Stoiber! Ruft! Dich! An!

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neuester Beitrag: 15.09.05 13:23
eröffnet am: 15.09.05 11:27 von: Happy End Anzahl Beiträge: 6
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15.09.05 11:27
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95440 Postings, 7272 Tage Happy EndStoiber! Ruft! Dich! An!

Wahlwerbung oder Spam?

Die CSU und die "moderne Wahlwerbung"

Die Lederhose mit dem Laptop soll das Kennzeichen der CSU in Bayern sein. Man erhält die Tradition, aber geht gleichzeitig entschlossen in die Zukunft. So progressiv möchte die CSU mit ihrem herausragend sympathischen Generalsekretär Markus Söder, mit dem nicht mal der saarländische CDU-Ministerpräsident Peter Müller den Wahlabend verbringen will, sondern lieber dies mit Peer Steinbrück machen will, auch im Wahlkampf auftreten und verspricht einen "modernen Wahlkampf", sprich: Spam.

Gelegentlich muss man sich schon fragen, was manche Parteistrategen darunter verstehen, die neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten nutzen zu wollen. So sagt die CSU: "Die CSU setzt in der Schlussphase neben Plakatierungen und Kundgebungen vor allem auf moderne Wahl-Werbung." Weil modern irgendwie neu ist, denkt man auch, dass man automatisch mit der Nutzung der neueren "modernen" Möglichkeiten die jüngeren Menschen, also die "Jungwähler", besonders gut erreicht.

Das ist ein in etwa so, wenn Kirchengemeinden bei Gottesdiensten Popmusikgruppen spielen lassen. Jugendliche lieben Pop, kommen aber nicht in die Kirche, also spielen wir Pop, dann kommen sie schon und lassen sich für die jeweiligen Kircheninhalte gewinnen. Ähnlich gläubig ist man bei der CSU. Nun haben viele Jung- und Erstwähler ein Handy, also wird man besonders erfolgreich sein, wenn man sie darüber anspricht, während man die Alten eher mit Plakaten erreicht. Und wie will man die jungen Wähler jungdynamisch via Handy überzeugen, CSU und Stoiber zu wählen?

Man lässt, so hat sich die CSU, also Stoiber, Söder, Huber und Co. von der beauftragten Werbeagentur überzeugen lassen, den wortgewaltigen bayerischen Ministerpräsidenten direkt den Handy-Besitzer anrufen. Natürlich ruft er aber nicht an, sondern macht dies, ganz im Zeichen der Zeit, als Simulation. Es handelt sich um eine auf Tonband aufgezeichnete Botschaft, die aber "von einem Live-Anruf nicht zu unterscheiden" sein soll. Und nachdem die derart durch die vermeintliche Live-Botschaft beeindruckten Empfänger überwältigt wurden, sollen sie auch noch dafür sorgen, die Spam-Attacke weiterzugeben.

Auch bei der CSU hat man, Lederhose und Söder hin oder her, schon von viraler bzw. memetischer Kommunikation gehört. Man scheint beeindruckt zu sein. Schließlich würden sich mit dieser Botschaften wie Infektionen in einer Epidemie ganz von selbst und daher billig verbreiten. So schreibt (1) die CSU:

Generalsekretär Markus Söder hofft, dass möglichst viele Empfänger der Handy-Nachrichten den Wahlaufruf weiterleiten. Einmal in Gang gesetzt, setzt sich das Konzept von selbst fort.

Das Konzept erscheint effizient. Am Donnerstag sollen erst einmal tausend "ausgewählte Handy-Besitzer" die "Voice-Mail" des erlauchten und verführerischen Stoiber erhalten. Und die sollen dann die Spam-Flutwelle in Gang setzen. Die verführten Empfänger leiten die Stoiber-Botschaft natürlich gerne weiter ? sagt die beauftragte Werbeagentur und hofft die CSU, die aujch 250.000 Werbe-Emails verschicken will. Alles natürlich nicht aufdringlich und auch ganz legal (2):

Der Münchener Tageszeitung tz sagte Söder, die E-Mail-Adressen stammten aus öffentlich zugänglichen Verzeichnissen. Und wer da drin stehe, "hat akzeptiert, dass er auch Werbung bekommt".

