Streit um den Gummi

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neuester Beitrag: 13.07.04 09:37
eröffnet am: 12.07.04 18:01 von: bilanz Anzahl Beiträge: 2
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12.07.04 18:01

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15. Aidskonferenz diskutiert in Bangkok über Treue und Kondome
«Access for all» - «Zugang für alle» lautet der Titel der 15. internationalen Aidskonferenz in Bangkok, die am Sonntag begonnen hat und eine Woche dauern wird. Gemeint ist unter anderem der Zugang zu lebensverlängernden Therapien für Betroffene auch in Entwicklungsländer. An der Konferenz werden aber auch nach wie vor Diskussionen über den Nutzen von Kondomen geführt.
   
rel. 38 Millionen Menschen weltweit sind mit dem HI-Virus infiziert, die meisten von ihnen, 30 Millionen, leben in Entwicklungsländern. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher sein. In Bangkok hat am Sonntag die 15. internationale Aidkonferenz begonnen, an der zahlreiche Regierungsvertreter, aber auch Wissenschaftler, Ärzte und NGO-Mitglieder teilnehmen. Organisiert wurde sie durch die International Aids Society (IAS) und der Uno.

Erfolge in Thailand
Dass die Konferenz ihre Berechtigung hat, steht ausser Frage. 2003 steckten sich nach offizieller Zählung weitere fünf Millionen Menschen mit dem Virus an, drei Millionen starben daran. Das war die höchste Rate seit der Entdeckung des Virus vor 25 Jahren. Aids ist weiterhin auf dem Vormarsch, kann aber auch erfolgreich bekämpft werden. Gelungen ist dies dem Gastgeberland Thailand, das als erstes asiatisches Land eine ernsthafte, flächendeckende Präventionskampagne durchgeführt hat.

So gelang es nach einem Höchststand der Infektionen von 143'000 im Jahr 1991 die Neuansteckungsrate im 2003 auf 19'000 zu senken. Doch Thailand ist ein Einzelfall. Und wie schwer der Kampf gegen Aids und HIV ist, dokumentiert nicht zuletzt auch die Konferenz selbst.

So hat der ugandische Präsidenten Yoweri Museveni am Montag behauptet, Abstinenz und Treue seien effektivere Wege zur Vermeidung einer Infektion als die Verwendung von Kondomen. Zwar vertritt Museveni damit die gleiche Meinung wie der amerikanische Präsident Bush. Bei der Mehrheit der Wissenschaftler und Betroffenen hat er damit lediglich Kopfschütteln hervorgerufen.

Prekäre Familienverhältnisse
In Entwicklungsländern werden oftmals Ehefrauen von ihren Männern angesteckt, die sich ihrerseits bei Prostituierten infiziert haben. Die Ehefrauen haben keine Chance zur Enthaltsamkeit, sie können sich dem Geschlechtsverkehr nur in seltenen Fällen verweigern. Zu diesen Ländern gehört beispielsweise Bangladesh. In dessen explosionsartig wachsender Hauptstadt Dhaka sind die Familien in den Slums zudem extremen Belastungen ausgesetzt und zerbrechen oftmals. Die mit dem Virus angesteckten Männer verlassen ihre Frauen, um eine andere Verbindung einzugehen - und verbreiten so auch das Virus weiter.

Die Frauen sind aber auch an den Arbeitsplätzen in den zahlreichen Nähereien bedroht. Sei, dass sie dazu genötigt werden, sei es aus finanzieller Not, prostituieren sich viele von ihnen in den Fabriken. Die Verleugnung von Prositution sowohl durch den Staat als auch durch die Fabrikherren macht Aufklärung und Prävention äusserst schwierig.

Mehr Ansteckungen auch in der Schweiz
Aids ist indes auch in Europa kein überholtes Thema. Seit 2001 steigt die Zahl der Neuinfizierten wieder an. Zwei Gründe werden dafür vom Direktor des Bundesamts für Gesundheit, Thomas Zeltner, im nationalen HIV/Aidsprogramm für die Jahre 2004 bis 2008 angeführt: Zum einen habe durch den Spardruck auch die Prävention und damit das Schutzverhalten nachgelassen. Zum andern habe Aids in der Schweiz wie in der ganzen industrialisierten Welt die «Todesdrohung» eingebüsst.

Gerechtere Verteilung der Ressourcen
Gerade der Zugang zu den lebensverlängernden Aids-Therapien ist jedoch auch Thema an der Aidskonferenz in Bangkok. Diese stehen heute nach wie vor fast ausschliesslich den Betroffenen in den reichen Industrieländern offen. In Bangkok sollen nun Möglichkeiten und Modelle zu einer gerechteren Verteilung medizinischer Ressourcen diskutiert werden.

Der Erfolg der Konferenz hängt aber in erster Linie davon ab, ob sich die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer flächendeckenden Aufklärung und von Präventionsmassnahmen durchsetzt. Diese Methoden im Kampf gegen HIV und Aids entsprechen der Realitäten eher als Appelle an Treue und Abstinenz.
 
Quelle NZZ  

13.07.04 09:37

5698 Postings, 6764 Tage bilanzAids macht 15 Millionen Kinder zu Weisen


Aids macht gemäss UNO-Bericht 15 Millionen Kinder zu Waisen

Die Zahl der Aidswaisen hat sich in den vergangenen zwei Jahren von 11,5 Millionen auf 15 Millionen erhöht. 12,3 Millionen von ihnen leben in Afrika südlich der Sahara, heisst es in dem in Bangkok vorgestellten UNO-Bericht "Kinder am Abgrund".  
Zu wenig Mittel für Impfstoff-Forschung



Viele andere Kinder und Jugendliche lebten mit kranken oder sterbenden Eltern und würden ausgegrenzt. Damit seien sie wiederum anfälliger für Infektionen mit dem Aidsvirus.

Die Zahlen zeugten von einer "schreienden Ungerechtigkeit", sagte der Chef des Aidsprogramms der UNO, Peter Piot. Das Kinderhilfswerk Unicef erwartet, das die Zahl der Aidswaisen bis 2010 auf 18,4 Millionen steigen wird.

Die EU soll den Kampf gegen die Immunschwäche Aids jährlich mit einer Milliarde Dollar unterstützen. Das geht aus einer Botschaft des französischen Präsidenten Jacques Chirac an die Welt-Aids-Konferenz in Bangkok hervor.

Die Botschaft wurde in Bangkok vom französischen Entwicklungshilfeminister Xavier Darcos verlesen. Chirac bleibt damit weit hinter den Forderungen des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria zurück.

Dieser hatte gefordert, dass die EU jährlich jeweils ein Drittel des nötigen Geldes übernehmen sollte. Bis 2005 wären dies rund 3 Mrd., von 2005 an 4 Mrd. und von 2007 an rund 7 Mrd. Dollar. Die gleiche Summe soll jeweils von den USA und dem Rest der Welt kommen.

Der Globale Fonds ist eines der wichtigsten Finanzinstrumente bei der Bekämpfung der drei Infektionskrankheiten. Der Fonds zahlt 60 Prozent des Geldes für Projekte gegen Aids, der Rest geht an Malaria und Tuberkulose.

news: bluewin.ch
 

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