die dieses System liefert, bedient, um auf die generellen Risiken aus dem Kapitalexport, wie er stattgefunden hat, hinzuweisen. In jedem Fall steht , nachdem nun ein Schuldenschnitt nun ansteht, zu erwarten, daß ein großer Teil der Güter, die wir in den vergangenen Jahren geliefert haben gratis gewesen sein wird.
Thomas Ernst sagt:
Oktober 15, 2011 um 9:10 am
Die endlosen verbalen Attacken auf einige wirklich fragwürdige Äußerungen von Sinn wirken ermüdend und gehen an der zentralen Aussage der Bewertung griechischer (und anderer) Staatsanleihen im Rahmen von Target2 – Abwicklungen einfach vorbei.

Damit wird der entscheidende Punkt lediglich zugekleistert. Die Äußerungen der EZB als Beleg gegen das Kernproblem anzuführen, wirkt nun schon krampfhaft bemüht – darauf gehen die vorgebrachten Bemerklungen der EZB nämlich überhaupt nicht ein, sondern umgehen es aus gutem Grund.
Olaf Storbeck sagt:
Oktober 15, 2011 um 11:08 am
@ Thomas Ernst: Würde Sinn nicht endlos seine falschen Argumente wiederholen, müsste ich nicht ständig dagegen halten. :-) Target2 hat übrigens rein gar nichts mit der “Bewertung griechischer (und anderer) Staatsanleihen” zu tun, das behauptet nicht mal Sinn.
Thomas Ernst sagt:
Oktober 15, 2011 um 12:25 pm
Target2 hat nichts Staatsanleihen zu tun? Da staune ich allerdings.

Sie haben doch sicher auch das gelesen:”If it lacks sufficient deposits at its NCB, a bank that experiences a withdrawal of funds for transfer outside or inside the country can tap the ECB’s weekly or longer term refinancing facility. It gets the funds by delivering acceptable collateral, including its own government’s bonds, paper guaranteed by its government, any other euro sovereign’s bonds, or other eligible securities to its NCB.” ( http://fincake.ru/stock/reviews/56090/download/54478 ).

Das Problem sind ja gerade die acceptable collateral, including government’s bonds bzw. ihre Werthaltigkeit.
Olaf Storbeck sagt:
Oktober 15, 2011 um 2:07 pm
@ Thomas Ernst: Sorry, Missverständnis. Ich hatte Sie so verstanden, dass Sie sich auf den umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen aus den Krisenländern durch die EZB auf dem Sekundärmarkt beziehen.

Ihr Punkt hat aber auch nur mittelbar mit Target2 zu tun – letztlich ist das ein ganz normales Refinanzierungsgeschäft der Geschäftsbank bei der Notenbank, der Unterschied ist nur, dass das geschöpfte Zentralbankgeld dann (durch private Akteure) ins Ausland verschoben wird.