Links

(1) http://www.blog4berlin.de/
(2) http://de.biz.yahoo.com/050914/345/4os9v.html

Telepolis Artikel-URL: http://www.telepolis.de/r4/artikel/20/20943/1.html

 

15.09.05 11:27

95440 Postings, 7272 Tage Happy EndCSU: Wahlwerbung oder Spam?

"Moderne Wahl-Werbung" heißt die letzte Karte der CSU und die sieht so aus: Edmund Stoiber ruft auf dem Handy an und ruft zur Teilnahme an der Wahl auf. Es ist ein Tonband, soll aber "von einem Live-Anruf nicht zu unterscheiden" sein, wie die ausführende Agentur plan.net mitteilt. Kurze Zeit nach dem Anruf kommt dann zusätzlich noch eine SMS mit einer Anleitung, wie die schon Heimgesuchten auch Freunde oder Bekannte "mit dem ungewöhnlichen Stoiber-Anruf überraschen können".

Zunächst 1000 "ausgewählte Handy-Besitzer" sollen ab Donnerstagmorgen zeitgleich die ersten "Voice-Mails" erhalten.

Auf der CSU-Blog-Site heißt es, man wolle vor allem Jungwähler ansprechen und zum Wählen motivieren. Weiter hoffen die Bayern, dass "möglichst viele Empfänger der Handy-Nachrichten den Wahlaufruf weiterleiten". Einmal in Gang gesetzt, heißt es weiter, "setzt sich das Konzept von selbst fort". Jeder Teilnehmer kann nämlich beliebig viele Nummern an einen Server senden, die dann ebenfalls mit der Nachricht von Stoiber angerufen werden.

250.000 Werbe-E-Mails

Auch an klassischen Internet-Werbemethoden will sich die CSU versuchen. Mindestens 250.000 E-Mails will die Partei in den kommenden Tagen ebenfalls verschicken. In den Kommentaren der CSU-Blog-Site wird diese "amerikanische Art" der Wahlwerbung recht kontrovers diskutiert. Von "pfiffig" und "das ist vorgelebte Innovation" bis zur Einschätzung, so etwas sei Spam, ist fast alles dabei. Und selbst CSU-Wählern "würde es auf die Nerven gehen, an meinem Urlaubstag morgens ungewollt mit Stoibers Stimme geweckt zu werden".

CSU-Generalsekretär Markus Söder ist der Meinung, dass die Versendung der Mails durchaus legal ist. Der Münchener Tageszeitung tz sagte Söder, die E-Mail-Adressen stammten aus öffentlich zugänglichen Verzeichnissen. Und wer da drin stehe, "hat akzeptiert, dass er auch Werbung bekommt".

Vorbild Schill-Partei?

Manche Kommentatoren im CSU-Blog sind allerdings auch jetzt schon wütend: "Erstens: Ich bin CDU/FDP-Wähler. Zweitens: Wenn mich auch nur eine Mail oder SMS erreicht, dann gibts das Kreuz bei den Grünen und Drittens: werde ich die entsprechenden Schritte einleiten". Mitten in den Kommentaren findet sich dann auch ein - verlinkter - Hinweis auf ein Urteil zum Thema unerwünschte E-Mail-Werbung. Die ist nämlich nach einem Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) München auch für Parteien und nach einmaliger Versendung unzulässig. Anfang 2004 hatte das Gericht einer Klage gegen die SPD stattgegeben. Die SPD hatte im Wahlkampf auf ihrer Website E-Cards zum Versenden angeboten.

Eine mit den Stoiber-Anrufen vergleichbare Telefonaktion hat zuletzt die Schill-Partei bei ihrem Wahlkampf in Hamburg gemacht. Eine Ansage von Parteichef Ronald Schill rief am Vorabend zufällig ausgewählte Hamburg Bürger zu Hause an. Genützt hat es Schill allerdings nicht, die Partei ist nicht mehr in der Regierung.  

15.09.05 11:30

4020 Postings, 6471 Tage MD11Jimps

..oder wie das Viech heisst .... :)  

15.09.05 12:36

21880 Postings, 6847 Tage utscheckHappy bezüglich #2

Wo ist der Unterschied?

Gruß
utscheck  

15.09.05 12:46

6685 Postings, 6469 Tage geldschneiderEs gibt spam Nachrichten -nicht von der CDU

auf den Handies

Bekam heute eine Kurznachricht:

Gewinnen sie ein Berliner Wochende


www.deineStimme.cdu.de

Wählen sie die sMS Nr. xxxxx


Da es diese Webseite nicht gibt, kommt das auch nicht von der CDU  

15.09.05 13:23

95440 Postings, 7272 Tage Happy EndStimmt, utscheck o. T.

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