Die EZB hat im Zuge der Krise ihre Anforderungen an die collaterals gesenkt und damit dafür gesorgt, dass die Liquidität nicht austrocknet. Man mag das für gefährlich halten (tue ich nicht) und kann gerne darüber diskutieren (tut Sinn nicht, er redet seit Februar über Target2, nicht über evtl. zu weichen collateral-Anforderungen der EZB ). Mit Target2 hat das aber nur insofern zu tun, als dass die T2-Salden ein Symptom für die Refinanzierungsprobleme der Banken sind, nicht aber ein eigenes Problem, wie Sinn behauptet.
Maidag sagt:
Oktober 15, 2011 um 8:57 pm
Wenn ich es richtig verstehe ist es also so so, daß das Target System den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr im Exportgeschäft auch dann ermöglicht, wenn die normale Abwicklung über Geschäftsbanken bei Refinanzierungsproblemen erschwert oder gar nicht mehr möglich ist. Wenn also diese Form der Abwicklung so stark zugenommen hat, von praktisch Null in 2007 auf jetzt 400 Mrd. ? spiegelt sich darin das entsprechend gestiegene Risiko wieder, dem diese “Kredite” unterliegen. Also ist nicht das System an sich schuld Bemerkenswert ist aber die Tatsache, daß diese Umstände offenbar erst Herrn Sinn aufgefallen sind und niemanden vorher alarmiert haben.
Blickensdörfer sagt:
Oktober 16, 2011 um 10:02 am
jmg:”TARGET2 wird mir immer unheimlicher”. Was ihn zu diesem Fazit führte, ist natürlich nicht TARGET2, sondern das auch mit TARGET2 Realität verschleiert wird. Deshalb die scheinbare Widersprüchlichkeit zwischen Sinn und EZB. Sie werden gleichermaßen beherrscht vom widersprüchlichen Verstehen der Worte wie Geld, Kapital, Leistungs- und Zahlungsbilanzen, mit denen die zur Realität in Gegensatz geratenden “makroökonomischen Modelle” und “analytische Regelwerke” (einschließlich SNA/ ESVG 95) formuliert wurden und werden. Sinn und Wollmershäuser haben das wohl auch erkannt und deshalb (im Jahr 2011!!) begonnen zu definieren, damit nicht die Frage zu dem Unheimlichen unbeantwortet bleibt: “Wovon sprichst Du Väterchen?”
Timo Wollmershäuser
Beate sagt:
Oktober 16, 2011 um 8:56 pm
Ich habe das mit dem Schuldenschnitt für Griechenland nicht verstanden.

Wie lange wird es dauern bis sich Angebot und Nachfrage ausgleichen?

Wird die Nachfrage sinken?

Oder das Angebot steigen?

Wenn das Angebot steigt, soll ich dann sofort mehr kaufen?

Oder soll ich die Reaktion der Anderen beobachten, während wir ja verunsichert sind und abwarten mag ja auch die Nachfrage sinken.
Und sinkt die Nachfrage, ist es ja rational mit dem Einkaufen abzuwarten.
Es ist rational erst mal nicht mehr einzukaufen!
Bernd Klehn sagt:
Oktober 16, 2011 um 10:07 pm
@ Maidag

Wie wird Target2 geht in die deutschen Bilanzen ein?

Target2 ist ein Nettokitalexport der deutschen öffentlichen Hand vertreten durch die Bundesbank von jetzt 449Mrd.

Der Kapitalexport wird mit 1,5% verzinst. Früher 1%

Die 449Mrd. sind Bestandteil des deutschen Nettovermögens von 1Bio.

Schuldner ist die EZB.

Die EZB hat 82Mrd Eigenkapital, der deutsche Anteil hieran beträgt hieran 27%

Die 449Mrd sind von der EZB weitergereicht worden an die Notenbanken der Eurokrisenländer, die für die Zinsen aufkommen und in diesem Fall Schuldner der EZB sind.

Die Bundesbank konnte sich nicht gegen den Kapitalexport wehren, da er die Konsequenz der EZB-Geldpolitik ist.

Die EZB-Geldpolitik wird per Mehrheit vom EZB-Rat festgelegt. 23Mitglieder davon 2Deutsche.
Thomas Ernst sagt:
Oktober 17, 2011 um 6:48 am
@ Olaf Storbeck

Ich sagte ja schon, daß Sinn einige kritisch zu beurteilende Äußerungen als Folgerungen aus den hohen Targetsalden von sich gab. Da sind wir uns längst einig.

Es bleibt aber die Tatsache, daß einige Staaten das Targetsystem bewußt nutzen, um sich Zentralbankgeld zu beschaffen. Bezüglich der Staaten, deren Staatshaushalt als riskant eingestuft werden muß, erhöht sich auf diesem Weg das Gesamtrisiko.

Wir haben offensichtlich ganz unterschiedliche Ansichten über das Gefährdungspotential von z. B. griechischen Staatsanleihen. Da bleibt es sich gleich, auf welchen Wegen diese Gefahren in das Gesamtsystem der Notenbanken eingeschleust werden – ich sehe jeden weiteren Kredit an insolvenzbedrohte Staaten bereits höchst kritisch.
José Luis sagt:
Oktober 17, 2011 um 8:50 am
.. meinte der Autor “aficionado”. Wie soll man zu höchst komplexen Argumentationsweisen Vertrauen haben, wenn schon im Lexematischen MÄngel da sind.
Olaf Storbeck sagt:
Oktober 17, 2011 um 12:53 pm
@ José Luis: Danke für den Hinweis, ist korrigiert (so, wie wir auch inhaltliche Fehler ggf. korrigieren).
WILHER sagt:
Oktober 17, 2011 um 12:56 pm
Also ist nicht das System an sich schuld Bemerkenswert ist aber die Tatsache, daß diese Umstände offenbar erst Herrn Sinn aufgefallen sind und niemanden vorher alarmiert haben.<

Der Euro ist von Blinden geschaffen worden. Von daher wundert mich nicht, dass Prof. Sinn etwas sieht, dass die Blinden nicht sehen.
Wären die Blinden nicht blind, dann hätten sie den Irrweg eher erkannt, auf dem sich die Eurozone befand, als sie Länder zu Mitgliedern des EURO machten, die die Maastrichter Kriterien von Anfang an nicht einhielten oder einhalten konnten.
Man schaue doch nur mal auf die Staatschuldenquoten des Jahres 1998.
Griechenland, Italien, Belgien hätten gar nicht im Euro sein dürfen.
Selbst Frankreich musste 1997 in die Pensionskasse der France Telekom greifen, um dort Geld im Werte 12 Milliarden DM zu entnehmen, um das Neuverschuldungskriterium zu erfüllen. Im Gegenzug übernahm der französische Staat die Pensionsverpflichtungen. Trickserei pur.
Der Euro war von Anfang eine Marschkolonne Blinden und der Fußkranken. Und nun stecken wir Deutsche da mittendrin.
Reinhard Frauscher sagt:
Oktober 17, 2011 um 3:43 pm
Vielleicht rundet diese Presseaussendung des Ifo vom 15.10.14 h diese Diskussion ab:
Pressemitteilung

15. 10. 2010

Haftungsrisiko Deutschlands für die Euro-Rettung steigt weiter – Target-Kredite der Bundesbank an die Krisenländer schießen auf 450 Milliarden Euro hoch

Anstieg um 106 Milliarden Euro allein im August und September – Italien nimmt erstmals erhebliche Target-Kredite in Anspruch

Das Haftungsrisiko Deutschlands für die Euro-Rettung steigt weiter: Trotz des Beschlusses über die Erweiterung des EFSF im Juli sind die Target-Kredite dramatisch in die Höhe geschossen, und zwar um 46 Milliarden Euro im August und um weitere 60 Milliarden Euro im September. Der Bestand der Bundesbank-Kredite lag damit Ende September bei 450 Milliarden Euro. Im Frühjahr schien es noch, dass die Target-Kredite der Bundesbank an das EZB-System sich stabilisieren würden, weil nun über den EFSF (Europäische Finanz-Stabilisierungs-Fazilität) zunehmend öffentlicher Kredit an die Krisenländer des Euroraums gewährt wird.

Die Target-Kredite sind über die Europäische Zentralbank (EZB) vor allem an die italienische Zentralbank Banca d’Italia geflossen, denn sie hat erstmals im August in erheblichem Umfang Target-Kredite in Anspruch genommen (41 Milliarden Euro). Obwohl die September-Zahlen für Italien noch nicht vorliegen, ist davon auszugehen, dass die Target-Kredite für Italien auch in diesem Monat den überwiegenden Teil der zusätzlichen Kreditvergabe der Bundesbank erklären.

Zuvor waren die Target-Kredite fast ausschließlich an die Notenbanken Griechenlands, Irlands, Portugals und Spaniens geflossen. In Griechenland und Portugal wurden dadurch in den Jahren 2008, 2009 und 2010 die Leistungsbilanzdefizite (also jener Teil der Importüberhänge, der nicht schon durch internationale Transfers abgedeckt wurde) praktisch vollkommen finanziert. In Irland wurde neben dem Leistungsbilanzdefizit eine Kapitalflucht von etwa 120 Mrd. Euro abgedeckt, und in Spanien etwa ein Viertel des Leistungsbilanzdefizits.

Hinter den Target-Krediten steht keine autonome Politikentscheidung der Bundesbank und kein direkter Geldverleih. Nach den Statuten der EZB hat jede Zentralbank das Recht, mehr Geld in ihrem Hoheitsgebiet zu schaffen und an die Banken zu verleihen, als es der jeweiligen Wirtschaftsleistung entspricht und als im Inneren des Landes für die Geldversorgung benötigt wird. Nimmt sie dieses Recht in Anspruch, zwingt sie die anderen Notenbanken, in diesem Fall vornehmlich die Bundesbank, die Geldversorgung auf dem Wege der Kreditvergabe einzuschränken. Dafür erhält die Bundesbank eine Kreditforderung gegen die EZB, und die EZB entsprechend eine gegen die jeweilige nationale Notenbank, die das zusätzliche Geld schafft. Es handelt sich wirtschaftlich um eine Kreditvergabe der Bundesbank über die EZB an die anderen Notenbanken, und unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur der nationalen Notenbanken letztlich um einen Staatskredit Deutschlands an die Krisenländer. Der Kredit dient einerseits dazu, die enormen Leistungsbilanzdefizite der Krisenländer weiter zu finanzieren, obwohl sich das private Kapital verweigert, und andererseits der Kompensation von Kapitalflucht und Kapitalrepatriierung aus diesen Ländern.

Die Target-Kredite sind nicht Teil der Kreditvergabe über die Staatspapier-Käufe der EZB. Sie treten vielmehr zu diesen Krediten sowie auch zu den Rettungsfonds hinzu.

Es ist rechtlich unklar, welcher Teil der von der Bundesbank vergebenen Kredite eingefordert werden kann, sollten einzelne Länder aus dem Euro-System ausscheiden.
———– Ende Presseaussendung Ifo

Mein Resumee: Nationale Notenbanken können unter einem (bis zu Sinns Aufschrei weitgehend nur der EZB bekannten) Sonderrecht im EZB-Vertrag selbst Geld schöpfen, wenn die Liqudität national bedroht ist – und die NZB der Krisenstaaten tun das wie die Irren. Damit wird von denen autonom Geld gedruckt, das zum Abdecken der jeweiligen gigantischen Leistungsbilanzdefizite oder/kapitalflucht dient. Nachdem alles im geschlossenen Euro-Topf passiert, müssen bei einem Default eines dieser Staaten jene NZBs bzw deren Eigentümer-Staaten bluten, bei denen die Krisenländer-NZBs zuvor hurtig und mit der Verheimlichungshilfe der EZB ihr fiat-money gegen echte Werte (Waren und echte Verbindlichkeiten) getauscht hatten. Oder nicht?!
Und das sollte die EZB nicht wissentlich verschleiern bzw. den Whistleblower Sinn als Deppen hinstellen (was leider auch im politischen Berlin, sprich im BMF und KA von einflussreichen Kreisen befördert wird).

Quelle: http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/10/...sinn-bei-target2/
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03.11.11 13:56

31030 Postings, 6941 Tage sportsstarzugegeben: insgesamt unheimlich viel Stoff,

der auch alles andere als leicht zu verstehen ist, doch in seiner Ganzheit viele Diskussionsansätze bietet, Probleme aufzeigt und auch so manche Lösung bereithält!

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03.11.11 14:12

69017 Postings, 6173 Tage BarCodeDa stecken jede Menge Missverständnisse drin.

Über das Eurosystem. Und darüber, was "Geld" eigentlich ist bzw. wann Geld überhaupt zu Geld wird und wie sich das auf den Zentralbankverkehr auswirkt.

Der Anstieg des Target-Saldos bedeutet zunächst: Es fließt Kapital nach D, ohne dass dieses durch einen Warenrückfluss gedeckt wäre. Bedeutet: Kapitalimport nach D. Heißt: Ausländer (in diesem Fall aus der EU) legen Geld in D an, das seinen Weg über die ZBs nimmt. Das muss so nicht sein. Es gibt auch direkte Bankenclearingverfahren. Die werden aber derzeit nicht in Anspruch genommen, weil daraus - wie man sieht - Verbindlichkeiten entstehen. Und die gehen die Banken derzeit untereinander nicht gerne ein. Also wird der Kapitalverkehr über die ZBs abgewickelt.

Also:
1. Ausländer exportieren Kapital nach D.
2. Ausländisches Kapital im Inland sind Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland.
3. Der Gegenwert existiert in Form des ausländischen Kapitals im Inland. Und nicht in den Forderungs/Verbindlichkeitsbuchungen innerhalb des ZB-Systems.

Vergleichbar ist das mit dem Aufbau von Währungsreserven zwischen Ländern unterschiedlicher Währung. Wenn China (irgendwer in China) Dollar besitzt, ist das eine Schuld der FED gegenüber der chinesischen ZB.

Innerhalb der Eurozone gibt es keine Währungsreserven. Da drückt sich das in den Buchungen zwischen den nationalen ZBs und der EZB aus.

Im Klartext heißt das: In D befinden sich derzeit viele Euros ausländischer Herkunft.
Und die decken die Forderungen der DB gegen die EZB.
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Große Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig. (Nietzsche)

03.11.11 14:25

69017 Postings, 6173 Tage BarCodeDas ganze spiegelt sich dann z.B.

im Anstieg der Assetpreise. Insbesondere der deutschen Staatsanleihen. Was wiederum die Refi-Zinsen des Staates senkt. Ein Vorteil.

Andererseits steigt dadurch das Inflationsrisiko in D allgemein bzw. bestimmter Werte. Etwa im Immobilienbereich. (So geschehen in Spanien, als sehr viel Kapital in den Jahren vor 2007 nach Spanien floss.) Oder die Preise eben der Staatsanleihen.

Das ist Teil des "sicherer-Hafen-Phänomens" durch die Krise.

Die ZB-Risiken sind allerdings begrenzt.  
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03.11.11 14:33

69017 Postings, 6173 Tage BarCodeDasselbe Phänomen

erleben wir doch derzeit mit der Schweiz. Hier allerdings im Verhältnis zwischen 2 Währungsräumen. Die Schweizer ZB baut große Summen an Euroreserven auf. Würde sie das nicht tun, dann würde der Franken immer teurer (Aufwertung ist die Alternative zwischen Währungsräumen in diesem Fall, die aber nicht unbegrenzt erwünscht ist, wegen des Impacts auf die Exportwirtschaft).

Währungsreserven in Euro bei der SNB bedeuten: Hoher Guthabensaldo der SNB gegenüber der EZB. Entsprechend bei uns: Hoher Guithabensaldo der DB gegenüber der EZB.
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03.11.11 14:45

69017 Postings, 6173 Tage BarCodeIm Grunde

müsste sich der HW Sinn dieselben Sorgen um die Schweiz machen...
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03.11.11 14:55

69017 Postings, 6173 Tage BarCodeBeunruhigend ist eher,

dass es Abwanderung von Kapital aus den entsprechenden Ländern bedeutet. Das heißt dort:

1. Liquiditätsengpässe, die die ZBs ausgleichen müssen.
2. Ein schlechtes Signal. Etwa, dass die Italiener ihrem Staat nicht mehr trauen. Das war bisher ein Faustpfand für die hohe Verschuldung Italiens.
3. Steigende Risiken dort für die Konjunktur durch Kreditklemmen.

Für D sind die Risiken daraus natürlich erkennbar: sinkende Exporte, drohende Rettungsaktionen usw.

Das ZB-Risiko ist der unbedeutendste Faktor dabei. Würde die DM wieder eingeführt, würden auch die Ausländerguthaben in D in DM gewandelt. Die hätten wir sicher...


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11.09.12 10:15
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95440 Postings, 7205 Tage Happy EndTargetsaldo steigt auf Rekordwert

Targetsaldo steigt auf Rekordwert

Seit Monaten warnen Ökonomen vor hohen Risiken in der Bilanz der Deutschen Bundesbank im Rahmen des Zahlungsverkehrssystems Target. Im August sind die Forderungen der Bundesbank gegen die EZB auf den Rekordwert von 751 Milliarden Euro gestiegen.

weiter: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...ectedTab=images&offset=0  
Angehängte Grafik:
1397259306.jpg (verkleinert auf 83%) vergrößern
1397259306.jpg

11.09.12 11:44
2

67687 Postings, 4582 Tage starwarrior03751 Milliarden Euro...

von denen wir nie wieder etwas sehen werden!! Danke EU danke Europa.. shice Euro...

das sind völlig unbesicherten Forderungen auf denen da die Bundesbank sitzt.. das sollte man den Leuten mal sagen.. ESM, Stabilitätsblödsinn da.. Hoffentlich hat Kalrsruhe Mumm, aber was will man erwarten wenn die Richter zu 50% vom bundestag und 50% vom Bundesrat zusammengestellt werden.. habe da meine zweifel, das sie wirklich wissen was sie morgen tun..

mal spinne.. stellt Euch mal vor wir hätten Goldstandard auf den Euro.. Kinner - ich würde es wie de Gaulle machen und mir das Gold holen bei den Schuldnern.. Aber sowas wie damals 1968 wirds nie wieder geben, als de Gaulle eine kleine Flotte gen USA schickte.. Und Anleihen gg Schulden?? Lachhaft.. mit welchen Bonitäten denn und Voraussetzungen zur Kreditsicherung??
Standard bis 14 okt 2008 war A-, ab 15.10.08 dann nur noch BBB-, seit 10.05.2010 ist das für Griechenland komplett ausgesetzt....

D werde wach - 751,4Mrd ins eigne Land gesteckt - wo würden wir da stehen?? Europ kann und darf nicht unser Ziel sein, NICHT in so einem SYSTEM... nein danke..  

11.09.12 11:46
2

3723 Postings, 3368 Tage BronkoZitat: "D werde wach"

Das reicht für ein Erdbeben hier......  

11.09.12 11:48
1

3085 Postings, 2977 Tage quadratOch nöö, hatten wir schon öfter

Nicht zu aufgeweckt, ganz sicher ist man nie  

11.09.12 11:54
3

67687 Postings, 4582 Tage starwarrior03dürft ja nicht vergessen..

"die" Griechen, Spanien, Irland, Italien, Portugal drucken ihr Geld und drucken und drucken... das fließt hauptsächlich nach D rein, mittlerweile ja auch der Franzose.. und dort kaufen die sich was damit, und nicht z uknapp, das sind dann reale Werte... ABER dadurch entstehen Zahlungsvorgänge und eben eine Art Ausgleichsforderung, denn es sind ja echte Ressourcen geflossen usw usw... da enstehen etliche Zahlungsbilanzungleichgewichte, denn wir geben ja ein Haus her, ein Wertpapier, ein auto her usw, und dafür bekommen wir eine "Forderung" gg die Zentralbank.. ich lach mich schlapp, was ne Verarsche... wen interessiert das eigentlich???

keinen, kommt ja auch net auf RTL2 sowas.. *fluch*  

12.09.12 02:57
1

10115 Postings, 3862 Tage Monti BurnsLaut Barcode alles im grünen Bereich :-)

Eigentlich hat er ja auch Recht, aber seine Gleichung geht nur auf,
solange es die Euro-Union in der jetzigen Form gibt !

Das vergißt er, während seiner hochprofessionellen Referate
zum Thema Target II, immer zu erwähnen :-)  

12.09.12 03:00
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129861 Postings, 6160 Tage kiiwiinein, hat er nicht vergessen

Mario Monti Draghi Burns
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An intellectual is a person who has discovered
something more interesting than sex. (A.Huxley)

12.09.12 03:10
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10115 Postings, 3862 Tage Monti BurnsSolltest Du nicht längst schlafen ?

Morgen bist Du dann wieder übel gelaunt und läßt es wieder an uns aus !  

12.09.12 03:12
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129861 Postings, 6160 Tage kiiwii...dann schläfst du doch

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An intellectual is a person who has discovered
something more interesting than sex. (A.Huxley)

12.09.12 05:16
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99773 Postings, 7504 Tage Katjuschaoh Mann starwarrior, mal nen Tipp an dich

Les dir erstmal die Postings #5 bis #8 durch, bevor du so rumkrakelst, von wegen "wir" werden nie wieder was von dem Geld sehen.

Erstmal weiß ich gar nicht wieso ich mich zu "wir" dazugehörig fühlen muss, aber zu "denen da" nicht. Und zweitens sind die Target2 Forderungen gar nicht zwingend "unser" Geld.

Und solche Kommentare wie "Deutschland werde wach" spare dir lieber! Bei sowas reagier ich allergisch. Oder willst du wieder ne Rechtspopulisten-Diskussion hier haben?  

12.09.12 07:02
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67687 Postings, 4582 Tage starwarrior03@Katjuscha..

Du weißt aber schon worums da geht, oder?? Hab jedenfalls das Gefühl scheinbar nicht..

kannst gerne auswandern, legt Dir keiner Steine in den Weg..

aber diese 751,4Mrd sind FORDERUNGEN der BUNDESBANK gg die EZB.. wenn Dir diese Summen shice egal sind, den Eindruck kann man ja absolut gewinnen, anhand deiner Haltung, dann is mir schon klar warum in dem Land soviele lieber an den Weihnachtsmann aus Kambodscha glauben oder die Goldmarie vom Mars..

dann lasse ma se halt drucken die Südländer und Co und uns weiter an sie verkaufen... macht doch Spaß, wenn man einfach drauf los drucken kann, sich dafür noch was hier einkauft und mit dem Gewissen, das die Forderungen 0,0 gedeckt sind - juckt doch keinen.. EZB is soooo lieb, Bundebank einfach nur doof.. klar doch..  Und das Du nix mit deiner deutschen Heimat am Hut hast - mein Gott, das is mir schon seit Wochen bewußt..

alles worauf das iMo hinausfährt ist dieses => Deutschland hat irgendwann die EU mit Billiarden gedeckt, und uns gibt keiner was zurück. keiner! Entweder dann krachts erst richtig oder jemand hat endlich mal Courage bei dem Wahnsinn und zieht den Stecker..  Merkel und Co werdens jedenfalls nicht sein, das is schoma klar.. Weil ich gucks mir net lange an, wie se sich hier eindecken und jeder tut so, als wenn EU über Gott steht mit ihren mistigen Euro.. Macht schon ein Unterschied, wenn hier in D das Tafelsilber seit Telekom und Co verscherbelt wird, VOLKSEIGENTUM im übrigen - und das Ausland bestimmt.. lächerlich.. Entweder Souveräne Staatenkonstrukte und eigne Landeswährungen für die Tiefflieger und nur für "ausgelesene" eine Gemeinschaftswährung.. und da ist kein FRA, SPA und ITA und Co dabei.. Ohne D wäre Europa schon längst den Bach runter.. FAKT.. und ich hab keine Lust und Bock drauf, wegen andere Fehlgriffe hier in D den ganzen Mist denen auf die Schultern zu legen, die owieso schon später Mal steuerlich, rententechnisch usw verarscht werden..

und fragt mal die Türken, ob die überhaupt noch was mit EU zu tun haben wollen, die brummen mit Wachstumsraten, da träumt sogar der Chinese von.. Und warum?? Nix mistiger Euro, eigne Währung abgewertet usw usw.. jetzt lachens sogar die griechen aus, weil die ja nicht die gleichen Schritte gehen DÜRFEN..

Gute Nacht.. :o)  

12.09.12 09:11
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95440 Postings, 7205 Tage Happy EndJa, Katjuscha - Du vaterlandsloser Geselle

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